Beiträge von FinanztipUser

    Welche Form der Staatsanleihen (ETFs) wäre im Fall eines Crash des Aktienmarktes aufgrund eines Black Swan Events oder einer massiven geopolitischen Krise (China fällt in Taiwan ein usw.) eigentlich als Ausgleich theoretisch empfehlenswert?


    Langlaufende US Staatsanleihen?

    Langlaufende Investment Grade Euro-Anleihen?

    Kurzlaufende Deutschland-Staatsanleihen?

    Wie genau verstehst du „Hedge“? Hoffnung, dass die Anleihen sich dann gegenläufig verhalten zu den abschmierenden Aktien (dann ggf. 1 und 2)? Oder nur möglichst wenig Schwankung an sich (dann 3). Die Idee mit Fremdwährungsanleihen (währungsgesichert?) oder Gold (physisch) würde ich wie von BS.C in den Raum geworfen auch mal durchdenken…

    Um es abzukürzen und so lange die andern noch das Gold suchen: Mein Sicherheitsbaustein ist eine Mischung aus all dem… ;)

    Ob "Einheitssysteme" (im Sinne von "One size fits all") wirklich gut funktionieren und effizient sind (Anreize/Fehlanreize, Gesamtkosten, Preis-/Leistungsverhältnis usw.) wäre eine eigenständig zu diskutierende Frage (Einheitsschule, Einheitskrankenversicherung, Einheitsrentenkasse usw.).

    Naja naheliegend wäre doch eine gleiche Grundabsicherung (Bürgerversicherung?) für alle, auf die dann individuell Zusatztarife für diejenigen möglich sind, die das wollen. Also Basisabsicherung (ausreichend für alle) und Luxus mit Mehrkosten bei Bedarf auf eigene Kosten. Diejenigen, die heute in der PKV sind, könnten gegen Aufpreis ihr Versicherungsniveau halten und müssten dafür aus eigener Tasche bezahlen. Für alle anderen und als Basis gäbe es ein etabliertes Solidarsystem, das man in dieser Richtung ausbauen könnte.

    So ein Konzept hat sich in etlichen Ländern bewährt und schiene mir auch bei uns ganz sinnvoll/zielführend…

    Zusammenfassung:

    Ich habe damals die Solidargemeinschaft verlassen, da ich genug Geld hatte und nicht für andere mitbezahlen und bevormundet werden wollte.

    Jetzt bin ich erbost (ERBOST!), dass niemand solidarisch mit mir ist und mir niemand gesagt hat, dass ich etwas von den Geld fürs Alter hätte zurückgehen sollen.

    … Und jetzt? Zahlen wir als Solidargemeinschaft (Steuerzahler!) den Preis ja doch, wenn es wie bei vielen auf Sozialhilfe bzw. entsprechende Zuschüsse vom Sozialamt rausläuft. Damit zahlen dann alle mit öffentlichen Geldern aus unsern Steuermitteln die Kosten der privaten (!) Krankenversicherung. Absurder gehts doch gar nicht, als mit Steuergeldern eine PKV zu bezahlen. Aber genau das scheint ja gewollt zu sein, wenn man solche Entwicklungen zulässt und keine Maßnahmen ergreift, die nur Leute ins PKV-System lässt, die sich das ganze auch langfristig leisten können oder eben Altersarmut bei den Betroffenen verhindert.

    In der derzeitigen Konstruktion der zwei-Klassen-Medizin verlieren ziemlich viele. Und sehr viele würden von einer grundlegenden Reform des Systems profitieren. Ich finde es erschreckend, wie wenig die Politik es in den letzten Legislaturperioden geschafft hat, da irgendwas zum Besseren zu verändern…

    Wenn es richtig knapp werden sollte mit den Alterseinkünften und Beiträgen am besten gleich einen Termin hier vereinbaren:

    https://www.eu-gleichbehandlungsstelle.de/resource/blob/1817828/1813506/162135fa4934bb9c39d71daf625dca37/verzeichnis-clearingstellen-2023-data.pdf?download=1

    Ich mache nebenberuflich Schuldnerberatung und habe etliche Klienten, die die Kosten bzw. Beitragssteigerungen im Alter unterschätzt haben und für die das System so zur (teilweise wirklich existenzbedrohenden) Falle wird. Beiträge steigen in der PKV im Alter relativ regelmäßig stärker als die Renten (GRV).

    Fragt mich nicht, warum wir dieses absurde zwei-Klassen-System auch weiterhin so praktizieren… :|

    Mich würde tatsächlich auch interessieren, welche Versicherer am BU-Markt für Beamte die Möglichkeit bieten, 60 % vom Bruttogehalt oder sogar das bekanntlich eher hohe (Beamten-)Nettogehalt gleich bei Abschluss der Versicherung abzusichern?

    60% vom Brutto: Provinzial Rheinland (DU-Tarif wird wohl gerade überarbeitet, keine Ahnung ob der dann noch so gut ist, wie er es auch laut Finanztest war!)

    75% vom Netto: Debeka (DU-Tarif aber mit schlechten BU-Konditionen, dafür relativ gute Teildienstfähigkeitsklausel)

    Welche lassen zudem bei Beamten Erhöhungen über die jährliche Beitragsdynamik und ggf. auch über Nachversicherungsmöglichkeiten zu?

    Beide im Rahmen der üblichen Möglichkeiten: Debeka 2% Beitragsdynamik, Provinzial sogar 3% Beitrags- und Leistungsdynamik!

    Es müssen aus meiner Sicht nicht unbedingt Versicherer sein, die auch eine DU-Klausel anbieten.

    Warum nicht? Ich würde das aus deiner Sicht ganz oder gar nicht machen. Die zusätzliche DU-Option schadet ja nicht, wenn die BU-Bedingungen gut sind! Ansonsten: Normale BU-Tarife gibt es wie Sand am Meer, da würde ich mich an einen Makler oder Versicherungsberater wenden….

    Sollte konkret ein geringerer Anstieg des Kurses vom WKN A0Q4RZ durch die Zinssenkungen der EZB und so auch der Rendite von neuen Deutschen Staatsanleihen nicht schon absehbar und darstellbar sein? So dass man einen Eindruck davon bekommt, dass die beste Zeit erst mal vorbei ist? Die 3,52% vom letzten Jahr kann man wohl kaum weiter erwarten.

    Was sind denn die 3,5% aus dem letzten Jahr und wo kommen sie her? Laut justETF lag die Ausschüttungsrendite im Jahr 2023 bei 0,81%. Damit ist doch klar, dass der Rest auf Kurssteigerungen zurückzuführen ist. Diese wiederum kommen am Markt zu Stande und beinhalten etliche Komponenten, die zur Preisbildung beitragen bzw. von Anlegern im Anleihemarkt berücksichtigt werden:

    - Kupons der „Alt-Anleihen“ relativ zum aktuellen Zinsniveau (-> Kurskompensation)

    - Entwicklung/Laufzeiten der Wertpapiere im Fonds/ETF (was wird wann fällig und mit welchen Zinskonditionen)?

    - Zinserwartungen (primär beeinflusst durch EZB-Entscheidungen bzw. Äußerungen) und Inflationsentwicklungen

    - Risikobewertungen der Wertpapiere im Fonds/ETF

    - …

    Wie willst du hier die zukünftige Entwicklung prognostizieren und sei es auch nur auf die kurze Frist? Am stärksten dürfte sich m.E. die Geldpolitik auswirken und die fährt gerade auf Sicht mit Blick auf die Inflationsrate. Angenommen die geht energiepreisbedingt nochmal stark durch die Decke, dann wären die Veränderungen auch für Geldmarkt-ETFs eher abrupt. Ähnlich wie wenn z.B. Italien aus BBB rausfällt oder wie hier im ETF Deutschland AAA verliert und bis dato Bestandteil deines Geldmarkt-ETFs war. Deine Glaskugel müsste mindestens das Zinsniveau der nächsten 6 Monate vorhersagen und dass sich risikotechnisch nichts ändert, damit du tatsächlich anfangen kannst, halbwegs realistisch zu rechnen…

    Das sehr ich so gar nicht.

    Ich würde das sehr vom genauen Wortlaut der Frage abhängig machen: Wenn pauschal gefragt war „Ab wann kann ich die Rate ändern?“ wäre die Antwort insb. bzgl. „Der Tilgung“:

    Die Tilgung der Darlehen lässt sich erst nach der Zinsbindung ändern. Das ist bei Ihnen 2050 der Fall.

    In meinen Augen schon ziemlich dreist! Eben nicht nur weil Sondertilgungen bis 100% 10,5 Jahre nach Abschluss möglich sind, sondern auch Tilgungsratenanpassungen bei Prolongationen. All das wird hier unter den Tisch fallen gelassen, wenn man in zwei Sätzen wörtlich schreibt „Die Tilgung lässt sich erst nach 2050 ändern“, das ist nämlich genau nicht der Fall. Je nach genauer Fragestellung (z.B. nur nach Änderungsmöglichkeit des Tilgungsanteils explizit während der Gesamtlaufzeit des Darlehens), wäre die Antwort schon passender. Banken lassen halt gerne mal die Information unter den Tisch fallen, dass man nach 10 Jahren rauskommt aus den Verträgen und das ist der Punkt, der mich stört!

    Früher gab es keine Sondertilgungsmöglichkeiten oder Ratenänderungsmöglichkeiten. Das ist ja eigentlich das ehrliche Geschäft. Beide Seiten wissen genau, was sie unterschrieben haben und die Bank kann den Kredit punktgenau hedgen.


    Dann kamen diese "Sonderlocken" dazu. Finanzmathematisch sind das Optionen, die einen Wert haben. Sie verteuern also den Zinssatz. Die Bank ist in der Lage, den Optionswert zu berechnen, der Kunde nicht. Der Optionswert wird auch nicht getrennt ausgewiesen.

    Keine Frage, aber ist das aus Kundensicht nicht einfach durch konkrete Vergleiche der Angebote gut zu lösen und sind diese Zusatzangebote nicht einfach ein ganz gutes Ergebnis des Wettbewerbs um Kunden im deutschen Bankensektor? Ich freu mich für uns Kunden immer, wenn internationale Investoren bei Einstiegen wie zuletzt in die Commerzbank abwinken unter Verweis auf den zu hohen Wettbewerb und zu niedrige Margen im deutschen Bankensektor! ;)

    Zusätzlich generieren die Banken damit Windfallprofits. Optionen im Interbankengeschäft werden genau dann ausgeübt, wenn es sich finanzmathematisch lohnt. Bei Kunden ist das anders. Ich habe selbst schon erlebt, dass Kredite zu 0,00% trotz hoher Marktzinsen vorzeitig zurückgezahlt werden. Das ist halt ein psychologisches Ding. Dieses auszunutzen ist für mich mehr "Verarsche".

    Verarsche oder Dummheit? Ich mein, wenn jemand unbedingt sein Zinsloses Darlehen zurückzahlen will um dann Nachts wieder gut zu schlafen? Ökonomisch ungeschickt, aber wird/wurde das gezielt von der Bank beworben? Sollten sich Banken dem Ausdrücklichen Kündigungswunsch eines Kunden bei sowas versperren?

    Da finde ich das leugnen/nicht angeben der Sonderkündigungsmöglichkeit nach 10 Jahren ehrlich gesagt echt problematischer…

    Sporadische Marktbewegungen wie o.g. "Verkaufsorder ohne Limit" mal ausgeblendet oder "überatmet" und angenommen, dass sich der Kurs wieder fix im Normalabereich einpendelt.

    Genau der „Normalbereich“ ist das, was bei Anleihen immer schwankt in Abhängigkeit vom Marktzinsniveau. Warum sollte ein Bestand an Anleihen eines entsprechenden ETFs dann nicht genauso schwanken? Was du m.E. eher extrapolieren kannst, sind die Kupon-Ausschüttungen, eben weil ein Großteil der Anleihen ja inkl. Kupon bekannt ist und auf kurze Sicht nur wenige Anleihen im Portfolio getauscht werden. Das Gesamtportfolio schwankt im Kurswert ja aber doch weiterhin entsprechend der Zinsstruktur und das beeinflusst den Wert gerade des o.g. thesaurierenden ETF je nach Marktzinsveränderung deutlich stärker als die Kupon-Zahlungen der Anleihen selbst…

    Nein, das kann man eben nicht. Man kann den gesamten Kredit kündigen und bei einer anderen Bank einen neuen abschließen.

    … und damit die Rate ändern! Klar zu neuen Zinskonditionen und nicht isoliert, aber ich schließ die Baufinanzierungen immer in Bausteinen mit unterschiedlichen Laufzeiten ab, auch und gerade damit ich neben den Sondertilgungsmöglichkeiten bei Prolongationen eben auch die Rate/Tilgung der Gesamtfinanzierung anpassen kann! Und das auch auf 3, 5, 7 Jahre bezogen und eben nicht nur auf 10 Jahre. Also Prolongation auch und gerade zu dem Zweck…

    Müsste der Kursverlauf für ein bisschen weiter in die Zukunft nicht zuverlässig interpolierbar sein?

    Eben nur so zuverlässig, wie du das genaue Zinsniveau dieser Zeit voraussagen kannst. Auch die im Portfolio gerade getauschten Anleihen schwanken doch im Wert in Abhängigkeit vom Zinsniveau bzw. den EZB-Entscheidungen…

    Allerdings schreibst Du ja von Unternehmen (Banken) als Ausfallrisiko. Diese decken 5% des Portfolios ab. Sind das die 5%, welche Du hier als riskanter ggü. einer deutschen Staatsanleihe ansprechen möchtest?

    Auch diese 5%, aber eben auch den Aufbau allgemein! Wie gesagt würde ich den ETF schon als relativ sicher ansehen. Aber hättest du in einem Finanzkrisenszenario, in dem wieder Banken pleite gehen, Bock auf so eine Abwicklung zu setzen? Theoretisch steht dir dann das Trägerportfolio zu großen Teilen zu, das die Verluste begrenzt. Aber: Wie lange würde es dauern und wie unproblematisch wäre die Verwertung, wenn mehrere Player in der Kette wackeln/ausfallen? Theoretisch also alles relativ sicher, für meinen Geschmack aber viel zu verschachtelt und unnötig komplex.

    Einfach verpackte deutsche Staatsanleihen tun es doch auch, und da tangieren mich dann mögliche Ausfälle von Swap-Partnern oder Verwertungen von für mich relativ intransparenten Trägerporftolios mit Interdependenzen zwischen Geschäftsbanken einfach überhaupt nicht! Warum sich also sowas als Sicherheitsbaustein ins Portfolio holen, wenn es nicht sein muss und bei fast der gleichen Rendite auch mit AAA-Staatsanleihen (physisch replizierend) geht? :/

    DE0008474230

    Kann mir mal jemand erklären, warum auch im Vergleich mit diesen beiden ersten ETFs der genannte Fonds das geringere Risiko (1 von 7 statt 2 von 7) haben soll?! Wegen der breiteren Streuung und kürzeren Laufzeit? Besser als AAA Gouvernment-Bonds? 8| :/

    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE0006289473,LU1829219556,DE0008474230

    Da sind auch Non-Investment-Grade-Anleihen drin! Und das besser als AAA? Finde bei sowas den Laufzeitaspekt völlig überbewertet!

    DE0008474230

    Interessanter Vorschlag, aber kein ETF und Ratings bei denen einem gerade bzgl. Sicherheitsbaustein eher schwindelig wird. Interessant, dass die DWS den Fonds in Punkto Sicherheit bei 1 von 7 einordnet…

    Mal Grundsätzlich: Man kann auch auf richtige Junkbonds setzen, die bringen erstmal noch mehr. Aber ob man das will? :/