Beiträge von FinanztipUser

    Gab es nicht bis 1971 gar keine Möglichkeit für Gold, über den Dollar zu steigen, da es fest gekoppelt war? Könnte ich jetzt irgendwie besser formulieren, aber wer sich auskennt, weiß schon, was ich meine...und danach gab es lange Zeit recht hohe Zinsen. Ich könnte mir vorstellen, dass deshalb jetzt erst die Zeit für Gold gekommen ist (also in den letzten Jahren). Exponentiell steigende Staatsschulden der USA natürlich ganz besonders.

    Goldstandard – Wikipedia

    War so und das sind genau solche, mal größere und mal kleinere Veränderungen von historischen ökonomischen Systemen, die man nicht versteht, wenn man mit Scheuklappen auf Kursverläufe von irgendwas schaut… :rolleyes:

    Was ist daran subjektiv oder idelogiebehaftet? Das sind Fakten. Wenn du andere Zahlen hast, dann poste sie.

    Subjektiv und ideologiebehaftet ist der Glauben und die Annahme, dass das historisch so entstandene System auch zukünftig genau so funktioniert und sich die historischen Verlaufszahlen der Anlageklassen praktisch in die Zukunft rein "sicher" extrapolieren lassen. Die Kolonialzeit lief auch über 100 Jahre mit hohen Renditen. Hättest du damals mit deinem historischen Argument alles auf Kolonien gesetzt, sollte glaube ich auch dir klar sein, wie das ausgegangen wäre...

    Bist du wirklich so verblendet, dass du nicht akzeptieren kannst, dass Gold im Vergleich zu Aktien ein extrem schlechtes Investment war und man bei Zeiträumen jenseits von 100 Jahren davon ausgehen kann, dass dies kein Zufall war, sondern systematisch ist (Thema: productive asset vs. non-productive asset)?

    Nimmst du ernsthaft an, dass in einem sozialen System die letzten hundert Jahre irgendeine Relevanz oder gar sichere Aussagekraft für die nächsten hundert Jahre haben? Ernsthaft?

    Nach welchen Kriterien außer den Daten der Vergangenheit wählst du ein Asset aus? Wunschdenken? Gefühl?

    Diversifikation! Gerne auch naiv, was laut Kapitalmarktforschung ja geradezu erschreckend gut funktioniert. Ich weiß nicht, ob das, was wir aktuell als Weltfinanzmarkt erleben, in 30 oder 50 Jahren noch so existiert. Deshalb streue ich über die Anlageklassen Aktien, Immobilien, Gold, Anleihen, etc., eben weil man Ausfallrisiken nur so adressieren kann.

    Dass Gold dabei in den letzten hundert Jahren eine geringere Rendite hatte als Aktien? Was kümmerts mich! Meine knapp 10% im Portfolio dienen einer Absicherung gegen Risiken, die du in deinen historischen Zeitreihen ganz sicher nicht finden wirst...

    Ich will sagen, dass allein schon die Fragestellung, also das Herangehen an eine solche Studie ideologiebheaftet, subjektiv und voller impliziter und expliziter Vorannahmen ist!

    Wenn ich in der Forschung zeigen möchte, dass Aktien historisch die beste Rendite hatten, dann kann ich das damit machen! So what? Ein Fan von Bitcoin schnappt sich einen anderen Zeitraum und führt dann mit dieser Zeitreihe den "Beweis", dass Bitcoin die beste Anlageklasse der Welt ist.

    Was sagt das dann beides aus? Und welche "sicheren", "richtigen", "ungefälschten" u.s.w. Fakten hast du dann insbesondere für eine Aussage über die Zukunft?

    Du stellst die These auf, dass Jeremy Siegel falsche Zahlen veröffentlicht.

    Nein, genau das tue ich nicht. Damit verdrehst du mal wieder die hier im Forum getroffenen Aussagen gemäß deiner sehr merkwürdigen schwarz/weiß Logik.

    Das Argument hast du schon als "Thomas.Schreiber" nicht verstanden: Kapitalmarktforschung ist immer eine Forschung der Sozialwissenschaften. Es geht um menschengemachte Systeme und um menschliches Verhalten und nicht um Naturgesetze wie in der Physik! Historische Phänomene hatten immer einen Anfang, eine Entwicklung und fast immer ein Ende. Analytische Kategorien wie "richtig", "falsch", "widerlegen", "beweisen" kannst du in der Methodenlehre oder der theoretischen Mathematik praktizieren. Ganz sicher aber nicht in einer ernstzunehmenden finanzmarktbezogenen Forschung (egal wie quantitativ man sie betreibt) oder in der Ökonomie als empirischer Wissenschaft, gerade wenn man dann auch noch meint, daraus "richtige" Aussagen über die Zukunft ableiten zu können...

    Es spricht nichts gegen Ausschütter, wenn du einfach stur weiter die Aussschüttungen reinvestierst. 😊

    Wieso nehmen eigentlich offenbar viele an, dass Anleger in ausschüttende ETFs die Ausschüttungen grundsätzlich und immer verjubeln würden? Oder noch besser, dass die Ausschüttungen quasi irgendwie weg wären... ;)

    Gibts da irgendwelche realistischen Studien zu, also wer/wann/welche Ausschüttungen (eher) ausgibt oder reinvestiert?

    Thomas, den "Gegenbeweis" für Ideologie!? Ernsthaft? :rolleyes:

    Würde mich wirklich interessieren, was du für diese Perspektive auf die Dinge für einen Hintergrund mitbringst. Bei mir waren es lange Semester in den Finanzwissenschaften, bis ich anschließend aus der quantitativen Forschung sehr bewusst in die qualitative Forschung gewechselt bin, um genau so einem Schmalspurdenken hinsichtlich ökonomischer Zusammenhänge zu entgehen...

    Übrigens: Der Chart ist von Siegel. Ein absoluter Klassiker in der Kapitalmarktforschung. Da ist nix gefälscht. ;)

    So wie alle Vegetarier/innen in den Ernährungswissenschaften immer wieder zum Studien-Ergebnis kommen, Fleisch sei ungesund? :/ Und Forschung grundsätzlich ideologiefrei ist? Kapitalmarktforschung ist quasi Physik, entweder "richtig" oder "gefälscht"? Meine Güte...

    Ja, ich habe mir zwei Bücher von Walz (einfach genial entscheiden und Finanzkrise) und den ETF Ratgeber von Finanztest durch bzw. quer gelesen. Kann ich nur weiterempfehlen.

    Vorschlag: Schreib deine Ideen doch mal vorläufig auf einen Zettel oder je nach Generation bzw. Technik-Affinität in eine Excel-Liste oder eine passende App. Falls du Immobilien in Betracht ziehst, kannst du bei Immoscout ja schonmal theoretisch sondieren, ob da überhaupt irgendetwas passendes für dich dabei wäre, oder ob das in der Preis-Range in Hamburg nicht sowieso unrealistisch ist. Deine ETF-Ideen kannst du bei https://extraetf.com/de/ kostenlos als ein virtuelles/theoretisches Portfolio anlegen und dann über einige Zeit schauen, wie sich das Entwickelt. Lass die Kursschwankungen dort vielleicht erstmal auf dich wirken, bevor du dann echtes Geld in ETFs investierst.

    Meine Wette: Du wirst wie wir alle in den nächsten Wochen und Monaten deine Pläne noch x-mal umwerfen, was auch gut ist. Kommer rät dazu, so eine Entscheidung über mehrere Monate reifen zu lassen. Wenn du zum Thema ETF-Anlage dein Grundlagenwissen ausbauen willst, würde ich das Standardwerk für Fortgeschrittene und ggf. auch das Buch zum Eigenheimerwerb von ihm empfehlen (https://gerd-kommer.de/buecher/).

    Lass dir Zeit mit der Anlageentscheidung. Sofern die Kohle in einem sicheren Geldmarkt-ETF geparkt ist, kannst du dir ruhig 3-6 Monate dafür nehmen! 900T€ legt man nicht mal eben so kurzfristig und nebenbei in Eigenregie ohne Kapitalmarkterfahrung für einen individuell langfristig passend an. Das macht auch nichts. Wichtig ist in meinen Augen nur, dass dann letztlich ein Konzept steht, das zu einem passt, bei dem man dann bleibt und für das man (auch durch zu viele Schnellschüsse und anschließende Korrekturen) nicht zu viel Lehrgeld bezahlt hat...

    Bei so Vorschlägen wie "100% Aktien-ETF" denke ich manchmal, dass das "Recency-Bias" hier im Forum ganz schön dominiert. Die ganzen letzten Jahre sind die Aktienmärkte letztlich nur gestiegen und Korrekturen ausgeblieben, woran wir uns geradezu gewöhnt haben. Heftige Korrekturen und Kurseinbrüche werden aber ganz sicher wieder kommen und dann stellt sich die Frage: Wie geht man damit um?

    Konkret: Wie wird sich Goldmicha fühlen und wie wird er reagieren, wenn von den 900T€ dann im Depot plötzlich nur noch 4xxT€ ausgewiesen werden? Das Thema "Risikotragfähigkeit" wird immer erst dann relevant, wenn die Krise zuschlägt! Und wenn er dann aus Panik um den Rest seines Erbes die verbleibenden Anteile verkauft, hätte er dann wirklich was gewonnen?

    Streuung und Reduktion von Schwankungen in der Geldanlage ist kein Selbstzweck, sondern dient in der Regel dem Zweck, einem Anlagekonzept dann gerade in dieser Situation auch treu zu bleiben und diesen teuren Fehler nicht zu machen.

    Ich bin auch deshalb immer vorsichtig mit dem Ratschlag zu 100% Aktienquote bei größeren Anlagesummen, gerade wenn man sich um die eigene Risikotragfähigkeit noch keine Gedanken gemacht hat und an den Kapitalmärkten auch noch keine entsprechenden Erfahrungen gesammelt hat. Das kann nämlich echt böse ins Auge gehen, wenn man dann die Nerven verliert und entsprechende Entscheidungen trifft.

    PS: Der oben zitierte Nikolaus Braun rät deshalb im genannten Buch bei Portfolios zu mindestens 30% Sicherheitsbaustein (Staatsanleihen/Geldmarkt) im Depot, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass die meisten Privatanleger Kapitalmarktkrisen mit weniger als 30% Sicherheitsbaustein emotional gar nicht aushalten würden...

    Eine Immobilie halte ich im Alter einfach für keine gute Investition mehr. Wenn in jüngeren Jahren und dann über Kredit finanziert.

    Was man im Alter sicher bedenken sollte, ist der Verwaltungsaufwand. Ich würde daher, wenn das Vermögen insgesamt an die nächste Generation gehen soll, diese auch gleich mit einbinden und in die Entscheidung mit einbeziehen. Kreditgehebelt kann man Immobilien natürlich kaufen, aber gerade aus Risikogesichtspunkten ist der Effekt dann ja eine ganz erhebliche Risikosteigerung...

    Als sichere Anlage sehe ich diese auch nur bedigt, eher als Klumpenrisiko.

    Ist sie ganz sicher nicht, eine "sichere" Anlage, die Anlageklasse Immobilien! Gerade wenn man nur über ein Objekt streut, was sicher immer ein gewisses Klumpenrisiko darstellt. Sicher kann die Anlage in Immobilien ja auch nicht sein, wenn sie wie im Beispiel oben geschrieben nach Marktbewertung mit rund 5% Bruttorendite einhergeht. Dann muss man damit ja zwangsläufig gewisse Risiken eingehen.

    Was ich denke: Aktien (mit rund 7-8%) und Immobilien (mit ggf. 5%) sind unter den etablierten Anlageklasse aber trotzdem grundsätzlich die mit der historisch gesehen höchsten Rendite. Und zwei Anlageklassen, mit sehr unterschiedlichem Schwankungsprofil. Warum also nicht beide in ein Gesamtportfolio aufnehmen und das ganze mit einem Sicherheitsbaustein (Staatsanleihen/Geldmarkt) verbinden, der den eigenen Vorstellungen entspricht?

    Das Risiko, dass kein sehr auskömmlicher Lebensabend gestaltet werden kann, besteht bei einer Aktieninvestitionen von 900k aus meiner Sicht praktisch nicht.

    Das würde ich auch so sehen, insbesondere wenn die angesprochenen Renten/Pensionen schon ausreichend sind und der Betrag ohnehin kaum gebraucht wird. Nur war/ist das ja ggf. gar nicht so sehr die Fragestellung, sondern eher die danach, wie das Vermögen am besten (d.h. mit einer guten Risiko/Rendite-Kombination) strukturiert werden kann, sodass a) absehbar etwas daraus abgeworfen wird (Rendite/Ausschüttungen/Mieterträge) und dass b) die Erben zu einem Zeitpunkt X dann absehbar dieses Vermögen übernehmen können.

    Und das zu erreichen wird mit 100% Aktienquote relativ schwierig: Eine ordentliche Krise über 10-15 Jahre mit Einbrüchen von 55% und mehr (also vergleichbar mit den letzten Krisen am Welt-Aktienmarkt) wird einem dann nämlich sowohl die Entnahmen verhageln, als auch den Erben am ungünstigen Tag X mal eben das Erbe mehr als halbieren. Das kann man machen mit 100% Aktien, das erfüllt dann aber die beiden genannten Ziele der Geldanlage nicht mehr.

    Insofern wäre mein Vorschlag: Gerne erstmal über die Ziele der Anlage klar werden, diese ggf. auch mit den Erben besprechen und definieren und festlegen. Und erst dann in die Aufteilung der Anlage in Anlageklassen und erst danach in die Aufteilung in Einzelanlagen (z.B. konkrete ETFs) gehen!

    Goldmicha

    Vielleicht nochmal als Einordnung, das kannst du den Büchern und Blogs von Walz, Kommer, Beck und co. entnehmen: Risiko und Rendite der Anlageklassen hängen immer zusammen und die Kunst besteht daraus, eine für sich gute Kombination festzulegen. Konktet:

    - Weltaktienmarkt günstig abgebildet über ETF bringen historisch gesehen 7-8% Rendite, können aber auch über 10-15 Jahre einbrechen um zeitweise 50% und mehr. Rendite ist also toll, aber es kann sehr lange Durststrecken geben, die man dann aussitzen muss.

    - Immobilien in Deutschland (Wohnimmobilien) sind individuelle Anlagen also Unikate. Sie haben es aber in der Vergangenheit auf lange Sicht im Durchschnitt geschafft, vom Bestandswert her die Inflation (ca. 2%) auszugleichen. Dazu kommt die Mietrendite (z.B. 3%), die man bei Vermietung erhält oder sich bei Eigennutzung spart, was ökonomisch das gleiche ist. Runde 5% Rendite kann man dann bei einer solchen Immobilie etwa annehmen. Das ganze ist mit Arbeit verbunden und Schwankungen gibts auch, aber eben längerfristiger und relativ unabhängig vom Weltaktienmarkt, weswegen sich beides (Weltaktienmarkt und Wohnimmobilien in Deutschland) sehr gut ergänzt.

    - "Sichere" Anlagen sind eigentlich nur Tagesgelder bis zur Einlagensicherungsgrenze von 100T € pro Bank/Kunde und Staatsanleihen (von sicheren Emittenten, kurzlaufend). Damit kannst du gewissermaßen Geld parken und Liquidität erhalten und mit Glück gerade so die Inflation ausgleichen, aber eben kein weiteres Vermögen aufbauen.

    Ich würde mir wie von monstermania geschrieben die Lebensplanung unabhängig von den Finanzen überlegen. Für die konkrete Finanzanlage an deiner Stelle dann aber ein Kreisdiagramm malen und nach Lektüre der Bücher, Blogs, Finanztip, Finanztest (Bücher auch lesenswert!), des Forums hier und Gesprächen im Familien/Bekanntenkreis dann in diesem Kreis die Aufteilung der Anlageklassen festlegen.

    PS: Falls es um ein Erbe geht, aber auch für Geldanlage in deiner Situation allgemein würde ich dir auch die Bücher der Finanztest empfehlen, die sind für den Einstieg gut lesbar und inhaltlich brauchbar:

    -> https://www.test.de/shop/geldanlage-banken/

    -> https://www.test.de/shop/geldanlag…was-nun-sp0695/

    PPS: Wie von monstermania geschrieben, würde ich das Geld auf jeden Fall in einem Geldmarkt-ETF parken. Das ist sicherer als Tagesgeld, da die Einlagensicherung des Staates bei Bankenpleiten eben nur bis 100T€ geht. Ich setze dafür auf diesen hier, auch von Finanztip empfohlen: https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=DE000ETFL227

    Da Du das Geld ja nicht wirklich brauchst, würde ich es ganz einfach machen. Die gesamten 900k in einen Welt Etf. Und wenn Du Geld brauchst einfach verkaufen.

    Oder eine ganz andere Idee: Du schenkst jedem Deiner Kinder 400k€ in einem ausschüttenden ETf mit Nießbrauch für Dich.

    Er macht sich (in der Überschrift des anderen Threads) Sorgen um die „Crashgefahr“ und du rätst zu 100 % Aktienquote? Wie gesagt: Ist eine sehr individuelle Entscheidung! Aber ich würde mich vor dem Hintergrund dieser Sorge mit einer Aufteilung in Richtung 40% eigene Wohnimmobilie, 40% Weltaktienmarkt-ETF und 20% Geldmarkt/Tagesgeld wohler fühlen…

    So eine Aufteilung reduziert Schwankungs- und Ausfallrisiken massiv und sorgt perspektivisch dafür, dass das Vermögen für die nächste Generation absehbar erhalten bleibt, sofern das denn gewünscht ist. Ansonsten finde ich die Konsum-Tips von McProfit aus dem anderen Thread auch bedenkenswert… ;)

    Goldmicha

    1. Tip: Nichts überstürzen!

    2. Tip: Schlau machen, also die Bücher von Walz, Kommer und co. (insb. die für den Einstieg) lesen, das „Finanzen fest im Griff“ wird hier oft empfohlen:

    -> https://hartmutwalz.de/#buecher

    3. Tip: Sich dann bewusst machen, welche Anlageklassen in Frage kommen und entsprechend entscheiden.

    Ich persönlich würde in der Situation, sofern die Altersvorsorge wirklich ausreichend ist, glaube ich auf eine eigene kleine Immobilie fürs als Alter setzen (400-500T). Den Rest würde ich dann größtenteils (also vll. 400T) in Aktien-ETFs und max. 100T in einen sicheren Staatsanleihe-Geldmarkt-ETF oder auf ein Tagesgeldkonto packen.

    Aber das wäre meine Lösung, deine musst du wirklich in Ruhe selbst entwickeln…

    Das Gegenteil ist der Fall. Lass dich vom recency bias (Tech Unternehmen) nicht blenden. SRI-fokussiertes Investieren führt dazu, dass die zu erwartenden Renditen bei den (vermeintlich) schmutzigen Unternehmen steigen. Die Risikoprämien der Unternehmen in den ESG-Indizes sind bereits gesunken, weil viele institutionelle Anleger regulatorisch in diese Segmente gedrückt werden. Je weniger Risiko, desto weniger Rendite. Gilt überall.

    Übrigens: Den Unternehmen Kapital zu geben/Stimmrechte auszuüben, die bereits bestimmte Kriterien erfüllen könnte ziemlich kontraproduktiv sein. Wäre es nicht sinnvoller den Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen, die den Umbau noch vor sich haben und dann auf der HV dafür zu sorgen, dass es passiert (geht auch indirekt)? Der Hebel liegt ja nicht dort wo es bereits läuft.

    Hattest du mich beim letzten Mal nicht blockiert? Ließe sich das in Anbetracht der inhaltlichen Qualität dieser Argumente nicht wieder einrichten…? :/

    Nalphinger Denk das ganze doch vll. mal vom Ende her: Was willst du letztlich mit dem Depot machen?

    Im Alter oder grundsätzlich zu Lebzeiten auflösen und die ETFs verkaufen? Bist du für die Rente dann später angewiesen auf eine fixe Entnahme deutlich über 2% durch regelmäßige Verkäufe? Dann würd ich den Thesaurierer wählen.

    Reichen dir im Alter knapp 2% Entnahme durch Dividendenausschüttungen und bist du nicht zwingend auf eine gewisse fixe Entnahmehöhe angewiesen? Willst du einen Großteil vererben und das ggf. mit Nießbrauchvorbehalt? Dann wirst du an Ausschüttern kaum vorbeikommen…

    Da habe ich noch nie etwas von gehört 🤔.

    Deshalb ja auch die Anführungsstriche. Wenn man sich auf eine gewisse Auswahl aus Unternehmen aus einem Ursprungsindex (z.B. MSCI-World) beschränkt, dann ist das eben erstmal eine Auswahl. Die SRI-Auswahl ist so gewählt und gewichtet, dass sie den Ursprungsindex möglichst genau treffen soll. Kommt es aber zu (historisch gesehen ziemlich geringen) Abweichungen, dann stellt sich sie simple Frage, ob nach oben oder nach unten.

    Jetzt könnte man natürlich auf die Idee kommen, darauf zu hoffen, dass die nachhaltigeren Unternehmen langfristig etwas besser laufen. Mache ich persönlich nicht, auch weil ich auf SRI aus anderen Gründen setze. Wenn man das aber macht, dann wäre das Ergebnis eine mögliche „SRI-Prämie“.

    Ganz praktisch war diese „Prämie“ bis 2022 über etliche Jahre positiv und vorhanden. Der Ausbau der Kriegswirtschaft war in den Folgejahren logischerweise wenig hilfreich für die Kursentwicklung, sodass die letzten 3 Jahre nicht ganz so optimal liefen. Im Ergebnis aber alles „Peanuts“, also die Abweichungen zum Ursprungsindex in meinen Augen…

    Auch ein gutes Argument.

    An Vorteilen hatte ich noch vergessen:

    + Faktorprämie "Size" wird berücksichtigt (wenn auch nur gering)

    + Faktorprämie "Political Risk Premium" wird berücksichtigt (schon deutlich mehr)

    + Re-Balancing-Prämie wird zwangsläufig mitgenommen...

    Wichtig war mir durch die SRI-Reduzierung der Unternehmensanzahl eben auch, durch die Beimischungen (Small-Caps, EM) noch weiter in Größenordnungen zu kommen, die aus meiner Sicht ausreichend diversifiziert sind. Letztlich spiele ich damit in überschaubarem Umfang also auch die auch die "SRI-Prämie". Mal schauen, ob der Gerd mit seinen Faktorprämien und der 0,5% TER dann auf lange Sicht die Nase vorn hat, oder ich mit meinem nachhaltigeren Ansatz in Eigenregie... 8)