Beiträge von sam_fi

    SolZ zahlt man bei dem Gehalt nicht.

    2000 -2500 EUR ausschließlich mehrwersteuerpflichtiger Konsum mit dem Satz von 19% ist unrealistisch. Miete ist mehrwertsteuerfrei. Lebensmittel sind meist 7%, außer Getränke.

    30 EUR Strom- und Energiesteuer bedeutet einen wahnsinnig hohen Verbrauch. Realistisch sind eher 10 EUR.

    Benzinsteuer von ca. 50 EUR bedeutet ca. 800 km im Monat - 100 EUR bedeutet ca. 1.600 km im Monat.

    Und Abgaben wie die SV enthalten auch Gegenleistungen, für die man bei privater Versicherung und Privatrechnung wesentlich mehr zahlen müsste. Vor allem, wenn man nicht gesund ist oder Ü40.

    Insgesamt Danke für die Mühe, aber Deine Behauptung kannst Du damit nicht untermauern.

    Anekdote: Mein Chef hat nach dem krassen Preisanstieg 2022-2024 zu mir gesagt: Tut mir leid, mehr als 1,5% Erhöhung können wir Dir nicht zahlen. Da ich bei uns im Betrieb alle Gehälter kenne, durfte ich danach feststellen, dass die Geschäftsleitung sich selbst 6% "genehmigt" hatte. In absoluten Zahlen gesehen, haben die 6 Mitglieder der Geschäftsleitung MEHR Erhöhung bekommen, als der Rest von 60 Mitarbeitenden zusammen.

    Und die Preise sind ja nach wie vor viel höher als 2022/2023, auch wenn die Inflationsrate nun wieder gesunken ist.

    In vielen erfolgreichen Mittelstands- und Familienbetrieben funktioniert das bereits. Der Staat müsste hier einfach bessere Rahmenbedingungen schaffen – z. B. steuerliche Vorteile, weniger Bürokratie und klare pragmatische rechtliche Modelle.

    Man (die Arbeitgeber) könnte auch ganz unbürokratisch, pragmatisch und voll abzugsfähig (von der Steuer) erfolgsabhängige Boni an ALLE Mitarbeitenden zahlen - und zwar in gleicher Höhe für alle, nicht gestaffelt oder prozentual nach Monatsgehalt. Meiner Erfahrung nach, bekommt das aber kaum jemand. Oder aber die Geschäftsführung bekommt den größten Anteil und das "Fußvolk" bekommt wenige hundert Euro.

    Wahrscheinlich meinst Du das aber nicht, oder?

    die empfundene Unfairness

    Die wird "den Armen" eingeredet. "Schaut, die Bürgergeldempfänger und Asylanten nehmen Euch alles weg!"

    Glaub wirklich jemand, dass es dem Niedriglohnsektor, den Aufstockern und den Grundrentnern besser geht, wenn "die Ausländer" erst aus dem Land sind und alle faulen Bürgergeldempfänger für 0,50 EUR die Stunde den Stadtpark aufräumen müssen? Das Gegenteil wird der Fall sein.

    Die eigentliche Unfairness besteht in die andere Richtung. Davon soll abgelenkt werden.

    Es geht nicht darum, dass der freie Markt "die Rente" im klassischen Sinne organisiert, sondern darum, die Menschen in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich für das Alter vorzusorgen. Das funktioniert nur, wenn ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind – und genau da liegt das Problem.

    Und mit den Arbeitgebern, die nur Mindeslohn oder teilweise noch weniger zahlen, hat das alles nichts zu tun? Wie sorgt man für das Alter vor von 2.222 EUR brutto im Monat?

    Hab ich doch geschrieben:

    Einkommensteuer
    Solidaritätszuschlag
    Sozialabgaben
    Mehrwertsteuer
    Energie-/Stromsteuer, GEZ, Kfz-Steuer, Tabaksteuer, Grundbesitzabgaben etc.

    Wenn man das kombiniert – also was vom Bruttolohn abgeht plus was vom verbleibenden Nettoeinkommen wieder an Steuern beim Ausgeben abgeführt wird –, landet man in vielen Fällen bei einer realen Belastung, die sich der 60–70 %-Marke nähert.

    Und wenn das alles wegfällt - oder zumindest stark reduziert wird, wie Du schreibst, wovon bezahlt der Staat (also wir alle) dann Infrastruktur, Straßen, Kitas, Schulen, Rente, Gesundheit, TV/Radio/ÖRR usw?

    Oder kann das auch alles weg und der Markt regelt? Jeder baut sich dann eiGenVeranTwortliCH die Straßen, die er benötigt? Und Leute, die trotz allem kein Geld haben, weil diese Entlastungen natürlich eher die "Reichen" betreffen, müssen halt auf Gesundheit und Rente verzichten?

    Unser Steuersystem schafft in seiner jetzigen Ausgestaltung zu viele Fehlanreize und läuft Gefahr, am eigenen Anspruch zu scheitern. Gerade die wirklich Hilfsbedürftigen zahlen den Preis – mit wachsender Frustration und schwindendem Vertrauen in die Politik. Am Ende führt das dazu, dass einfache Antworten bei vermeintlich einfachen Parteien gesucht werden.

    Du hattest Dich verschrieben. Habs korrigiert.

    Guten Tag,

    ein bisschen zu kurz kommt bei Eurem Argument "zu wenig Kinder bekommen", dass Kinder zu haben alleine nicht das Rentenproblem löst. Diese Kinder müssten auch einen (guten) Job haben, um entsprechend SV-Beiträge zu generieren.

    Bei dem aktuellen Sparzwang in der Wirtschaft, wie er derzeit Überhand nimmt, ist das Personal meist der größte Kostenfaktor und entsprechend wird dort meist als erstes "gespart". Siehe Automation, KI, Auslagerung von Kundenservice ins günstigere Ausland etc. Die Gehälter für die "normalarbeitende" Bevölkerung steigen auch nicht mehr so wie es früher mal üblich war.

    Die Aussichten auf ein gutes Leben für Kinder und Kinder, die noch geboren werden sollen, sind seit einigen Jahr(zehnt)en rückläufig. Ich kann gut verstehen, wenn Paare in der heutigen Zeit mehrfach überlegen, ob sie überhaupt Kinder haben möchten.

    Die ganze Situation (alles hängt mit allem zusammen) ist total verfahren und niemand traut sich, irgendwo einen Anfang zu machen.

    Bestandsrentnern und zukünftigen Rentnern durch einen Boomer-Soli in die Tasche zu greifen, halte ich für nicht zielführend. An die Vermögenden müssen wir irgendwie ran. Nur wie?

    Meine Erfahrung der letzten Zeit: Man findet kaum mehr einen Rechtsanwalt, sollte der Streitwert zu gering sein. Nach RGV will niemand abrechnen und es wird Honorarvereinbarung verlangt. Und da zahlt dann die RSV nicht... Bzw. zumindest nicht komplett.

    Gar nicht so leicht, in heutigen Zeiten, zu seinem Recht zu kommen.

    Danke für die neuen Ausführungen.

    Offensichtlich ist es ja dann doch nicht so leicht, wie Sie anfangs beschrieben haben.

    Aber eine Leistungsergänzung/-erweiterung ist doch aufgrund der guten ARB 91 gar nicht nötig, nur eine höhere Versicherungssumme wäre evtl. nötig. Und die ist nach meiner bisherigen Recherche nur dadurch zu erreichen, dass man einen neuen Vertrag abschließt.

    Ich sehe mich weiter um...

    Nochmals vielen Dank, Herr Gamper.

    Mit Auseinandersetzung meinte ich genau den Fall, dass der eine Versicherer den Schaden auf den anderen Versicherer schiebt. und umgekehrt. Freiwillig möchte keiner von beiden leisten, wie Sie selbst auch richtig schreiben.

    Und ich konstruiere Folgendes: Es tritt ein Versicherungsfall ein, der zunächst klein erscheint. Ich nehme den bisherigen Versicherer in Anspruch bzw. melde dort den Schaden. Im Laufe der Verfahren reicht dann irgendwann die geringe Deckungssumme nicht mehr aus und dann müsste der neuere Versicherer leisten, was er ggf. nicht tut, weil der Schaden bisher beim alten Versicherer bearbeitet wurde.

    Oder kann das alles gar nicht sein?

    Für eine gerichtliche Auseinandersetzung mit einem oder beiden Versicherern hätte ich jedenfalls im Schadenfall nicht auch noch die Muße, würde ich heute sagen.

    Haben Sie eine grobe Richtung für mich bzgl. Beitrag für eine ergänzende RSV? Sie schreiben, es bedeute nicht zwangsläufig doppelte Beiträge.

    Besten Dank noch mal.

    Vielen Dank, Herr Gamper, für die sehr ausführlichen und hilfreichen Informationen!

    Jedoch würde eine weitere, zusätzliche RSV auch doppelte Beiträge bedeuten. Das wären dann gut 500-600 EUR im Jahr für eine höhere Deckungssumme. Ich weiß nicht recht, ob das nicht vielleicht etwas zu viel des Guten wäre. Und dann droht auch noch evtl. die Auseinandersetzung mit beiden Versicherern im Schadenfalle. Wir wissen ja alle, dass Versicherer sich gerne und zunächst einmal wegen der kleinsten Kleinigkeit quer stellen, wenn es um Leistungen geht.

    Oder könnte ich die zusätzliche RSV auch beim selben Versicherer abschließen?