Riester-Rente

Diese Riester-Rente passt zu Dir

Sara Zinnecker
& Co-Autor
25. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Riester-Rente unterstützt Arbeitnehmer und Beamte bei der privaten Altersvorsorge. Sie lohnt für Familien und Sparer, die sehr gut verdienen.
  • Zur Auswahl stehen verschiedene Vertragsformen: Es gibt Riester-Rentenversicherungen, Wohn-Riester-Verträge und Riester-Fondssparpläne.
  • Die Förderung ist für alle Vertragsformen gleich: Erwachsene erhalten bis zu 175 Euro im Jahr als staatliche Zulage, für Kinder gibt es bis zu 300 Euro. Dazu kommt oft eine Steuererstattung.
  • Die spätere Rente musst Du im Alter versteuern.
So gehst Du vor
  • Prüfe, ob ein Riester-Vertrag für Dich infrage kommt und entscheide, welche Form des Riesterns am besten zu Deiner Situation passt.
  • Eine klassische Riester-Rentenversicherung schließt Du am besten bei der Hannoverschen oder der Huk24 ab.
  • Wenn Du mit Fonds riestern willst, bietet die Toprente der DWS, abgeschlossen über Vermittler im Internet, die beste Allround-Lösung.
  • Unsere Empfehlungen für ein Darlehen (Wohn-Riester) sind die Vermittler Dr. Klein, Interhyp und Planethome.

Mit der Rentenreform 2001 hat der Gesetzgeber die Höhe der künftigen Rentenzahlungen erheblich abgesenkt. Um das abzufedern, hat der Staat gleichzeitig die sogenannte Riester-Rente eingeführt. Sie soll Arbeitnehmern dabei helfen, privat für das Alter vorzusorgen – mit staatlicher Unterstützung. Laut dem Bundesarbeitsministerium haben die Bundesbürger bislang etwa 16 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen.

Video: Riester abschließen, behalten oder kündigen?

Wer darf riestern?

Vereinfacht gesagt kann jeder Arbeitnehmer, der in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, auch riestern. Genauso alle Beamten. Darüber hinaus gibt es noch Regelungen für bestimmte Berufsgruppen wie Auszubildende oder Selbstständige. Auch wenn Du selbst nicht erwerbstätig bist, kannst Du eventuell über Deinen Ehepartner mitriestern. Mehr zum Kreis derer, die staatlichen Leistungen bekommen können, liest Du in unserem Ratgeber Wer darf riestern?

Für wen lohnt sich Riester?

Riester-Verträge lohnen sich vor allem, weil der Staat die Vorsorgepläne bezuschusst. Die Förderung besteht aus Zulagen und Steuervorteilen. Wenn Du genug einzahlst, beträgt die jährliche Grundzulage pro Person 175 Euro (seit 2018), die Kinderzulage 185 Euro für bis Ende 2007 geborene Kinder und 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder. 

Die Höhe Deines Steuervorteils hängt von Deinem Einkommensteuersatz ab: Du kannst maximal 2.100 Euro im Jahr von der Steuer absetzen, Zulagen inbegriffen. Der geldwerte Steuervorteil, der sich daraus ergibt, wird mit den Zulagen verrechnet. Bei mehreren Kindern ist die Zulage oft höher als der Steuervorteil. So profitieren kinderreiche Familien von den Zulagen und alleinveranlagte Gutverdiener vor allem vom Steuervorteil. Für sie ist eine Riester-Rente besonders sinnvoll.

Eine genaue Übersicht über die Zulagen und die Steuervorteile mit Rechenbeispielen findest Du in unserem Detailartikel zur Förderung.

Alternativ zu Riester kannst Du auch über andere Formen der Altersvorsorge nachdenken, zum Beispiel eine betriebliche Altersvorsorge oder eine flexible Altersvorsorge

Riester eignet sich für Geringverdiener

Bisher war die Riester-Rente für Geringverdiener wenig attraktiv. Denn sie haben geringe Rentenansprüche zu erwarten und riskierten, dass ihre Riester-Rente auf die staatliche Grundsicherung im Alter angerechnet würde. Sparer hätten dann umsonst in Riester eingezahlt. Seit 2018 ist das anders: Riester-Sparer und auch Betriebsrentner dürfen bis zu 200 Euro dieser privaten Rente auf jeden Fall behalten.

Riester im Umbruch

2020 dürfte ein spannendes Jahr für Riester werden. Seit mehr als einem Jahr diskutieren hinter den Kulissen Politiker, Verbraucherschützer und Anbieter über die Zukunft der geförderten Altersvorsorge. Sie wollen den Riester fit zu machen für eine Zeit, in der Sparzinsen dauerhaft niedrig sind.

Nach heutigem Stand der Diskussion will man drei Dinge erreichen: Riester soll (1) deutlich einfacher und (2) preiswerter werden. Im Gespräch ist ein sogenanntes Riester-Standardprodukt. Man möchte so (3) den Spielraum für aktienorientierte Anlagen steigern. Eine Garantie, die nicht mehr 100 Prozent der Einzahlungen beträgt, könnte da mithelfen.

Mehr Details liest Du in unserem Blog-Beitrag.

Wie funktioniert die Auszahlung?

Die Auszahlungsphase beginnt gewöhnlich mit dem Renteneintritt, frühestens allerdings mit 60 Jahren. Zu Beginn der Rentenzahlungen steht Dir mindestens die Summe Deiner Einzahlungen und der erhaltenen Zulagen zur Verfügung. Das ist gesetzlich festgeschrieben. Du erhältst Dein Geld als lebenslange Rentenzahlung, die Du mit Deinem dann geltenden Steuersatz versteuern musst.

Im Fachjargon nennt man das nachgelagerte Besteuerung. Im Endeffekt sparst Du aber so gut wie immer Steuern, da Du im Alter meist einen niedrigeren Steuersatz hast als im Berufsleben.

Da die Anbieter meist mit einer sehr hohen Lebenserwartung rechnen, lohnen sich die regelmäßigen Zahlungen nur, wenn Du ein hohes Alter erreichst. Daher kannst Du alternativ zu Beginn der Auszahlphase bis zu 30 Prozent des Kapitals auf einmal entnehmen. Das hat jedoch einen Nachteil: Dein Steuersatz erhöht sich in dem Jahr durch die Einmalzahlung erheblich. Du kannst Deinen Anbieter allerdings bitten, die Auszahlung zu verschieben auf ein Jahr, in dem Du keinen Lohn, sondern nur noch Rente erhältst. Frage unbedingt nach.

Wenn Du weniger als 31,15 Euro monatliche Rente beziehst (nach § 18 SGB IV), gibt es für die Auszahlung noch eine dritte Möglichkeit: Du kannst Dir die Rente abfinden lassen. Steuerlich gilt dann die Fünftelregelung. Der Auszahlungsbetrag wird durch fünf geteilt, Deinem Jahreseinkommen aufgeschlagen, die Steuerlast ermittelt, und diese dann wieder verfünffacht. Auch hier kann es lohnen, sich die Abfindung auf das Jahr legen zu lassen, in dem Du keinen Lohn, sondern nur noch Rente beziehst. Mehr dazu liest Du auch im Ratgeber Abfindung versteuern.

Welche Riester-Rente passt zu Dir?

Wegen der staatlichen Förderung eignet sich ein Riester-Vertrag für beinahe jeden. Am meisten profitieren Familien mit mehreren Kindern wegen der hohen Kinderzulagen. Auch für Arbeitnehmer mit einem Einkommen ab etwa 40.000 Euro lohnt sich das Riestern wegen der dann hohen Steuerersparnis besonders.

Bleibt nur noch die Frage, welcher Riester-Vertrag der beste ist. Verbraucher stehen vor der Qual der Wahl: Sie können zwischen vielen verschiedenen Varianten wählen. Im Folgenden erhältst Du einen Überblick, welche Art des Riesterns sich prinzipiell für Dich eignet. Wir empfehlen Dir, zusätzlich unsere detaillierten Ratgeber zu lesen, und einen Riester-Vergleich anzustellen, bevor Du einen Vertrag abschließt.

Wohn-Riester: Du willst eine selbst genutzte Immobilie anschaffen

Wenn Du fest vorhast, in der nächsten Zeit eine Immobilie zu erwerben, kann sich ein Wohn-Riester-Vertrag für Dich lohnen. Das funktioniert so: Du nimmst ein Darlehen auf, dessen Rückzahlung wie andere Riester-Produkte gefördert wird: mit Zulagen und Steuervorteilen. Durch die staatliche Hilfe hast Du den Kredit schneller abbezahlt. Deshalb kann sich ein Riester-Darlehen auch dann lohnen, wenn der Zinssatz für den Kredit höher ist als bei einem nicht-geförderten Darlehen. In unserem Ratgeber haben wir für mehrere Beispielfälle berechnet, wann sich das Riester-Darlehen für Dich rentiert.

Allerdings musst Du auch einige Voraussetzungen erfüllen. Beispielsweise musst Du die Immobilie selbst bewohnen. Wie bei anderen Riester-Varianten musst Du die erhaltenen Vorteile im Rentenalter versteuern. Das geschieht über ein fiktives Konto, das sogenannte Wohnförderkonto. Da Du im Alter keine direkten Leistungen beziehst, sondern Dein Vorteil das mietfreie Wohnen ist, wird Deine Steuerlast über dieses Konto berechnet.

Wir empfehlen, einen Baufinanzierungsvermittler aufzusuchen, wenn Du an einem Riester-Darlehen interessiert bist. Die Anbieter besitzen eigene Datenbanken, in denen sie Richtlinien und Zinsberechnungen von zahlreichen Kreditgebern speichern. Dadurch können sie jederzeit ermitteln, wer Dir aktuell zu welchen Zinssätzen das gewünschte Darlehen zusagen würde. Wir empfehlen folgende Anbieter:

Interhyp
Baufinanzierer
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 400 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung an mehr als 100 Standorten bundesweit
Dr. Klein
Allfinanzvermittler, spezialisiert auf Baufinanzierung
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet überwiegend mit selbstständigen Beratern
  • mehr als 400 Bankpartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung bei über 550 Beratern bundesweit
  • zusätzlich auch Beratung zuhause beim Kunden möglich
Planethome
Baufinanzierer
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 220 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung in 14 Niederlassungen bundesweit
Nur beim Anbieter abschließbar

Der Riester-Bausparvertrag: Du sicherst Dir Zinsen

Wenn Du weißt, dass Du erst in einigen Jahren eine selbstbewohnte Immobilie erwerben willst, bietet sich vor allem ein Riester-Bausparvertrag an. Dann erhältst Du die Riester-Förderung in der ersten Phase für Deine Sparbeiträge und sicherst Dir gleichzeitig die Zinsen für ein Bauspardarlehen. Nach Zuteilung und Auszahlung des Bauspardarlehens läuft die Riester-Förderung weiter, dann für die Tilgung des Baukredits.

Einen Nachteil hast Du jedoch, wenn Du das Baudarlehen später doch nicht benötigst. Denn ein Bausparvertrag wird meist niedriger verzinst als andere Sparformen. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, den bestehenden Riester-Bausparvertrag in eine andere Riester-Variante zu überführen.

Wer weniger sicher ist, dass es später eine eigene Immobilie sein soll, kann also besser zunächst einen Riester-Banksparplan oder Fondssparplan ohne Abschlusskosten abschließen und dann das Guthaben später für die Immobilie entnehmen.

Der Riester-Banksparplan: Kaum noch Angebote

Der Riester-Banksparplan eignet sich für Sparer, die noch nicht sicher wissen, ob sie Immobilienbesitzer werden wollen oder nicht. Sie sparen monatlich an. Solltest Du Dich dann für ein Eigenheim entscheiden, kannst Du das angesparte Guthaben als Eigenkapital für die Finanzierung verwenden. Die Darlehensart kannst Du dabei frei wählen – es muss sich nicht um ein Riester-Darlehen handeln. 

Der Nachteil ist, dass Du zum Zeitpunkt des Immobilienerwerbs ein Darlehen mit den dann gültigen Zinssätzen aufnehmen musst und somit keine Planungssicherheit hast. Zwar kannst Du theoretisch auch aus anderen Riester-Verträgen wie Versicherungen Geld für ein Eigenheim entnehmen, das lohnt sich aber wegen der hohen Anfangskosten dieser Produkte meist nicht.

Das Prinzip des Banksparplans ist einfach: Du zahlst monatlich Deine Raten, die meist variabel verzinst werden. Meist orientiert sich die Verzinsung an den aktuellen Sparzinsen. Insofern sind die Sparrenditen bei Riester-Banksparplänen derzeit zu vernachlässigen. Die Rendite der Verträge speist sich allein aus der Förderung.

Seit Jahresbeginn 2017 haben die meisten Genossenschaftsbanken und Sparkassen den Vertrieb von Riester-Banksparplänen eingestellt und verwalten nur noch die Verträge von Bestandskunden. Ende 2019 gab es noch sechs regionale Angebote von Sparkassen. Details liest Du in unserem Ratgeber Riester-Banksparplan. Wer heute anfangen will zu riestern, muss wohl oder übel auf den Fondssparplan zurückgreifen, am besten ohne Abschlusskosten.

Riester-Rentenversicherung: Für Vorsichtige

Eine klassische Riester-Rentenversicherung kommt für Dich infrage, wenn Du bereits bei Abschluss des Vertrags wissen willst, wie hoch Deine Bezüge im Alter mindestens sind. Die garantierte Verzinsung der Versicherung orientiert sich am Garantiezins für Lebensversicherungen. Dieser beträgt seit Anfang 2017 0,9 Prozent pro Jahr auf den sogenannten Sparanteil, also Deine Beiträge minus Kosten. Zusätzlich wirst Du noch an den Überschüssen beteiligt, die die Versicherung erwirtschaftet. Diese Erträge sind aber nicht garantiert und schrumpfen immer mehr. 

Die Kosten von klassischen Riester-Rentenversicherungen sind im Vergleich relativ hoch. Deshalb musst Du mit hohen Abzügen rechnen, wenn Du Kapital aus dem laufenden Vertrag entnehmen willst. Auch ein Wechsel zu einem anderen Anbieter kann teuer werden.

Die günstigsten Verträge erhältst Du bei Direktanbietern im Internet. Wir empfehlen Dir das Angebot der Hannoverschen. In unseren Untersuchungen konnte das Unternehmen sowohl bei der Höhe der garantierten Rente als auch bei der Sicherheit punkten. Auch der Tarif der Huk24 ist empfehlenswert. Details zur Auwahl der Empfehlungen liest Du im Ratgeber klassische Riester-Rente.

Hannoversche
Klassische Riester-Rentenversicherung, Tarif AV-1
  • vier von fünf Sternen bei Morgen & Morgen
  • Onlineabschluss möglich
  • Beitragshöhe online flexibel wählbar
  • hohe garantierte Rentenzahlung
Nur beim Anbieter abschließbar
Huk24
Klassische Riester-Rentenversicherung, Tarif BRZ24
  • fünf von fünf Sternen bei Morgen & Morgen
  • Onlineabschluss möglich
  • hohe garantierte Rentenzahlung
  • Höchsteintrittsalter 57 Jahre
  • flexibler Beitrag muss extra als E-Mail eingehen

Riester-Fondssparplan: Riestern mit Renditechancen

Wer beim Riestern auf Sparlösungen mit Aktienfonds setzt, hat von allen Riester-Produkten die höchsten Renditechancen. Doch in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen kann der Riester-Fondssparplan seine Vorteile immer weniger ausspielen: Anbieter sind dazu verpflichtet, zum Renteneintritt mindestens die Summe aller Einzahlungen zur Verfügung zu stellen. Um die Garantie zu halten, sind sie gezwungen, immer mehr Beiträge in schlecht verzinste, aber sichere Rentenfonds zu stecken. Der Spielraum für Aktienrendite ist bei den meisten Verträgen stark geschrumpft.

Dennoch können Fondssparpläne bei der Anlage flexibler auf veränderte Sparzinsen reagieren als fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen. Wir haben daher aktuell nur die Fondssparpläne näher untersucht. 

Beste Allroundlösung der Riester-Fondssparpläne im Test vom August 2017 ist die DWS Toprente. Neukunden, die sie über Vermittler im Internet abschließen, zahlen nur rund 1 Prozent jährliche Effektivkosten. Der Fondssparplan bietet darüber hinaus gute Renditechancen und der Anbieter (Deutsche Bank) ist von den Ratingagenturen als hinreichend finanzstark eingeschätzt.

Auch der Deka Zukunftsplan Classic und die Uniprofirente Select mit dem Fonds Uniglobal II sind empfehlenswert. Details zu Funktionsweise und Bewertung der Fondssparpläne findest Du im Ratgeber Riester Fondssparpläne und im zugehörigen Testartikel.

DWS Toprente Dynamik
Fondssparplan der Deutschen Bank mit Rabatt über Online-Vermittler
  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • dynamisches Modell: Aktienquote wird laufend individuell angepasst
  • keine Abschlusskosten über Online-Fondsvermittler – niedrige Gesamtkosten von gut 1 Prozent pro Jahr
  • gute Finanzkraft des Anbieters
Nur beim Anbieter abschließbar

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Zum Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Dr. Manuel Kayl

25. März 2020


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