Beiträge von Grepe

    Gibt's eine ermittelbare Grenze zwischen "kalkuliertes Risiko" und "dumm und gierig"? Oder sind einfach nur die anderen "dumm und gierig"?

    Die Grenzen verlaufen ineinander. Die emotionale Belastbarkeit ist ein Faktor von vielen. Mein Opa hat es immer für verrückt gehalten mit dem MSCI zu „zocken“. Andere sehen diese (breiten) ETFs als modernes „Sparbuch“ das gerade mal so die Inflation schlägt. Wer da verrückt oder dumm und gierig ist wissen wir erst im Nachhinein.

    Der größte Invest-Flop war der FOMO-Einsatz BC. glücklicherweise weniger als 1%.

    Dein persönlicher Invest? Ist natürlich bedauerlich für Dich eine solche Erfahrung gemacht zu haben.
    Was mich jedoch wundert, ist das so Viele den Aktienmarkt verstehen, aber dieses Marktverständnis nicht auf Btc übertragen.

    Wenn Du am ATH einen ETF kaufst, machst Du doch die gleiche Erfahrung im folgenden Bärenmarkt. Klar ärgerlich den idealen Zeitpunkt für den Kauf nicht getroffen zu haben, aber langfristig ist der Kaufpreis (fast) egal. Btc ist da nicht anders, nur (noch) volatiler… Klar gibts keine Garantien, aber die Wahrscheinlichkeit das Btc langfristig steigt ist nach der fortschreitenden Adoption zumindest sehr wahrscheinlich. Vielleicht reichts nicht für x10, aber x2 halten ja selbst Pessimisten für realistisch.

    Für den Vermögenserhalt sei der MSCI World sehr gut geeignet, für den Vermögensaufbau nicht.

    Womit er nicht ganz unrecht hat… Diese Diskussion gibt es ja schon länger. Inflation und Kosten rausgerechnet bleibt tatsächlich an tatsächlicher Kaufkraft weniger übrig als oft angenommen.

    Leider führt das oft dazu, dass man sich weder zu dem einen noch zu dem anderen Lager "zählt". Ich habe das für mich mittlerweile als Tatsache akzeptiert, dass es bei vielen Dingen so ist.

    Genau so…

    Wer einseitig (ausschließlich) argumentiert, kennt oft weder Fakten noch die Argumente der Gegenseite. Gilt bei Finanzen, privat, in der Politik – eigentlich überall.

    „Die Wahrheit liegt oft in der Mitte“ kommt nicht von ungefähr.

    Interessante Diskussion, jedoch glaube ich nicht das wir „Laien“ hie eine Lösung finden werden wenn es gestandene Berufspolitiker mit Beratern, Expertengremien etc. offensichtlich nicht (bzw. nur teilweise) hinbekommen. Es gibt halt leider keine einfachen Antworten auf die komplexen Fragen/Anforderungen.

    Grundsätzlich bin ich fein damit eine Steuer auf meine Gewinne zu zahlen im Sinne der Solidargemeinschaft. Das dieses von mir investierte Geld ja aber schon (teils mehrfach) versteuert ist und der Staat mit mehr Geld nicht zwingend besser umgeht, ist aber auch ein valider Punkt.

    Davon ab war die Aktionärsgemeinde damals sicher auch nicht begeistert als die Besteuerung eingeführt wurde.

    Bei der Forderung den Einkommenssteuersatz bei Bitcoin und Krypto anzuwenden bin ich aber zugegeben sprachlos…😶

    Freut keinen der investiert ist, aber spielt global gesehen keine Rolle für Bitcoin. Bei Aktien wars einst ja ähnlich.

    Was natürlich eine Überlegung ist, ist soviel wie möglich zu akkumulieren bevor das Gesetz wirksam wird.

    Glaubt man an Bitcoin (mögliche Entwicklung, Reservewährung etc.), ist er allerdings selbst mit hohem Steuersatz attraktiv…

    Ist doch eigentlich völlig menschlich: Wenn man von einer Sache überzeugt ist, verteidigt man sie auch und sucht nach neuen Argumenten, die die eigene Sicht bestätigen. Das machen aber nicht nur „die anderen“, sondern beide Seiten gleichermaßen.

    Der eine sucht Pro-Argumente für Bitcoin, der andere gegen Bitcoin. Der eine sieht Chancen in Tech, der andere nur Risiken. Jeder filtert Informationen automatisch stärker in die Richtung, die zum eigenen Weltbild passt.

    Deshalb finde ich es immer schwierig, so zu tun, als wäre nur die Gegenseite emotional oder voreingenommen.


    Interessant, was ich an mir selbst beobachte:
    Wenn ich mit Menschen zusammen bin, die sehr pro Bitcoin sind, nehme ich oft eher die skeptische Rolle ein und argumentiere dagegen oder zumindest vorsichtiger.

    Bin ich dagegen mit Leuten zusammen, die Bitcoin komplett ablehnen oder noch gar keine Meinung dazu haben, argumentiere ich plötzlich deutlich pro Bitcoin.

    Ich habe mich im Laufe der Jahre vom sehr skeptischen Beobachter zu einem deutlich weniger skeptischen Beobachter und letztlich auch Nutzer/Käufer entwickelt (nur Hodler). Und interessanterweise ist im gleichen Maß auch meine Sparrate gestiegen.

    Genau deshalb glaube ich, dass diese Entwicklung bei vielen Menschen stattfinden wird/kann – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Nicht jeder wird zum Hardcore-Bitcoiner, aber viele werden sich vermutlich Schritt für Schritt damit beschäftigen, erste Berührungspunkte haben und ihre Meinung langsam verändern.

    Deshalb glaube ich auch, dass Bitcoin weiter bestehen, langfristig eine größere Rolle spielen und vermutlich auch im Wert weiter steigen wird. Ob das am Ende wirklich so kommt, wird man sehen – sicher ist das alles nicht. Es kann jederzeit große Ereignisse geben wie Crashs, regulatorische Eingriffe, technisches Versagen oder Dinge, die heute noch niemand auf dem Schirm hat.

    Aber diese Entwicklung, die ich an mir selbst beobachte, sehe ich eben auch im Umfeld. Und wenn ich dann bedenke, wie viele Menschen sich bisher noch überhaupt nicht mit Bitcoin beschäftigt haben, wirkt das Potenzial einfach riesig auf mich. Genau das ist letztlich der Grund, warum ich dabei bleibe.

    Sorry für den vielen Text, ich mag eigentlich selbst eher die kürzeren Beiträge.😅

    Wer seinen US- und Tech-Anteil reduziert, senkt zwar die Schwankungen etwas, verzichtet aber möglicherweise auch auf einen großen Teil des langfristigen Wachstums. Breit gestreute Welt-ETFs sind super, aber sie verwässern automatisch die stärksten Gewinner mit schwächer wachsenden Regionen und Branchen.

    Insofern kann man auch genauso gut gegensätzlich argumentieren (pro „Klumpen“). Historisch waren die größten Gewinner oft genau die Unternehmen, die teuer wirkten, weil ihr Wachstum außergewöhnlich war.

    Ich halte aus diesem Grund die bewusste Senkung des beispielsweise US-Anteils für einen Nachteil.

    Aber das Schöne ist ja, dass man da viele verschiedene Meinungen haben darf.😊

    Da hast Du recht, unbestritten. Das muss jeder für sich entscheiden was er da aushält. Aber wenns runter geht, geht eben alles runter. Da läuft auch ein All World nicht gut. Und wenns hoch geht, geht alles hoch. Das eine mehr, das andere weniger. Rendite gibts halt nicht ohne Risiko. Und da ich nur Geld investiere auf das ich lange verzichten kann, (theoretisch „für immer“) bin ich da auch resilient.🙃 Wenn in 20 Jahren nur die Hälfte da ist, ärgerts mich - klar. Aber ist immer noch mehr als hätte ich nicht gespart/investiert.

    Erste Fonds hab ich so ca. 2000 gekauft, Btc und Nasdaq etc. aber erst seit 5 Jahren…