Beiträge von Basti

    Vielen Dank nochmal an alle für die hilfreichen Rückmeldungen.

    Zu meiner ursprünglichen Frage habe ich bei erneuter Lektüre der Finanztip-Artikel zum Thema noch folgenden Absatz gefunden (hier relevanter Satz in fett):

    Eine weitere Quelle für Eigenkapital sind Aktien und andere Wertpapiere (wie etwa Investmentfonds). Die meisten dieser Papiere lassen sich kurzfristig verkaufen. Ist Dein Eigenkapital eher knapp bemessen, dürfte ein Verkauf meist sinnvoll sein. Kannst Du die Finanzierung dagegen bequem stemmen, solltest Du abwägen, ob Du eine Wertsteigerung erwartest.

    Das unterstützt gewissermaßen meine ursprüngliche Motivation für einen Kredit, hat auf meine finale Entscheidung aber keinen weiteren Einfluss.


    Für den Fall, dass demnächst jemand über diesen Thread stolpert, will ich noch ein kurzes Fazit ziehen, um die Diskussion und meine Entscheidung zusammenzufassen:

    • Das Grundstück kaufe ich ohne Kredit, entsprechend der Empfehlung, Schulden schnell zu tilgen bzw. bestenfalls keine aufzunehmen.
    • Da der Baubeginn frühestens zum Jahreswechsel stattfinden kann, weil die Erschließung des Grundstücks noch nicht abgeschlossen ist, werde ich mögliche Fördermöglichkeiten bis zur Vertragsunterzeichnung für den Hausbau im Auge behalten und ggf. nutzen: Förderungen in Form eines Zuschusses in jedem Fall, in Form eines Kredits mit Tilgungszuschuss abhängig von den dann vorliegenden Konditionen. Meine Präferenz hat sich zu einem Kauf ohne Kredit verschoben.
    • Von den Vorteilen einen Bausachverständigen hinzuzuziehen hatte ich bereits gelesen. Euren Hinweisen nach scheint das auch sehr wichtig zu sein. Vielen Dank!
    • Für die wiederholte Warnung von LebenimSueden bin ich ebenfalls dankbar. Falls ich mit meiner Preisschätzung von max. 500.000 € falsch liegen sollte, habe ich noch einen Puffer, der bisher nicht für den Hausbau eingeplant war. Der Preis wird also nicht ausschlaggebend für die Entscheidung "Kredit oder nicht" sein.

    Ich muss mich korrigieren:

    Im Infoblatt zur Antragstellung der KfW steht leider, dass Anträge zu Neubauvorhaben "auf der Basis des aktuell geltenden Merkblattes der KfW zum Produkt Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) - Wohngebäude Kredit Effizienzhaus (261) und der vorab genannten Richtlinie vom 07. Dezember 2021 bei der KfW nicht gestellt werden" können.

    D.h. ich muss vorerst doch auf ein neues oder überarbeitetes Förderprogramm der KfW warten, bevor ich eine Entscheidung für oder gegen einen Kredit treffe.

    Vielen Dank für eure schnellen und hilfreichen Antworten.

    Die Förderung für Energiesparhäuser im Neubau ist aktuell eingestellt und soll überarbeitet werden. Was rauskommt ist unklar, ich würde hier nicht die bisherigen Fördersätze erwarten. Es gab sowohl eine Kredit als auch eine Zuschussvariante, ein Kredit ist also nicht unbedingt nötig

    Die KfW schreibt hier zum Programm 261 und 262, dass wieder Anträge gestellt werden können (Stand 22.02.2022). Die selbe Info findet man auch in der Förderdatenbank, in der zusätzlich darauf hingewiesen wird, dass sich die Förderung auch auf Neubauten bezieht.

    Haus und Grundstück für unter 500 000€ ist in der aktuellen Lage recht optimistisch gerechnet. Das würde ich nochmal genau prüfen.

    Danke für die Warnung, aber das sollte tatsächlich reichen. Ich habe ein Grundstück für 150.000 € im Auge und plane mit max. 350.000 € für ein kleines schlüsselfertiges KfW 40+ Haus. Da wir nur Platz für 2 Personen brauchen, kann das Haus relativ klein ausfallen. Da wir planen den Innenausbau teilweise in Eigenleistung umzusetzen, wird das Haus voraussichtlich ein Stück günstiger als 350.000 €.

    um es kurz zu machen: Finanztip empfielt erst Schulden abbauen und dann investieren, oder wie in Deinem Fall, keine Schulden aufnehmen...

    Deswegen tue ich mich mit der Entscheidung für den Kredit so schwer. Ich habe auf finanztip.de schon sämtliche Ratgeber zum Thema Haus und Finanzierung gelesen und daraus denselben Schluss gezogen wie du...

    ...Andererseits wirkt meine Rechnung in meinem ersten Beitrag auf mich sehr plausibel und attraktiv. Jedenfalls unter der Annahme, dass ich noch einen Kredit mit den alten Bedingungen erhalten kann. Dann würde ich im einfachsten Fall einen Kredit mit kürzestmöglicher Laufzeit (4 Jahre) nehmen und die Rate so wählen, dass der Kredit nach dieser Zeit komplett abbezahlt ist. Die Rate zahle ich nicht aus meinem monatlichen Einkommen, sondern lege mir die 150.000 € plus wenige 1.000 € für Zinsen auf mein Girokonto und bediene damit den Kredit. So sind die 150.000 € nicht dem Risiko am Aktienmarkt ausgesetzt. Auf die mögliche zusätzliche Rendite würde ich entsprechend der Aussagen von LebenimSueden verzichten. Um die 150.000 € noch sicherer zu lagern, würde ich sie auf 2 Konten bei verschiedenen Banken verteilen, um bei einer Bankenpleite unterhalb des Höchstbetrags der Einlagensicherung zu bleiben.

    Moin,

    als langjähriger stiller Leser des Finanztip-Forums habe ich mich bisher bei allen Finanzentscheidungen gut informiert und sehr sicher gefühlt. Nun stehe ich aber vor einer Entscheidung, bei der ich mich über fremden Input freuen würde. Deshalb habe ich mir heute endlich einen Account hier im Forum angelegt.

    Fragestellung

    Ich möchte ein Haus bauen und habe ein ausreichend hohes Vermögen, um dieses Vorhaben ohne Aufnahme eines Kredits umsetzen zu können. Ich bin mir bewusst, dass das ein Luxus-Problem ist.

    Ich stelle mir nun die Frage, ob es sinnvoll ist, trotzdem einen Kredit aufzunehmen, um von Förderungen oder Steuererleichterungen zu profitieren

    Ausgangslage

    Ich bin Angestellter im öffentlichen Dienst, Anfang 30, verheiratet und kinderlos (voraussichtlich dauerhaft). Unser Haushaltsnettoeinkommen liegt bei monatlich 3500 €, das angesparte und geerbte Vermögen bei ca. 500.000 €.

    Ein Haus + Grundstück in meiner Region kostet je nach Lage und Ausstattung zwischen 400.000 und 500.000 €.

    Geplant ist ein KfW 40+ Effizienzhaus, um darin die nächsten Jahrzehnte selbst zu wohnen.

    Bisherige Recherche-Ergebnisse und Überlegungen

    Die KfW fördert ein 40+ Haus mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 25% der Darlehenssumme. Die maximale Kredithöhe ist 150.000 €. Dadurch würde ich bei Aufnahme eines Kredits in genau dieser Höhe 37.500 € "geschenkt" bekommen.

    Mit dem Finanztip Tilungsrechner habe ich errechnet, dass ich je nach Höhe der monatlichen Rate und Laufzeit des Kredits ca. 10.000 € Zinsen zahlen würde.

    D.h. ich würde durch Aufnahme des Kredits 27.500 € sparen im Vergleich zu einem Hausbau mit 100% Eigenkapital. Je höher die Rate und je kürzer die Laufzeit, desto weniger Zinsen würde ich insgesamt zahlen und dadurch noch ein paar € zusätzlich sparen können.

    Ein höherer Kredit als 150.000 € ist über die KfW anscheinend nicht möglich.

    Konkrete Fragen

    • Gibt es weitere (bundesweit verfügbare) Fördermöglichkeiten, z.B. für die Installation einer PV Anlage, die nur bei Inanspruchnahme eines Kredits gewährt werden?
    • Kann ich gewisse Ausgaben beim Hauskauf nur dann steuerlich geltend machen, wenn ich einen Kredit aufgenommen habe (z.B. Zinsen für Kredit mit Einkommen verrechnen)?
    • Falls es solche Förderungen oder Steuererleichterungen gibt, macht eine längere Kreditlaufzeit Sinn, um sie besser ausnutzen zu können?
    • Und zu guter Letzt eine Frage, die sich vermutlich nicht pauschal beantworten lässt, sondern von der Markterwartung und Risikobereitschaft abhängt: Macht es bei den aktuell günstigen Zinsen Sinn einen höheren Kredit aufzunehmen, um einen Teil unseres Vermögens in einem weltweiten ETF zu belassen? Bei langfristig zu erwartenden 7% Rendite klingt das sinnvoll. Andererseits würde ich ohne geplanten Hausbau keinen Kredit über 150.000 € aufnehmen, nur um ihn in einen ETF zu investieren.

    Fazit

    Bei meinem derzeitigen Wissensstand würde ich einen KfW Kredit über 150.000 € mit möglichst hoher Rate und kurzer Laufzeit aufnehmen, um vom o.g. Tilgungszuschuss zu profitieren.


    Für hilfreiche Rückmeldungen bin ich euch sehr dankbar :)