Baufinanzierung

So klappt es mit dem Baukredit

Dirk Eilinghoff 11. Mai 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit der günstigsten Baufinanzierung für Deine Immobilie sparst Du Tausende Euro an Zinsen.
  • Die Bauzinsen liegen im Mai 2020 bei etwa 1,0 Prozent (Zinsbindung: 10 Jahre, Beleihung: 80 Prozent).
  • Bauzinsen für 15 Jahre liegen zurzeit um etwa 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte höher.
  • Vergleiche das Angebot Deiner Bank mit dem eines großen Kreditvermittlers.
So gehst Du vor
  • Prüfe Dein Budget mit dem Finanztip-Hypothekenrechner.

Zum Hypothekenrechner

  • Hole dann ein erstes Angebot ein: Die großen Kreditvermittler bieten einen guten Marktüberblick. Wir empfehlen Dr. KleinInterhyp und Planethome.
  • Sofern Du eine Hausbank hast oder eine einzelne Bank besonders gut findest, kannst Du auch mit ihr über Deine Baufinanzierung sprechen.

Wenn Du eine Immobilie neu finanzieren willst, um selbst darin zu wohnen, dann ist dieser Ratgeber genau der richtige für Dich. Hast Du bereits eine Baufinanzierung, findest Du wichtige Hinweise in unserem Ratgeber Anschlussfinanzierung. Willst Du eine Immobilie als Kapitalanlage nutzen, lies im Ratgeber Kapitalanlage mehr dazu.

Wie viel darf die Immobilie kosten?

Vom ersten Gedanken an die eigenen vier Wände bis zum Einzug vergehen oft Jahre. Geld spielt dabei eine wichtige Rolle: vom passenden Budget bis zur Finanzierung der Immobilie. Einen schnellen Weg zu einer realistischen Einschätzung Deines Budgets bietet Dir der Finanztip-Hypothekenrechner.

Wie hoch darf Deine monatliche Rate sein?

Bedenke bei der monatlichen Rate, dass Du diesen Betrag über die gesamte Laufzeit aufbringen musst.

Wie viel Geld hast Du bereits angespart?

Je mehr Eigenkapital Du hast, desto mehr darf die Immobilie kosten. Mindestens die Kosten für Makler, Grunderwerbsteuer und Notar solltest Du selbst aufbringen.

Wann möchtest Du schuldenfrei sein?

Je länger Du Zeit hast, umso mehr darf die Immobilie kosten. Achte aber darauf, dass Du bis zum Renteneintritt schuldenfrei bist.

Wo willst Du die Immobilie kaufen?

Wir gehen bei der Berechnung davon aus, dass ein Makler beteiligt ist. Ohne Makler kannst Du einen entsprechend höheren Betrag finanzieren.

Mit unserem Rechner hast Du die zwei wichtigsten Zahlen für Deinen Immobilienkauf ermittelt: den Kaufpreis, den Du bei der Suche nach dem Haus oder der Wohnung nicht überschreiten solltest, und die Kreditsumme, die Du finanzierst. Damit ist sichergestellt, dass Du Dich bei der Finanzierung nicht übernimmst – und Du kannst Dich nun auf die Suche nach der passenden Immobilie machen.

Weitere Hinweise dazu, wie Du die monatliche Rate für Deine Baufinanzierung festlegst und welchen Teil des Einkommens Du höchstens für das Thema Wohnen ausgeben solltest, geben wir Dir weiter unten in diesem Text.

Wie viel Eigenkapital benötigst Du?

Eigenkapital ist eines der wichtigsten Themen bei der Immobilienfinanzierung. Mit dem Eigenkapital finanzierst Du einerseits die direkten Kaufnebenkosten, andererseits einen Teil des Kaufpreises. Das zeigt die nachfolgende Tabelle.

Tabelle: Kleine Bilanz beim Kauf von Immobilien

Wofür wird das Geld benötigt?Wo kommt es her?
Kasse für KaufnebenkostenEigenkapital
Neues Haus / neue WohnungBaukredit

Quelle: Finanztip, eigene Darstellung

Als Eigenkapital kannst Du alles einsetzen, was Du zu Geld machen kannst, um den Kaufpreis oder die Nebenkosten zu bezahlen. Dazu gehören vor allem Guthaben auf Giro-, Spar- und Tagesgeldkonten, aber auch Guthaben aus Bausparverträgen. Besonders praktisch ist es, wenn der Bausparvertrag bereits zuteilungsreif ist. Dann kannst Du dieses Geld kurzfristig abrufen. Ein Bauspardarlehen aus einem alten Vertrag lohnt sich dagegen meist nicht.

Eine weitere Quelle für Eigenkapital sind Aktien und andere Wertpapiere (wie etwa Investmentfonds). Die meisten dieser Papiere lassen sich kurzfristig verkaufen. Ist Dein Eigenkapital eher knapp bemessen, dürfte ein Verkauf meist sinnvoll sein. Kannst Du die Finanzierung dagegen bequem stemmen, solltest Du abwägen, ob Du eine Wertsteigerung erwartest.

Weiteres angespartes Kapital findest Du in privaten Lebensversicherungen und Riester-Verträgen. Beide liefern einerseits Eigenkapital, andererseits musst Du Abschläge auf Dein Guthaben hinnehmen oder (bei der Wohn-Riester-Entnahme) umfangreiche Regeln beachten.

Gibt es feste Vorgaben für die Höhe des Eigenkapitals?

Grundsätzlich gilt: Mindestens die Nebenkosten des Immobilienkaufs solltest Du aus dem Eigenkapital bestreiten können. Ansonsten wird es schwierig, überhaupt einen Darlehensgeber zu finden.

Ideal ist es, wenn das Eigenkapital mindestens die Nebenkosten und 20 Prozent des Kaufpreises abdeckt. Dann sinkt das Risiko für die Bank so deutlich, dass Du die niedrigen Bauzinsen optimal nutzt. Sollte es für die Formel „Nebenkosten plus 20 Prozent des Kaufpreises“ nicht reichen, geben sich die Banken allerdings auch mit deutlich weniger zufrieden.

Bedenke aber auch, dass Du nach der Finanzierung eine Notreserve vorhalten solltest. Als Faustregel werden häufig zwei bis drei Monatsgehälter empfohlen. Alternativ dazu kannst Du mit einem Abruf- oder Rahmenkredit sicherstellen, dass Du schnell an Geld kommst, wenn etwa eine größere Reparatur ansteht.

Wie hoch sind die Nebenkosten?

Die Nebenkosten eines Immobilienerwerbs betragen zwischen 5 und fast 15 Prozent – je nachdem, wie hoch die Grunderwerbsteuer ist und ob ein Makler beteiligt ist. Die folgende Grafik zeigt die Nebenkosten in den einzelnen Bundesländern.

Wo gibt es günstige Immobilienfinanzierungen?

Wenn das Objekt gefunden ist und die Kreditsumme feststeht, solltest Du bei einer Bank oder einem Vermittler ein erstes Angebot für eine Immobilienfinanzierung einholen. Grundsätzlich kannst Du im ersten Schritt auch zu einer Bausparkasse gehen.

Lass Dir in jedem Fall erläutern, warum der Berater ein bestimmtes Finanzierungskonzept vorschlägt. Dies betrifft besonders Finanzierungen mit Bausparverträgen (sogenannte Bauspar-Sofortfinanzierungen). Auch wenn die Zinssätze auf den ersten Blick besonders günstig erscheinen: Finanzierungen mit Bausparverträgen sind meist unnötig kompliziert und häufig teurer als ein einfacher Bankkredit mit festen Raten (ein sogenanntes Annuitätendarlehen).

Nimm zu einem ersten Finanzierungsgespräch in jedem Fall Unterlagen über Dein Wunschobjekt mit, mindestens das Exposé. Wenn Du besser verstehen willst, wie Zins und Tilgung in das Finanzierungskonzept einfließen, lies vorab den Abschnitt über Grundbegriffe bei der Baufinanzierung.

Beim ersten Finanzierungsgespräch wirst Du häufig feststellen, dass Dein persönlicher Zinssatz höher ist als die Angebote aus der Werbung. Das liegt daran, dass die Zinssätze aus der Werbung meist nur für Finanzierungen mit sehr viel Eigenkapital gelten. Außerdem erhältst Du ohne weitere Unterlagen zu Deinem Einkommen und Vermögen zunächst nur ein unverbindliches Finanzierungsangebot.

Welche Eigenschaften Banken für ein verbindliches Angebot näher betrachten, zeigt die nachfolgende Übersicht:

Das sehen Banken positiv

Das sehen Banken kritisch

  • Beamtenstatus
  • Angestelltenverhältnis
  • eigene Nutzung der Immobilie
  • hoher fester Gehaltsanteil
  • Immobilien in guten Lagen
  • Neubauobjekte beziehungsweise Immobilien in gutem Zustand
  • hoher Schufa-Score
  • Probezeit bei Angestellten
  • Selbstständigkeit
  • hohe variable Gehaltsanteile
  • Objekte, die vermietet werden (nicht bei allen Banken relevant)
  • Immobilien in weniger guten Lagen oder in schlechtem Zustand
  • niedriger Schufa-Score/negative Einträge

Lass Dir auch ein erstes Angebot so erläutern, dass Du es (etwa mit Blick auf Zinssätze und Laufzeiten) vollständig nachvollzogen hast. Erst dann bist Du in der Lage, dieses Angebot mit denen anderer Banken zu vergleichen.

Welche Vorteile haben die großen Kreditvermittler?

Egal, ob Du im ersten Schritt bei einer Bank, Bausparkasse oder bereits bei einem Kreditvermittler warst: In jedem Fall solltest Du die Gespräche so organisieren, dass Du auf Deinem Weg einen aktuellen Überblick über die Angebote möglichst vieler Banken erhältst.

Das bedeutet: Warst Du für das Erstgespräch bei einer Bank oder Bausparkasse, solltest Du anschließend zu einem der großen Kreditvermittler gehen. Die bundesweit tätigen Baufinanzierungsvermittler haben den Vorteil, dass sie die Angebote mehrerer Hundert Banken, Versicherungen und Bausparkassen vergleichen können. Wir empfehlen:

Dr. Klein
Allfinanzvermittler, spezialisiert auf Baufinanzierung
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet überwiegend mit selbstständigen Beratern
  • mehr als 400 Bankpartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung bei über 550 Beratern bundesweit
  • zusätzlich auch Beratung zuhause beim Kunden möglich
  • spezialisiert auf Baufinanzierung
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 400 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung an mehr als 100 Standorten bundesweit
Planethome
Baufinanzierer
  • kostenlose und unverbindliche Beratung
  • arbeitet ausschließlich mit angestellten Beratern
  • mehr als 220 Finanzierungspartner, darunter Sparkassen und Volksbanken
  • telefonische und Vor-Ort-Beratung in 14 Niederlassungen bundesweit
Nur beim Anbieter abschließbar

Welche Bank solltest Du auswählen?

Wer hart kalkuliert, sollte am Ende die Bank auswählen, die das beste Angebot macht, sprich: am wenigsten Zinsen verlangt. Ein guter Maßstab für den Vergleich ist der Zinssatz oder auch die Restschuld am Ende der Zinsbindungsfrist. Die Festzins-Zeit muss aber bei einem solchen Vergleich mehrerer Angebote jeweils gleich sein. Für Dich macht es also keinen Unterschied, ob Du den Baukredit direkt von einer Bank oder über einen Kreditvermittler erhältst.

Ein wichtiger Punkt ist dagegen die Bearbeitungszeit der gewählten Bank. Bei dem knappen Angebot an Immobilien, wie es heutzutage an vielen Standorten herrscht, ist es wichtig, besonders rasch eine verbindliche Kreditentscheidung oder Kreditzusage vorweisen zu können. Frage also in jedem Fall danach, wie lange die günstigste Bank für die Bearbeitung des Kreditantrags benötigt. Manchmal (aber keineswegs immer) ist eine Bank, bei der Du Dein Gehaltskonto führst, etwas schneller. Sie kann bei der Bearbeitung deines Antrags noch schnell einen Blick in Dein Konto werfen, um Einkommen und regelmäßige Ausgaben zu überprüfen.

Wie viel Prozent des Einkommens darfst Du ausgeben?

Wenn Du das Budget für Deine Baufinanzierung nicht mithilfe unseres Hypothekenrechners festlegen willst, kannst Du Dich an eine Faustformel halten oder auch von Deiner persönlichen Situation ausgehen.

Das betrifft etwa die mögliche Rate für Deinen Baukredit: Am einfachsten kannst Du diese mit einer einfachen Faustregel festlegen: Es gilt als finanziell „gesund“, wenn Du höchstens ein Drittel des Haushaltsnettoeinkommens für das Thema Wohnen aufwendest, also entweder für die Miete oder eben für die Baufinanzierung an die Bank.

Ihren Ursprung hat diese Faustformel wahrscheinlich in der tatsächlichen Belastung der meisten Mieter. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts liegt diese Mietbelastung häufig um die 30 Prozent. Allerdings sind die „kalten“ Nebenkosten oder Betriebskosten (wie Wasser, Grundsteuer oder Müllabfuhr), die der Mieter trägt, hier bereits enthalten.

Beispielrechnung: Monatsrate nach einer Faustformel

Haushaltseinkommen+ 4.500 €
Ein Drittel für Wohnen sind dann:+ 1.500 €
Abzug „kalte“ Nebenkosten / Betriebskosten- 200 €
Abzug Hausgeld für Eigentumswohnung- 200 €
So hoch darf Deine Kreditrate
(Zins und Tilgung) pro Monat sein:
= 1.100 €

Wenn Du die mögliche Kreditrate nicht nach einer Faustformel berechnen möchtest, kannst Du auch von Deiner persönlichen Situation ausgehen. Wohnst Du noch zur Miete, beginnt die Berechnung mit Deiner aktuellen Kaltmiete. Diese entfällt nach dem Umzug in die neue Immobilie. Heizungs- und Stromkosten musst Du dagegen weiterhin bezahlen, ebenso die Kosten für Müllabfuhr oder die Grundsteuer. Ebenso individuell wie Deine aktuelle Kaltmiete ist der Betrag, den Du bisher monatlich sparen konntest.

Beispielrechnung: Monatsrate auf Basis Kaltmiete

Deine aktuelle Kaltmiete
pro Monat:

+ 1.000 €

Wie viel Geld sparst Du
im Schnitt pro Monat?

+ 600 €
Abzug „kalte“ Nebenkosten / Betriebskosten- 200 €
Abzug Hausgeld- 200 €

So hoch darf Deine Kreditrate
(Zins und Tilgung) pro Monat sein:

= 1.200 €

Das Ergebnis der individuellen Berechnung muss also nicht unbedingt dem der Faustformel entsprechen.

So kommst Du von der Monatsrate zu Deinem Budget

Wie viel an Kredit Du Dir mit dieser Monatsrate leisten kannst, hängt dann unter anderem davon ab, wie viel Zeit Du Dir für die Rückzahlung des Kredits geben willst: Je länger Du Monat für Monat diesen Betrag aufbringst, umso höher ist die Kreditsumme.

Viele Eigenheim-Besitzer planen, im Alter mietfrei zu wohnen. Dann muss das Haus oder die Wohnung spätestens zum Renteneintritt abbezahlt sein. Wer also mit 40 Jahren seine Baufinanzierung beginnt, und mit 65 oder 67 Jahren in Rente gehen möchte, hat 25 oder 27 Jahre Zeit.

Wie hoch die Kreditsumme für eine vorgegebene Monatsrate und einen vorgegebenen Zins ist, kannst Du leicht mit unserem Hypothekenrechner ermitteln. Für eine Rate von 820 Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren errechnet sich so bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr eine maximale Kreditsumme von 215.000 Euro.

Was sind die Grundbegriffe der Baufinanzierung?

Zu einer Baufinanzierung wirst Du noch einige Begriffe von Deinem Finanzierungsberater hören. Es ist gut, sie zu kennen.

Sollzins, effektiver Jahreszins, Nominalzins - Früher unterschieden sich bei den meisten Bankdarlehen Effektivzins und Nominalzins hauptsächlich wegen der unterjährigen Verzinsung. Der Effektivzins war etwas höher als der Nominalzins.

Seitdem hat sich aber einiges geändert: Im Jahr 2010 ersetzte die Verbraucherkreditrichtlinie den Nominalzins durch den Sollzins. Der Sollzinssatz ist der Prozentsatz, der pro Jahr auf das Darlehen angewendet wird. Der Effektivzins berücksichtigt dagegen weitere Kosten der Baufinanzierung. Seit dem Jahr 2016 müssen die Banken etwa die Kosten für die Wertermittlung und Besicherung der Immobilie in den Effektivzins einbeziehen. Und: Der Effektivzins wird für die Gesamtlaufzeit des Darlehens berechnet. Die Bank muss also festlegen, mit welchem Zinssatz sie nach dem Ende der Zinsbindung weiterrechnet. Wählt sie einen niedrigen Sollzins, sinkt der angegebene effektive Jahreszins.

Die Zinsangaben sind also in den vergangenen Jahren unübersichtlicher geworden. Manche Vermittler geben daher einen Vergleichszins an, der sich nur auf die Dauer der Sollzinsbindung bezieht.

Zinsbindungsfrist oder Sollzinsbindung - Bei der Erstfinanzierung vereinbarst Du mit dem Kreditgeber einen festen Zinssatz, der für eine bestimmte Dauer festgeschrieben wird – die Zinsbindungsfrist oder Sollzinsbindung. Ist der Baukredit bis zum Ende dieser Frist noch nicht zurückgezahlt, vereinbaren Bank und Kunde bei der Anschlussfinanzierung einen neuen Zins.

Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Zinsbindungsfrist, desto günstiger der Zinssatz, den die Bank anbietet. Gleichzeitig steigt mit einer kurzen Frist die Unsicherheit: Bis zum Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung können die Zinsen steigen, und damit – trotz gesunkener Restschuld – auch die monatliche Rate.

Deshalb gilt es abzuwägen: Eine lange Zinsbindungsfrist macht das Darlehen teurer als eine kurze, dafür sinkt das Zinsänderungsrisiko. Wer dieses Risiko ganz vermeiden möchte, sollte anstreben, das Darlehen bis zum Ende der Zinsbindung vollständig zurückzuzahlen. In jedem Fall kann ein guter Berater berechnen, wie hoch die Zinsen steigen müssen, damit etwa eine 15-Jahres-Kondition günstiger ist als der Zinssatz für zehn Jahre.

Tilgungssatz - Bei einem üblichen Bankdarlehen wird eine feste monatliche Rate vereinbart, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsteil zusammensetzt. Wie sich die Rate für ein solches Annuitätendarlehen errechnet, siehst Du in folgendem Beispiel für ein Darlehen von 100.000 Euro (bei einem Zinssatz von 2 Prozent und einem anfänglichen Tilgungssatz von ebenfalls 2 Prozent):

So errechnest Du die Monatsrate aus der Darlehenssumme

Darlehensbetrag 100.000 €
Sollzins pro Jahrx2,00 %
in Euro pro Jahr=2.000 €
in Euro pro Monat: 12167 €
   
Darlehensbetrag 100.000 €
anfängliche Tilgung pro Jahrx2,00 %
in Euro pro Jahr=2.000 €
in Euro pro Monat: 12167 €
   
Gesamtrate pro Monat (Annuität) 334 €

Mit jeder Monatsrate verringert sich die Restschuld. Da immer der gleiche Betrag überwiesen wird, steigt somit der Tilgungsanteil. Mit welchem Tilgungssatz Du beginnen solltest, hast Du bereits bei der Berechnung des maximalen Kaufpreises festgelegt. Die Standard-Bankfinanzierung wird meist mit einem Tilgungssatz von 2 Prozent angeboten. Das ist meist zu wenig, um bei Rentenbeginn schuldenfrei zu sein. Deshalb solltest Du nicht von der ersten Festlegung abweichen.

Art der Tilgung - Anstelle eines Annuitätendarlehens empfehlen Bankvertreter oder Vermittler gelegentlich eine Baufinanzierung, bei der die Tilgung nicht für den Baukredit genutzt wird, sondern für einen anderen Sparvertrag – einen Bausparvertrag, einen Fondssparplan oder eine Lebensversicherung. Diese Tilgungsarten können jedoch riskant sein. Die Rechnung geht nur dann auf, wenn der Sparvertrag nach Abzug von Kosten und Steuern mehr Wertzuwachs bringt, als das Darlehen kostet. Wer Nachfinanzierungen auf jeden Fall vermeiden möchte, sollte solche Konzepte zurückweisen. Ausnahme von dieser Regel sind Bauspar-Sofortfinanzierungen. Sie können gelegentlich günstig sein. Allerdings ist der Vergleich mit einem Bankkredit nicht einfach, weil die Bausparkassen den Effektivzins für das gesamte Konzept bislang meistens nicht angeben.

Sondertilgungen - Sondertilgungen sind eine gute Gelegenheit, die Rückzahlung des Darlehens zu beschleunigen. Die meisten Banken bieten von sich aus Möglichkeiten zur Sondertilgung an, zum Beispiel 5 Prozent der anfänglichen Darlehenssumme. Für eine höhere Sondertilgung verlangen sie meist auch einen höheren Zins. Eine höhere laufende Tilgung belohnen die Kreditinstitute dagegen meist mit einem besseren Angebot. Du musst also abwägen, welche Rate Du langfristig tragen kannst. Möglichkeiten zur Sondertilgung bringen in jedem Fall mehr Flexibilität; Du solltest aber nur dann (mit einem höheren Zinssatz) dafür bezahlen, wenn Du sie auch wirklich nutzen kannst – also Überschüsse aus Weihnachtsgeld, Boni oder Erbschaften erwarten.

Nun weißt Du grob, wie die Struktur Deiner Immobilienfinanzierung aussehen soll. Wir empfehlen Dir, Deine Planung mit dem Finanztip-Tilgungsrechner zu kontrollieren. Anschließend kannst Du Dich auf die Suche nach den günstigsten Baugeld-Anbietern machen.

Einen detaillierten Tilgungsplan liefert unser Tilgungsrechner. Er rechnet für einen Kredit die monatliche Belastung sowie die Restschuld aus, die Du nach Ablauf der Zinsbindung noch abzahlen musst.

Zum Tilgungsrechner

Unser Podcast zum Thema

So haben wir getestet

Bei unserem Test im März 2017 mussten Anbieter die folgenden Bedingungen erfüllen, damit wir sie empfehlen:

Spezialisierte Berater für Baufinanzierung - Bei den großen Kreditvermittlern trifft der Kunde auf spezialisierte Berater. Die Wahrscheinlichkeit, das passende Finanzierungskonzept und den besten Darlehensgeber zu finden, ist somit höher als bei Vermittlern, die nur hin und wieder eine Baufinanzierung vermitteln.

Angebotsvergleich auf eigener Softwareplattform - Nur wenige Vermittler verfügen über eine eigene Software-Plattform, auf der die Banken ihre Konditionen und Kreditrichtlinien hinterlegen. In Deutschland sind die Plattformen von Dr. Klein (Europace), Interhyp (Prohyp) und Planethome vertreten. Andere Vermittler greifen auf diese Plattformen zurück.

Der Vorteil einer hauseigenen Softwareplattform besteht darin, dass der Kunde den Wettbewerb zwischen den Banken optimal nutzt. Denn auf der Vermittlungsplattform konkurrieren jeweils mehrere Hundert Anbieter um den jeweiligen Kunden. Im Unterschied zur Anfrage bei einer einzelnen Bank erhält der Kunde also sofort einen umfassenden Marktüberblick.

Inzwischen nutzen auch andere Anbieter wie etwa die Targobank oder die Commerzbank die Softwareplattformen der drei Anbieter. Allerdings ist hier nach unserer Einschätzung nicht sichergestellt, dass der Kunde wirklich alle Konkurrenzangebote zu sehen bekommt.

Bundesweites Tätigkeitsfeld - Wir berücksichtigen nur Vermittler, die Kunden im gesamten Bundesgebiet beraten, egal, ob persönlich vor Ort oder über das Telefon. Das sind oft auch die größten Unternehmen. Und je größer ein Vermittler ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Kunden über Kontingente, die die Vermittler einzelnen Banken abnehmen, beste Konditionen erhalten können.

Breite Produktpalette - Die Vermittler müssen alle gängigen Arten von Immobiliendarlehen anbieten. Dazu gehören Annuitätendarlehen, Forward-Darlehen, geförderte Darlehen (etwa von der staatlichen Förderbank KfW), Konstantdarlehen (mit Bausparvertrag) sowie Darlehen zur Modernisierung oder zum Umbau.

Die von uns gestellten Bedingungen erfüllen Dr. Klein, Interhyp und Planethome.

Übersicht Baufinanzierungsvermittler

Vermittler

eigene

Platt-

form

bundes-

weit

nutzbar

Anzahl

Filialen

Anzahl

Berater

Anzahl

Finanzierungs-

partner (ungefähr)

Dr. Kleinjaja200425300
Interhypjaja107707400
Planethomejaja1480225

Quelle: Auskünfte der Anbieter (Stand: 29. März 2017)

Dr. Klein und Interhyp haben die meisten Filialen, Planethome baut dagegen seine Vor-Ort-Beratung gerade erst auf. Für die meisten Bauinteressenten dürfte der Weg zu Dr. Klein und Interhyp zurzeit noch kürzer sein. Während Dr. Klein deutlich mehr Filialen hat, kann Interhyp mit einer größeren Anzahl an Beratern punkten. Die Unterschiede in der Marktabdeckung dürften sich vor allem aus der Anbindung regionaler Banken und Sparkassen ergeben. Je geringer die Anzahl der Finanzierungspartner des Kreditvermittlers, umso eher sollte man also als Kunde auch ein Angebot einer regionalen Bank oder Sparkasse einholen. Denn gerade Sparkassen und Volksbanken haben bei der Preisgestaltung viele Freiheiten und können das beste Angebot möglicherweise schlagen.

Leider geben die Kreditvermittler keine Listen ihrer Finanzierungspartner heraus. Das würde es erleichtern, die Angebote einzuschätzen. Die Interhyp wollte bei unserer Abfrage nicht einmal aufschlüsseln, wie viele Banken aus welchen Banksegmenten stammen.

Außer bei der Zahl der Filialen und Finanzierungspartner unterscheiden sich die drei Anbieter bei der Produktpalette. Während Interhyp und Planethome sich ausschließlich mit der Baufinanzierung des Kunden befassen, vermittelt Dr. Klein auch Versicherungs- und Geldanlageprodukte.

Dieser Unterschied hat aus unserer Sicht Vor- und Nachteile für den Kunden: Bei der Beschränkung auf die Baufinanzierung bleibt die Risikoabsicherung (etwa in Form einer Risikolebensversicherung oder Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung) außen vor. Diese sollte aber bei einer Baufinanzierung mit betrachtet werden.

Andererseits erhältst Du bei der Allfinanz-Beratung im Nachgang zur Baufinanzierung Angebote für weitere Versicherungs- und Vorsorgeprodukte, die zusätzliche Kosten verursachen. Im Zweifelsfall solltest Du dann auf unseren Seiten überprüfen, ob die angebotenen Versicherungen sinnvoll sind.

Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung

  • Mit der passenden Baufinanzierung sparen Häuslebauer schnell Tausende Euro.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Interhyp, Dr. Klein, Planethome

Zum Ratgeber

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.