Beiträge von canuck

    Vollkommen absurd ist halt auch, dass man für eine 5% Anteil ein kirchliches Arbeitsrecht bekommt, mit dem die Belegschaft nach Konfession sieben darf und die Erzieherin entlassen kann, wenn sie sich scheiden lässt...

    Das war einmal, ist aber heute insbesondere in evangelischen Einrichtungen nicht mehr so, sofern die Betreffenden nicht in den Bereichen Seelsorge oder Verkündigung tätig sind.

    Konkretes Beispiel sind meine Nachbarn, der Mann Facharbeiter ca. 70.000€ pro Jahr, die Frau Hausfrau und Mutter, 3 Kinder 8, 9, 13.

    Wenn ich denen erzähle das demnächst zusätzlich über 200€ an GKV fällig werden, dann kann ich euch sagen was diese Familie bei der nächsten Wahl wählen wird. Und das ist bei uns nicht die einzigste Familie die dieses Modell lebt.

    Leuten, die aus derartigen Gründen fundamental gegen ihre eigenen Interessen wählen (siehe Facharbeiter), denen ist leider ohnehin nicht mehr wirklich zu helfen.

    Anstatt erneuter Pauschalisierungen (wie 30% Eigenbeteiligung für alle) erachte ich es für sinnvoller stärker die Lebensweise der Menschen dabei zu berücksichtigen. Soll heißen: Selbstverschuldete Erkrankungen bzw. ungesunde Lebensweisen (Alkoholkonsum, Drogenkonsum (heutzutage bekanntlich en vogue), Nikotin, (starkes) Übergewicht usw.), die bekanntlich langfristig zu größern medizinischen Problemen und damit Behandlungsbedürftigkeit und -kosten einhergehen, auch entsprechend die Leute dann für heranzuziehen. Zur Zeit wird der gesund lebende im GKV System quasi gleich behandelt wie der ungesund lebende (von ggf. Wahltarifen mit geringem Umfang abgesehen). Das würde eben auch eine gesunde Lebensweise viel stärker honorieren.

    Im von @Irving genannten Japan ist eine gesunde Lebensweise viel verbreiteter, Übergewicht weniger vorhanden. Das kommt auch durch eine andere Kultur: So gibt es jährliche arbeitgeberseitig veranlasste Gesundheitscheck einschließlich Gewichtskontrolle, bei Abweichung muss man aktiv an Verbesserung arbeiten. Weiter gibt es einen ausgeprägteren gesellschaftlichen Druck zu Normalgewicht, was gesundheitlich förderlich ist.

    Zum ersten Punkt: Da bin ich aber mal gespannt, durch wen und wie das festgestellt werden soll? Zumal es eine direkte Korrelation zwischen Einkommen und z.B. gesunder Ernährung gibt. Es hat durchaus Gründe, warum bspw. Übergewicht etc. in niedrigeren Einkommensgruppen ein deutlich größeres Problem darstellt.

    Zum zweiten Punkt: Wenn Japan hier so oft gepriesen wird, muss man aber auch das ganze Bild betrachten. Es mag durchaus sein, dass dort gesunde Lebensweisen (v.a. auch hier bedingt durch andere Lebensmittel und Ernährungsgewohnheiten) verbreiteter sind. Aber zum Bild gehört auch, dass Japan eine deutlich überdurchschittliche Suizidrate hat, dramatisch sogar bei Kindern und Jugendlichen.


    Jetzt geht die Angst um, dass man ganz schlechte Kurse bekommt.

    Schlechte Kurse beim Kaufen zu bekommen, hieße doch deutlich steigende Kurse? Ich würde tendenziell eher mit einem moderaten Rückgang rechnen. Vielleicht geht es auch die Tage einfach ein bisschen mehr hoch und runter als sonst. Für ganz gravierende Korrekturen sehe ich jetzt gerade keine Gründe.

    das erzähl mal den Frauen die Samstags in den 60iger Jahren bis spät in den Abend an der Mischmaschine gestanden haben damit der Estrich in die Bude kam.....

    Kann ich gerne machen, wenn die auch hier im Forum angemeldet sind. Es ändert ansonsten aber auch nichts an meiner Aussage und den Fakten.

    Ich muss immer wieder an die Nachkriegsgeneration denken, der wir das Wirtschaftswunder zu verdanken haben. Jene Generation, die dieses Land aus einem Trümmerfeld zu einer der reichsten Nationen der Welt aufgebaut hat. Zahlreiche Patente, Weltmarktführer, das „Land der Dichter und Denker“, die besten Maschinen und Autos,...

    Und das alles größtenteils unter Bedingungen, die heute kaum vorstellbar sind: Schulklassen mit Altersstufen von sieben bis fünfzehn Jahren, fehlende Bücher, nach der Schule Mithilfe auf dem Hof, knappe Nahrung, kein Geld für irgendetwas. Viele waren vom Krieg traumatisiert, verwundet oder verstümmelt. Ein ganzes Land am Abgrund.

    Und heute scheitern gesunde Menschen trotz Unterstützung daran, sich etwas aufzubauen. Manchmal frage ich mich, ob es uns zu gut geht und ob echte Not nicht doch der stärkste Motor für Erfindergeist und Leistungsbereitschaft ist.

    Der Mythos vom sogenannten "Wirtschaftswunder" ist - ebenso wie das der immer wieder bemühten "Trümmerfrauen" - inzwischen bereits deutlich dekonstruiert worden, hält sich aber leider nach wie vor hartnäckig, weil es zu schön in die erfolgreiche Nachkriegsgeschichte passt. Deutschland hat seinen wirtschaftlichen Erfolg in der Nachkriegszeit zuallererst der globalpolitischen Lage zu verdanken gehabt.

    Ich bin nach über 15 Jahren ebenfalls von der TK zur BKK Firmus gewechselt, der Wechsel ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Zum einen ist sie etwas günstiger für mich, zum anderen hat mich bei der TK schon lange gestört, dass sie aus meiner Sicht unsinnige Leistungen fördert, essentielle andere hingegen nicht (z.B. Krebsvorsorge vor 50, Unterstützung Zahnreinigung). Das muss jeder selbst wissen, mich hat es gestört. Bei der BKK Firmus ist der Beginn aktuell etwas enervierend, weil sie entgegen ihres Images doch eine sehr konventionell, analoge und umständliche Datenerfassung erfordert. Ich hoffe, dass das nur am Anfang so ist.

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen bzw. Einschätzungen hierzu. Meine initiale Überlegung war tatsächlich, dass man ab einem gewissen Ausschütter-Bestand quasi unabhängig von weiteren Zinsentwicklungen (hoch, runter, minus) immer den Freibetrag voll ausschöpft und sich dementsprechend um nichts mehr kümmern muss.

    Weiterhin gefällt mir einfach der Gedanke, dass sich mit Ausschüttern das Steuerthema deutlich weniger komplex gestaltet als mit der Vorabpauschale. Mir geht es also weniger um das letzte Quentchen Optimierung, sondern eher um eine größtmögliche Übersichtlichkeit und "Automatisierung" :)

    Hallo,

    als ich vor einigen Jahren mit einem ETF-Sparplan begonnen habe, habe ich zunächst einen ausschüttenden ETF bespart, um den jährlichen Freibetrag perspektivisch ausschöpfen zu können. Einige Zeit später bin ich dann auf die thesaurierende Variante desselben ETF gewechselt und bislang dabei geblieben. Den Bestand mit dem ausschüttenden ETF habe ich derweil "ruhen" lassen.

    Mit Blick auf perspektivisch weiter sinkende Zinsen überlege ich derzeit, ob ich nicht den "alten" Ausschütter-Bestand vielleicht doch zumindest auf ein so hohes Gesamtvolumen aufstocken sollte, um allein mit diesem den Freibetrag ausschöpfen zu können. Bei sehr niedrigen Zinsen könnte es ja sein, dass man den Freibetrag allein mit der Vorabpauschale beim Thesaurierer und/oder sehr geringen Zinsen beim Tagesgeld nicht mehr ausschöpft.

    Wäre das grundsätzlich durchaus sinnvoll oder habe ich hier einen Denkfehler? Weiterhin bin ich mir gerade unsicher, ob das nachträgliche Aufstocken eines bereits seit einiger Zeit ruhenden ETF-Bestandes sonst noch irgendwelche Nachteile haben könnte (z.B. beim späteren Verkauf)? Vielen Dank vorab für eure Einschätzungen/Anmerkungen!

    Die Finanztip-Redaktion (ganz allgemein die Finanz-Redaktionen) sowie die Suchmaschinen müssen sich an die geänderte Rechtslage erst gewöhnen. Das wird ein Weilchen dauern.

    Ich habe die aktuelle Rechtslage ja deutlich dargestellt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du sie verstanden hast.

    Vielen Dank für Deine Erläuterungen, dank derer ich die Argumentation durchaus nachvollziehen kann, wenngleich ich gerne zugebe, dass ich vielleicht noch nicht jede einzelne Nuance des Themas richtig erfasst habe.

    Dass die Finanztip-Redaktion u.a. hier noch "hinterherhinken", finde ich allerdings durchaus seltsam, da die aktuelle Rechtslage ja jetzt auch nicht erst seit ein paar Wochen/Monaten besteht und sie ja auch sonst immer darum bemüht sind, jedes aktuelle Thema irgendwie aufzugreifen. Und insbesonderere für Leute, die gerade kurz vor dem Ersteinsteig ins Investieren per ETF stehen, ist die Auswahl zwischen Ausschütter und Thesaurierer ja eine durchaus grundlegende (wenn vielleicht auch langfristig überbewertete) Frage, die sich viele stellen dürften.

    Bisher galt: Kauf Thesaurierer, Du sparst Dir die Wiederanlage der Ausschüttungen (weil die bei einem Thesaurierer automatisch erfolgt) und Du hast damit automatisch eine nachgelagerte Besteuerung, von der alle Welt bezüglich Altersvorsorgesparen redet.

    Das hat sich mit dem Investmentsteuergesetz punktuell geändert, nämlich ausschließlich für Fonds, nicht für Aktien. Jetzt gilt: Bei Fonds wird über die Haltedauer laufend ein gewisser Teil des Ertrags vorab besteuert, wobei die Steuer auf ausschüttende Fonds dagegengerechnet wird.

    Das dreht die Bewertung: Vorher waren thesaurierende Fonds steuerlich und vom Ablauf her die bessere Wahl, jetzt sind es ausschüttende Fonds.

    Diesen Punkt finde ich interessant, da in meiner Wahrnehmung überall (u.a. auch in den einschlägigen Finanztip-Beiträgen) nach wie vor thesaurierende ETFs aufgrund ihres Steuerstundungseffekts als vorteilhaft gegenüber den ausschüttenden Varianten angesehen werden.

    Es gibt auch eine andere schlaue Möglichkeit.
    Den Vanguard FTSE All-World gibt es thesaurierend und ausschüttend.
    Danb einfach ab sofort die andere Variante besparen und das bisherige gemütlich arbeiten lassen.

    Das ist grundsätzlich sicher eine gute Idee, danke. Allerdings habe ich bereits mit dem Ausschütter begonnen und bin nun bereits mit ca. 50k in dem Thesaurierer. Wenn ich nun wieder zurück auf den Ausschütter wechsle (der liegt bei ca. 35k), wird's ja mit dem späteren Verkauf nicht unbedingt einfacher, oder (auch wg. der Übersichtlichkeit).

    (für einen Vergleich ist es immer gut die WKN oder ISIN des jeweiligen ETF zu nennen)

    Ich nehme an, du meinst diese beiden ETF auf den FTSE All World

    Detailvergleich für ETFs | justETF

    Nach mehr als 10 Jahren Vanguard und noch ca. 20 Jahren Ansparphase würde ich wegen der steuerlichen Vorteile beim Verkauf durchaus auf den Invesco wechseln. Das Fondsvolumen des Invesco ist zwar kleiner als beim Vanguard aber absolut im grünen Bereich.

    Alles Gute für deine finanziellen Entscheidungen.

    Vielen Dank. Genau, es geht hier jeweils um die thesaurierende Variante des FTSE All World. Wie in einer obigen Antwort geschrieben, habe ich zuerst den ausschüttenden ETF gewählt und bin dann auf den Thesaurierer umgestiegen. Beide machen insgesamt ca. 80k aus, was natürlich im Vergleich anderen Beispielen hier aus dem Forum nicht besonders viel ist, aber ich möchte auch noch mind. 20 Jahre weiter ansparen mit mind. 1k/Monat. Da der aktuelle Thesaurierer jetzt die 50k erreicht hat, frage ich mich eben, ob ein Wechsel sinnvoll wäre.

    Der Invesco hat in zweieinhalb Jahren zwei Milliarden eingesammelt. Das sieht nicht aus, als wäre der gefährdet. Aber man weiß natürlich nie, was kommt.

    Wer Depotüberträge scheut, für den ist das ETF-Wechseln schon eine steuernsparende Lösung. Lohnt sich das denn schon, was die Gewinnsumme in deinem Vanguard angeht?

    Ja, vielleicht hast du Recht. Zu der Frage: Ich habe ursprünglich mit dem Vanguard All World als Ausschütter begonnen, um den Freibetrag auszunutzen. Als dann die Vorabpauschalen wieder dazu kamen, bin ich auf den Thesaurierer gewechselt. Dieser ist inzwischen bei ca. 50k. Ich weiß, das ist kein riesiges Vermögen, aber ich habe irgendwo mal gelesen, dass der Wechsel evtl. bei dieser Summe schon Sinn machen könnte.