Eiserne ETF-Strategie - 10 Regeln für den Sparplan

  • Hier ein interessante Zusammenstellung aus einem wirtschaftswissenschaftlichen Seminar über ETF-Sparen, Emotionen und Behaviorismus.

    Danke an Hendrik E. für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.


    1.

    Definiere deinen Risikoanteil klar.
    Nur das Geld investieren, das du bis zum Ruhestand nicht brauchst.
      
    2.

    Ein Produkt. Keine Diskussion.
    Alles in einen Welt-ETF.
    Keine Beimischung. Kein Stock Picking. Keine „Ideen“.


    3.

    Sparen. Sonst nichts.
    Monatlich investieren. Automatisch. Ohne Nachdenken.


    4.

    Niemals verkaufen. Wirklich niemals.
    Kein Rebalancing-Trading, kein Timing, keine Panik.
    Verkauf ist kein Bestandteil dieses Systems.


    5.

    Ausschüttend > thesaurierend (für viele sinnvoll).
    Steuerlich oft effizienter über Jahrzehnte, besonders Richtung Entnahmephase.


    6.

    Kosten? Nur beim Sparen relevant.
    Sparplan und Depot: kostenlos.
    Verkaufsgebühren: egal – wird ohnehin nicht verkauft.
    7.

    Markt fällt? Egal.
    Markt steigt? Auch egal.
    Kurse sind Hintergrundrauschen, kein Handlungsimpuls.


    8.

    Optional: antizyklisch mehr sparen.
    Wenn es kracht, ruhig mehr investieren – aber regelbasiert, nicht emotional.
    9.

    Bank und Depot: langweilig, stabil, sauber.
    Keine Experimente. Prozesse müssen laufen.

    10.

    Durchhalten wie ein Uhrwerk.
    Keine Emotion. Keine Abweichung.
    Historisch war nicht die Strategie das Problem – sondern der Mensch.

  • Meines Erachtens passt Punkt 8 nicht so richtig in das Konzept, da es den Punkten 3 und 7 doch letztlich widerspricht. Klar, es steht optional davor, aber mit dem Argument ist ja die Hintertür für jede Form von Market Timing etc wieder offen, die man ja eigentlich geschlossen halten möchte.

  • Es soll ja die Zusammenfassung eines Semiarergebnisses sein, und wer weiss, woher die Teilnehmer ihre Erkenntnisse haben. Neues Wissen muss da nichtmand mehr schaffen.

    Die Zusammenstellung mag Interessant sein, aber, wie nahezu jegliches Regelwerk für privaten Vermögensaufbau, passt es bei weitem nicht für alle.

    Der Wissenschaflter kennt anscheinend keine zusätzlichen Gehaltszahlungen (außer für Punkt 8) oder verkonsumiert diese bei guter Marktlage regelmäßig, nur damit er seinen Sparplan eisern und "Ohne Nachdenken" durchführt.

    Ein Sparplan, der einzig durch den Risikoanteil (wie bestimmt man diesen, wenn man nicht gerade mittelloser Schulabgänger ist) definiert ist, aber nicht durch ein Sparziel, führt für mich nur sehr selten zum sinnvollen Ziel.

    Warum ich kein Geld mit dem Sparplan (oder dem sleben ETF, aber dann müsste ich ggf. Einmalzahlungen leisten, die es gemäß 6. nicht gibt) sparen sollte, welches ich vor dem Ruhestand, aber erst in 15-20 Jahren benötige, erschließt sich auch nur dem vermutlich verbeamteten Wissenschaftler.

    Aber gut, wenn es nur einem Seminarteilnehmer hilft, (s)einen Sparplan einzurichten und bis zum Ruhestand durchzuhalten, ist schon viel geholfen.

  • Definiere deinen Risikoanteil klar.
    Nur das Geld investieren, das du bis zum Ruhestand nicht brauchst.

    Das sehe ich nicht so. Es heißt doch 15 Jahre, aber viele haben wohl länger bis zum Ruhestand. Persönlich habe ich sogar mal Geld in den Aktienmarkt investiert, wo der Plan war, es nach 5 Jahren zu entnehmen.

    Ein Produkt. Keine Diskussion.
    Alles in einen Welt-ETF.
    Keine Beimischung. Kein Stock Picking. Keine „Ideen“.

    Hier gibt es wohl verschiedene Ansichten. Prof Walz empfiehlt nach 100k ein neues Produkt zu besparen, andere haben Millionen in einem. Einige Strategien wie Dividenden oder bestimmte Faktoren lassen sich nicht mit nur einem Produkt gut abbilden.

    Sparen. Sonst nichts.

    Auch mal leben?

    Niemals verkaufen. Wirklich niemals.
    Kein Rebalancing-Trading, kein Timing, keine Panik.
    Verkauf ist kein Bestandteil dieses Systems.

    Das kann man so pauschal auch nicht sagen. Für Immobilienkauf, warum nicht? Für Tax Loss Harvesting, warum nicht? Um das Portfolio für die mentale Klarheit zu vereinfachen, warum nicht? Wenn sich es von den Kosten her lohnt, z.B. von aktivem Fonds auf ETF wechseln, warum nicht?

    Mit dem Rest bin ich einverstanden 😉

  • Ich habe das als Anregung einfach mal hier reingestellt.

    Regeln bei Punkt 8 sollen wohl so sein, dass man bei 10 % Rückgang den Sparplan um 25 % temporär erhöht und bei einem Rückgang um 20 % um 50 % temporär erhöht.

  • Niemals verkaufen. Wirklich niemals.

    Oh weh, dann hab ich schon 2x was falsch gemacht…

    Als Richtschnur finde ich das natürlich richtig, aber wenn die Lebensumstände es erfordern, dann verkaufe ich selbstverständlich, v.a. wenn der Kurs in dem Moment ganz gut aussieht.

    Bevor jemand frägt: "Ganz gut" meint, dass ich insgesamt mehr im Plus bin, als ich mit einer sicheren Anlage gewesen wäre. War bei mir beide Male so. Wäre der Kurs im Keller gewesen, hätte ich halt anders agiert.

    Grundsätzlich kann ich die Liste aber unterschreiben :thumbup:

  • Das ist ja nur noch dogmatisch, schon die gleiche Anzahl wie die 10 Gebote erweckt Assoziationen.

    So gibt man vielleicht kleinen Kindern Regeln vor, oder Gefängnisinsassen, aber keinem erwachsenen selbstbestimmten Menschen.

  • Meines Erachtens passt Punkt 8 nicht so richtig in das Konzept, da es den Punkten 3 und 7 doch letztlich widerspricht. Klar, es steht optional davor, aber mit dem Argument ist ja die Hintertür für jede Form von Market Timing etc wieder offen, die man ja eigentlich geschlossen halten möchte.

    Unter Punkt 8 steht: dann mehr investieren, aber regelbasiert.

    Also kein Platz für Market Timing etc.

    Die "Spielregeln", wieviel mehr investiert wird, werden nicht spontan, sondern vorab bestimmt. Eben um Emotionen außen vor zu lassen und eben das mögliche Bedürfnis dann doch Market Timing zu betreiben.


    Ja, insgesamt klingt alles recht streng/dogmatisch. Allgemein finde ich es jedoch sehr gelungen, daher Daumen hoch dafür.


    Für viele wahrscheinlich leider zu wenig reißerisch.

    Die Überschrift vom Youtube Video müsste für diejenigen heißen: ACHTUNG! Wenn du dich nicht an diese 10 goldenen Regeln beim Investieren hältst, verlierst du ALLES! 😉

  • Da stehen 10 Regeln ohne dass überhaupt ein messbares Ziel benannt würde, das mit den Regeln erreicht werden soll. Merkt das keiner?

    Regeln ohne Ziel sind für'n A.rsch, denn Sparen um des Sparens Willen ist kein Selbstzweck.

    Wofür sollen diese Regeln ÜBERHAUPT gut sein? Was soll damit ÜBERHAUPT erreicht werden?

  • Warum genau sind Ausschütter jetzt steuerlich besser? Im wertpapier forum wird das meines Wissens nach weiterhin anders gesehen mit überzeugender Begründung

    Dem schließe ich mich an. Es geisterten dazu mal Berechnungen herum, wo der Ausschütter besser war. Dort wurden aber meistens einige Sachen übersehen bzw. Falsch berechnet. Am Ende lagen dann wieder beide Welten gleichauf.

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