Beiträge von Wanderslust

    Das liegt aber m. E. daran, dass die großen Direktbanken statt der ehemaligen EC bzw. Girokarte, ihre Kunden durchwegs auf kostenlose Kreditkarten umgestellt haben, die eigentlich keine sind (sondern DEBITKarten).

    Im Zuge dessen verzichten viele meiner Bekannten auf die nun kostenpflichtigen echten Kreditkarten. Zumindest solange, bis sie merken, dass man ab und zu doch eine echte Kreditkarte benötigt. Damit kommt man im Allgemeinen ja auch ganz gut klar, solange man eben nicht die hier diskutierten Sonderfälle nutzt.

    Deshalb meine These, dass die Anzahl echter KREDITkarten rückläufig ist.

    EDIT: Was die von dir verlinkte Statistik letztlich auch bestätigt.

    Das halte ich eher für ein Rand- und Nischenphänomen eines kleines Teilkundenkreises in dem Sonderfall Deutschland.

    Die Zahl der American Express-Karten (eindeutig eine ganz klassische Kreditkarte) ist 2023 auf über 141 Millionen gestiegen:
    https://de.statista.com/statistik/date…s-kreditkarten/

    Für Visa- und Mastercard-Kreditkarten dürfte es ziemlich ähnlich aussehen.

    Wie begründest du deinen Eindruck?

    Im Gegensatz zu Deiner Behauptung, dass es tatsächlich immer weniger Kreditkarten gäbe, brauche ich meinen rein subjektiven Eindruck, dass das Gegenteil der Fall ist, eigentlich nicht zu begründen.

    Ich sehe, dass bis vor wenigen Jahren in Deutschland Kreditkarten kaum verbreitet waren. Manche Leute haben sogar Flüge, Hotels und Mietwagen bar oder per Lastschrift bezahlt. Mittlerweile kann man fast überall mit Kreditkarten bezahlen, selbst beim Discounter. Weltweit sind Kreditkarten ohnehin das universelle Zahlungsmittel, egal ob für den Kaffee im Stehen oder die neue Einbauküche.

    Im übrigen gibt es auch Statistiken, die Deine Behauptung widerlegen (ca. 50% Zuwachs ausgegebener Kreditkarten in Deutschland seit 2007):
    https://de.statista.com/statistik/date…land-seit-2007/

    Oder für die USA hier (Anstieg von 15 Mrd. auf >50 Mrd. Transaktionen seit 2000):
    https://www.federalreserve.gov/paymentsystems…ments-study.htm

    Nach meinem Verständnis kann man mit einer Debit-Karte nur direkt etwas von einem Girokonto abbuchen, aber keinen Kredit reservieren oder blockieren. Andernfalls wäre es eine Kreditkarte.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Hotels und Mietwagenfirmen nicht so gerne das Risiko eingehen, erst im Falle des Falles festzustellen, ob auf dem Girokonto auch tatsächlich Geld ist, um ihre Ansprüche (zB Schaden am Auto, leerer Tank, Bußgeldbescheide, geplünderte Minibar, verschwundene Gegenstände etc.) zu bedienen.

    Privatkliniken können grundsätzlich berechnen, was sie möchten und was ihre Kunden (zB Scheichs, Oligarchen, Hollywood-Stars oder in manchen Fällen auch ganz gewöhnliche Sterbliche) bereit sind zu bezahlen.

    Im Zweifel kannst Du auch mit einer PkV auf hohen Kosten sitzen bleiben. Die Kosten einer beliebten Schweizer Entzugsklinik sollen zB mindestens im höheren sechsstelligen Bereich liegen und auch diverse Annehmlichkeiten beinhalten, die sicherlich nicht medizinisch notwendig sind (Limousinenservice, Villenunterbringung, Butlerservice, Privatköche etc).

    Ob in welcher Höhe die PKV zumindest die Arzthonorare und medizinische Grundpflege (ggf. teilweise) oder die Unterkunftskosten erstatten würde, hängt von den genauen Vertragsbedingungen und im Zweifel der konkreten Notwendigkeit und Angemessenheit im Einzelfall ab.

    Wenn Du eine konkrete Behandlung in einer bestimmten Klinik planst, kannst Du sicher vorab einen Kostenvoranschlag erhalten und die Kostenübernahme klären.

    Ich sehe bei Menschen, die nichts haben keine Notwendigkeit für eine Haftpflichtversicherung. Bitte berichtige mich, wenn ich falsch liege. Hat ein Sozialhilfeempfänger ein Risiko?

    Gegenfrage: Ist Sozialhilfe zu empfangen und „nichts“ zu haben, für Dich ein lebenslanges unentrinnbares Schicksal?

    Die meisten Menschen leben zum Glück nur vorübergehend von Sozialtransfers.

    Haftpflichtansprüche können aber bis zu 30 Jahre vollstreckt werden.

    Das kommt sehr stark auf den Einzelfall an und kann man so pauschal nicht sagen. Für sehr viele Menschen ist eine Haftpflichtversicherung und eine BU notwendig. Für sehr viele auch nicht.

    Interessante These. „Sehr viele“ Menschen könnten einen teuren Haftpflichtfall oder eine BU also aus eigener Kraft stemmen?

    Bankrott ist natürlich immer eine Option.

    Ich denke nicht, dass es ein existentielles Lebensrisiko darstellt in ein ,,normales" Pflegeheim zu gehen, anstatt in ein luxuriöses Pflegeheim.

    Wir haben diesbezüglich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ich bin nicht der Meinung, dass ein ,,normales" Pfegeheim automatisch bedeutet, dass man keine Restlebensqualität, keine Gesellschaft und keine frische Luft mehr hat. Meine Erfahrungen sind diesbezüglich sehr positiv.

    Was ist genau ein „normales Pflegeheim“?

    Nichts bedeutet einen „automatischen Verlust“ der Restlebensqualität. Aber nichts garantiert auch ihren automatischen Erhalt, vor allem nicht gratis. Ich habe ein paar Beispiele genannt. Wenn man nichts davon brauchen oder schätzen würde, ist man vermutlich (noch) kein schwerer Pflegefall und kann sich selbst helfen.

    Man muss nur aufpassen, dass man vor lauter Angst nicht wieder in die typisch deutsche Falle des Sicherheitssparers und Überversicherers fällt.

    Kommt wirklich stark darauf an welches Heim und welche Ansprüche man hat.

    Risikovorsorge gegen existenzielle Lebensrisiken hat nichts mit „Sicherheitssparen“ oder gar „Überversicherung“ zu tun.

    Risikovorsorge ist schon überhaupt kein Sparvorgang.

    Eine „Fehlversicherung“ (Über- und Unterversicherung gleichzeitig) wäre es, wenn ich mir eine Vollkasko für das Auto leiste oder eine Hausrats- oder Zahnzusatzversicherung - Dinge die im Zweifel aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden können oder auf die man sogar verzichten kann - aber das existenzielle Risiko der Haftpflicht, BU oder des Pflegefalls unversichert lasse.

    Kommt es darauf an, welche „Ansprüche“ man hat? Sicherlich.

    Die Frage ist nur, ob es ein hoher Anspruch ist,

    auch im Pflegefall noch eine Restlebensqualität oder Restautomomie zu haben: z.B. frische Luft, Bewegung (und sei sie nur passiv), Appetit auf Essen, Gesellschaft, Freiheit von unnötigen Schmerzen, Wundliegen etc.

    Jeder prüfe selbst, welche „Ansprüche“ einem da angemessen erscheinen würden, wenn es einen selbst beträfe.

    Wenn ich Aktien hebeln wollte, würde ich wohl eher C*ll-Optionen kaufen. Da scheint mir klarer zu sein, welches Risiko ich eingehe (Totalverlust) und wie hoch dieses ist (Kaufpreis der Option). Gleichzeitig sind die Gewinnchancen theoretisch unbegrenzt.

    Produkte, die nur schwer zu verstehen sind, wie gehebelte ETFs (was ist da überhaupt drin? Aktien? Kredite? Swap-Geschäfte?), würde ich eher meiden.

    Tatsächlich kaufe ich neben Aktien aber eher Put-Optionsscheine als Sicherungsgeschäft gegen Extremfälle. Das erscheint mit vom Risiko-Rendite-Verhältnis günstiger (relativ geringe Kosten vs. potenziell große Absicherung gegen Extremfälle).

    Finde ich schon Lustig was hier manche dem Autor hier unterstellen.

    Die Mutter wird doch auch den schlimmsten vorstellbaren Pflegefall relativ problemlos stemmen können. Es bleiben Einnahmen von ca 2500 und die Pflege kosten im schlimmsten Fall 3500.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass der TE und sein Bruder das Beste für ihre Mutter wollen. So lese ich jedenfalls die Beiträge hier.

    Trotzdem würde ich Achim Weiss und Sovereign zustimmen, dass das Pflegerisiko nicht unterschätzt werden sollte. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass man locker 5-stellige Beträge im Monat für notwendige und angemessene Pflege sowie medizinischen Zusatzbedarf ausgeben kann, ohne dass sich das Gefühl einstellt, dass es auch mit weniger genauso gut ginge.

    Ich glaube, es ist normal, dass die meisten sich kaum vorstellen können, welche Kosten plötzlich auf einen zukommen (können).

    Schnell liest man in irgendeinem Medium von „durchschnittlichen Zuzahlungen“ in Pflegeheimen, ohne zu ahnen, um welche Art von Pflegeheimkosten es dabei konkret geht und um welchen Standard von Pflege.

    Ein Mittelklasse-Hotel mit Vollpension kostet in Hamburg oder München locker über 200 Euro pro Nacht (wahrscheinlich eher 300) - und da ist noch kein einziger Handgriff für irgendwelche pflegerischen Dienstleistungen drin. Diese müssten also im wahrsten Sinne vom Mund und jeglichem Komfort abgespart werden.

    Am besten schaut man sich einmal in der Umgebung um, wie die Pflegeheime dort sind und ob man selbst (oder die eigene Mutter) mit dem angebotenen Standard für den Rest des Lebens zufrieden wäre - oder wie sich dieser evtl. noch verbessern könnte.

    Da die Mutter des TE offenbar Ärztin war, hat sie sicher eine Vorstellung davon, was medizinisch und pflegerisch möglich und sinnvoll ist. Vielleicht hat sie ja im Krankenhaus auch schon Wert auf ein Einzelzimmer gelegt oder sich gelegentlich eine Gleitsichtbrille oder ein teureres Hörgerät geleistet als die Kasse bezahlt hätte oder Krankengymnastik oder Massagen selbst bezahlt, nachdem die Verordnung schon ausgeschöpft war.

    Genauso geht es am Ende des Lebens auch in der Pflege weiter. Schon ambulant (= Pflege zu Hause) kann man Zehntausende Euro alleine für Umbauten (Badezimmer, Treppenlifte), Krankenbetten oder Rollstühle ausgeben, von den Kosten für Krankengymnastik und Tagespflege ganz zu schweigen. Aber es gibt natürlich immer auch das viel billige Basismodell eines Rollstuhls mit dem Komfort einer harten Parkbank. Das heißt aber nicht, dass man selbst gerne 16 Stunden pro Tag in einem Rollstuhl für 200 Euro sitzen möchte….

    Auch wenn man zu Hause gepflegt wird, möchte man vielleicht noch mal ins Theater gehen oder andere Menschen sehen. Dann fallen also ggf. noch Kosten für Krankentransporte an, die keine Kasse bezahlen wird.

    Außerdem bietet der ambulante Pflegedienst evtl. sinnvolle und hilfreiche Leistungen an, die nicht im 90-Minuten Satt-und-sauber-Programm pro Tag der Pflegekasse enthalten wären (und selbst zu diesem steuert die Pflegekasse als Teilkasko nur einen Zuschuss bei).

    Es hilft, sich mit anderen zu unterhalten, die pflegebedürftige Angehörige haben, und sich zu überlegen, ob man wirklich bereit wäre, auf jede Art von zusätzlicher Lebensqualität zu verzichten, um eine Vorstellung der möglichen Kosten zu bekommen.


    In diesem Sinne: nicht erschrecken, aber bitte auch nicht von ungeprüften Aussagen wie „im schlimmsten Fall kostet es nur 3.500 Euro im Monat“ beruhigen lassen. Mit 3.500 Euro kommt man im schlimmsten Fall nicht weit und schon ein gutes Hörgerät kann deutlich mehr kosten…

    Okay, danke für die Einschätzung! Das würde ja bedeuten, dass man von der Rendite des ETFs noch Zinsen für das Fremdkapital abziehen müsste. Geht man vom aktuellen Leitzins aus, wären das wahrscheinlich ungefähr ~4-5 % pro Jahr, korrekt?

    1) die Rendite kann auch doppelt negativ sein.

    2) die Zinsen können das Restkapital auf Null reduzieren.

    Also quasi eine Art „Wertspeicher“ 😉

    Zahlt man bei diesem Produkt eigentlich "nur" die TER von 0,50 % oder habe ich etwas übersehen? Schließlich arbeitet man bei einem 2-fach gehebelten ETF mit Fremdkapital, was normalerweise Zinsen kosten müsste. Im Produktblatt kann ich jedoch nichts dazu finden. Habe ich einen Denkfehler?

    Du übersiehst mE, dass die TER entgegen ihrem Namen nicht alle „Kosten“ der Geldanlage umfasst, die Du tatsächlich bezahlst, sondern nur bestimmte.

    Die Zinsen laufen mE parallel, genauso wie zB Handelsgebühren oder die Kosten für Sicherungsgeschäfte. Es wäre auch schwierig, diese in einer TER-Zahl zu erfassen, da diese je nach Marktlage schwanken oder in unterschiedlichem Umfang anfallen können.

    Okay. Das ist ein Punkt, den ich nicht bedacht habe. Stimmt. Ich kann heute schwer vorher sagen wie viele Steuern fällig werden, wenn ich nur einen Teil verkaufe, weil ich nicht weiß welchen Buchgewinne dieser Teil hat.

    Das geht zB bei comdirect ganz einfach mit der Steuersimulation.

    Da kannst Du mit ein paar kurzen Klicks simulieren, welche Gewinne oder Verluste sowie Steuern theoretisch beim Verkauf einer x-beliebigen Anzahl von x-beliebigen Anteilen in Deinem Depot genau anfallen würden.

    Das wäre sehr traurig, wenn es so wäre...

    Das ist alles eine Frage der Perspektive:
    https://www.federalreservehistory.org/essays/stock-market-crash-of-1929

    24 Jahr und ein ETF bedeutet schon eine Verdoppelung des Investierten.

    Das kann niemand wissen. Es kann eine Verhundertfachung sein oder sogar ein Verlust.

    Aktien haben keine garantierte Rendite, allenfalls eine prognostisizierte statistische. Die kann eintreffen oder ausbleiben.

    Ich tracke gar nichts. Wozu sollte das gut sein? Die Depotübersicht reicht mir völlig, auch bei mehreren Dutzend Positionen. Aber selbst die ist nur Vergangenheitsbetrachtung und ohne jeden Erkenntnisgewinn für heute.

    Gelegentlich (alle paar Monate) schaue ich, ob die Gewichtung und das Risikoprofil im Großen und Ganzen noch stimmen. Das geht mit Papier und Bleistift (oder sogar online) und dauert maximal fünf Minuten.

    Hallo Jungs

    Hier sind auch Mädels...

    Aufgrund der Entwicklung: Fed senkt Zinsen, Trump (auch baldige Vereidigung) ,dachte ich, dass man am Jahresende noch gut Gewinne einfahren wird auch wenn die Kurse aktuell schon hoch sind (manche sprechen von einer Blase, die bald platzen könnte) und es dann nochmal einen Aufschwung gibt. Das war aber nur kurzfristig der Fall.

    Das liest sich etwas durcheinander.

    Ich habe Zeitdruck und bin Mitte 30 möchte maximal 24-25 Jahre noch arbeiten und dann früher in Rente gehen und auswandern. Das die Rendite aktuell aufgefressen ist, frisst mich auch auf.

    Du hast erst vor 4 Monaten in Aktien investiert und erwartest schon eine Rendite? Dann sind Aktien definitiv nicht für Dich geeignet. Du musst bereit sein, zehn Jahre massive Verluste zu machen und trotzdem nicht die Zuversicht zu verlieren. Dann kannst Du noch einmal über Aktien nachdenken. Sonst wird das definitiv nichts, auch nicht mit früher Rente.

    Der Tech Crash kam ja erst. Der letzte größere Crash war 2022. So kann man doch jetzt erstmal von einer Erholung ausgehen.

    Von diesem "Crash" (?) habe ich nichts mitbekommen. Das war allenfalls eine Korrektur oder Konsolidierung. Ein "Crash" hat ganz andere Dimensionen. 1929-1932 zB >90% Verlust. Das Niveau der 20er Jahre wurde erst in den 50er Jahren wieder erreicht - ohne Berücksichtigung der Inflation natürlich, nur nominell.

    Wäre der Nasdaq gut im Hinblick auf schnellere Rendite, wie würdet ihr vorgehen?

    Für die "schnelle Rendite" solltest Du eher alles in Krypto investieren.... *Ironie aus*

    Scherz beiseite. Wenn man mit irgendetwas schnell reich werden könnte, hätten es andere schon vor Dir entdeckt und es wäre jetzt zu spät. Vielleicht hilft eine Glaskugel Dir weiter...

    Herzlich willkommen im Forum!

    Vorweg: wenn Du bisher nur in Tagesgeld investiert hast, würde ich an Deiner Stelle mit der Umschichtung behutsam beginnen und evtl. mit einem niedrigeren Aktienanteil als 70%. Es ist wichtig zu lernen, dass es jederzeit auch massive Rückschläge geben kann, und zu beobachten, wie gut man darauf reagiert. Wenn man sich gleich am Anfang die Finger verbrennt, besteht sonst schnell die Gefahr, dass man wieder ganz zum Tagesgeld zurückfällt.

    Grundsätzlich erscheint mir Deine Aufteilung gut durchdacht. Ich finde auch, anders als andere, nicht, dass der Europaanteil zu hoch wäre. Ich wäre da weniger pessimistisch. Den MSCI World ETF könntest Du auch ersetzen durch einen SP500-ETF und einen kleineren JPN-ETF. Dann ist die regionale Verteilung m.E. für Dich transparenter (anders als viele finde ich das von Vorteil).

    Bei den Emerging Markets (Aktien) setze ich persönlich nur noch auf Indien und Lateinamerika. In China, das den Großteil der EM-Korbindizes ausmacht, sehe ich v.a. politische und rechtliche Risiken (Enteignungen, fehlender Rechtsstaat, chinesische Unterstützung des russischen Angriffskriegs, Drohungen gegenüber Taiwan, evtl. folgende Sanktionen sowie die von Trump angekündigten Zölle). Insofern würde ich persönlich EM-ETFs ohne China den Vorzug geben.

    Bei den Anleihen gibt es mehrere Möglichkeiten:

    - Du kannst entweder eine oder mehrere Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten direkt kaufen (in Euro bieten sich zB Bundesanleihen als Klassiker an)

    - es gibt auch ETFs, allerdings mit dem Nachteil geringer Verwaltungskosten: für Bundesanleihen machen sie m.E. daher wenig Sinn, aber es gibt zB von ishares auch einen ETF auf Pfandbriefe: diese haben etwas höhere Zinsen und sind durch Hypotheken oder andere Kredite abgesichert.

    - falls Du auch währungsmäßig streuen möchtest, bieten sich evtl. auch Anleihen der USA, Kanadas oder der Schweiz an (ggf. auch als ETF). Teilweise gibt es auch inflationsindexierte Anleihen.

    Gold hattest Du ja schon genannt. Xetra Gold ist vor allem für den Börsenhandel und die Spekulation praktisch (ob der Preis noch weiter steigt, ist aber unsicher). Wenn es um eine Versicherung für Krisenzeiten geht, würde ich mir evtl. eher physisches Gold ansehen.

    Zum "Rebalancing" - das ist nicht viel Arbeit. Es reicht völlig, einmal im Jahr den Jahresdepotauszug anzusehen und sich zu fragen, ob das so noch passt. Meistens passt es. Je weniger häufig man nachsieht, desto besser.

    Viel Erfolg bei Deinen Überlegungen!

    ... dass sie es nicht kapieren, denn Informationen und gute Quellen gibt es mittlerweile genügend. ....

    ... Reaktionen der "Ahnungslosen" .... Wenn das eigene Weltbild auf den Kopf gestellt wird, geht der Mensch automatisch in eine Abwehrhaltung, gerade wenn man schon ein paar Jahrzehnte Lebenszeit hinter sich gebracht hat. ...

    .... so viele Menschen noch an der "Oberfläche schwimmen" und nicht tiefer in das Thema eingestiegen sind.

    Und da sind wir wieder bei Hans Christian Andersen und des Kaisers neuen Kleidern:

    "Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten, 'Gott behüte uns!' dachte der alte Minister und riß die Augen auf; 'ich kann ja nichts erblicken!' Aber dieses sagte er nicht.

    Beide Betrüger baten ihn, gefälligst näher zu treten, und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien. Dann zeigten sie auf den leeren Webstuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzureißen: aber konnte nichts sehen, denn es war nichts da. 'Herr Gott!' dachte er, 'sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und dieses darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, daß ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen!'

    'Nun, Sie sagen nichts dazu?' fragte der Eine, der da webte.

    'O, es ist niedlich! ganz allerliebst!' antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. 'Dieses Muster und diese Farben! - Ja, ich werde es dem Kaiser sagen, daß es mir sehr gefällt.'

    'Nun, das freut uns!' sagten die Weber, und darauf nannten sie die Farben mit Namen und erklärten das seltsame Muster. Der alte Minister paßte gut auf, damit er dasselbe sagen könnte, wenn er zum Kaiser zurückkäme, und das that er."

    Im Übrigen haben im Märchen nicht die Älteren oder die Jüngeren, sondern nur die Kinder das "Dumme" ausgesprochen. Alle anderen wollten glauben, etwas zu sehen, schon aus Eitelkeit und um als schlau und fähig zu gelten.