Beiträge von Impidimpi

    Über Geldmarkt-ETFs hatte ich mich bereits auch informiert. Sollte es jedoch zu einer Nullzinsphase kommen, müsste ich das Geld aus dem ETF rausnehmen und auf Tagesgeld umschichten, da sonst Verluste eintreten würden?

    Genau. Ich gehe jetzt in erster Linie von einem Geldmarkt-ETF auf den €STR aus, wobei es bei den anderen (kurzlaufende Staatsanleihen) ähnlich aussehen dürfte. Wenn es zu einer nahe Null- oder gar Negativzinsphase kommt, hat man eine negative Rendite bei einem solchen Geldmarkt-ETF. Aber da eine solche Zinswende nicht von heute auf morgen kommt, hast du aller Voraussicht nach genügend Zeit raus zu gehen und hin zu Tagesgeld, sollte es da keinen Strafzins drauf geben dann. Selbst wenn du am Anfang einer Negativzinsphase noch in deinem Geldmarkt-ETF sein solltest… rechne dir mal aus wieviel es bedeuten würde, wenn du -0,2% über ein Jahr lang machen würdest. Selbst das wäre überschaubar. Wenn du nur einen Monat „verpennen“ solltest, dann kannst du das nochmal zwölfteln.

    Wenn der Zins nur sinkt, aber positiv bleibt, steigt der ETF eben etwas weniger stark. Aber er steigt.

    Kurze Korrektur: Bei der C24 kann man sich gegenseitig Vollzugriff auf die Konten (außer Tagesgeld) gewähren. Das machen meine Frau und ich jetzt so. Man könnte dann sogar eine seine Karten mit dem Konto des anderen verknüpfen.

    Ach das ist auch mit dem Girokonto möglich? Ich dachte das ginge nur mit den Pockets/Unterkonten. Dass Tagesgeld nicht gemeinsam geht ist bei manchen Banken so. Bei der DKB auch. Die Logik dahinter erschließt sich mir nicht ganz, zumal es bei manch anderer Bank geht. Aber damit kann man bei C24 sicherlich leben, wenn man gemeinsame Unterkonten hat und Zugriff aufs Girokonto sich gegenseitig geben kann. Danke für die Korrektur, wieder was gelernt.

    Bitte überlege gemeinsam mit deiner Mutter wie ihr sicherstellen könnt, dass deine Mutter im Zweifel alleine agieren kann. Dass du sie dabei unterstützt ist absolut löblich, sie muss (hier ausdrücklich kein "sollte") aber in der Lage sein das Management auch komplett alleine zu übernehmen. Möglicherweise ist ein Neobroker dann tatsächlich nicht die beste Wahl, sondern möglicherweise eine klassische Filialbank mit Berater der zwar teurere, aber letztendlich bessere Weg. Das könnt nur ihr gemeinsam entscheiden.

    Neben den anderen genannten Punkten, die Rudi90 sehr gut zusammengefasst hat: Den Punkt möchte ich herausgreifen. Vielleicht muss es ja keine Filialbank sein, sondern kann es auch das Mittelding, eine Direktbank sein. Ich hab bei der DKB beispielsweise „Vollmachtserfahrung“ auch was das Depot angeht. Das hat sehr gut funktioniert. Ich kann alles bedienen als wäre es mein eigenes Konto und Depot. Den Nachteil hat man bei Neobanken und Neobrokern einfach, da gibt es diese Funktionen nicht. Weder bei SC noch bei C24. Ich bin bei beiden. Bei letzterer gibts gemeinsame Pockets, aber die helfen hier nicht. Ohne Jurist zu sein: Rechtssicherer dürfte es mit Vollmacht auch sein als einfach die Kontozugangsdaten deiner Mutter zu nutzen. Filialbank geht natürlich auch wenn das Vorteile bietet. Auf ein paar Euro mehr oder weniger kommt es doch nicht an an dieser Stelle. Wenn man sich die bei einer Direktbank sparen kann und man vielleicht Vorteile durch die bessere Digitalisierung hat, gerade was die Vollmacht angeht, ist aber die Direktbank eventuell der bessere Kompromiss. Mir wäre es als Sohn am wichtigsten, dass ich alles ohne vor Ort kommen zu müssen überwachen und im Zweifel auch (im wahrsten Sinne des Wortes) handeln könnte. Und gleichzeitig hätte deine Mutter ihren ganz normalen Zugang. Zudem keine zwei Onlinezugänge (SC/C24), sondern einen einzigen. Alles auf einen Blick.

    Ich sehe im Verhalten des Threadstarter eine erhebliche Fahrlässigkeit, und lasse mich auch von der versammelten Corona in dieser Einschätzung nicht beirren.

    Du weißt, dass ich deine inhaltlichen Punkte häufig teile (auch hier sind einige richtige Punkte dabei), ich bin der Meinung, dass du dich hier etwas verrennst. Ich nehme dir dabei ab, dass du helfen möchtest. Wichtig ist an der Stelle aber, dass es nun mal eine andere Sichtweise ist auf das Thema wie man sich in einer Familie hilft. Die hast du deutlich gemacht. Jetzt kann der TE entscheiden welche Schlüsse er daraus zieht.

    Das klingt doch aus meiner Sicht insgesamt vernünftig und nachvollziehbar. Deine/eure Sache ist es ohnehin.

    Nimm es denen, die hier kritischer waren und aus deiner Sicht vielleicht auch über eine Ziellinie hinaus geschossen sind nicht zu übel - wie gesagt gibts in einem solchen Forum unterschiedliche Meinungen und unterschiedliche Charaktere. Ich hab den Eindruck, dass auch die helfen wollen, auch wenn es manchmal vielleicht in dem Moment nicht hilft oder eben etwas drüber ist für dich persönlich.

    Viel Erfolg dir/euch!

    Wenn du noch weitere Fragen hast, lass dich natürlich nicht abschrecken hier zu fragen.

    Wenn der TE einen Fehler gemacht hat und diesen durch die Fragestellung „beichtet“, ist doch alles okay, wir sind doch hier nicht in der Schule wo man Tadel ausspricht. Interessanter fand ich in dem Zusammenhang ehr, ob denn seine Mutter versteht, was mit ihrem Geld so gemacht wird. Da liegt meines Erachtens das größere Problem.

    Ich hatte es oben schon erwähnt. Auch dazu darf der Threadersteller gern etwas schreiben.

    Das halte ich auch für den vielleicht wichtigsten Punkt in diesem Zusammenhang. Natürlich muss er hier nichts beichten oder sich rechtfertigen. Aber in dem Zusammenhang kann man sicherlich etwas für die Zukunft mitnehmen. Und dazu gehört sicher ganz zentral, dass die Mutter, die sich für das Thema vielleicht nicht interessiert und den Sohn machen lässt, verstehen sollte was passiert und warum. Warum es normal sein kann, dass es zwischenzeitlich einen Einbruch um 50% geben kann. In dem

    Rahmen ist natürlich auch die Entnahmestrategie relevant.

    Wie seht ihr das?

    Ich sehe das im Großen und Ganzen wie Horst Talski und Rudi90 .

    Ich würde mir die Formulierung, dass die Kritik "unanständig" sei nicht zu eigen machen, da ich dir @Achim Weiss in dem Punkt zustimme, dass ein Forum ein öffentlicher Raum ist und niemandem ein Thread oder eine Diskussion gehört - und ein kritisches Hinterfragen der sichtbaren Handlungsweise des Themenerstellers aus meiner Sicht durchaus legitim ist.

    Allerdings bleibe ich wie gesagt dabei, dass es mir als Außenstehender nicht möglich ist diese Kritik moralisch zu begründen und sogar zu einer direkten Handlung ("ausgleichen") zu raten.

    Ich weiß, dass die Meinung hier durchaus verbreitet ist, dass man in finanziellen Fragen am besten gar nicht persönlich hilft, auch nicht familiär oder unter Freunden. Das hab ich von Anfang an etwas anders gesehen. Zweifelsohne ist Fingerspitzengefühl und Vorsicht angesagt. Man sollte wissen was man macht und sich nicht selbst überschätzen (Dunning-Kruger-Effekt). Aber auch hier können Fehler passieren. Im Familien- und Freundeskreis will man gerne helfen, man wird auch gefragt. Ich kenne das auch und sage ebenfalls nicht kategorisch nein, weil ich eben gerne helfe. Sonst wäre ich auch nicht hier im Forum aktiv. Im Familienkreis empfinde ich es als normal, dass Eltern ihren Kindern helfen und sich das irgendwann dann immer mehr umdreht. Weil meine Eltern mir das damals empfohlen haben, habe ich (bereits im Erwachsenenalter) einen Bausparvertrag abgeschlossen. Wie ich heute weiß nicht die beste Entscheidung, das Geld hätte ich gerade in den Jahren deutlich gewinnbringender anlegen können, es war also ein Fehler. Ich würde nicht auf die Idee kommen meinen Eltern das vorzuwerfen und einen Ausgleich zu fordern. Sie würden auch nicht auf die Idee kommen mir einen zu zahlen. Nun ist in dem Fall aus Überzeugung gehandelt worden und beim Themenersteller ist ein Fehler aus Versehen geschehen. Es ist ein anderer Fall, aber ich weiß am Ende nicht ob ein bewusster oder unbewusster Fehler besser ist. In jedem Fall würde ich sowas in der Familie wenn es gravierend genug ist thematisieren, aber solange ich keinen Vorsatz sehe, würde ich es als das Normalste der Welt sehen, dass bei der gern gesehenen und gern gegebenen Hilfe Fehler passieren, die man sich nicht gegenseitig vorwirft.

    Finanztip möchte, dass Menschen zu "Finanztip-Botschaftern" werden und das Wissen um Geldanlage in der Bevölkerung verbreitet. Ja, natürlich ist damit nicht gemeint, dass man als "Botschafter" die Aufgabe übernehmen soll, man soll vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe leisten. In der Familie ist das aber anders: Man gibt sich in der Familie nicht nur Tipps, man hilft sich. Das kann eben auch bedeuten, dass man die Aufgabe übernimmt - und da passieren Fehler. In einer gut funktionierenden Familie spricht man dann über diese Fehler und bespricht, was man gemeinsam daraus lernt und was man zukünftig besser macht. Das ist Familie, keine fremden Dritten.

    So würde ich das auch sehen. Ich würde noch ergänzen, dass ich bis zu einem gewissen Punkt auch Freunden helfen würde mit Rat, soweit sie mich danach fragen. Da würde ich natürlich nicht selbst anlegen. Aber wenn mir in der Familie Jemand sagt "bitte mach du das jetzt, ich kann und will es nicht", dann würde ich nicht sein sagen, sondern mit entsprechender offizieller Vollmacht erstmal alles mit der Person durchsprechen und die aus meiner Sicht sinnvollen Alternativen nennen und erklären. Ich würde nicht zu weit gehen mit dem "Überzeugen", ich würde also nicht eisern für meine Ideallinie kämpfen. Solange die Person noch selbst entscheiden kann, soll sie das auch tun. Wenn sie das nicht kann oder will, würde ich ganz deutlich machen, dass es selbst wenn ich entscheide es ihre eigene Entscheidung ist, dass ich ein Mensch bin und Fehler passieren können. Das halte ich innerhalb der Familie für eine mögliche Vorgehensweise, mit der ich mich gut fühle. Das kann ja Jeder anders sehen. Jede Familie ist auch anders. Und ja, mir ist völlig bewusst, dass es am Ende trotzdem Vorwürfe und Zerwürfnisse geben kann. Dann weiß ich aber, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hab. Und für wahrscheinlicher halte ich es, dass alles gut geht. Dass das nicht Jedem reicht ist verständlich. Aber im Leben ist eben nichts absolut sicher.

    Nimm eine andere Karte einer anderen Bank, wenn du hast. Für so was Seltenes hab ich die DKB-Debitkarte oder hol mir das Geld mit beim Kauf im Supermarkt.

    Mit der hätte er aller Wahrscheinlichkeit nach genau die gleichen Gebühren bei dieser Sparkasse. Das liegt nicht an der Karten-ausgebenden Bank C24, sondern an der Girocard und der speziellen Sparkasse. Die Girocard von der DKB würde genauso Gebühren verursachen, aber die Visa der DKB und Mastercard der C24 eben eventuell nicht.

    An der Supermarktkasse kann man mit der C24 Mastercard übrigens auch abgeben. Girocards sind nur für das Bezahlen in Geschäften da und je nach Bank wenn man bei der eigenen Bank abhebt, beispielsweise Comdirect bei Commerzbankautomaten oder Sparkasse bei Sparkassenautomaten.

    Es schadet aber nie mehr als eine Karte dabei zu haben, also von mindestens zwei unterschiedlichen Banken.

    Trotzdem, Du hast sie dazu gebracht, das Geld nach Deinen Vorstellungen anzulegen und dann bei der Anlage einen Fehler gemacht. Ich hätte den aus eigener Tasche ausgeglichen, ja. Für mich eine Frage des Anstands (ganz unabhängig von einer möglichen rechtlichen Verpflichtung).

    Ja, der Fehler hätte nicht passieren dürfen. Gerade wenn man für andere etwas anlegt, würde ich alles 10 mal überprüfen. Über die ISIN und WKN hätte es zum Beispiel auffallen müssen. Über ein halbes Jahr erst recht. Solche Fehler können vor allem passieren, wenn man noch nicht hinreichend im Thema drin ist, vielleicht auch sich selbst überschätzt hat.

    Ich möchte den Themenersteller an dieser Stelle dennoch etwas in Schutz nehmen. Wir haben nicht alle Informationen. Das ist nicht unser Fehler, wir haben nur die Infos die er uns zur Verfügung gestellt hat. Wir wissen aber faktisch nicht wie weit er wirklich überzeugt hat, wie seine Mutter tickt, ob sie sich der Risiken vielleicht doch sehr wohl bewusst ist. Vielleicht hat er klar vorher gesagt „ich bin menschlich und ich kann Fehler machen - es bleibt deine eigene Verantwortung“. Vielleicht hat sie mit ihm zusammen den Kauf getätigt, sodass sie die Chance hatte es selbst zu sehen. Vielleicht hätte es ihr anschließend auffallen können, vielleicht hat er eine Vollmacht und darf in ihrem Namen handeln. Vielleicht hat er mit ihr auch gar nicht genau besprochen, dass es ein weltweit gestreuter Fonds wird, sodass sie gar nicht überrascht wäre wenn da nun nur Europa drin wäre. Vielleicht ist er auch ein Student und die Frage ob er es ausgleichen kann erübrigt sich.

    Was davon zutrifft weiß ich nicht und Jeder kann selbst entscheiden wie er/sie die einzelnen Punkte sehen würde, aber aufgrund der mir vorliegenden Infos und ohne genaue Kenntnisse der Lage und der Beziehungen der Menschen untereinander würde ich nicht Jemandem ins Gewissen reden, dass er so etwas ausgleichen sollte. Das ist sein bzw. ihr eigenes Bier. Anregen darüber nachzudenken warum der Fehler passiert ist und wie man so etwas besser vermeidet halte ich hingegen für sinnvoll. Es ist kein kleiner Fehler, auch wenn die Auswirkung in dem Fall vielleicht relativ überschaubar sein mögen. Aber es hätte eben auch irgendein gehebeltes Produkt sein können mit Totalverlust oder so ähnlich. Jetzt Schadensbegrenzung zu betreiben halte ich für sinnvoll und gleichzeitig überdenken, ob man selbst wirklich genug über das Thema weiß und achtsam genug ist, um für andere so etwas zu machen.

    Geht nicht. Wohl nur Debit- und Kreditkarten?

    Eine Girocard ist tatsächlich auch eine Debit. Aber eben ein eigenes deutsches System. Apple Pay bei Girocards gibt es leider nach wie vor nur für Sparkassenkunden. Da bestand bis vor 1-2 Jahren meine ich ein Exklusivvertrag. Seitdem sollte sich eigentlich etwas getan haben, hab aber länger nichts mehr davon gehört. Wie das bei Gpay ist kann ich nicht genau sagen, aber auch hier kriege ich immer wieder mit, dass viele Banken (auch fast alle oder zumindest die meisten?) es für Girocards nicht anbieten. Die Girocard ist aus Sicht vieler Banken heutzutage ein lästiges Überbleibsel. Für diese Banken sind im Gegensatz zu ihren Kunden die Konditionen bei Master und Visa häufig (meistens?) besser, wohl auch weil die beiden die Girocard gerne raus drängen wollen. Immerhin ist die Girocard bei C24 kostenlos, was sie bei den meisten (Direkt-) Banken nicht mehr ist.

    Aufm Weg zurück dachte ich, dass ich mit der Girokarte an nem Geldautomaten einer Spk doch sicherheitshalber mal Geld abhebe. Die wollten 4,80 € dafür haben. Dachte, dass 4 Abhebungen/Monat kostenlos sind, egal wo!?

    Die kostenlosen Abhebungen beziehen sich erstens auf die Debit-Mastercard und nicht auf die Girocard und zweitens hat C24 keinen Einfluss darauf welche Gebühr andere Banken verlangen. Gerade Sparkassen verlangen teilweise Gebühren, weil sie nicht so gerne die ganzen fremden Kunden an ihren Automaten hätten. Oder zumindest eben nicht für lau. Hat aber nichts speziell mit C24 zutun. Bei fremden Girocards ist eine Gebühr aber recht üblich.

    Das kenne ich von anderen Banken anders, das hätte ich eigentlich auch gern anders. Was man sich als Kunde alles bieten läßt, wenns nur billig ist ...

    Klingt wirklich abenteuerlich. Vielleicht bin ich auch nicht so von anderen Banken verwöhnt, weil ich bei meinen langjährig gehaltenen Einzelaktien bei einer Filialbank erstmal nie gekauft und dann nur einmal alles verkauft hab und das aus Unwissen damals über den Verkäufer, was mich wenn ich mich richtig erinnere 500€ an Gebühren gekostet hatte. Bumm. Da falle ich heute um - online wäre es meine ich „nur“ halb so teuer gewesen. Ging um irgendwas niedriges fünfstelliges. Lehrgeld gezahlt. Und als ich dann informiert voriges Jahr erneut an der Börse begonnen hab, war das direkt mit den Neobrokern. Über diese hinaus hab ich bei der DKB als Direktbank nur eine einzige Einzelkauferfahrung bislang. Bei mir steht nun ein kleines „Rebalancing“ an. Mal sehen wie da meine Erfahrungen sind.

    Wobei ich sagen muss, dass ich Gebühren von 30 oder mehr Euro bei den Direktbanken heute schon als happig empfinde - man kennt eben die der Neobroker und hat wenn man so will diesen 1€-Anker. So ganz kann ich es in der digitalen Welt auch nicht nachvollziehen wieso ein digitaler Verkauf so viel kosten soll. Wie du sagst sollte alles automatisch und in Sekundenschnelle gehen. Aber gut, irgendwo müssen Banken eben verdienen. Das tun sie ansonsten an meinem Sondervermögen logischerweise wohl eher nicht. Die Alternative einer jährlichen oder monatlichen Gebühr würde mir vermutlich auch nicht schmecken. Insofern wie du sagst: was tut man nicht alles dafür, dass es billig ist.

    Irgendwann werde ich mich mal ärgern, davon gehe ich aus, bin aber hoffentlich vorbereitet. Mein sich inzwischen drei Monate hinziehender Depotübertrag von TR zu Zero mit inzwischen schon dem dritten Antrag könnte so ein Punkt sein an dem ich vielleicht jetzt schon etwas genervt bin. Eigentlich wollte ich besagtes Rebalancing jetzt in den nächsten Tagen machen, was aber erst richtig gehen wird wenn der Übertrag da ist. Ich glaube, dass es an TR liegt. Der Support beider Seiten ist nicht sonderlich hilfreich. Naja mal sehen. Ich bin hier ein geduldiger Mensch, aber auch die Geduld hat vermutlich Grenzen. Und es ändert nichts daran, dass diese Vorgänge besser und schneller laufen müssten.

    Hast du eine Depot-Empfehlung? Ich bin grundsätzlich mit SC gar nicht unzufrieden, aber die besagte Lahmarschigkeit strapziert meine Geduld zu sehr. Trade Republic gibt mir immer ein ungutes Beta-Gefühl und ich vermisse einfach ein paar Funktionen, z.B. die Ausweisung der bisher gezahlten Steuern..

    Ich hätte noch Finanzen.net Zero in den Raum gerufen, da bin ich neben den zwei anderen genannten. Aber auch die ist bei der Baader Bank. Ich bin insgesamt nicht unzufrieden für das was ich da zahle. Ich erwarte und brauche in der Regel aber auch keinen großen Support oder Geschwindigkeit.

    Wenn du es „besser“ haben willst: viele die dort sind empfehlen die ING. Andere Direktbanken wie DKB oder Comdirect werden auch gut sein. Ich bin auch bei der DKB und insgesamt trotz der technischen Umstellungen zufrieden, das Depot hat bisher auch gut funktioniert. Aber du zahlst eben bei Direktbanken auch mehr. Wenn du Buy & Hold machst muss das nicht schlimm sein. Wenn du einen Geldmarkt-ETF als Tagesgeldalternative nutzen willst spielen die Kosten vielleicht eine größere Rolle.

    was soll ich denen dann antworten bzw. schreiben?


    sowas in der art "ich habe eine andere für mich besser passende anlagestrategie gefunden um fürs alter vorzusorgen" oder wie sollte ich das am besten abschließend mit diesen klären?

    Du solltest dich aus meiner Sicht davon lösen, dass du denen irgendetwas erklären musst. Das hört man immer wieder, dass sich Menschen Gedanken darüber machen, wie sie es denn dem (vermutlich immer freundlichen und Jahre langen) „Berater“ (also dem Verkäufer) erklären sollen. Das ist leider Teil einer Jasager Kultur im Finanzbereich. Natürlich auch gefördert von geschickten Finanzprodukteverkäufern. Der hat sehr gut an dir verdient. Du musst denen überhaupt nichts sagen, vor allem würde ich mich auf keine Diskussionen einlassen. Ich würde denen freundlich aber bestimmt sagen, dass du keine weitere Geschäftsbeziehung wünschst und dass sie dich nicht mehr anrufen sollten. Sofern du wirklich nichts mehr von ihnen willst. Erzählen was genau die Alternative ist würde ich jedenfalls nicht. Wenn du anfängst zu erklären und zu diskutieren, wird der Verkäufer wieder seine Angel auswerfen. Ob du das möchtest musst du natürlich selbst wissen.

    Kann es denn irgendwelche Nachteile haben, wenn beide Töpfe - also das schon angesparte Geld bei der AL, was nicht mehr angerührt wird, und der neue frische Sparplan im eigenen Depot - in jeweils den gleichen weltweiten ETF einzahlen? Oder ist das einfach Geschmackssache, weil 2 unterschiedliche Welt-ETFs kaum Unterschiede zeigen?

    Nein, hat keine Nachteile. Ein ETF auf den Weltmarkt ist ein ETF auf den Weltmarkt. Von den Varianten mit/ohne Schwellenländer (EM) und mit/ohne Small Caps mal abgesehen. Aber diese Unterschiede sind letztlich auch eher klein. Du kannst unterschiedliche Welt-ETFs nehmen, du kannst aber auch den gleichen nehmen. Spielt keine Rolle. Eine Rolle spielen die hohen Kosten bei der Versicherung.

    Selbstverständlich ist da etwas dran. In einem Parallelthread wird gerade seit inzwischen 10 Seiten über "100% Aktienquote" diskutiert. Aus meiner Sicht kein besonders innovatives Thema, weswegen ich mich da nicht in die Diskussion eingeklinkt hab bisher. Hier im Forum gibt es nicht wenige, die sehr viel oder zumindest das sogenannte "freie Vermögen" fast ausschließlich in Aktien legen.

    Wir sind hier schnell bei dem Thema, was eigentlich mit zu dieser Risikoallokation gehört. Die Frage wurde schon in zig Threads diskutiert, häufiger sehr kontrovers, da Jeder hier einen anderen Ansatz verfolgt, einen anderen Blick auf sein Vermögen hat. Und weil die Menschen hier an unterschiedlichen Stellen ihres Vermögensaufbaus stehen. Ich stehe eher noch am Anfang - und bei mir macht mein Notgroschen und das was ich für mittelfristige Anschaffungen spare noch recht deutlich etwas aus in meinem Gesamtvermögen. Bei meiner ganz persönlichen Berechnung meiner "Risikoallokation" rechne ich diesen Notgroschen und die sonstigen Rücklagen für geplante mittelfristige Anschaffungen nicht mit. Weil das für mich einfach keinen Sinn ergibt, da sich diese relativ häufig ändern. Und wenn ich dann mal an meinen Notgroschen gehen müsste, dann müsste ich um das gleiche Verhältnis wiederherzustellen eigentlich direkt an meine langfristigen Anlagen ran. Ich will gar nicht zu sehr in dieses Thema einsteigen eigentlich. Es ist individuell, Jeder hat einen anderen Ansatz, wie gesagt. Wichtig ist, dass am Ende natürlich immer das gesamte Vermögen zählt, wozu zum Beispiel auch Ansprüche aus der GRV zählen, was sehr häufig vergessen wird. Ich hab aufgrund meiner aktuellen Lebenssituation nicht alles von meiner langfristigen Anlage in Aktien, sondern mache das 80/20. Entscheidung für diese Aufteilung eher nach Bauch als nach einer mathematischen Formel. Aktuell gibt es bei mir noch so viele unbekannte Variablen, dass ich lieber einen größeren Puffer hab. Weniger weil ich einen Crash der 80% ertragen kann und der vollen 100% dann nicht mehr. Meine tatsächliche Risikoallokation liegt darunter, weil Notgroschen und Rücklagen dazukommen.

    Worauf ich hinaus will: In Zukunft kann ich mir durchaus vorstellen, dass mir ein fester Notgroschen völlig ausreicht und ich dann gar nicht mehr in einem festen Verhältnis rebalance zwischen risikoarmen und renditestarken Baustein. Damit wird letzterer immer größer, aber der risikoarme steigt dann zumindest mit der GRV auch. Und ab und zu wird der Notgroschen angepasst. Die sonstigen Rücklagen werden wohl auch immer mehr steigen. Im Schnitt mit großer Wahrscheinlichkeit (und Hoffnung) aber deutlich unter der Rendite, die ich im Renditebaustein hab.

    Also ja ich gebe dir recht: nicht Jeder in der Ansparphase braucht bei 1.000.000€ einen renditearmen Sicherheitsbaustein von 20% = 200.000. Vielleicht reichen da ingesamt auch 40.000 aus. In der Entnahmephase wiederum benötigt man eventuell einen größeren Cashpuffer, je nach Strategie. Das zeigt, dass Faustformeln schwierig sind.

    Allerdings wird es wohl ziemlich sicher auch nie so sein, dass man einmal am Anfang einen Sicherheitsbaustein definiert und den dann in absoluter Höhe beibehält bis ans Lebensende. Auch der wird steigen. Und das ist am Ende auch ein Rebalancing oder ein Pantoffel oder wie auch immer. Die Frage ist eben nach welcher Regel zu rebalancest und wie groß dein individueller Liquiditäts- und/oder Sicherheitsbedarf ist.

    Zum Glück gibt es erfahrene und unfehlbare Menschen auch hier im Forum.

    @Achim Weiss wollte dir damit wahrscheinlich sagen, dass es immer sehr schwierig ist für andere Menschen Geldanlage zu machen - und erst recht wenn man das in

    monatelanger Überzeugungsarbeit

    macht. Gerade innerhalb der Familie. Man kann sich daran die Finger verbrennen, den Familienfrieden im Zweifel gefährden.

    Ich kann dennoch verstehen, dass man das für seine Eltern machen möchte und die Eltern es auch häufig gern abgeben wollen. Man sollte sich aber eben bewusst sein, dass es zumindest eine Gratwanderung ist. Wie ich inzwischen weiß, sehen das hier im Forum viele kritisch - und ich kann nachvollziehen wieso. Grundsätzlich sollte Jeder seine eigenen finanziellen Entscheidungen treffen, solange er/sie das noch kann.

    Du musst dich hier wohlgemerkt nicht rechtfertigen. Es ist deine/eure Entscheidung. Man sollte sich so etwas aber bewusst machen.

    Das sind aktuell 3% Entnahme p.a. (vor Steuern). Das sollte in der Theorie eigentlich funktionieren, ohne dass du einen "Kapitalverzehr" hast. Dennoch solltest du dich mit dem Thema Entnahmestrategien beschäftigen, damit hier nichts schief läuft. Ein Anfang könnte die folgende Artikelserie zum Thema sein: Von den Zinsen leben – Entnahmestrategien unter der Lupe

    Ich fand hier auch das Blog das ich glaub monstermania mal gepostet hat sehr gut/hilfreich: https://www.finanzen-erklaert.de/category/entnahmestrategien/

    Da steht auch sehr viel sehr Brauchbares und Interessantes zu Entnahmestrategien :)

    Hallo und herzlich Willkommen!

    Hier findest du leider nicht das Finanztip-Team vor, sondern die Finanztip-Community. Laien helfen Laien und diskutieren untereinander. Das Team liest hier nur punktuell mal. Du könntest es per E-Mail probieren.

    Zu deinem Anliegen kurz: Buy & Hold und ein regelmäßiges Rebalancing schließen sich nicht aus. Finanztip empfiehlt auch genau das, wobei sie eher ein Rebalancing einmal pro Jahr empfehlen. Und sie nennen es eben nicht "Pantoffel". Letztlich teilt man seine Investitionen in einen renditestarken und einen renditeschwachen Baustein auf. Und das Verhältnis zwischen diesen kann/sollte man dann z.B. jährlich rebalancen. Das Verhältnis ergibt sich aus dem persönlichen Risikoprofil. Zu diesen ganzen Themen gibt es meines Wissens nach schon jede Menge Artikel, Podcasts und Videos, auch von Finanztip.

    Hallo und herzlich willkommen :)

    Ich selbst bin 30 Jahre alt und investiere seit ca. 4 Jahren in ETFs. Zusätzlich habe ich diverse Altersvorsorge Produkte, eine Wohnung als Kapitalanlage gekauft, einige Aktien über meinen Arbeitgeber sowie Festgeldkonten.

    Das sieht mir nach ein bisschen Durcheinander aus. Ich bin Fan von "Geld ganz einfach" oder auch "KISS - Keep it simple, stupid".

    Viele "Altervorsorge Produkte" sind nicht rentabel und bieten häufig nicht mal die Sicherheit, die sie versprechen, sondern nur die Sicherheit sich arm zu sparen. Ohne zu wissen was genau das bei dir ist, kann man das natürlich nicht gut bearbeiten. Grundsätzlich sind die aller meisten privaten Rentenversicherungen bAVen, Riester, Rürup usw. leider nicht wirklich sinnvoll.

    Aktien des Arbeitgebers sollte man sobald es möglich ist verkaufen, da man ohnehin schon ein hohes Klumpenrisiko hat, da du bei diesem Arbeitgeber arbeitest und dein Gehalt davon abhängig ist. Und dann zusätzlich noch ein Teil deines Vermögens. Kann man natürlich mitnehmen, vielleicht ist der Deal für dich sinnvoll. Aber nach der Haltefrist würde ich die verkaufen.

    Festgeld halte ich für zu unflexibel und aktuell gibt es keine Risikoprämie dafür. Du bekommst also beispielsweise im Vergleich zu Tagesgeld keinen höheren Zins, wenn du dich länger bindest.

    Nun aber zu meinem Anliegen: ich habe damals mit 0 Plan mit ETFs angefangen und einfach blind investiert. Ich habe Produkte wie MSCI World, NASDAQ100, Dow Jones Sustainability, MSCI ACWI, Global Clean Energy und MSCI Small Caps mit Beträgen von jeweils 20-100 Euro bespart.

    So sehen viele Depots aus von Menschen, die anfangen. Wie du sagst eher nicht wirklich sinnvoll, aber das sieht nun auf dem ersten Blick auch nicht wie ein totaler Beinbruch aus, wenn du das nun ein paar Jahre so gemacht hast. Jeder begeht finanzielle Fehler in seinem Leben, gerade am Anfang.

    Mein Plan ist es jetzt, den MSCI World mit deutlich mehr pro Monat zu besparen. Die Sparpläne für die anderen ETFs habe ich pausiert. Sollte ich die Summen, die bereits in diese ETFs geflossen sind, verkaufen und alles in den World stecken? Und kann ich mit gutem Gefühl den MSCI World weiter besparen?

    Das würde ich in deinem Fall denke ich so handhaben. Einziger Nachteil ist nur, dass du den Steuerstundungseffekt unterbrichst, solltest du entsprechende Gewinne auf deinen ETFs haben. Mir wäre es die dafür gewonnene bessere Übersicht und die Minderung der Komplexität wert, du bist ja auch noch am Anfang deines Vermögensaufbaus. Lieber jetzt noch einmal einigermaßen neu anfangen als ewig irgendwas mit sich rumschleppen zu müssen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Bei einer 1-ETF-Lösung hast du den großen Vorteil, dass du gar nicht mehr dauernd vor Augen hast welcher ETF, welcher Sektor, welche Region gerade besser läuft und wirst nicht dazu verleitet diesem und jenem Trend hinterher zu rennen.

    Statt den MSCI World würde ich persönlich eher den MSCI ACWI weiter besparen oder alternativ die noch breiter gestreuten FTSE All-World oder MSCI ACWI IMI, in denen mehr kleinere Unternehmen (Small Caps) sind. Du könntest auch den MSCI World und den ACWI, die du schon hast, im Depot lassen und nun einen der beiden genannten neu anfangen. Dann hast du zumindest keine der Sektorwetten mehr im Portfolio. Meiner obigen Argumentation folgend würde ich glaub ich eher einmalig alles in einen ETF legen und eben mal ein paar Steuern zahlen. Zahlen musst du die ohnehin irgendwann, nur dass du die Steuern noch etwas länger nach hinten verschieben könntest. Davon geht die Welt nicht unter, wenn du das nicht tust.

    Wenn du verrätst um welche Größen es hier bei den einzelnen ETFs geht, kann sicher Jemand eine bessere Einschätzung liefern was sinnvoller ist. Die Entscheidung liegt aber am Ende bei dir alleine.

    Viel Erfolg!