Beiträge von Saarlaender

    Am 30.01.2026 berät der Bundesrat den Regierungsentwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge:

    Ausgewählte Tagesordnungspunkte der 1061. Sitzung am 30.01.2026: TOP 32 - Altersvorsorge - Ausschüsse empfehlen Stellungnahme

    Die Ausschüsse haben dazu folgende Empfehlungen abgegeben:

    Zitat

    Der federführende Finanzausschuss begrüßt das verfolgte Ziel, die private Altersvorsorge mit einem kostengünstigen, renditestarken und flexiblen Standardprodukt zu stärken und insbesondere Beschäftigten mit niedrigen und mittleren Einkommen einen besseren Zugang zur kapitalgedeckten Altersvorsorge zu ermöglichen. Kritisch sieht er jedoch die vorgesehene zulässige Kostenhöhe, die eine durchschnittliche jährliche Renditeminderung um bis zu 1,5 Prozent pro Jahr erlaubt. Diese laufe dem Ziel eines transparenten, verbraucherfreundlichen und besonders attraktiven Angebots zuwider. Der Finanzausschuss schlägt auch vor, zu prüfen, wie der Kreis der Förderberechtigten auf Selbstständige oder sogar alle Personen im erwerbsfähigen Alter ausgeweitet werden könne.


    Der Wirtschaftsausschuss bittet darum, zu prüfen, ob die vorgesehene Höchstgrenze der geförderten Eigenbeiträge von 1.800 Euro auf 3.600 Euro erhöht werden könne. Auch sei zu klären, ob der Standarddepot-Vertrag Investitionen in Wagniskapital und Infrastrukturprojekte ermöglichen könne.


    Der Ausschuss für Arbeit, Integration und Sozialpolitik schlägt vor, prüfen zu lassen, wie Verbraucherinnen und Verbraucher trotz der Vielzahl an Vorsorgeprodukten einfacher Zugang zu einem kostengünstigen, renditestarken Altersvorsorgedepot mit überschaubarem Risiko erhalten können – etwa durch einen einheitlichen Standarddepot-Vertrag.


    Der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend empfiehlt dem Bundesrat, gegen den Gesetzentwurf keine Einwendungen zu erheben.

    Du hast eine der selteneren Riester-Varianten des sog. Fondssparplans. Diese sind im Vergleich zu vielen anderen Riesterverträgen eigentlich ganz ok. Das Hauptproblem sind dabei aber nicht die hohen Kosten und die schmale Rendite in der Ansparphase, sondern vielmehr die lebenslange Rente ab dem 85. Lebensjahr. Diese ist gesetzlich so vorgeschrieben.

    Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich einen solchen Vertrag jedoch keinesfalls förderschädlich kündigen, sondern die Reform der Riesterrente abwarten. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit kannst du in ca. einem Jahr in das neue Altersvorsorgedepot wechseln. Und dort der lebenslangen Rente entgehen.

    Mir geht es bei meiner Frage nicht um Patriotismus o.ä. sondern rein um eine nüchterne Risikobetrachtung. Ich versuche es mal mit einem möglichst praxisnahen Beispiel. Nehmen wir zwei ETFs mit annähernd gleichem Inhalt, bspw. jeweils ein Welt-Aktien ETF:

    • Fall 1: ETF einer US-amerikanischen Fondsgesellschaft wie iShares oder SPDR auf den Index eines US-amerikanischen Indexanbieters wie MSCI
    • Fall 2: ETF einer europäischen Fondsgesellschaft wie Xtrackers, UBS oder Amundi auf den Index eines europäischen Indexanbieters wie FTSE oder Solactive

    Angenommen beide ETFs sind in Irland (EU) aufgelegte UCITS ETFs. Besteht in Fall 1 ein höheres Risiko eines Eingriffs welcher Art auch immer durch die amerikanische Politik?

    Angesichts der aktuellen Rhetorik und Drohgebärden aus den USA frage ich mich gerade, ob es neben der klassischen Diversifikation über Anlageklassen und Regionen sinnvoll ist, vielleicht auch über die Depot-/Produktstruktur zu diversifizieren :/

    Beispielsweise Streuung über mehrere

    • Fondsgesellschaften (US-Anbieter wie iShares/Vanguard/SPDR vs. europäische Anbieter wie Xtrackers/UBS/Amundi)
    • Fondsdomizile (Irland vs. Luxemburg etc.)
    • Depotbanken/Broker (1 vs. 2 Depots)
    • Indizes (MSCI vs. FTSE, Solactive, etc.)
    • ggf. Replikationsmethode (physisch vs. synthetisch)

    Was meint ihr? Sinnvoll oder übertrieben?

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    Ich schätze ich den Wert der GRV sehr vereinfacht als Barwert in heutiger Kaufkraft (0% real), ich unterstelle also, dass sich Inflation und Rentenanpassungen langfristig ungefähr ausgleichen.

    Als Basis nehme ich dazu aus der Renteninformation den Wert unter „bislang erreichte Rentenanwartschaft“ – bzw. die Rente aus den bisher erworbenen Entgeltpunkten. Also unter der konservativen Annahme dass ab jetzt nichts mehr dazukäme, denn ich will ja wissen wie der heutige Wert der Rentenansprüche ist. Da ich in meinem Modell mit Rentenbeginn 63 rechne, berücksichtige ich den Abschlag (bei mir 14,4%). Als Privatversicherter addiere ich noch 7,3% Zuschuss zur PKV. Der ist zwar eher etwas höher, aber auch hier lieber Vorsichtsprinzip.

    Den Barwert der GRV bilde ich anschließend, indem ich die um 14,4% gekürzte Monatsrente mit einer pauschalen Rentenbezugsdauer eines/einer 63 jährigen multipliziere. Dazu nehme ich 220 Monate für einen Mann und 250 Monate für eine Frau. Das entspricht grob „Rentenfaktoren“ von ca. 45 bzw. 40 (€/Monat je 10.000 €).

    Die Methode ist einfach und schnell berechnet. In excel ist das eine überschaubare Formel in die man nur 1xjährlich den Wert aus der Renteninfo eintragen braucht. Ergibt natürlich nur eine grobe Hausnummer, mehr brauch ich aber für diesen Zweck auch nicht.

    So hatte es mir der Juwelier gesagt:

    Formel: Feingoldgewicht = Gesamtgewicht x 0,585.

    Wenn die Kette 5 gr wiegt , dann 5 g x 0,585=2,925 g Feingold. Und dann multipliziert man damit den Tagespreis.

    Damit liegt der Juwelier auch richtig. Du musst dann aber mit dem Tagespreis für Feingold multiplizieren und nicht mit dem Tagespreis des 585er Goldes ;)

    Bei reinem Goldschmuck mit Stempel bzw. Angabe der Legierung ist es relativ einfach. Denn da kann man sich selbst im Vorfeld den ungefähren Wert ausrechnen. Wenn Edelsteine verarbeitet sind wird es jedoch etwas komplizierter. Denn diese kann man als Laie kaum bewerten. Und die Verarbeitung bzw. das Schmuckdesign wird meistens überhaupt nicht vergütet.

    Je nach Wohnort würde ich vor Ort bei seriösen Ankaufstellen anfragen. Da kann man sofort entscheiden ob man es zu diesem Preis abgeben möchte oder nicht. Wenn man etwas Zeit mitbringt und die Wege kurz sind, kann es sich lohnen an mehreren Stellen nacheinander anzufragen und die Angebote zu vergleichen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn der Wert der zu verkaufenden Schmuckstücke diesen Aufwand rechtfertigt. Die besten Erfahrungen habe ich selbst bei einem Pfandleihhaus gemacht, welches auch Schmuck ankauft. Das kann aber Zufall gewesen sein.

    Ein seriöser Goldankäufer zahlt dir etwa 95% des tagesaktuellen Goldpreises, maximal aber 96-97%. Es ist also ratsam, sich vorher etwa auszurechnen wie hoch dieser Ankaufswert sein müsste, um ein solches Ankaufsangebot besser einschätzen zu können. Das hast du ja bereits getan. Wenn es deutlich davon nach unten abweicht, bedankst du dich für das Angebot und gehst zu einem anderen Ankäufer.

    Gut, dann werde ich mich zu diesem Broker nochmal ein wenig einlesen. Momentan bieten die ebenfalls eine Prämie an, die auch nicht schlecht klingt. Mal sehen ob sich da ein Haar in der Suppe finden lässt.

    Das Geld ist tatsächlich zu größten Teilen Lohn. Früher gab es mal etwas Zinsen sogar bei der Sparkasse und da ich nie besonders Lust und Zeit hatte mich mit dem Thema der Finanzanlage zu beschäftigen, habe ich es dabei belassen. Irgendwann haben es auch die Finanzberater der Bank aufgegeben mich zu kontaktieren. Ich war einfach froh meine Ruhe zu haben.
    Am Aufholen des nötigen Basiswissens bin ich nun dran - jetzt ist auch genug Zeit dafür.

    Respekt. Eine Million auf dem Girokonto der Sparkasse anzusammeln und den Bemühungen der Verkäufer zu entgehen, das muss man auch erst mal schaffen ^^

    Was die Bank angeht: ich würde mich an deiner Stelle eher bei den etablierten Direktbanken umschauen, statt gleich zu einem Neobroker zu wechseln. Die ING-DiBa ist bspw. lange am Markt, hat gute Konditionen und vor allem ihre Prozesse im Griff. Da kann man bei Bedarf sogar auch mal anrufen und mit echten Menschen sprechen ;)

    An deiner Stelle würde ich das Geld bei dieser oder einer anderen Direktbank für ein paar Monate in einem Geldmarkt-ETF, bspw. DBX0AN parken. Und mich parallel dazu mit den von den Forumsfreunden genannten Buchempfehlungen einlesen. Ich persönlich finde Über Geld nachdenken von Nikolaus Braun und eines der Bücher von Gerd Kommer, bspw. Souverän investieren vor und im Ruhestand für diesen Zweck gut geeignet.

    Mit 1,3 Mio. € auf dem Girokonto ist Inflation das größte Risiko.

    1,3 Mio auf dem Girokonto :huh: Hut ab, das muss man sich leisten können.

    Aber nein, die Inflation ist dabei nur das zweitgrößte Risiko. Das größte Risiko ist, daß die entsprechende Bank pleite geht.

    Aufgrund der Einlagensicherung sollte man niemals (signifikant) mehr als 100.000 EUR pro Einleger und Bank auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten einer einzelnen Bank halten. Bei Gemeinschaftskonten max. 200.000 EUR.

    Siehe BaFin - Einlagensicherung und Anlegerentschädigung

    Zitat

    "Der gesetzliche Entschädigungsanspruch für Einlagen beträgt grundsätzlich maximal 100.000 Euro. Diese Sicherungsgrenze gilt pro Kunde und Bank, nicht pro Konto. Bei Gemeinschaftskonten hat jeder Kontoinhaber bzw. jede Kontoinhaberin einen separaten Anspruch auf Entschädigung. Gibt es also zwei Kontoinhaber (zum Beispiel ein Ehepaar), verdoppelt sich der Maximalbetrag der gesetzlichen Einlagensicherung auf 200.000 Euro."

    Wahrscheinlich beschäftige ich mich schon zu lange mit Bitcoin (too deep in the rabbit hole...)

    Volatilität: Bitcoin is in der Tat ein "noch" volatiles Asset. Das ist normal in einer frühen Adoptionsphase (siehe Tesla, NVIDIA zu Beginn mit einer Durchschnittsvola von +50%). Wie gesagt, wenn Du rauszoomst ist die Volatilität kein Thema. Ich verkaufe ja meine BTC nicht.

    Risiko: Wo siehst Du bei Bitcoin ein Risiko? Ich sehe keines.

    Ich möchte auf die möglichen spezifischen Risiken von Bitcoin hier nicht eingehen, sonst biegt der Thread in die falsche Richtung ab. Aber ich bin - wie viele hier im Forum - aus der Fraktion der prognosenfreien Investoren. Man könnte auch sagen, ich bin nahezu agnostisch, ich habe gewissermassen keine Meinung dazu, wie sich die einzelnen Anlageklassen oder einzelne Assets entwickeln werden. Ich nehme diese Entwicklung einfach hin. Und basierend darauf habe ich ein Portfolio gestaltet, welches nicht für eine angenommene Zukunft besonders gut aufgestellt ist, sondern eines, das für viele mögliche Zukünfte "okay" ist. Oder umgekehrt ausgedrückt, es ist für keines dieser Szenarien besonders schlecht aufgestellt. In diesem Portfolio spielt übrigens auch Bitcoin eine Rolle, aber keine zentrale.

    Du hingegen gehst von einem bestimmten oder zumindest wenigen Szenarien aus, in denen Bitcoin eine sehr positive Entwicklung nehmen wird. Falls deine Annahme eintritt, bist du der King. Ich drücke dir fest die Daumen ;)

    Trotzdem würde ich aber Aktien in Form eines breit gestreuten Welt-Aktien-ETF zumindest für dein restliches Vermögen nochmals in Betracht ziehen.

    Die Seed-Phrases zweier Wallets wurden in Metall gestanzt und hälftig in 2 unterschiedliche Banktresore hinterlegt. So etwas wie in Gelsenkirchen darf natürlich nicht passieren. Das Risiko jedoch liegt laut ChatGPT bei ca. 0,018%

    ok, verstehe. Als Mnemonik Split? Oder tatsächlich einfach jeweils eine Hälfte der 24 Wörter in zwei unterschiedlichen Bankschließfächern?

    Das stimmt allerdings. Ich bräuchte jedes Jahr 1/5tel bis zur Rente. Ich bräuchte diese aber sicher!
    Wie wäre es mit einen Bonds- Festgeld-Mix? Ich möchte das Aktienrisiko limitieren wegen des Marktkorrektur-Risiko.

    Ich bin weiterhin verwirrt. Du benutzt das typische Vokabular des Sicherheitssparers schlechthin. Und gleichzeitig gehst du mit einem extrem hohen Anteil deines Vermögens in ein äusserst volatiles und risikoreiches Asset. Das ist mal was Neues ;)

    Aber egal. Um deine Frage nach Sicherheit zu beantworten: Als Inbegriff der Sicherheit gelten für deutsche Anleger kurzlaufende Bundesanleihen. Diese gibt es auch als ETF. Bspw. DBX0T8 (thesaurierend) oder A0Q4RZ (ausschüttend). Damit wirst du eine nominale Rendite knapp unterhalb der Inflation erzielen. Mehr ist bei hoher Sicherheit eben nicht drin ("no free Lunch"). Dies in Kombination mit etwas Tagesgeld könnte dann eine Lösung sein.

    2024 habe ich mein Haus verkauft und miete derzeit eines.

    Aus dem Erlös gingen X-Hundertausend € in Bitcoin

    Hut ab ;)

    Nun liegen noch X-Hundertausend € auf meinen Tagesgeldkonto, und da liegen sie nicht gut...(Inflation, Einlagensicherung, etc.)
    Wie würdet Ihr dieses Geld anlegen? Mit Blick auf die Märkte und meiner 7-Jahresplanung, hadere ich mit ETF's... Alles nur ins Festgeld? Oder doch einen Teil via DCA in einen z.b. Firmen, - Staatsanleihen-ETF? Mein Ziel: Konservativ und inflationsgeschützt über die Ziellinie kommen.

    Ich bin zugegebenermaßen einigermaßen erstaunt. Du hast dein Haus verkauft um den Großteil des Erlöses in eines der volatilsten Assets überhaupt zu investieren. Und gleichzeitig haderst du mit der potentiellen Volatilität von Aktien-ETFs? Das bringe ich wirklich überhaupt nicht zusammen. Aber es soll ja kein Bitcoin Thread werden...

    Wenn wir die Cold-Wallet mal für einen Moment ausblenden: Du hast ja in 7 Jahren einen hoffentlich noch langen Entnahmezeitraum von mehreren Jahrzehnten vor dir. Wenn du in diesem Zeitraum eine möglichst hohe Entnahmerate erzielen möchtest, wirst du um eine signifikante Aktienquote von wenigstens 50% nicht umhinkommen. Und mit dem bisschen Vola eines Welt-Aktien-ETF wirst du doch locker umgehen können 8o

    PS: stöbere mal auf dem Blog Finanzen?Erklärt! Da findest du einiges zu Entnahmestrategien im Ruhestand

    Ich habe jetzt Geldmarktfond-Anteile, deren Betrag für das Bestreiten meiner Ausgaben für ca. 2 Jahre ausreichen wird (der Ruhestand steht in einem Jahr bevor). Diesen Fond dachte ich regelmäßig, in "guten Börsenzeiten" wieder aufzufüllen. Mein vermuteter Vorteil: Die Rendite ist immer ungefähr so hoch, wie beim Tagesgeld, ohne den Nachteil, jedem Tagesgeld-Zinsangebot einer (weiteren) Bank hinterherlaufen zu müssen (wollen). Ist der Gedanke richtig, oder gibt es doch gute Gründe, Tagesgeld zu bevorzugen?

    Ja, genau so kannst du das handhaben und einen anfänglichen (oder auch dauerhaften) Cash-Puffer in einem Geldmarktfonds vorhalten. Du musst dabei jedoch die Gebühren bzw. die "Transaktionskosten" im Auge halten. Diese sind je nach gewähltem Fonds oder ETF und je nach depotführender Bank sehr unterschiedlich und können schnell die geringe Rendite dieser Produkte schmälern. In den meisten Fällen ist es ratsam, häufige Ein- oder Auszahlungen bzw. Transaktionen von jeweils kleineren Beträgen zu vermeiden. Das hängt aber alles sehr von der Bank, deren Gebühren und der Höhe der Beträge ab über die wir reden.