Schlau
Ich habe den Artikel im Focus gar nicht gelesen, von daher kann ich auch nicht das widerkauen, was dort steht (zumindest nicht bewusst).
Darüber hinaus geht es hier mittlerweile um zwei Themen.
Das eine ist die Aussage von Dr. Schlemann , dass es keine Vergreisung in geschlossenen Tarifen gibt. Diese ist schlichtweg falsch, da das Durchschnittsalter bei einem geschlossenen Tarif unweigerlich steigt. Und das aber natürlich erst einmal absolut unabhängig davon, ob dadurch die Tarife steigen oder nicht.
Das andere Thema ist die Auswirkung von steigenden Gesundheitskosten innerhalb eines Tarifs (egal ob geschlossen oder nicht) und deren Auswirkung auf die Beiträge. Hier habe ich (noch vor der ersten Aussage eines Mitforisten, dass die Kosten immer nur gegen die Beiträge des gleichen Jahrgangs gelegt werden) eine Rechnung aufgestellt, welche die Risikostreuung über alle Mitglieder dieses Tarifs vorsieht und zu entsprechenden Beitragssteigerungen führt. Diese Rechnung wurde von Herrn Dr. Schlemann abgetan, dass ein nicht-Versicherungsmathematiker gar keine Ahnung hat und es deshalb gar nicht erklären kann. Ich habe übrigens auch nie in Anspruch genommen, dass meine Rechnung der "Stein der Weisen" ist, aber nach meinem Verständnis die grundlegende Arithmetik darstellt. Fachliche Korrekturen an meiner Rechnung kamen übrigens nicht. Der Hinweis (der erstmals in diesem Threads vor wenigen Tagen gekommen ist), dass die Berechnung ausschließlich innerhalb des Jahrgangs erfolgt, hatte ja gerne von einem fachkundigen Versicherungsverkäufer an der Taille kommen können und das hatte ich auch als Gegenargument akzeptiert. Das kam aber so nicht, sondern ich würde im Endeffekt ohne Gegenargumente als inkompetent abgestempelt.
Abschließend bleibe ich auch weiter dabei, dass bei geschlossenen Tarifen eine Vergreisung eintritt. Dies ergibt sich aus der einfachen Mathematik. In wie weit sich diese auf die Beitragssteigerungen auswirkt, kann durchaus diskutiert werden. Durch die Betrachtung der einzelnen Jahrgänge dürfte es diese nicht geben. Auf der anderen Seite agiert eine PKV nach den Grundsätzen der Marktwirtschaft. Der Anbieter will also Gewinn machen und keine Tarife mit permanentem Verlust haben. Ob da alle Kostensteigerungen ausschließlich in einem Jahrgang über Beitragserhöhungen abgefangen werden können, wage ich irgendwie zu bezweifeln. Also wird es wohl in irgendeiner Form eine Quersubventionierung geben.