Beiträge von Mazen

    Auch wenn ich dir hier 100%-ig zustimme, möchte ich das keinesfalls erleben. Denn, bis zum Scheitern würde wahrscheinlich jede Menge Porzellan (und mehr) zerschlagen werden. Siehe Trump.

    Erleben möchte ich das auch nicht, aber momentan tun wir viel dafür, dass es dazu kommt. Allerdings muss man realistisch sein: Es wird keine demokratische Partei mit der AfD koalieren, auch in den nächsten 20 Jahren nicht. Die AfD bräuchte somit schon die absolute Mehrheit, und das wird bei der nächsten Wahl definitiv noch nicht möglich sein.

    Dennoch birgt so ein Szenario Risiken; man muss nur nach Österreich schauen. Selbst wenn die AfD "nur" die stärkste Partei wird, wird es in der Bevölkerung sehr unruhig, und die Spaltung wird nur noch weiter vorangetrieben. Solche Gräben zu kitten, dauert Jahrzehnte.

    Von daher müssen wir uns jetzt ehrlich machen, auch alle anderen demokratischen Parteien. Probleme sollten ganz konkret, sachlich und nüchtern angesprochen werden, ohne sich gegenseitig auszuspielen. Dann sollten möglichst schnell Maßnahmen eingeleitet werden, die auch unbequem sein können, aber zumindest Sinn machen und ein ganz konkretes Ziel verfolgen. Aktuell habe ich nämlich den Eindruck, dass wir gar nicht wissen, wo wir überhaupt hinwollen.

    Die Afd macht genau das selbe, warum wird sie dann gewählt?

    Die AfD hat bis jetzt keinen Regierungsauftrag erhalten und kann somit populistische Meinungspolitik betreiben. Der Mensch ist leider so gepolt, dass er nach einfachen Lösungen sucht, auch in einer komplexen Welt, in der die Gründe für bestimmte Probleme multikausal sind.

    Wir sind uns wahrscheinlich alle einig, dass spätestens dann, wenn diese Partei in Verantwortung kommen würde, die ganze Veranstaltung in sich zusammenfällt. Bis dahin wird es aber schwer sein, sie zu entzaubern.

    So lieber Mazen, gerade dein letzter und vorletzer Post zeigt doch das Bitcoin kein Goldersatz ist. Du beschreibst ja die Wertsteigerung von Bitcoin innerhalb kürzester Zeit, genau das Gegenteil von Gold. Gold steigt oder fällt nicht über die Jahre, ist sogar stabil über Jahrhunderte. Gold spiegelt nur die aktuelle Kaufkraft wieder und preist auch Inflation und Geldentwertung ein. Deswegen wird Gold für viele auch als Versicherung gegen Werteverfall genutzt. Gold wird immer eine andere Rolle als Bitcoin spielen. Das solltest du aber mal langsam erkennen.

    Aktuell ist er es auch nicht. Es geht mir primär um Zukunftsszenarien. Eines davon lautet, dass mit steigender Anzahl von Nutzern des Bitcoin-Netzwerks die Volatilität abnimmt, was für einen echten Wertspeicher wichtig ist. - Gold ist übrigens im Wert rund 20 Jahre am Stück gesunken (ca. 1983 bis 2000). Ich kann mir gut vorstellen, dass Bitcoin langfristig die Rolle von Gold übernehmen wird, da Bitcoin eben dieselben Eigenschaften von Gold in seiner Funktion als Wertspeicher hat und einige davon sogar besser sind. Lediglich die Historie spricht für Gold. Aber dies wird die Zukunft zeigen, niemand kennt diese :)

    Wer die Themen der AfD in den Fokus rückt und inhaltlich Politik der AfD macht, der stärkt sie. Das haben wir im letzten Jahr und im Wahlkampf und danach gut gesehen.


    Wer meint anstatt die wirklichen Probleme (Ungleichheit, Marode Infrastruktur, Teures Wohnen, Pflegenotstand, Erzieher*innen Mangel, ...) anzugehen, Scheinlösungen wie "Abschieben" als wichtigstes zu sehen, der bekommt eine starke Rechte.


    Wer meint Lügen wie "keine Termin beim Zahnarzt wegen Asylbewerbern" zu verbreiten (Merz), der stärkt die AfD.


    Wer meint „Im großen Stil abschieben“ (Scholz) ist das Wichtigste und löst echte Probleme, der stärkt die AfD.

    Genau wegen solcher Positionen ist die AfD momentan leider so stark, weil die zentralen Probleme (dazu zählt nun mal auch illegale Migration) in der Vergangenheit eben nicht ehrlich ausgesprochen und Maßnahmen nicht umgesetzt wurden. Und wenn es die kommende Regierung in Deutschland wieder nicht tut, wird die AfD noch stärker. Schaut man sich die aktuellen Koalitionsgespräche an, bei denen sich die CDU einer 15 % Partei unterwirft, wird es darauf wahrscheinlich hinauslaufen. - Man muss seinen Blick nur mal in Europa schweifen lassen, der Rechtsdruck kommt nicht von ungefähr, in nahezu allen europäischen Ländern wird deutlich rechtskonservativer gewählt, teilweise sogar rechtsradikal und dies liegt meiner Einschätzung nach nicht darin begründet, dass wir zu wenig Erzieher haben, die Infrastruktur ausbaufähig ist oder Lügengeschichten von Zahnarztbesuchen erzählt werden.


    Wer zu zaghaft ist und eine Demokratie-feindliche Partei wie die AfD nicht so früh wie möglich verbietet, der stärkt die AfD.

    Nur weil man eine Partei verbietet, löst man noch nicht die Probleme, sowas geht nur demokratisch, wie die Geschichte eindrucksvoll bewiesen hat.

    Leider ist es schwer mit dir zu diskutieren, da Bitcoin wohl etwas religiöse Züge bei dir hat und jede Kritik entweder ignoriert oder mit Whataboutism geantwortet wird.

    Diskussion lebt vom Austausch unterschiedlicher Meinungen und Positionen, wenn ich bestimmte Einschätzungen anders sehe und diese dann begründe, dann ist das doch im Sinn einer Diskussion, oder?


    Bitcoin ist ein Invest wie viele andere auch, dagegen ist ja auch nichts zu sagen, nur ist Bitcoin eben kein Gold und dadurch auch nicht vergleichbar

    Wer entscheidet das? Ich persönlich sehe das anders und hab es ausgiebig begründet. Bitcoin ist für mich digitales Gold in Bezug auf seine Eigenschaften als Wertspeicher, natürlich nicht in Bezug auf die physischen Eigenschaften von Gold. Wenn du das anders siehst, dann ist es in Ordnung, aber zu behaupten "Bitcoin ist dies oder das", alles andere ist falsch, bringt halt die Diskussion nicht weiter.


    Alle Anlagen haben ihre Vor und Nachteile, diese können sich sogar ändern.

    Hab ich nie angezweifelt.


    Versuch einfach mal Bitcoin nicht so kritiklos zu sehen und mehr daraus zu machen als was es ist.

    Ich befasse mich halt sehr intensiv mit Bitcoin und das schon jahrelang. Bitcoin wird meiner Meinung nach die Welt zentral verändern, wenn du das (noch) nicht so siehst, dann ist das okay. Wenn das für dich abgedreht klingt, ist das auch okay, ich kenne diese Reaktionen zur Genüge und kann sie verstehen, gerade wenn man sich selbst noch nicht so intensiv mit der Thematik befasst hat. Die Vergangenheit hat allerdings immer gezeigt, dass die Kritiker falsch lagen. Bitcoin war bei 10 $ tot, bei 100 $ tot, bei 1000 $ tot, bei 10.000 $ tot und auch wenn Bitcoin irgendwann auch 1.000.000 $ sinkt, wird er von einigen tot gesagt. Alles hat seine Zeit, jeder bezahlt den Preis für Bitcoin, den er verdient. Ich bin damit total cool :)


    Auch habe ich eine kleine Spielwiese mit Pennystocks und Kryptos, aber wirklich als Spielwiese und nicht als langfristige Altersabsicherung.

    Voll in Ordnung, investieren soll ja auch Spaß machen und dient manchmal sogar zur Unterhaltung.

    Kryptowährungen gibt es dagegen in unüberschaubarer Vielzahl. Es können auch jederzeit dezentrale neu erfunden werden oder sogar welche, die bessere EIgenschaften haben, die wir heute noch nicht kennen.

    Die gibt es bereits. Aber es wird sich eben keiner durchsetzen, weil das Bitcoin-Netzwerk mittlerweile so riesig ist und für Sicherheit und Dezentralität steht (zentrale Merkmale eines guten Wertspeichers). Da das Netzwerk kontinuierlich wächst und somit kontinuierlich an Wert gewinnt, wird auch Bitcoin in seiner Funktion als Wertspeicher immer besser. Es wird somit immer unwahrscheinlicher, dass Bitcoin von anderen Kryptowährungen verdrängt wird. Dies kann man übrigens auch sehr gut an der Entwicklung der Marktkapitalisierung von Bitcoin erkennen. Während gerade in den Anfangsjahren noch viele Projekte im Rennen waren und Bitcoin an Dominanz verloren hat, hat sich die Situation ab Ende 2021 verändert. Seitdem nimm die Dominanz von Bitcoin durchgehend zu, bis am Ende vielleicht noch ganz wenige Projekte mit sinnvollem Usecase übrig bleiben:

    Die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen nach Sicherheit, Stabilität und Vertrauen in einen Wertspeicher werden darüber hinaus zeitlos bleiben, unabhängig von technologischen Fortschritten oder gesellschaftlichen Veränderungen. Daher hat Gold auch eine so lange Historie. Da wir aber mittlerweile im digitalen Zeitalter angekommen sind, haben sich die Rahmenbedingungen verändert, auch wenn Gold in naher Zukunft weiterhin eine Rolle spielen wird.

    Gold wurde nicht "geupdated". Gold ist ein Metall, d.h. ein chemisches Element.


    Goldzertifikate sind ein reines Menschenprodukt: es gab sie früher in Form von Wechseln oder sogar Banknoten, heute eher als Schuldverschreibung. Aber das ist kein Gold, sondern nur ein normaler Vertrag bzw. eine (verbriefte und handelbare) Forderung.


    Gold braucht keine Technologie und kein Netzwerk. Es braucht keine Updates und ist nicht einmal updatefähig. Das ist sein Vorteil und allein deshalb ist es wertbeständig.

    Doch, Gold wurde "geupdatet" – und zwar im übertragenen Sinne und nur in der Finanzindustrie. Dies liegt daran, dass Gold neben seinen positiven Eigenschaften auch einige negative Aspekte aufweist, wie ich bereits erläutert habe (schlecht transportabel, schlecht skalierbar usw.). Aus praktischen Gründen wurden neue Eigenschaften in Zeiten der Digitalisierung auf Gold übertragen, um seine Nutzung zu erleichtern und an moderne Anforderungen anzupassen.

    Und warum hebst du auf TR und Co. ab?

    Was meinst du? Ich verstehe die Frage nicht. :rolleyes:


    Ganz blöde Frage aber ist Bitpanda auch ein Neo Broker? Ich habe dort alle meine Bitcoin gekauft...

    Nein, Bitpanda ist grundsätzlich in Ordnung, auch wenn sie sehr teuer sind. Du kannst deine Bitcoin jedoch immer versenden, während das bei Neobrokern nicht möglich ist. Außerdem solltest du langfristig darüber nachdenken, deine Bitcoin in deine eigene Wallet zu transferieren. Dieser Punkt ist spätestens dann erreicht, dass wenn deine Bitcoin-Bestände im schlimmsten Fall gestohlen werden würden, es dir weh tun würde. - Eine eigene Hardware-Wallet kostet ungefähr 100-150 Euro.

    Aber wir schweifen gerade vom Thema ab. Weitere Diskussionen sollten wir besser im Bitcoin-Thread führen.

    Mazen
    23. November 2024 um 14:39

    Die typische Methode, Argumente zu banalisieren.

    Überhaupt nicht, theoretisch ist eben alles möglich. Dass der Staat zu meiner Lebzeit Vermögenswerte von seinen Bürgern beschlagnahmt, sehe ich eben als sehr, sehr unwahrscheinliches Szenario an, wenn andere das anders sehen, ist das okay und ihre subjektive Einschätzung, die ich respektiere. Niemand kennt die Zukunft.

    Wo kaufst du denn ein?

    Mittlerweile bei Bitvavo (in Deutschland regulierte Börse), Altbestände kommen von ausländischen Börsen, die schon lange steuerfrei sind und somit auch nicht meldepflichtig waren/sind.

    Selbst wenn im Rahmen der MiCA-Verordnungen der Staat deutlich mehr Einsicht erhält, würde ich, wenn sie die Lage verschärft, die "bekannten" Bitcoin-Bestände einfach verkaufen und dann müsste man die Situation neu bewerten. Es wird sehr wahrscheinlich immer Länder geben, in denen Bitcoin nicht verboten ist.

    Aber sich zum jetzigen Zeitpunkt über solche Szenarien Gedanken zu machen, da momentan vieles eher dafürspricht, dass Bitcoin mehr Akzeptanz erhält, sehe ich als vergeudete Liebesmüh an.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Executive_Order_6102

    Da hattest du 4 Wochen Zeit, dein Gold abzugeben.

    Und fehlende Reisefreiheit oder Kapitalkontrollen sind kein konstruiertes Szenario. Frag mal jemand, der die DDR erlebt hat. Und bedenke beim Konzept "einfach ausreisen", dass Sippenhaft ein sehr bequemes Konzept für einen Unrechtsstaat ist, und ein sehr wirksames dazu.

    Ich weiß, das ist jetzt etwas extrem...aber du hast damit angefangen und davon geschwärmt, dass kein Staat Zugriff hätte. Das mag technisch der Fall sein, das Szenario eines bösen Staats halbwegs konsequenzt zu Ende gedacht, ist das aber nicht der entscheidende Hebel.

    Klar, theoretisch ist nichts auszuschließen. Theoretisch kann morgen auch die Sonne explodieren. Am Ende ist jede Annahme, die die Zukunft betrifft, eine Wette. Und wenn man nun für Bitcoin solche extremen Szenarien heranzieht, dann muss man dies auch für alle anderen Assetklasse und dann wird man am Ende zu dem Schluss kommen, dass Bitcoin in Sachen Zensur bzw. Verbot ziemlich gut wegkommt und der Erwartungswert dieser Wette besser ist, als für viele andere Wetten. Zumal der Staat häufig gar nicht weiß, wie viel Bitcoin jemand besitzt, es sei denn, man kauft bei Neobrokern wie Trade Republic und Co., dann hat man aber auch selber Schuld.

    Ich gehe einfach davon aus, dass Gold ein Wertspeicher der analogen Welt und Bitcoin ein Wertspeicher der digitalen Welt ist. Beide können und werden wahrscheinlich koexistieren. Soweit ich es verstanden habe kann Bitcoin wie jede Technologie zwar technisch altern, ist aber so gebaut, dass es evolutionär angepasst werden kann. Der größere Risikofaktor ist m.E. daher nicht die technologische Veralterung, sondern gesellschaftlicher Wandel: Wird Bitcoin als Wertspeicher dauerhaft akzeptiert? Meine Wahrnehmung ist, dass diese Akzeptanz derzeit steigt.

    Diese Sichtweise habe ich momentan auch und finde sie plausibel. Es wird auf jeden Fall spannend, zu beobachten sein, was in den kommenden Jahren passiert.

    Während man bei anderen Geräten seine Identität noch einigermaßen einfach verschleiern kann, ist dies bei Smartphones nicht möglich. Spätestens, wenn man eine kostenpflichtige "App" erwerben will, muss man seine Identität preisgeben. Aber der großen Masse scheint es wohl völlig egal zu sein, sich in digitaler Hinsicht völlig nackt zu machen, wahrscheinlich, weil sie gar nicht verstehen, was da passiert.

    Übrigens ist das ein zentrales Argument im Whitepaper von Satoshi Nakamoto, warum er Bitcoin erfunden hat :)


    So ist es. Auch Netscape konnte evolutionär angepasst werden. Trotzdem nutzt es heute niemand mehr als Internet-Browser. Auch Second Life ist passé, Word Perfect kennt auch keiner mehr, trotz zahlreicher Updates.

    Gold ist ohne Updates zeitlos begehrt.

    Der Vergleich passt aber nicht ganz. Netscape und Co. sind Anwendungssoftware und stehen bzw. standen in Konkurrenz zu zahlreiche Alternativen. Irgendwann haben sie sich nicht mehr weiterentwickelt und wurden dann vom Markt "gefressen".

    Bitcoin und das Internet hingegen sind Protokolle, die von Netzwerkeffekten leben und deren Wert steigt, je mehr Menschen es nutzen. Dies geschieht streng nach dem Motto: "The first one to the finish line wins the race." Dieses Rennen ist sowohl beim Bitcoin als auch beim Internet bereits vorbei. Es wird in Zukunft kein zweites Internet mehr geben, weil es sich einfach nicht durchsetzen würde.

    Ähnlich verhält es sich beim Bitcoin. Bitcoin hat sich im Vergleich zu anderen Kryptowährungen als das dezentrale digitale Asset etabliert. Es gibt kaum Anreize für Nutzer, auf eine alternative Kryptowährung umzusteigen, die nicht dieselbe Akzeptanz und Sicherheit bietet.


    Gold wurde ein der Vergangenheit übrigens sehr wohl "geupdatet", denn Gold ist sehr schwer zu teilen, zu skalieren und auch die Aufbewahrung ist nicht einfach, wenn es um größere Mengen geht. In einer digitalisierten Welt wurden "Gold-Zertfikate" eingeführt, die vieles vereinfacht haben, aber auch ihre Nachteile haben, Stichwort: Vertrauen. Nutzer müssen darauf vertrauen, dass die Zertifikate tatsächlich durch physisches Gold gedeckt sind und dass die ausstellende Institution zuverlässig ist. Dies steht im Gegensatz zu Bitcoin, das durch eine transparente Blockchain-Technologie funktioniert, die Vertrauen durch Dezentralisierung und Nachvollziehbarkeit schafft.

    Und dann? Liegt dein Bitcoin in einem Wallet rum und sammelt virtuellen Staub.

    Das Problem ist nicht, Bitcoin, Gold oder Fremdwährung zu verstecken. Das Problem besteht darin, als sonst gesetzestreuer Bürger im Zweifelsfall irgendwas damit anzufangen, wenn z.B. eine zehnjährige Haftstrafe auf den Besitz von illegalem Gold/Bitcoin/... droht.

    Und noch ein Nachtrag zum Thema Bitcoin verstecken...da du deine Bitcoin ja auf einem Exchange gekauft hast, weiß das im Zweifelsfall auch der Staat. Ein Unrechtsstaat wird sich dann gar nicht weiter mit pseudonymen Wallets aufhalten und dich einfach einknasten, wenn du die nicht rausrückst. Aber auch bei einem etwas zurückhaltenderen Staat ist die perfekte Nachverfolgung einzelner Bitcoin über alle Besitzer ein potentielles Problem.

    Ganz unabhängig davon, dass dein dystopisches Szenario sehr konstruiert ist und ich es für nahezu ausgeschlossen halte: Wenn es wirklich so weit kommen sollte, werden solche Maßnahmen ja nicht von heute auf morgen umgesetzt, sondern sie bahnen sich an. Das gilt auch für andere Assets, wie zum Beispiel Gold. Bei Bitcoin kann man sich zur Not 12 Wörter im Kopf merken und dann einfach bequem in ein Land reisen, in dem es solche Maßnahmen nicht gibt. Bei Gold gestaltet sich das schon schwieriger ...

    Gold ist der Indikator, der den Wert der anderen Assests anzeigen kann, oder besser deren Verfall der Kaufkraft, das kann Bitcoin niemals, Bitcoin ist ebenfalls ein Spekulationsobjekt wie z.B. Aktien. Man sieht es aktuell sehr gut wie Krypto und Aktien einen Wertverlust erfahren und Gold diesen ziemlich genau wiederspiegelt. Gold ist ein Versicherung und ein Wertindikator, weiss immer noch nicht wie man das mit Bitcoin gleichsetzen kann, Gold ist was grundsätzliches anderes mit anderen Schwerpunkten.

    Nochmal. ich habe kein Problem mit Bitcoin oder anderen Kryptos, nur wer das mit Gold gleichsetzt hat Gold nicht verstanden, darum geht es mir. Gold ungleich Bitcoin!

    Warum kann Bitcoin das nicht? Grundsätzlich glaube ich, dass Bitcoin das sogar viel besser kann, weil er viel dezentraler und deflationärer ist als Gold.

    Momentan ist Bitcoin noch nicht so weit, da hast du recht. Viele Anleger betrachten ihn noch als risk-on Asset, weil er noch relativ jung ist. Ich denke jedoch, dass sich dieses Bild allmählich ändern wird. Es braucht einfach etwas Zeit, bis die breite Masse die Vorteile von Bitcoin erkennt. Das war bei anderen disruptiven Innovationen wie dem Auto, dem Telefon, dem Internet und dem Flugzeug ebenfalls der Fall, Bitcoin ist da keine Ausnahme.

    In der Theorie vielleicht, aber in der Praxis geht ohne Exchange kaum was. Und damit haben Staaten im Zweifelsfall wieder durchgriff. Die vielen beschlagnahmten Bitcoin aus diversen Geschäften kommen nicht von ungefähr.

    Wenn man das Thema ernsthaft angeht, lässt man seine BTC jedoch nicht auf der Börse liegen, sondern sendet sie unmittelbar nach dem Kauf an seine eigene Wallet. Das sind nur drei Klicks und geht genauso schnell wie eine Online-Überweisung. So ist man nicht von Drittparteien abhängig, und auch der Staat hat keinen Zugriff. Von daher sehe ich das Problem nicht.

    Darüber hinaus gibt es weltweit Börsen, an die man innerhalb von wenigen Sekunden seine BTC senden kann. Ich kann mir aktuell keine Situation vorstellen, in der alle Staaten weltweit ein Bitcoin-Verbot aussprechen. Betrachtet man die gegenwärtige Situation, ist eher damit zu rechnen, dass sich zahlreiche Staaten Bitcoin gegenüber weiter öffnen. Gerade die Mining-Industrie wird in den kommenden Jahren einen wesentlichen Faktor im Bereich der Energie-Infrastruktur darstellen.


    Die sicherste Methode gegen den Durchgriff eines Staats besteht darin, geographisch breit zu streuen. Dann hat man nur noch das Risiko, dass man im eigenen Land eingesperrt wird und nicht ans ausländische Vermögen kommt.

    Das sehe ich auch so.