Beiträge von GrandmasterMUC

    Sind die Anbieter eigentlich verpflichtet, alte Riesterverträge anzunehmen oder liegt die Entscheidung beim Anbieter des AVD?

    Ich habe heute Früh diese Frage mal an den DKB Kundenservice gesendet. Die Antwort der DKB kam zwar sehr schnell, allerdings wirkt sie auf mich ziemlich zurückhaltend. Während andere Anbieter bereits offensiv mit dem Übertrag werben (z.B. Finanzen.net Zero), hält sich die DKB noch bedeckt. Natürlich ist nachvollziehbar, dass die gesetzlichen Details noch nicht final feststehen. Als potenzieller Neukunde würde man sich wohl aber ein etwas positiveres Signal wünschen – etwa in die Richtung, dass man das Thema aktiv verfolgt und Übertragungen grundsätzlich ermöglichen möchte, sofern der Gesetzgeber dies zulässt.
    Wenn man als Direktbank hier zu lange wartet, haben alle Neukunden schon ihre Depots bei den Neos angelegt, weil die natürlich deutlich aktiver und aggressiver sämtliche Werbekanäle ausschöpfen. Aber vielleicht will man das ja gar nicht so offensiv vermarkten - wer weiß, bis dato habe ich von der DKB lediglich eine Umfrage erhalten mit ein paar Abfragen, u.a. ob man denn grundsätzlich am neuen AVD interessiert wäre etc.


    Guten Tag ...,

    vielen Dank für Ihre Nachricht.

    Das geplante Altersvorsorgedepot startet nach aktueller Gesetzeslage frühestens ab dem 01.01.2027, Details zur konkreten Ausgestaltung und auch zur Übertragbarkeit bestehender Riester- bzw. Rürup-Verträge stehen derzeit noch nicht final fest. Deshalb kann ich Ihnen aktuell leider nicht verbindlich zusagen, ob und in welcher Form Sie Ihren bestehenden Riestervertrag zur DKB übertragen können.

    Da sich gesetzliche Rahmenbedingungen und Produktkonzepte noch ändern können, informieren wir rechtzeitig, sobald es verbindliche Aussagen zu Überträgen von bestehenden Riester-Verträgen und zu den genauen Prozessen bei der DKB gibt. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben möchten, können Sie sich zusätzlich für unseren Newsletter zum DKB-Börsenwissen anmelden, dort greifen wir neue Produkte und Entwicklungen regelmäßig auf.

    Ich bedanke mich für Ihr Verständnis und wünsche Ihnen einen schönen Tag.

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    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr M. Karle
    Deutsche Kreditbank AG

    Bereich Privatkunden
    Internet: https://www.dkb.de/

    Moin zusammen,

    mir kam grad eine Frage in den Sinn: Meinen Riester möchte ich zum Start des AVD gern in ein solches übertragen. Sind die Anbieter eigentlich verpflichtet, alte Riesterverträge anzunehmen oder liegt die Entscheidung beim Anbieter des AVD? Nicht dass die Neos/Direktbanken ein gutes und günstiges AVD anbieten aber die Kosten/Aufwände für den Eingang der Übertragung scheuen.

    Dazu habe ich auch schon mal lose recherchiert. Man kann die Depotanbieter wohl grundsätzlich nicht zwingen, einen alten Riester zu übernehmen. Aber bei 16 Mio. Riesterverträgen wird die Jagd nach Neukunden hoffentlich groß sein und sich keiner verweigern.

    Finanzen.ner Zero hat schon mal eine To Do Liste erstellt - die scheinen also auf jeden Fall nicht abgeneigt zu sein ;)

    https://www.finanzen.net/ratgeber/news/…-02-06-2026-01/

    Heltanos

    Sorry und danke, soweit war ich noch nicht vorgedrungen. Wäre auch zu schön gewesen ...

    1) Alle verwertbaren Vermögensgegenstände sind vorbehaltlich des Satzes 2 als Vermögen zu berücksichtigen. Nicht zu berücksichtigen sind für die Altersvorsorge bestimmte Versicherungsverträge; zudem andere Formen der Altersvorsorge, wenn sie nach Bundesrecht ausdrücklich als Altersvorsorge gefördert werden ...

    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__12.html

    Allerdings sehe ich da Interpretationsspielraum für Hobbyjuristen. Der Vertrag an sich bzw. das AV-Depot als "andere Form der Altersvorsorge" ist ja per se ein gefördertes Produkt, nur nicht unbedingt jeder enthaltene Euro ;) Aber das führt jetzt zu weit.

    Prinzipiell ja. Aber ungeförderte Beiträge zählen nicht zum getzlich gesicherten Schonvermögen.

    Ich denke das ist nicht korrekt. Es müsste das gesamte AV-Depot zum Schonvermögen zählen. Auch die ungeförderten Beiträge und auch das mögliche 2. AV-Depot, also in Summe 13.680 EUR pro Jahr, die man vor zukünftigem Zugriff schützen könnte.

    Grund: Einmal eingezahlt ist es zweckgebunden für die Altersvorsorge und kann nur förderschädlich frühzeitig entnommen werden. Das Gesetz spricht von "als Altersvorsorge gekennzeichneten Vermögensgegenständen". Es fordert an keiner Stelle, dass diese Beiträge staatlich bezuschusst worden sein müssen. Das Altersvorsorgedepot ist als reines Altersvorsorgeprodukt zertifiziert und rechtlich per se als solches gekennzeichnet.

    Haben wir den gleichen Anbieter (angesichts deiner Rendite eher nicht...)?

    Standard Life / Hannoversche Leben. Das Geld geht da in irgendeinen "With-Profit-Funds", der unterliegt irgendwelchen "Smoothing"-Verfahren. Gestartet damals 2002 mit über 70% Aktienquote ... Das kann sich natürlich alles noch zum deutlich schlechteren drehen, aber bis dato plane ich, den Vertrag bzw. das Guthaben erst mal nicht direkt ins AV-Depot zu konvertieren. Das AV-Depot wird zunächst parallel laufen, der Riester beobachtet. Habe noch ca. 24 Jahre bis zur Rente ...

    damit die Rente bis zum 110. Lebensjahr wegfällt.

    Die Möglichkeit des zeitlich begrenzten Auszahlens bis 85 soll für alle zertifizierten AV-Verträge gelten - theoretisch auch für alte Rieser-Verträge. Das müsste man ggf. mit seinem Anbieter ausfechten - ggf. Anbieter wechseln oder Gebühr akzeptieren. Ich habe dazu mal eine Anfrage bei meinem Anbieter gestellt, mit einer Antwort ist erfahrungsgemäß in ca. 8 Monaten zu rechnen ;)
    Sofern der alte Riester passabel läuft (bei mir ist das der Fall - knapp 0,4% Effektivkosten bei derzeit ca. 5,x% Rendite), sollte man das ggf. in die Berechnungen und Überlegungen einfließen lassen.

    "Finanztest erläutert in seiner Analyse zur Riester-Reform explizit die zwei Auszahlvarianten, die ab 2027 gelten: die lebenslange Rente oder der befristete Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr. Zudem wird dort bestätigt, dass ein Anbieterwechsel nach fünf Jahren Vertragslaufzeit kostenfrei möglich sein muss, wenn der alte Anbieter die neuen Auszahlmodelle nicht im Altvertrag umsetzt."

    -> D.h. ich muß jedes Jahr das Geld aus der Steuereklärung reinvestieren. Mache ich das? Denke ich daran?

    MÜSSEN tut man das ja nicht, für die maximale Effizienz sollte man es aber machen. So meint er das glaube ich.

    Du könntest die jährliche Steuererstattung schätzen, durch 12 teilen und dann auf deinen Sparplan draufrechnen. Statt 150 EUR für den maximal geförderten Teil überweist du dann 180 oder was auch immer dabei dann rauskommt. Ob die bspw. 30 EUR Differenz ins AV-Depot oder in ein anderes Depot geht, bleibt ja dir überlassen.

    Ich habe bereits diverse KIs mit sämtlichen zur Verfügung stehenden persönlichen Angaben und IST-Beständen gefüttert und bekomme da ziemlich gute Ergebnisse mit Rechenbeispielen / Vergleichen / Steuersimulationen etc.
    Sicherlich muss man die Ergebnisse überprüfen - es schleichen sich wie so soft bei KI schnell Fehler ein, bspw. wurde oft die Teilfreistellung bei ETF nicht berücksichtigt, sowas muss man halt erkennen und korrigieren.
    Meine persönliche Situation ist nicht sehr komplex, daher kann ich bereits jetzt - auf Basis der zugänglichen Infos zum AV Depot - schon sagen, was ist aller Voraussicht nach ab 01.01.2027 machen werde.
    Auch sehe ich das AV-Depot als Sicherheitsbaustein, da das dortige Vermögen analog zu Riester bei Arbeitslosigkeit geschützt ist, als Schonvermögen gilt und nicht herangezogen werden darf. Mir persönlich ist das wichtig, natürlich kostet das aber Flexibilität und je nach persönlicher (steuerlicher) Situation auch Rendite.

    Mal was anderes - das war mir neu:

    Ich habe einen alten, nicht allzu schlecht laufenden Riestervertrag (selten, gibt es aber). Eigentlich wollte ich das Guthaben darin bis dato möglichst direkt nach Start ins neue AV-Depot verfrachten, aber nun scheint es auch möglich zu sein, Riesterverträge nach den neuen Regelungen bei Renteneintritt bis 85 auszahlen zu lassen und nicht mehr bis zum vermuteten Ableben mit 100 zu verrenten.

    Das erfordert zumindest in meinem Fall dann doch weitere Rechenspielchen. Rieser stehen lassen, ggf. sogar weiter besparen, parallel neues AV-Depot beginnen etc.

    "Das Gesetz regelt die Einführung des neuen Altersvorsorgedepots ab 2027, schreibt aber gleichzeitig eine Flexibilisierung der Auszahlungsformen für alle zertifizierten Verträge vor."

    Theoretisch fallen darunter doch auch alte Riesterverträge, oder wie würde ihr das auslegen?

    Zentrale Passage: Neufassung des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes (AltZertG), insbesondere die Flexibilisierung der Auszahlungsphase (§ 1 Abs. 1 Nr. 4 AltZertG n.F.).

    Das stimmt. Erst die Tage wieder erhalten. Dort steht alles schwarz auf weiß.

    Schwarz auf weiß scheint Millionen von Leuten nicht genug zu triggern. Es müsste vermutlich mindestens auch als TikTok Reel ausgespielt werden mit Musik unterlegt. Ein QR Code könnte das lösen und ggf. irgendwelche bunten Buzzwords.

    Mehr als 50 % der Deutschen haben mangelhaftes Finanzwissen lt. Finanztipstudie.

    Eine YouGov/Postbank-Umfrage sagt:
    34,6 % fühlen sich wenig bis gar nicht informiert
    26,7 % informieren sich überhaupt nicht aktiv über Finanzen

    Hochgerechnet auf ~84 Mio. Einwohner:

    ~25–30 Millionen Menschen mit schwachem Finanzwissen

    ~20 Millionen, die sich praktisch gar nicht damit beschäftigen

    Trotz allem und grundsätzlich sollte die Thematik "Rentenlücke" von Seiten des Staates deutlich sichtbarer, aggressiver und dauerhaft kommuniziert werden. Litfasssäulen, Plakate, TV Beiträge etc. Das ist seit Jahrzehnten nirgends richtig öffentlich präsent, lediglich in diversen Blasen wie FT etc.

    Nur auf diesem Wege könnten wohl auch diejenigen erreicht werden, die sich sonst aus welchen Gründen auch immer niemals damit beschäftigen würden.

    Bin seit knapp 15 Jahren zufriedener DKB Kunde (Giro Aktiv + Depot). Bis dato keine Probleme.

    Wero fehlt noch, wird wohl auch irgendwann kommen. Immer mal wieder liest man, dass die DKB sich aktiv für die Zukunft rüstet:

    https://www.springerprofessional.de/gewinn--und-ve…ern-lb/52147142

    https://www.fondsprofessionell.de/news/unternehm…angriff-248730/

    https://www.mobiflip.de/dkb-startet-20…unden-erwartet/

    https://finanz-szene.de/digital-bankin…h-von-dwp-bank/