Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ThomasPfister da ganz im Stoff steht.
Ich habe schon einige Steuererklärungen im Freundes- bzw. Verwandtenkreis erstellt. Außerdem bin ich ehrenamtlich in der Schuldnerberatung tätig.
Aber zum eigentlichen Thema. Nach dem Eingangspost des Fragestellers bezweifel ich, daß er so adhoc überblicken kann, wie sich welche Beträge in seiner Steuererklärung auf das Ergebnis sprich Steuerlast auswirken. Einfach etwas weglassen in der Steuererklärung kann zu verhängnisvollen Ergebnissen führen. Mal ein paar Beispiele aus der Praxis:
- weil es zu viele Arztrechnungen sind und weil es zu umständlich ist einfach ein paar weglassen. Mögliche Folge: Das Finanzamt erkennt von 5 nur 4 Rechnungen an und man verzichtet auch einen Teil des Abzugsbetrags. Hätte man alle 7 Rechnungen eingereicht, wären 6 anerkannt worden und man hätte den maximalen Betrag rausgeholt. Ähnliches Bequemlichkeitsdenken trifft für Handwerksrechnungen zu.
- Vor Jahren hat das Bundesverfassungsgericht die Werbungskostenpauschale als zu niedrig angesehen und die Steuerbescheide wurden rückwirkend geändert. Plötzlich hatte man Anspruch auf die Förderung des vermögenswirksamen Sparens. Blöd nur, daß man es nie angegeben hat, weil es sich ja "sowieso nicht lohnt." Folge Diskussion mit dem Finanzamt. Gut, das Finanzamt war gnädig.
- Noch ein Beispiel: Vor Jahren gab es noch die Bauförderung, die sich nach den letzten Steuerbescheiden richtete. Da gab es so Schlauköpfe, die ihre Steuererklärung nur so halbherzig gemacht hatten, weil "alles zu umständlich ist". Dann ist ihnen spontan eingefallen eine Immobilie zu kaufen und natürlich haben sie keine Förderung erhalten. Wenn ich mich recht erinnere, gab es als Förderung 8.000,- Euro verteilt über einige Jahre. Tja, 8.000,- Euro verschenkt.
Mein Fazit: Lieber zuviel, als zuwenig angeben. Bezogen auf die KAP heißt daß, erstens, das Ausfüllen ist kinderleicht, einfach die Daten von der Bank übertragen, bei mehreren Banken natürlich Summen bilden. Zweitens, bei der Bank wurde schon die 25%-Steuer mit Soli und evt. Kirchensteuer berücksichtigt. Also das Steuermaximum. Es kann also nur weniger werden. Und nach dem ersten zu Post urteilen, weiß keiner wie hoch die weiteren Einkünfte sind. Vielleicht greift sogar die Günstigerprüfung.
Und wenn ich dann solche Tipps lese "Im Eingangs geschilderten muss man natürlich keine Ankage KAP abgeben. Wozu auch?", kann ich nur sagen Vorsicht.
Neben dem Thema Soli, gibt es noch das Thema ausländische Einkünfte. Auch aus meiner Erfahrung, viele sagen zwar, ich habe nix mit dem Auslang zu tun, doch siehe da, dann sind Fonds vohanden, die vielleicht nur mit einem kleinen Anteil auch im Ausland investiert sind.
Der Fragesteller zahlt im schlechten gleich viel Steuer, im besten Fall sogar weniger.