Bei einem Depotübertrag sind meist mehr Banken und Verwahrstellen beteiligt, als nur die abgebende und die aufnehmende Bank. Jede dazwischen geschaltete Stelle muss vorab informiert werden, dass sie die Wertpapiere geliefert bekommt und entsprechende Gegenavise einstellen. Wertpapiere kann man nicht wie Geld "einseitig" einfach so überweisen, die Gegenseite muss immer einen Gegenauftrag erfassen, damit die Clearingsysteme aktiv werden und jede Stelle will bzw. muss vorab wissen, wer, was von wo, wohin etc.
Stelle dir das Ganze mal auf der Geldseite per Überweisung beispielhaft vor (konstruiert weil einfacher nachzuvollziehen)
Dein Kind (absendender Kunde) möchte, dass Du (abgebende Bank) einem anderen Mitschüler (empfangender Kunde) einen bestimmten Betrag über das Konto dessen Eltern (empfangende Bank) überweist, das Ganze über ein zwischengeschaltetes Konto einer Lehrkraft (Clearingstelle) und wie bei Wertpapieren notwendig immer nur mit entsprechenden eingestellten Avisen.
Überlege mal an wie vielen Stellen da Abstimmungsbedarfe und Unterbrechungsstellen sind und wenn es sich nicht auf beiden Seiten um Girosammelverwahrung handelt sind in der Verwahrkette auf beiden Seiten noch mehr Banken beteiligt. Hinzukommt, dass jeder Posten einzeln/individuell übertragen werden muss, da jeder Posten anders verwahrt sein kann und die dazugehörigen Steuerdaten werden separat übermittelt und müssen am Ende wieder zugespielt werden. Es kann auch vorkommen, dass die empfangende Bank einen Posten ablehnt, da sie diesen nicht verwahren möchte oder kann oder gar über einen anderen Weg geliefert bekommen möchte. (Versuche mal ein in der Schweiz verwahrtes Papier nach UK in die Verwahrung zu liefern, das geht nicht direkt und wird dann meist über Deutschland oder Luxemburg verlagert - noch mehr Beteiligte.)
Du bekommst den Auftrag von deinem Kind, musst die Lehrkraft über die kommende Überweisung informieren inkl. aller Informationen, die Lehrkraft muss ihrerseits ein Avis erfassen, selbst eine Überweisung an die empfangenden Eltern erfassen, diese kontaktieren alle Informationen weitergeben, die empfangenden Eltern müssen wiederum ein Avis erfassen und anhand der Informationen erkennen, dass das Geld für ihr Kind ist und wenn das Geld dann angekommen ist dem Kind auch übergeben.
... und bei sechs Tagen zwischen Ausbuchung und Einbuchung sind auch sicher zwei Tage Wochenende dabei, an denen gar nichts läuft.