Wir sind uns einig, dass wir nicht schlauer sind als der Markt und das Stock Picking nicht funktioniert - zumindest nachhaltig und langfristig - und wir folglich den Markt nicht schlagen können. Deswegen betreiben wir Indexing. Weil wir der Meinung (und die Wissenschaft auch) sind, dass es funktioniert und der Aktienmarkt sich weiter nach oben entwickelt. Warum sollte Indexing dann auch nicht funktionieren wenn der Markt abwärts geht
Beim Thema stock picking vs. Index gehe ich auf jeden Fall mit. Problematisch finde ich immer den Begriff ,,Markt". Das hat mich auch beim (echten) Bogle manchmal gestört. Was ist der Markt? Bei Bogle war es der US-Aktienmarkt. Beim MSCI World sind es die Industrieländer. Beim FTSE-All World sind es weniger als 50% aller Aktien, die einfach zu kaufen sind. Und beim IMI sind es alle Aktien, aber halt nur Aktien. Das meiste Geld ist nicht in Aktien. Der Markt besteht halt hauptsächlich aus Anleihen, Immobilien, nicht gelistetem EK,.... Deshalb fand ich auch immer die Aussage ,,wenn einer outperformed, muss einer underperfomen" schwierig. Das würde ja nur stimmen, wenn es ein geschlossenes System gebe. Dazu kommt, dass ,,der Aktienmarkt" zwar effizient ist, aber nicht immer rational. Bewertungen spielen halt schon eine Rolle. Ich glaube zwar nicht, dass man das systematisch timen kann, aber, dass es vielleicht doch seltene ganz große Übertreibungen gibt, die offensichtlich sind. Vor allem dann, wenn eine Zukunft eingepreist wird, die einfach völlig unrealistisch ist (bei den momentanen US-Tech-Bewertungen geht man ja davon aus, dass alle Unternehmer und ihre Mitarbeiter auf diesem Planeten, außer die US-Amerikaner, komplett unfähig sind und immer bleiben werden. Kann das sein?).
Ich kann das nicht beweisen. Vielleicht fehlt mir auch Wissen. Aber ich denke, dass man ein Portfolio risikoadjustiert besser aufstellen kann als einfach nur nach der Devise: ,,Alles was teuer ist, kaufe ich viel und alles was billig ist, kaufe ich wenig. Alles was wenig wert ist, kaufe ich gar nicht. Alles was nicht in meinem auserwählten Markt ist, kaufe ich auch nicht". Ist das passiv? Müsste man sich nicht viel breiter aufstellen? Nicht weil man die beste Rendite will, sondern eine bessere risikoadjustierte Rendite....
(Ich behaupte das einfach der Diskussion willen. Mein Portfolio ist nicht danach aufgestellt. Sind einfach so Gedanken...).