Alles anzeigenIch glaube, das hat mehrere Ursachen. Einerseits wird heute tatsächlich viel mehr über ETFs, Finanzbildung und Vermögensaufbau gesprochen als früher. Das ist grundsätzlich positiv.
Andererseits zeigt die Realität, dass viele Menschen erst einmal ganz andere Probleme haben: steigende Mieten, Energiepreise und allgemein höhere Lebenshaltungskosten. Da bleibt oft kaum Spielraum, um etwas zurückzulegen.
Deshalb finde ich es sinnvoll, zwei Dinge zu trennen:
1.) Grundlage schaffen: Notgroschen und stabile Finanzen im Alltag
2.) Danach kann man investieren, beispielsweise über ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau.
Wenn schon der Notgroschen fehlt, ist der Fokus auf ETF-Strategien für viele Menschen einfach noch ein Schritt zu früh.
Dieses „erst Notgroschen, dann investieren“ wird ständig wiederholt, aber kaum jemand hinterfragt, was das in der Praxis bedeutet.
Für viele Menschen mit durchschnittlichem Einkommen heißt das nämlich: Sie sparen jahrelang auf einem Konto mit praktisch null Rendite und verlieren in dieser Zeit Kaufkraft durch Inflation. Gleichzeitig wird ihnen eingeredet, sie dürften erst investieren, wenn der Notgroschen komplett aufgebaut ist.
Das Ergebnis: Viele fangen überhaupt nie mit dem Investieren an.
Gerade deshalb halte ich dieses starre Prinzip für problematisch. Viel sinnvoller ist es, beides parallel aufzubauen: einen kleinen Puffer für Notfälle und gleichzeitig einen ETF-Sparplan. So nutzt man die Zeit im Markt und verliert nicht Jahre an potenzieller Rendite.