Beiträge von blayfex

    Aber für den Wechsel in die PKV ist es bei mir zu spät.

    Vielleicht kannst Du auch ganz froh sein, dass Du in der GKV bist.

    Ich finde die PKV einfach nur anstrengend. Man muss deutlich forschender sein, vor der Behandlung abklären, ob das die PKV auch wirklich zahlt etc. Natürlich liegt der Vorteil bei Terminvergabe etc., was im Alter eventuell wertvoller sein könnte...

    Und dann der innere Zwang, nicht zum Arzt zu gehen, da die Krankenkassen mit Bonisystemen arbeiten. Da ist man immer am rumrechnen... nervig.

    Die Beiträge der PKV sind natürlich auch nicht ohne im Alter. Für meine Mutter wurde der Beitrag von 700,- auf knapp 1000,- erhöht innerhalb von 2 Jahren. Das muss man dann als Rentner auch wegstecken können.

    Also wenn Geld keine Rolle spielt, überwiegen für mich die Vorteile der PKV, aber man muss auch aufpassen, dass man zielführend behandelt wird und der Arzt (soll keine böse Unterstellung sein) nicht versucht, möglichst viel abzurechnen...das hatte ich auch schon erlebt.

    Gut, dass es nur um die Neuen geht, editieren kann man ja nicht mehr.

    Von 110k€ Brutto in 2025 auf ca. 76k€ Brutto in 2026 zu ca. 53k€ Brutto ab 2027.
    Netto sah es halt anders aus:
    von. 30k€ Netto in 2025 auf ca. 40k€ Netto 2026 zu ca. 33k€ Netto ab 2027.

    Ich bin immer noch hochzufrieden mit der Bezahlung.
    Von 30 Tagen Urlaub in 2025 auf 75% Freistellung in 2026 zu 100% Freistellung ab 2027.

    Wie werden aus 110k brutto 30k netto? Hast Du auf soviel verzichtet wegen der Freistellung? Sind das die letzten Jahre vor der Rente oder warum machst Du das?

    Es ist definitiv ein empfindliches Thema. Sich mit etwas auseinanderzusetzen, was keiner der beiden Partner zu dem Zeitpunkt möchte oder gar vorstellen kann. Das sollte man nicht zwischen Tür und Angel machen sondern mehrmals in ruhigen Momenten darüber nüchtern reden.

    Einfacher ist es natürlich für die Person, die "nichts zu verlieren hat". Umgekehrt kann es einen faden Beigeschmack haben, wenn der Partner mit viel (familiärem) Vermögen das Thema anschneidet und der Andere gar aus einfachstem Haushalt kommt. Deswegen: reden reden reden.

    Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass es besser ist, so etwas zu regeln, bevor es zu einem Streit kommt. Denn nicht wenige Menschen zeigen in so einem Fall ein ganz anderes Gesicht, denn beide befinden sich meist in ihrer persönlichen Opferrolle und wollen dann maximal entschädigt werden. So zumindest meine Erfahrung aus meinem Umfeld, wo ich teilweise echt ganz absurde Geschichten mitbekommen habe.

    Nur zum Thema Ehevertrag:

    Die gesetzliche Zugewinngemeinschaft empfinde ich meist auch fair.

    Wo es (für mich) diskutabel wird ist die Wertsteigerung nach einer Schenkung/Erbschaft.

    Wenn Du z.B. das Ferienhaus deiner Eltern erbst für 200k und das bei der Scheidung, was natürlich nie passieren wird, 1 Mio wert ist, darfst Du auf die 800k Wertsteigerung 50% abgeben. Da ich sowas in meinem Umfeld selten als "Trennung auf Augenhöhe" kenne, sondern meist als Rosenkriege, bei denen sich so manche Menschen von einer ganz primitiven Seite zeigen, endet das dann in Zwangsversteigerungen. Selbiges gilt für Unternehmenswerte. Wenn Du Pech hast, waren zu diesem Zeitpunkt die letzten drei Geschäftsjahre super und dann wird's richtig teuer.

    Daher empfinde ich persönlich eine modifizierte Zugewinngemeinschaft als fair: Was man gemeinsam verdient, wird zu 50% geteilt und was man geerbt/geschenkt bekommt, gehört demjenigen zu 100%. Zur harmonischen Zeit profitiert der Partner von einem Ferienhaus auch.

    Das liegt aber auch daran, dass dies zu meiner Situation sehr gut passt. Frei übertragbar ist das sicherlich nicht.

    Denn natürlich gibt es auch hier Gegenargumente bzw. Szenarien, die zu einem fairen Ausgleich raten, da sie bei der modifizierten Zugewinngemeinschaft i.d.R. ausgenommen sind.
    Wenn z.B. das gemeinsame Einkommen in die Ferienwohnung gesteckt wird, wäre es unfair, wenn der Partner bei einer Trennung leer ausgeht. Oder wenn Du etwas sehr arbeitsintensives erbst/geschenkt bekommst, bei dem der Partner emotional/zeitlich stark eingebunden ist, fände ich persönlich einen Ausgleich auch als angemessen.

    Bei Unternehmen gilt für mich: Gerade wenn mehrere Geschwister/Familienmitglieder/Mitglieder an einem Unternehmen beteiligt sind, darf eine Ehe dieses nicht gefährden. Wenn Dir die Firma alleine gehört, dann kannst Du dieses Risiko gerne in Kauf nehmen, auch wen ich davon abraten würde, da die Bewertungssysteme (also die Frage, was ein Unternehmen steuerlich wert ist) absolut realitätsfremd sind.

    Ansonsten ist der von koho verlinkte Thread zu empfehlen, da gibt es viele interessante Einblicke.

    einfach keinen benziner fahren.


    ich fahre im schnitt mit dem stromer für ca. 6€ auf 100km ;) sei schlau fahr E

    noch dazu ist E nicht so stark von importen und oligarchen abhängig...

    also in den letzten nunmehr 7 jahren hatte ich keine defekte am e-auto...

    mein erster war ein e-tron der wurde voll funktionsfähig mit über 300 000km ersetzt durch den aktuellen id5 der auch schon die ersten 45000 runter hat

    Solche Milchmädchenrechnungen sind nett und in deinem Fall vielleicht richtig, aber da hängen soviele Faktoren dran, weswegen so Sprüche wie "einfach keinen Benziner fahren" absolut deplatziert sind.

    Du scheinst ja eine gewisse Affinität zu Autos zu haben, sonst hättest Du Dir keinen überteuerten E-Tron geholt.

    Wenn Du "nur" von a nach b kommen willst, dann sind deine 6 EUR/100km auch eher unrealistisch bei einer echten Vollkostenrechnung. Zumal ich die 6 EUR auch bezweifle mit Vampir-/Ladeverlusten etc. bei genau diesen beiden Autos (etron Verbrauch 2019 nach Hersteller 25 kWh/100km - bei 6 EUR wären das 24 Cent/kWh, das ging zeitweise nur in Kombi mit PV). Aber selbst bei 6 EUR/100 km hast Du 21k für Strom bezahlt. Bei deiner Fahrleistung läge ein Diesel selbst bei 1,80 EUR Spritpreis bei ca. 37k EUR. Über die Jahre 2019 bis 2025 lag der gemittelte Preis bei ca. 1,60 EUR, also in Summe eher 33k.

    Jemand der von privaten Anbietern ist und 38-50 Cent/kWh Stunde bezahlt (oder oft Laden muss auf Autobahnen) nicht mal beachtet....

    Du hast dafür weniger Wartungskosten gehabt, im Gegenzug aber teurere Reifen. Hier siegt natürlich deutlich der Elektro.

    Gehen wir mal mit 1k pro Jahr aus dann wären wir nochmal 7k + für den Elektro. In Summe also ein Vorteil von ca. 20k für den Elektro für deine Zeit (und deine Zahlen bezweifle ich wie gesagt daher sind es eher weniger).

    So und jetzt bitte den tatsächlichen Wertverlust von beiden Autos nennen, bei gleicher Fahrzeugklasse.

    Wenn Du super günstige subventionierte Leasingangebote genutzt hast, dann geht die Rechnung eventuell auf, aber bei Neuwagenkäufern in keinem Fall.

    Aber einen Verbrenner Jahreswagen bzw. jungen Gebrauchten kaufen und tot fahren, schlägt man damit auf jeden Fall nicht und wahrscheinlich auch nicht, wenn man für eine echte "faire" Vollkostenrechnung jedes Auto neu kauft. Da rechnest Du dir die Welt schöner als sie ist.

    Und noch besser: wenn dir Autos nicht wichtig sind und Du "nur" von a) nach b) kommen wolltest, hättest Du auch einen günstigen Dacia o.Ä. kaufen können (oder zwei oder drei Stück) und wärst in Summe in jedem Fall günstiger unterwegs, selbst bei 3 EUR Spritpreis. Da brauche ich gar nicht anfangen zu rechnen.

    Ich fahre selber Elektro als Firmenwagen und liebe ihn, gerade wegen so Sachen, wie der Standklima für die Kinder im Sommer und da ich auch eine PV-Anlage habe und in der Firma laden kann etc. Aber diese Polarisierungen pro Elektro sind einfach nur falsch.

    Daher: Es KANN sich rechnen, aber die Faktoren dafür sind so groß, dass man hier kein eindeutiges Ja/Nein sagen kann.

    Es gibt natürlich eine einfache Möglichkeit.

    Du musst selbst ein Konto bei der Commerzbank haben, dann kann das andere Konto problemlos zu deinem dazu geschaltet werden.

    Das ist richtig, aber ich habe kein Konto bei der ComBa und würde auch keins einrichten, da es darum ging, dass der Kontoinhaber selber nur auf sein Konto gucken kann (kein Vertrauen in Online-Banking, alte Schule halt ;-)).

    Aber ja, es wäre ein Umweg und meine Login Daten hätte ich dann weitergeben können (natürlich offiziell nicht ;-)).

    Ich hatte den gleichen Fall und ich wollte nur ein Online-Banking für den Kontoinhaber einrichten ohne Überweisungmöglichkeit - also ein reines "Gucken", absolut ungefährlich für die Bank. Zitat


    Die Banken kennen nur Vollmacht, ja oder nein. Reine „Gucken“ ist häufig EDV technisch nicht vorgesehen.

    Bei der Commerzbank geht es tatsächlich nicht (das musste ich inzwischen auch erfahren), weil das Photo-Tan Gerät zum Kontologin notwendig ist und dieses zeitgleich die Legitimation für die Online-Überweisung war (Push-Tan App ebenso).

    Bei einer anderen Bank war das in der Vergangenheit kein Problem - Sparkassenverband.

    Witzigerweise war meine Idee, das man das Überweisungslimit dann einfach auf 1,- EUR festleg - somit hätte man ja quasi einfach ein "Guck-Konto". Problem ist aber, dass man mit Photo-Tan Gerät (oder Push-Tan) das eigene Limit jederzeit auf 25k hoch setzen kann. Das ist also keine Sicherheitshürde mehr und die Bank kann das Online-Limit auch nicht fest ändern. Früher war das anders. Diese Option ist mehr ein Relikt aus der Vergangenheit.

    Dass die immer komplexere EDV immer weniger Spielraum lässt, ist eigentlich ein einziges Armutszeugnis.

    Als Firmenkonto ist das übrigens kein Problem. Die Commerzbank bietet da das Vier-Augen-Prinzip an. Dort können dann untergeordnete Personen einen Login bekommen. Die können zwar eine Überweisung ausführen, aber diese muss dann von einer zweiten Person freigegeben werden. Es geht EDV seitig also, ist nur nicht gewollt.

    Ich denke man muss es immer im Gesamten betrachten. Solange man sich wohl fühlt, ist doch alles in Ordnung.

    Macht Sie vielleicht dafür mehr im Haushalt?

    Sind Ihre Arbeitsstunden vielleicht "stressiger" als Deine, weil der Beruf belastender ist?

    usw.

    Meine Frau arbeitet auch weniger als ich, aber macht sicherlich mehr für die Kinder / Haushalt. Ihre Arbeitsumgebung ist vielleicht auch stressiger als meine (im Mittel).

    Wenn Beruf/Haushalt/Kinderbetreuung (ungewichtet) als "Arbeitszeit" zusammenfassen würde, dann sind wir wahrscheinlich sehr ausgeglichen.

    Aber wie Du schon sagtest: es ist ein komplexes Thema :)

    Erst einmal finde ich es toll, dass hier viele eine Einblick gewähren. Da zeigt sich auch wie unterschiedlich Paare an die Sache ran gehen - danke dafür!

    Ein Richtig gibt es da nicht. Solange beide zufrieden sind ist alles gut.

    Spannend werden solche Themen vor allem dann, wenn es zu einer Trennung kommt (da hier der Begriff Zugewinngemeinschaft gefallen ist). Das ist aber ein Thema für sich - was aber auch nicht unwichtig ist. Sowas sollte aber geklärt, wenn die Stimmung gut ist. Bei einem Rosenkrieg schafft das Klarheit.

    Ich kann das Modell der getrennten Konten auch dann verstehen, wenn ein Ungleichgewicht vorliegt derart, dass der eine mehr verdient und der andere Partner zusätzlich schlecht mit Geld umgehen kann (Kaufsucht oder ähnliches). Aber das war hier ja bislang kein Thema :thumbup:. Da habe ich auch sehr viel Glück mit meiner Frau, dass sie sehr vernünftig ist.

    Man muss nicht immer gleich an Trennung/Scheidung denken, wenn man getrennte Finanzen haben möchte.

    Absolut richtig (auch wenn wir es anders handhaben) und bei einer normalen Zugewinngemeinschaft wären ja getrennte Konten auch nicht von Bedeutung.

    mal angenommen, ich bin ganz stinknormal verheiratet in Zugewinngemeinschaft, und beide hatten bei Eheschliessung keine Kinder oder Vermögen oder Schulden aus vorherigen Beziehungen, welchen Grund hätte ich für separate Kontoführung?

    Dafür spricht imho aktuell nichts - insbesondere wenn Ihr Euch immer einig seid bei Ausgaben etc. was scheinbar der Fall ist, wenn Ihr schon in der Entnahmephase seid und es bis hierhin geschafft habt, gemeinsam diesen Weg zu gehen (ich bin jetzt davon ausgegangen, dass ihr nicht die frisch verheirateten dreißigjährigen Lottomillionäre seid- verzeih, falls ich falsch liegen sollte ;)).

    Ich hatte den gleichen Fall und ich wollte nur ein Online-Banking für den Kontoinhaber einrichten ohne Überweisungmöglichkeit - also ein reines "Gucken", absolut ungefährlich für die Bank.

    Trotz notarieller Generalvollmacht wurde mir das verweigert. Das ginge nur, wenn der Kontoinhaber persönlich vor Ort eine Vollmacht ausstellt (Commerzbank).

    Das Problem in Deutschland ist da leider ganz einfach. Solltest Du keinen echten Schaden nachweisen können, juckt die gültige Rechtsprechung die Banken nicht wirklich und die schlucken jede einzelne Strafe (sind ja "nur" Anwaltskosten).

    Das wäre anders, wenn Du (einfach formulierst) bei solch einem Fehlverhalten die Bank pauschal auf 100.000,- Schmerzensgeld verklagen könntest (Modell Amerika).

    In Anlehnung an den Thread "Geldgespräche mit meiner Frau..." kam mir die Frage:

    Wie geht Ihr mit Geld um in Eurer Ehe?

    Ich mache mal den Anfang:

    Bei uns ist es relativ simpel. Unsere Gehälter gehen auf ein gemeinsames Konto, welches wir seit der Hochzeit haben. Davon wird alles bezahlt.

    Zu Diskussionen hat das noch nie geführt.

    Größere Ausgaben werden natürlich abgesprochen.

    Jeder hat noch sein eigenes Konto von früher wo z.B. Geld hingeht, wo z.B. Geburtstaggeld von den Eltern hinwandert.

    Na ja, wie misst man den Geschäfts Erfolg oder macht auch nur eine saubere Steuererklärung, wenn es keine saubere Trennung gibt?

    Obwohl ich nur einen kleinen Nebenerwerb habe sind Einnahmen und Ausgaben selbstverständlich sauber zugeordnet und ich ermittel auch monatlich Umsatz und Ertrag und tracke das.

    Aber vermutlich hast du dich nur unglücklich ausgedrückt.

    Achso, wenn das darauf bezogen war, dann habe ich mich in der Tat unglücklich ausgedrückt.: Die steuerliche Trennung ist natürlich gegeben :)

    Bin Ende 30 und (noch) in der Immobilienbranche und verdiene so grob 3,5k netto Fixum. Mit meiner Frau zusammen sind es dann ca. das Doppelte. Der variable Part ist eher schwierig einzuordnen ist, da kann ich keine wirkliche Ziffer nennen, da sich alles zu sehr vermischt - da ich auch das Vermögen der gesamten Familie verwalte verschwimmen die Grenzen zwischen Privat und Geschäft regelmäßig. Aber es ist auf jeden Fall für uns ausreichend.

    Arbeitszeit aktuell von 30-60h Stunden die Woche, je nach Bedarf. Vor 10 Jahren waren 60-70 Stunden die Woche die Regel und nicht die Ausnahme, inzwischen ist es zum Glück anders.

    Naja, die letzten 10 Jahre hatte das Dividendending 157% ggü. 213% beim normalen All-World. Wenn das erfolgreich ist, was wäre dann Deiner Meinung nach nicht mehr erfolgreich?

    Wenn die Ausschüttung regelmäßig verkonsumiert bzw. benötigt wird (ewige Rente), wo wäre das nicht erfolgreich?

    Wäre der richtige Vergleich nicht eher, wenn jemand gegenüber dem Ausschüttenden All-World das thesaurierende Pendant nimmt und über eine Form des Topf-Prinzips gewirtschaftet hätte, wie wäre dann das Endergebnis dann gewesen? Hier gäbe es dann eine Bandbreite von Szenarien (glückliche/unglückliche Auffüllungen der Töpfe). Wäre der thesauriere da so viel besser gefahren?

    Wenn durch "geschicktes" Verkaufen am Ende 20% mehr da sein können, dann wäre es die Arbeit vielleicht wert. Aber wenn es nur 5% sind im besten Fall, mit dem Risiko, dass es auch weniger sein könnte, dann weiß ich nicht ob es dann nicht sinnvoller wäre (auch zum Eigenschutz) blind aus der Dividende zu leben und seinen Lebensstil einfach der Dividende anzupassen - bei @Irving genannten 10.000 netto/Monat würde ich der Einfachheit halber annehmen, dass Krankenkasse/Miete etc. auch bei einem "schlechten" Dividenjahr untergebracht werden können ;)

    Es sollte, wie beim Telefonbuch auch, einfach jeder selbst entscheiden können, wann und wo man seine Identität preisgibt.

    Für all jene die ein Bedürfnis nach Klarnamen im Internet verspüren, lasst Worten auch Taten folgen und geht bitte mit gutem Beispiel voran.

    Nur weil ich mich dafür entscheide (wo auch immer) anonym zu bleiben, hab ich doch nichts zu verbergen.
    Ich gehe mal davon aus das bayflex nicht dein echter Name ist. Was also hast du zu verbergen? Woher kommt bei dir der Wunsch nach Anonymität?

    Das ist eine gute Frage. Ich denke als erstes daran, weil "es schon immer so war".

    Es war schon von Beginn des Internets so, dass man mit einem Benutzernamen/Pseudonymen unterwegs war. Und dieser besteht auf fast allen Portalen nicht aus Vor- und Zunamen, sondern nur aus einem Namen.

    Was aber nicht absehbar war, zumindest nach meiner Wahrnehmung, dass diese Anonymität dazu geführt hat, dass die (Internet)-Gesellschaft bzw. eine größere Schnittmenge davon, deutlich stärker von einem aggressivem Verhalten geprägt ist, als diese Akteuere bei einem Gespräch unter Vier-Augen an den Tag legen würden. Diese rückentwickelte Gesprächskultur hat sich aber dabei auch ins echte Leben übertragen, da das Internet nun mal das Hauptinformationsmedium geworden ist bzw. dort sehr viel Zeit verbracht wird - auch dies mag nur meine persönliche Wahrnehmung sein.

    Ich habe mich nie aktiv dafür entschieden anonym zu sein und habe auch nichts zu verbergen. Aber gleichzeitig habe ich mich auch nie dafür "stark" gemacht (und im echten Leben ist das Thema Datenschutz meist nur hinderlich).

    Aber es wäre nach meiner Wahrnehmung (auch hier im Forum) inzwischen schon fast märtyrerhaft, wenn ein Einzelner das tun würde. Nicht nur wegen Betrügern, die Dank KI noch leichteres Spiel haben, sondern auch wegen radikalen Szenen, welche solche Informationen zu anderen Zwecken nutzen könnten.

    Daher wäre der weitergehende Gedanke, Anonymität scheint mir relevant bzw. inzwischen notwendig aus Schutz.

    Wenn aber jeder - so wie oben als Gedanke angebracht -, von heute auf morgen nur noch personalisiert im Internet unterwegs sein könnte (Themen wie Strafrecht und weltweite Strafverfolgung etc. mal idealisiert), wäre ich persönlich grundsätzlich erst einmal nicht dagegen. Das ist aber, stand jetzt, nicht umsetzbar.

    Aber darüber müsste ich nochmal länger nachdenken und ist keine abschließende Meinung.

    Auf jeden Fall den Kopf nicht in den Sand stecken.

    Bernd123 und andere haben gute Möglichkeiten genannt. Es wäre sicherlich das Beste, erst einmal deinen Haushaltsplan aufzustellen. Klar, Du bist kein Spitzenverdiener, aber deine Fixkosten scheinen nicht gering zu sein. Teurere Hobbys z.B.? Vielleicht magst Du uns diese mal auflisten?

    Wenn Du z.B. noch Zeit übrig hast in der Woche (durch Freizeit oder geringe Fahrzeit zur Arbeit), könntest Du vielleicht auf Teilzeit-Basis noch wo anders arbeiten. Etwas dienstnahes wie z.B. einem Baumaschienen- oder Hubbühnenverleih zur Gerätewartung oder aber vielleicht etwas branchenfremdes. Da Du handwerkliches Geschick zu haben scheinst, würde ich mich nicht umbedingt auf dein engeres Berufsumfeld beschränken. Und vielleicht wirst Du dadurch ja ganz neue Wege finden?

    Nur als Beispiel: Vielleicht hast Du durch deine lange Tätigkeit in der Praxis die Möglichkeit bei deinen Zulieferern im Vertrieb-, Logistik- oder Produktmanagement Fuß zu fassen? Dir werden doch sicherlich Optimierungspotentiale aufgefallen sein?

    Oder aber Du machst etwas total anderes und entdeckst vielleicht eine ganz andere Seite an Dir.

    Ich finde das Thema sehr interessant, habe aber auch keine abschließende Meinung.

    Auf der einen Seite standen die Leute früher mit Klarnamen auch im Telefonbuch, samt Anschrift und Telefonnummer - dem konnte man widersprechen, das war aber eher die Ausnahme.

    Aber klar, der Zugriff auf dieses Telefonbuch war "regional beschränkt" (natürlich konnte man so etwas per Post verschicken, aber ich glaube Ihr wisst was ich meine).

    Betrüger und Extremisten gab es auch schon damals, aber waren es weniger?

    Es gibt viele Pro- und Contra Argumente finde ich.

    Spannend fände ich auch das Thema ein zweites Internet (ähnlich wie das Tor-Netzwerk) aufzubauen, das aber genau das Gegenteil sein soll. Zugang nur mit Personalausweis und damit Klarstruktur mit dem Ziel, dass dort mündige Menschen sich versammeln, die Wissen mit Konsequenzen umzugehen - so wie im echten Leben halt auch. Es müsste natürlich ein weltweit einheitliches und fälschungssicheres System sein (weswegen es schwierig mit der Umsetzung wird) - daran scheitert der Gedanke wahrscheinlich schon. Aber die Grundidee finde ich persönlich klasse.

    Aber schaut man sich z.B. Videospiele an und auch Forumsdebatten (auch hier) wie schnell hier und da unter die Gürtellinie gegrätscht oder gar strafbar gehandelt wird, wäre es vielleicht eine gute Entwicklung, um wieder etwas Ordnung in die Gesellschaft zu bringen.

    Anonym ist es leicht, eine großes Mundwerk zu haben und viele denken, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Aber eben nur weil die Verfolgung so schwer ist, bleibt dieser eigentliche Irrglaube Realität.

    Wenn jemand nach Datenschutz schreit, habe ich nicht selten den Initalgedanken, dass derjenige etwas zu verbergen hat. Woher kommt dieser Wunsch nach Anonymität?

    Meinem Eindruck nach finden sich bei … wie sag ich‘s? … bei normalen Leuten, ohne Krypto-Historie und vertiefte technische Kenntnisse … im Grunde wie bei mir … zwei Positionen:

    Gelten diese Positionen nicht auch bei jeder Einzelaktie, wenn sie mal stärker gefallen ist? Schau Dir z.B. Bayer an. Vor mehr als 10 Jahren war da der Höchststand, von dem wir noch weit über 100% entfernt sind. Nicht dass jemals Bayer als "dubioses Zeug" galt, aber nicht wenige haben da die Insolvenz kommen sehen und sehen das Unternehmen immer noch kritisch.

    Und vor 1,5 Jahren fing es sich dann langsam an zu erholen. Ob es so weitergeht und ein neues Hoch zu erwarten ist? Ich würde nicht drauf wetten, obwohl ich es denen gönnen würde.