Alles anzeigenIch stelle mal einen Vorschlag als Gesundheitssystem zur Diskussion:
Identische Grundversorgung für alle (also auch für Beamte, Politiker, Unternehmer & Co.) über staatliche oder private Krankenversicherungen. Also kein Wettbewerb, denn den halte ich für nicht notwendig. Die Grundversorgung umfasst auch Leistungen, die aktuell in der GKV ausgeschlossen sind (z. B. Kostenübernahme für das "Kassengestell" als Sehhilfe und für den einfachen Zahnersatz wie Brücke und Krone). Beiträge sind einkommensabhängig und nach oben hin nicht gedeckelt. Zu den beitragspflichtigen Einnahmen gehören alle Einnahmequellen (Lohn/Gehalt, Renten, Gewinne aus allen Kapitalanlagen, Mieteinnahmen, Spekulationsgewinne für irgendwelche Veräußerungen innerhalb gewisser Zeiträume). Für Personen ohne Einkommen wird eine Kopfpauschale fällig, d. h. es gibt keine kostenlose Familienversicherung.
So kann sich z. B. der Privatier mit sehr hohen Kapitaleinkünften und einem Midi-Job nicht mehr "für einen Appel und ein Ei" krankenversichern.
Für soziale Härtefälle wird über Steuereinnahmen eine Pauschale ins Gesundheitssystem gezahlt.
Demographische Effekte werden über den Beitragssatz justiert.
Die Infrastruktur wird über Steuereinnahmen (und nicht über die Beiträge) finanziert. Gewisse Standards sind gesetzlich festzulegen.
Der direkte Gang zum Facharzt ist nicht möglich, sondern nur über den Hausarzt oder ein lokales Gesundheitszentrum. So werden unnötige und doppelte Untersuchungen vermieden. Bonuszahlungen werden angeboten bei Nachweis von irgendwelchen Präventionsmaßnahmen.
Denkbar wäre eine Selbstbeteiligungslösung bei irgendwelchen individuellen Wünschen.
Eine weitergehende, individuelle Versorgung kann jeder über Zusatztarife (Risikotarife und Tarife mit Altersrückstellungen) bei den privaten Krankenversicherern abschließen. Hier ist jeder denkbare Luxus versicherbar, also auch das 1-Bettzimmer mit Gourmetmenü und mit Wahlarzt in einer Privatklinik oder anderweitige privatärztliche Versorgungen). Hier kann ein Wettbewerb zwischen den Versicherungen stattfinden.
Bei diesem System wäre der ländliche Raum auch wieder für Ärzte attraktiv und nicht nur die Großstadt mit einer hohen Dichte an PKV-Versicherten. Eine Verbreitung von medizinischen Versorgungszentren halte ich auch für sinnvoll.
Na? Kritik? Gegenvorschläge?
Die Grundidee der Vereinheitlichen/Grundversorung finde ich auch richtig und viele Deiner genannten Punkte (Kassengestell etc.). Auch die Pension gehört abgeschafft. Für diese gibt es absolut kein einziges Argument - erst Recht nicht in dieser Höhe - aber gut, darum ging es jetzt nicht.
Schlupflöcher wie MidiJob als Privatier gehören abgeschafft, aber das ist was Anderes (das ist ein Gestaltungsmissbrauch und nicht Sinn der Sache).
Aber an der Beitragsbemessung sehe ich keinen großen Änderungsbedarf. Es ist ja nicht so, dass der Krankenkasse "viel" fehlt. Und wenn mal alle Beamten brav einzahlen würden, dann ist wahrscheinlich gar nichts notwendig auf der Einnahmenseite, erst Recht nicht, wenn man den Arbeitsmarkt stärken würde.
D.h., wenn es Deutschland schaffen würde, mehr qualifizierte Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen (Thema Bildung) und Unternehmen attraktivere Dasseinberechtigung geben würde (Thema Bürokratie / Steuern) und diese nicht zum Aufgeben/Wegziehen bewegt. Dann gebe es automatisch mehr Menschen die Beiträge zahlen und auch mehr davon die im mittleren/oberen Bereich einzahlen.