Vermutlich musst Du Dir als Arzt wenig Sorgen um die Sicherheit Deines Arbeitsplatzes machen. Lediglich BU bzw. Krankheit könnten zum Problem werden. Ist die BU hoch genug bzw. kannst Du sie auf eine gute Höhe bringen?
Den Notgroschen würde ich solange knapp kalkulieren, wie der KFW Kredit noch nicht abgezahlt ist. Du bekommst vielleicht 2 % auf Geldmarkt und zahlst zugleich 5,9 %. Ein besseres Geschäft kannst Du kaum machen, als davon schnell runter zu kommen.
Geld für die eigene Weiterbildung kann Sinn machen, das kannst Du selbst besser beurteilen als jemand von außen.
Bei den Versicherungen fehlt mir die Haftpflichtversicherung, aber vielleicht nur vergessen aufzulisten. Ist ein absolutes Muss. Vermutlich geht das mit der Partnerin gemeinsam - wäre evtl. zu klären.
Bevor die Schulden nicht weg sind, hast Du kein Geld für eine zusätzliche Altersvorsorge übrig. Wie gut die Ärzteversorgung am Ende sein wird, ist alles andere als sicher. Gerade Du als Späteinsteiger und mit zumindest noch übersichtlichem Gehalt wirst nicht die höchsten Auszahlungen bekommen später. Zudem haben die Versorgungskammern teils erhebliche Probleme, weil sie keine nennenswerten Realrenditen erwirtschaften. Es gibt einige Kassen, bei denen die Rentensteigerungen der letzten Jahre sich auf der Nulllinie bewegen. Bei den Zahnärzten in Berlin ist vermutlich mit Kürzungen zu rechnen. Ich würde in so einer Situation nicht ausschließlich auf die Versorgungskammer setzen sondern nur das zwingend nötige einzahlen. Ob es eine teilweise Wahlmöglichkeit mit der Rentenversicherung gibt, hängt von der Versorgungskasse ab. Nimm Dir Zeit, Dich da schlau zu machen.
Davon abgesehen, werden die nächsten Jahre von Schuldentilgung geprägt sein. Erst danach kannst Du mit einem ETF Depot ein zusätzliches Standbein aufbauen.