Die Bewertung der Rentenanwartschaft bei der GRV ist ähnlich schwierig wie die Bewertung einer selbst bewohnten Immobilie. Man wird mit einer gewissen Unschärfe leben müssen. Desto mehr man sich dem Ruhestand nähert, desto wichtiger ist es in Kapitalflüssen zu denken meiner Einschätzung nach.
Beiträge von 90 Prozent Aktien
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Ich würde nicht ausschließlich auf Europa setzen. Man kann aber Europa und EM leicht über gewichten und damit die Ausschüttungsquote des Gesamtdepots leicht erhöhen. Dennoch wäre eine vernünftige Depotzusammenstellung für mich immer die oberste Prio.
Weitere Beimischungen könnten beispielsweise aus dem Bereich Dividenden oder Value kommen. Auch der Rafi schüttet mehr aus als ein All World. Ganz hinkommen wird man aber nicht an 3 % ohne faule Kompromisse einzugehen. Das würde ich lassen.
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Ich würde jetzt hier ungerne Details über die Höhe meines finanziellen Status hier preisgeben wollen. Nur soviel: mir geht es nur darum ob ich den Notgroschen der ja 3-4 Nettogehälter betragen soll aus meinem Oskar sparen (Robo) nehmen soll (das Teil läuft seit 5 Jahren und wäre damit platt) oder ob ich lieber jeden Monat nach und nach den Notgroschen auf dem Tagesgeld füttern soll.
Ja - über Geld spricht man nicht. Genau deshalb legen viele Leute es auch so schlecht an.
Für mich würde das auf einen Kompromiss hinauslaufen.
1) Verkauf der Robo Anteile da zu teuer
2) Mindestens zwei Monatsausgaben für den Notgroschen verwenden und den Rest in den Wunsch ETF stecken.
3) Die Sparrate zwischen Notgroschen und ETF-Sparplan aufteilen bis die finale Größe beim Notgroschen erreicht ist.
Viel Erfolg!
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Warum jetzt ausschüttend?
Mir hätte eine einfache ISIN als Antwort völlig genügt, denn ich bin selbst in der Lage zu beurteilen, ob ich in meiner Situation Ausschütter oder Thesaurierer haben möchte. Magst Du die Frage weiterleiten oder alternativ beantworten?
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Baustein
Gewichtung
ETF
ISIN
Ertragsverwendung
Global Base 60 % Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Acc IE00BK5BQT80 thesaurierend Equal Weight 20 % Invesco MSCI World Equal Weight UCITS ETF Acc IE000OEF25S1 thesaurierend Value Factor 20 % iShares MSCI World Value Factor UCITS ETF (Acc) IE00BP3QZB59 thesaurierend Und jetzt das ganze bitte ausschüttend
Vanguard FTSE All-World UCITS IE00B3RBWM25 Invesco MSCI World Equal Weight UCITS ETF Dis ? iShares Edge MSCI World Value Factor IE00BFYTYS33 -
Ist dieser entklumpte Vorschlag irgendwo konkret beschrieben?
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Der Nutzen davon ist begrenzt. Ich habe immer versucht die Renteninformation zu verstehen im Sinne von "welche Rente" würde ich bekommen, wenn ich keine weiteren Beiträge abführe. Also nicht die phantastischen Werte, wenn man noch viele Jahre einzahlt und womöglich noch irgendwelche Inflationsausgleiche.
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Ich halte jedoch wenig von einer prozentualen Betrachtung. Besser ist es, diesen Cash-Puffer als Euro-Betrag aus dem anfänglichen Entnahmebedarf abzuleiten. Der Anteil sicherer Anlagen sollte dabei zu Beginn der Entnahmephase einen Bedarf von wenigsten 2-3 Jahren, besser von 4-5 Jahren abdecken. Je nach der eigenen Risikotoleranz ggf. sogar höher. Aber das geht dann zu Lasten der Höhe der Entnahmerate. Das gilt es abzuwägen.
Oft gehen hier verschiedene Begriffe durcheinander. Das eine ist eine generelle Risikobereitschaft, die man entweder hat oder nicht hat. Dafür macht es Sinn, das Depot entsprechend aus riskanten und risikoarmen Bestandteilen zusammen zu setzen.
Eine andere Frage ist der Puffer für die Entnahmephase. Hier muss man schauen, welche Bedeutung die Entnahme für die täglichen Finanzen hat. Geht es um Miete, Strom und Lebensmittel oder um den dritten Urlaub? Je nachdem fällt die Antwort über die notwendige Größe des Puffers unterschiedlich aus. Im ersten Fall wäre ich auch bei mindestens fünf Jahren. Im zweiten Fall, kann man ihn auf wenige Monate setzen, sofern man bereit ist, die Entnahme in schlechten Zeiten auszusetzen. Selbstverständlich darf man auch hier für den besseren Nachtschlaf mit höherem Puffer arbeiten, sofern die finanzielle Ausstattung insgesamt üppig genug ist.
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Kapitalist Mit einem Aktienanteil von 30 % schafft man auf lange Sicht gerade mal die Inflation auszugleichen. Steuern musst Du aber auch noch zahlen. Deine 33 Jahre stimmen nicht. Reicht dem TO das? Kann er sich das leisten? Wie willst Du den Ausgleich der Inflation für die Entnahme erwirtschaften? Mit jeder Entnahme wird das Kapital von Anfang an schrumpfen.
Die meisten seriösen Finanzberater reden von 40-80 % Aktien im Alter. Bei generationenübergreifenden Vermögensplänen sind auch 100 % denkbar. Bei entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen kommt in aller Regel etwas um 60 % bis 80 % Aktienanteil heraus als guter Kompromiss. Die Abhandlung von Cederburg empfiehlt extreme 100 %.
Ein Puffer von mindestens 3 Jahren deckt mehr als 80 % aller Krisen ab. Wenn man in solchen Zeiträumen seine Ausgaben einschränkt reicht dieser Puffer dann sogar für 4-5 Jahre. Wenn man noch keine neuen Höchststände sieht, haben sich die Kurse nach der Zeit fast immer spürbar erholt. Wenn Du ein noch höheres Sicherheitsbedürfnis hast nimm meinetwegen 5 oder 6 Jahre von Anfang an. Damit hast Du dann 95 % aller Krisen ausgesessen und mit Einschränkung der Ausgaben wirst Du auch 8 Jahre überstehen, ohne die Aktien anfassen zu müssen.
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Für mich ist eher die Frage, was Euer Anlageziel ist. Für eine zusätzliche Absicherung im Alter scheint es eher egal, ob ihr sicherheits- oder renditeorientiert anlegt. Wenn ihr die Frage nach dem wofür beantwortet habt, dürfte sich die richtige Balance von Risiko und Rendite fast automatisch ergeben.
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Nicht jeder Anfang mit dem Thema Aktien ist glücklich. Erfreulich, dass Du nicht locker lässt!
Die Absicht, langfristig in Aktien(ETFs) zu investieren ist schon mal erfolgversprechend. Hier scheint es mir, als ob Du Dich noch etwas intensiver mit Deiner Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit beschäftigen solltest. Die sind wesentlich dafür welchen Anteil an Deinen Ersparnissen riskant oder weniger riskant angelegt werden sollten.
Daneben gibt es die Problematik mit den Einzelaktien. Hierzu muss man wissen, dass aktuell steuerliche Verluste von Aktien nicht mit anderen Kapitaleinkünften verrechnet werden dürfen. Je nach Größenordnung müsste man sich überlegen, ob es eine vernünftige Strategie gibt. Berichte doch mal welche Aktien das sind und wie hoch die jeweiligen Gewinne/Verluste sind.
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Was wäre deine unverbindliche Empfehlung für einen passenden ETF, die Aufstockung eines der vorhandenen oder ein Anderer ?
Hätte es aus steuerlicher Sicht einen Vorteil jährlich den Betrag zu entnehmen anstatt monatlich ?Der Steuerfreibetrag ist schon mit den anderen Zinseinnahmen TG und FG ausgeschöpft
Die Wahl des ETF ist gar nicht so wesentlich, solange er kostengünstig und breit aufgestellt ist. Ich würde kurz vor dem Rentenalter einen mit Ausschüttungen bevorzugen. Das ist in der Entnahmephase günstiger. Man muss zwar auch mindestens so viel versteuern wie bei dem Thesaurierer, aber der Vorteil ist, dass man nach der Ausschüttung über den Nettobetrag direkt verfügen kann. Mein aktueller Favorit wäre der IE0000QLH0G6 Invesco FTSE All World.
Nachdem mehr als die unbedingt notwendigen 200k im Investitionsteil zur Verfügung stehen können, ist die Frage wie hoch Deine Reserve sein soll. Je nach Risikobereitschaft könnte das alles über den 200k sein oder sogar noch ein wenig mehr (defensive Ausrichtung). Als Untergrenze würde ich den Bedarf für drei Jahre sehen also knapp 20k zuzüglich eines Notgroschens von vielleicht noch mal 10k. Wo Du Dich da einsortieren willst, musst Du selbst entscheiden.
Ergänzend zu den Ausschüttungen würde ich in guten Börsenjahren mindestens einmal im Jahr die Reserve aufstocken. In schlechten Börsenzeiten würde ich vorrangig von der Reserve entnehmen ohne umzuschichten. Ein Auszahlplan würde das stur durchführen ganz egal, ob Du gerade Geld benötigst oder nicht und auch egal, ob gerade die Börse abgesackt ist. Steuerlich sind beide Lösungen gleichwertig. Ich würde einen Auszahlplan lediglich aus Gründen der Bequemlichkeit oder bei Gefahr von Senillität sehen.
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Statt 80 % vom letzten Netto macht es mehr Sinn 80 % vom (Netto - Sparrate) auszugehen. Schließlich fällt im Alter die Sparrate weg und hoffentlich auch ein paar weitere Ausgaben. Es schadet nicht, das noch mal genauer anzuschauen um abzuschätzen, welche Ausgaben später entfallen.
Hast Du bei den 500 Euro berücksichtigt, dass Du bei vorgezogener Rente Abzüge haben wirst und auch noch Krankenversicherung und Pflegeversicherung abgehen werden?
Für 500 Euro brauchst bei einer Entnahme von 3 % ein Kapital von 200k. Wenn es 250k sind, wären noch ein Sicherheitspuffer drin. Das kannst Du schaffen vermute ich. Allerdings klappt das mit einer 3 % Entnahme nur, wenn Dein Depot auf längere Sicht auch Erträge bringt. Dazu muss ein ordentlicher Teil in Aktien stecken. Die meisten Standardempfehlungen gehen von 60 % Aktien aus, nachdem Du aber eher nicht so risikobereit bist, kannst Du es auch mit 50 % versuchen. Dann wäre es aber besser wenn Dein Kapital etwas oberhalb von 200k liegt bei Rentenbeginn. Kannst Du Dir das vorstellen?
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Mir ist die Situation noch nicht ganz klar. Versuche im ersten Schritt eine transparente Übersicht über Dein Vermögen und zukünftige Einkünfte zu machen. Da gehören auch so Sachen mit rein wie Rentenansprüche, Betriebsrenten, Lebensversicherungen, selbst bewohnte Immobilie, etc. Falls noch nicht geschehen eine Kontenklärung bei der GRV machen.
Wie hoch wäre Dein Bedarf p.a., wenn Du tatsächlich drei Jahre bis zur Rente überbrücken musst?
Wie hoch werden Deine Ausgaben im Alter sein und welche Rentenlücke erwartest Du?
Insbesondere wenn noch eine Immobilie im Hintergrund existiert, wäre der Aktienanteil aktuell sehr niedrig und man könnte die Abfindung komplett in Aktien investieren. Das setzt natürlich voraus, dass Du diese Schwankungen ertragen kannst. Zum Glück hast Du schon ein wenig Erfahrung damit. In jedem Fall sollte genügend Geld sicherheitsorientiert angelegt werden, dass Du die Zeit zwischen Arbeitslosigkeit und Rente überbrücken kannst. Was mit dem Rest sinnvollerweise passieren kann, sollte man sich überlegen, wenn man einen kompletten Status kennt.
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Drei Jahre sind nicht in Stein gemeißelt. Vielmehr solltest Du Dir überlegen, wie groß dein risikoarmer Puffer sein soll. Dann kannst Du Dir ausrechnen wie viele Monatsraten Du zum Aufbau benötigst. Nachdem Du keine übertrieben hohen Rücklagen wirst aufbauen können, musst Du meiner Einschätzung nach tatsächlich mit eher kleinem Puffer auskommen der Rendite wegen.
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Vielen Dank, den Punkt hatten wir nicht auf dem Radar (Dinge, an die man nicht denken will). Kurze Recherche: ihr steht die große Witwenrente mit 60% zu. Dem stehen natürlich auch in Teilen niedrigere Kosten gegenüber. Aber das sollten wir im kurz- und mittelfristigen Baustein berücksichtigen.
Lohnt sich das denn (wenn man das so pauschal sagen kann) ggü. zusätzlichem Puffer im kurz- und mittelfristigen Baustein?
Ihr seid in der guten Lage, dass ihr nicht die maximale Rendite benötigen werdet. Die GRV bietet als eigene Säule eine inflationsabgesicherte Einkommensquelle, die zum sehr sicheren Teil zu rechnen ist. D.h. ein großer Börsenkrach wird die besser überstehen als Bankeinlagen oder Aktien. Aber so arg schlecht ist die Rendite für eine gesunde Frau nicht wegen der höheren Langlebigkeit. Ihr solltet nur darauf achten, dass sie nicht über die Anrechnungsgrenze drüber kommt.
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Ehre, wem Ehre gebührt. Diese Idee stammt von Nikolaus Braun. Ich habe seinen mehrteiligen Blog-Beitrag gerade wieder mal gelesen und mich gefreut, wie treffend und prägnant er seinen Vorschlag beschreibt.
Wobei er völlig zu recht sagt, dass dies nicht das Optimum in Bezug auf maximale Entnahme ist aber sehr wohl ein Weg, wie die meisten beruhigt und entspannt den Ruhestand erleben können. Finde seinen Artikel auch absolut lesenswert, weil er ein wenig weg geht vom klein-klein vieler Überlegungen.
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Ein ETF, den ich heute für 100k€ kaufe, hat in 30 Jahren 441k€ Gewinn gemacht bei 6% p.a.
Aktuell werden jedes Jahr rund 2 % über die Vorabpauschale besteuert, insofern wird es weniger sein. Zudem halten nur wenige Sparpläne über Jahrzehnte durch. Die ältesten Fonds in meinem Depot stammen von 2008 bei mir, Einzelaktien habe ich noch ein paar ältere und damit komme ich mir oft vor wie Methusalem.
Was die Ausgangsfrage angeht halte ich dieses 3 x 10 Depot für überflüssig komplex und realitätsfern. Wenn ich beispielsweise breit anlegende ETFs mit EM haben will, dann ist die Auswahl begrenzt. Wenn ich dann noch mehrere unterschiedliche finden soll, kann es schwierig werden.
Ich bin zufrieden, wenn ich für Investitionen die zu dem Zeitpunkt besten Fonds kaufe und möglichst lange liegen lasse. In erster Linie muss das Produkt zu meinem Anlagekonzept passen. In der Entnahme kann ich ältere von neueren Anteilen durch Depotüberträge möglichst beim gleichen Broker trennen. Das macht man einmal im Jahr und dann kann man die Wunschanteile allmählich entsparen. Wenn man zusätzlich noch ausschüttende Fonds hat, dann ist die Zahl der Verkäufe ohnehin übersichtlich.
Hilfreich ist es, wenn der Broker eine gute Transparenz zu steuerlichen Daten liefert (Kaufpreise, Vorabpauschalen etc.). Alternativ kann man das ganze natürlich in einer Liste führen.
Ich bin schon eine Weile in der Entnahmephase und von der praktischen Seite her, habe ich aktuell solche Probleme nicht, weil ich noch genügend Positionen im Depot habe, von denen ich mich gerne trennen will. Altfonds mit vergleichsweise hohen Kosten oder geänderten Anlageschwerpunte durch die Fondsgesellschaft und Einzelaktien zur Vereinfachung für die Erben. Das was man vor 20 Jahren gekauft hat, ist heute vielleicht nicht mehr das gelbe vom Ei. Ich gehe nicht davon aus, dass steueroptimierte Verkäufe für mich wesentlich sein werden in den nächsten Jahren. Oberste Prio ist immer ein Depot was meinen Anforderungen entspricht.