Beiträge von elbsegler

    Das würde mich wundern. Ich finde die Angaben intransparent.

    Bei den meisten Anbietern ist das leicht in den Unterlagen zu finden. Aber da schauen viele nicht rein und machen dann irgendwann große Augen. Die Wertpapierleihe deckt halt einen Bedarf und erhöht geringfügig die Einnahmen für Anleger und Anbieter. Small Caps sind da natürlich viel attraktiver als große Unternehmen, da die Aktien weniger liquide sind. Viele Anbieter mogeln aber da eh und posaunen dann heraus, dass sie 90% und mehr der Einnahmen beim Fonds belassen, aber nutzen das Instrument hingegen kaum. Aber auch dafür müsste man einmal 30 Minuten in Dokumenten blättern für sein 30-jähriges Investment und daran scheitern die meisten.

    Da sieht man mal, was die Deutsche Bank so bewegen kann.
    Der Xtrackers FTSE All-World mit TER 0,07 % rüttelt Vanguard auf.

    Naja, offensichtlich wollten sie nach Jahren des Melkens nur Invesco um 1 bps unterbieten und haben bei ihrer berühmten Trägheit von Xtrackers und iShares nichts mitbekommen, sonst würden sie mit ihrem Volumen problemlos alle Konkurrenten im Preis unterbieten können und noch immer Gewinne abschöpfen, um Gebühren ihrer Eigentümer in den USA zu subventionieren. Als sie damals auf 0,19% gingen, wurde ja auch nur kommuniziert, dass man nun unter dem MSCI ACWI von iShares mit 0,20% sei, obwohl Invesco (und Amundi) da schon längst mit den Produkten am Markt waren. ^^ mir kommt Vanguard jedenfalls nie wieder ins Depot. Allein deren radikale Liquidierungen der Faktor-ETFs vor wenigen Jahren von heute auf morgen war ein Reinfall. Bei einer Steueroptimierung durch Verschmelzung und Domizilwechsel ergibt das ja noch Sinn, aber was die dort abgezogen haben, nee, nee, das bleibt schön das teure Produkt mit Marken-Aufschlag für kurzfristige Anleger, die man auch mit der Tracking Difference reinlegen kann, weil sie ihre Investments eh nicht verstehen. :sleeping:

    Sollte Finanztip für SPDR ETFs (also State Street) „werben“, müsste das gekennzeichnet werden.

    Kann ja nur dem Zufall geschuldet sein, dass sie überhaupt den IMI-Begriff nutzen, den (zumindest den YouTube-Kommentaren zufolge) viele Leser und Zuschauer so noch nicht kannten und nun erstmal "Paralyse durch Analyse" erleben. Normalerweise spricht man einfach von einem "All Cap", was der ACWI IMI ja faktisch ist, wenn man 1% Micro/Nano Caps mal ignoriert oder das beliebte Sampling. Dann hätte man für World und EM auch noch andere Anbieter, ebenso den Vanguard mit ESG und bald ohne. Aber das muss dann auch jeder wissen. Wahrscheinlich reicht ein ACWI (FTSE All-World und Solactive Global Markets sind mitgemeint) für die persönlichen Ziele und die sollten ja eh bei jeder Investition im Vordergrund stehen. Selbst wenn man sich von Small Caps z.B. mehr Rendite erhofft, muss doch eigentlich die Frage stellen: brauchst Du diese erhofften % in einer kleinen Beimischung für Dein finanzielles Ziel? Rick Ferri von den Bogleheads hat ja mal so schön zusammengefasst, dass viele Kleinanleger in ihrem Leben durch vier Phasen gehen. Und manche erreichen die letzte Phase nie. Oder hängen über etliche Jahre mit einem Bias nach dem anderen in der ersten fest.

    1. Darkness: nimmt Ideen und Vorschläge von so ziemlich überall an. Broker bietet einen ETF gerade "kostenlos" als Aktion an, ein YouTuber hatte da eine plausible Idee, in der Zeitung wird ein anderer ETF als beliebt genannt und in irgendwelchen Rankings von Vergleichsportalen kommen andere Optionen, auch wenn man die Bedeutung der Kennzahlen gar nicht versteht. (Gerne auch ergänzt um weitere Anlageklassen und Dividenden, um das Investment zum Entertainment zu machen, was bekanntlich den Zinseszins massiv einschränkt, was sie aber oft gar nicht merken)

    2. Enlightment: man stellt fest, dass man mit passiven Indexfonds (in der Regel ETFs) eine bessere Rendite erzielen kann als man es bisher getan hat. Die erhofften Tenbagger hat man dann ja eh unter der Haube und muss sich nicht fragen, ob man vielleicht eine trendige Position mit viel Grün nun verkauft, etwas laufen lässt oder zumindest hälftig abschnippelt.

    3. Complexity: man optimiert viel herum, mischt vielleicht noch einen Hebel-ETF oder etwas Bitcoin dazu, sucht ein perfektes Verhältnis von Wertpapieren und schaut stetig, wie es sich entwickelt und was man noch rauskitzeln kann.

    4. Simplicity: so wenig Fonds wie möglich; passiv, breit gestreut, günstig. Laufen lassen, Leben genießen und ggf. die Zeit in Weiterbildung/Karriere stecken, um mehr investieren zu können.

    Ist auch der entspannteste Stand, wenn es mal einen Crash gibt. Liegt ja nicht an der eigenen Briefmarkensammlung in Wertpapierform, sondern ist halt nun der Markt. Sparplan normal weiterlaufen lassen und irgendwann wird's schon wieder. Dann muss man sich durch Crashpropheten auch nicht verrückt machen lassen oder durch statistische Tricks, die irgendwer irgendwo mal aufgeschnappt hat ("Dekaden ohne Renditen").

    Schwierig wird es, wenn das Depot schon eine stattliche Größe erreicht hat im Verhältnis zu den Sparraten. Irgendwann muss man sich dann damit abfinden müssen, dass man die 8:1:1 nicht erreichen wird. Aber auch das ist kein Beinbruch!

    Nee, genau wie es etwas mehr sein könnte, wenn man es dann doch erreicht und einfach liegen lässt. Nimmt man die MSCI-Klassifikationen und das aktuelle Marktgewicht, wäre man eh eher bei 76 (World), 11 (World Small Cap) und 13 Prozent (EM IMI). Genau so könnte man auch den neuen World IMI für erstere nehmen (die willkürliche 3/5-Jahres-Regel ignoriere ich mal). Wichtig ist doch mehr, dass Leute verstehen, was sie da machen. Und wenn hier im Forum nun diskutiert wird, in welchem Jahrzehnt mal das Segment X besser lief und dass in alle Ewigkeit nur noch dort bei Y Renditen sind, wo sie zuletzt waren, dann hat Finanztip noch reichlich Erklärungsmöglichkeiten. Streuung hat ja nicht die Gewinnoptimierung zum Ziel. Wahrscheinlich wäre es da leichter, wenn man einfach gesagt hätte: mit einem MSCI World habt ihr aktuell über 3/4 der globalen Marktkapitalisierung und das gibt's heutzutage schon ab 0,05%. Wer aber noch ein bisschen breiter investieren möchte, könnte Nebenwerte und/oder Schwellenländer hinzunehmen, die je nach Marktphase unterschiedlich laufen und keiner weiß, wie es zum Beginn Eurer Entnahme aussehen wird. Achtet vielleicht noch darauf, nicht die Indexanbieter zu vermischen, sonst kann es sein, dass ihr z.B. Länder doppelt oder gar nicht habt. Wäre kein Weltuntergang, aber solche Details schaden nicht. Nach der aktuellen Marktkapitalisierung Stand heute wäre das ein Verhältnis von x:y:z, aber das kann und wird sich immer mal ändern, z.B. auch durch Indexanpassungen, falls MSCI bspw. Südkorea zu einem Industriestaat klassifiziert, wie es FTSE vor einigen Jahren tat. Ob und wie viel Ihr selbst investieren möchtet, müsst Ihr am besten selbst entscheiden. Aber ein MSCI World kann, wie gesagt, auch einfach reichen. Fertig.

    Aber mit irgendwelchen starren Zahlen, auch wenn es grobe Faustregeln sein sollen, verwirrt man am Ende. Ist ja auch bei einem anderen Portal, wo zwar nichts direkt empfohlen wurde, aber das "klassische" 70/30-Portfolio sich eingebürgert hat -- und dann auf große Irritationen stieß, als daraus 50:30:20 wurde. Aber vielleicht ist es auch nur ein bisschen Werbung, um zu sagen, dass ein Anbieter einen ETF auf einen ACWI IMI anbietet, was es viel einfacher macht, und bald das AV-Depot startet. Und da will man seine max. 150 geförderten Euro wahrscheinlich nicht auf drei Positionen zu 120:15:15 oder weniger aufteilen, um im Folgejahr zu schauen, wie sich der Zuschuss verteilen lässt.

    LG und ich hoffe, nochmal was beigetragen zu haben.

    Asparakater

    Absolut, danke dafür! Hattest Du Dir auch den iShares MSCI World Momentum Advanced angeschaut? Kosten beider ETFs sind ja gleich und die (nachgebildeten) Indizes wirken auch recht ähnlich:

    Advanced Select: https://www.msci.com/documents/1019…dex-usd-net.pdf

    Advanced Target: https://www.msci.com/documents/1019…dex-usd-net.pdf

    Könnte beides auch eine nette Ergänzung im Altersvorsorgedepot sein, da auch eine höhere Volatilität Risikoklasse 5 kaum überschreiten dürfte (im Vergleich zu Sektoren oder Hebeln).

    Ich halte von der Idee Abstand. Mit Dividenden baut man halt langsamer Vermögen auf und braucht zugleich mehr für dieselben finanziellen Ziele. Und alles nur weil man Mathematik nicht versteht und Investment mit Entertainment verwechselt. Dazu das ganze bildungsferne Geschwurbel a la "oh, Land x ist höher gewichtet und Branche y geringer, ich bin schlauer als der Markt", wenn es am Ende nur darum geht, wie oft das Produkt dem Gehirn einen Schub gibt und das Finanzamt sowie Broker lachen lässt.

    "richtig mit 3-5 ETFs selbst bauen" klingt, als wäre eine 1-ETF-Lösung nur eine Behelfslösung für Leute, die es nicht besser wissen oder können. Und das ist doch einfach nicht so.

    Dann mischen wir etwas BIP-Gewichtung dazu, ein paar gegensätzliche Faktoren, noch ein Feature wie eine 1%-Kappung von Unternehmen, ein paar zusätzliche Grenzen für Branchen und Regionen, ... voila, das komplexe Produkt ist fertig und kostet nur x-fach mehr, aber ist dann eine 1-ETF-Lösung. Und notfalls macht man es wie Beck und erzeugt neue Produkte, um danach zu überlegen, für welche Szenarien sie geeignet wären und wie man sie an den Mann bzw. die Frau kriegt. :|

    Einen Welt-ETF zu nehmen und dann EM, Ex-USA, Europa,…draufzuklatschen hat was von Flickschusterei.

    Oder halt Tilt. Teure ETFs deutscher Ökonomen, die nach Jahrzehnten in der sehr unprofitablen Forschung nun mit ihrem Namen Geld machen wollen, werben ja auch damit und suchen sich ihre Alleinstellungsmerkmale fürs Marketing ("USA wächst und ist zu groß! Gefährlich! Risiko! Jetzt handeln! [...] USA sank zuletzt! Renditebremse! Jetzt handeln!") statt einfach zu akzeptieren, dass man breit und günstig den Markt laufen lassen kann.

    Und als pensionierte Professoren müssen sie sich auch keine Sorgen machen. In anderen Ländern ist es schon üblich, einen gewissen "home bias" zu haben, ob durch Anleihen oder Aktien, wobei sich das primär auf den Währungsraum bezieht. Im abgesicherten Elfenbeinturm wird man dann sagen "aber das gleicht sich doch langfristig aus, Apple macht in China Geld, Euro mal stärker und schwächer, blublub". Was auch stimmt, aber bei einer Halbwertszeit von drei bis fünf Jahren (laut IWF) kann es auch nicht jeder aussitzen, sodass es zwar kein langfristiges Währungsrisiko gibt, aber durchaus ein kurz- bis mittelfristiges Währungssequenz- bzw. -reihenfolgerisiko gibt, welches zur Volatilität von Aktien hinzukommt, aber keine Prämie abwirft.

    Wer keine GRV, bAV oder ähnliches als Reserve hat, kann dann mal einen US-lastigen ETF bei einem starken US-Dollar dort in der Entnahmephase auf "verkaufen" drücken, während einer Abwertung dieser Währung dann eher zum Schielen in anderer Richtung einlädt, ob nun kanadische Dollar, Schweizer Franken, Euro oder Yen. Je nach Region kann es auch steuerlich vorteilhaft sein, verstärkt in der eigenen Region investiert zu sein, aber wen es interessiert, der wird über Ben Felix und co. schon nähere Infos finden. Oder halt ignorieren. Oder halt erst einige Jahre vor dem Ruhestand eine Position (ob nun Anleihen oder Aktien) aufbauen, um für den Fall der Fälle in der Entnahme eben einen zusätzlichen Pott zu haben. Mit Anfang 20 muss das tatsächlich noch nicht sein und kann Rendite kosten, wie es halt mit Absicherungen oft so ist.

    Es gibt Untersuchungen der Index Capital GmbH, die belegen, dass es völlig egal ist ob 0,2% oder 0,5% TER.

    Das ist diese GmbH, die den teuren GPO-ETF verwaltet. Natürlich haben sie solche Untersuchungen. So wie Scalable ihren ACWI für ein Jahr für 0% anbieten, sich zum Vergleich die teuersten Konkurrenzprodukte (primär Altbestände, die die Emittenten längst mit günstigeren Varianten abgelöst haben) heranzieht und sagt: "so schlecht sind wir doch gar nicht".

    Die TER ist doch uninteressant. Tracking Differerence (nach Kosten) zählt für mich.

    Nee, ein niedriger Tracking Error (TE) ist wünschenswert, wenn man passiv unterwegs ist, um eine stabile Ab- bzw. Nachbildung erkennen zu können, aber am Ende kommt es auf die Rendite an. Die Tracking Difference (TD) ist meistens auch nur Marketing. Typisches Beispiel Vanguard, die sich einen Nettoindex als Benchmark heranziehen, der mit 30% Quellensteuern auf US-Dividenden rechnet (also anders als ein Bruttoindex), obwohl sie mit ihrem Sitz in Irland nur 15% zahlen. Je nach Gewichtung der USA und der Höhe der Ausschüttungen waren das bei einem Welt-ETF in den letzten Jahren meistens ein rechnerischer Vorteil von 0,25% jährlich. Und da der ETF (inkl. versteckten Kosten, die im Kleingedruckten im KID/PRIID stehen) bis letzten Oktober 0,24% gekostet hat, wurde dieser "Vorteil" halt von hohen Gebühren komplett aufgefressen, sodass man bei ungefähr 0% landete.

    Aber manche Kunden fressen wiederum den PR-Gag und sagen dann, der ETF sei "kostenlos". Wäre ja super, dann nimmt man einen synthetischen S&P-500-ETF mit niedrigen Kosten und freut sich, dass man vom ETF-Anbieter dafür "bezahlt" wird, zu investieren. "Mein ETF ist absolut kostenlos und der Emittent schenkt mir an die 0,5% jedes Jahr on top -- ohne selbst etwas einzunehmen. Bestes Management!". :D

    Sind halt verschiedene Produkte. Der erste hat einen ESG-Filter, der zweite ist synthetisch und der dritte (Finanztip) "plain vanilla" und physisch sowie All Country (World), also rund doppelt so viele Länder. Was nun besser läuft in Zukunft, weiß niemand. Wenn Du aber eine höhere Renditeerwartung hast, dann rechne es Dir halt aus. Oder hau mal etwas in eine KI rein. Deinen Anlagezeitraum, Deine tatsächliche Steuerlast durch Umschichtung usw. kennst ja nur Du. Der Swapper ist jedenfalls ziemlich teuer, sodass sein Steuervorteil kaum noch zur Geltung kommt, während der ETF bei Finanztip halt auch Schwellenländer statt nur Industriestaaten hat.

    Willst Du beim MSCI World bleiben (kann man machen, aber sollte sich halt im Klaren sein, was drin ist und was nicht), dann hat UBS derzeit die Nase vorn (0,06% und keine versteckten Zusatzkosten wie bei Vanguard oder teilweise SPDR üblich) und die Kosten sind es eben, die sich langfristig bemerkbar machen, auch wenn das Marketing gerne mit Begriffen wie "tracking difference" um sich wirft, was aber kaum einer versteht, der sich nicht fragt, wie z.B. eine Net Total Return Benchmark tatsächlich berechnet wird und welche Annahmen getroffen sind. Willst Du einen All-World, gibt's den Amundi Prime All Country für gerade mal 0,07%, auch all-inclusive, und somit geringfügig mehr. Und soll "MSCI (All Country World)" draufstehen, dann bist Du mit 0,12% bei SPDR dabei -- hier sogar ohne Zusatzkosten (im Gegensatz zum "SPDR ACWI IMI/Investable Markets", der nicht mit den angegebenen 0,17% auskommt) oder dem leider noch immer manchmal empfohlenen Vanguard FTSE All-World, der mit seinen astronomischen Kosten die mit Abstand schlechteste Rendite seit mindestens zwei Jahren auf dem Welt-ETF-Markt hat).

    Erstens, ich war Anfänger, der Amundi war mein erster ETF. Ich hatte nicht so sehr auf das Domizil geachtet, sondern eher auf den Fonds Inhalt. Die Wichtigkeit war mir einfach nicht klar, bzw. wurde nicht deutlich genug kommuniziert.

    Zweitens, die Ankündigung war nur wenige Wochen vorher im November 2023 in meiner Postbox, nämlich, dass er im Dezember 2023 verschmolzen wird. In einem dieser Kapitalmaßnahmen Dokumente, normalerweise schaue ich da selten rein, war fast schon Glück. Sie wurde also nicht Jahre vorher angekündigt, zumindest nicht über offizielle Kanäle.

    Drittens, die Gebühren und Spreads waren mir egal. Ich hatte da langfristig kein gutes Gefühl, zumal sie die Jahre zuvor auch schon immer mal etwas geändert hatten (Indexwechsel).

    1. Ja, dann hast Du Dich nicht informiert und in Dinge investiert, die Du nicht verstehst. Ist mir als Anfänger auch passiert. Aber dafür gebe ich dann nicht dem Anbieter die Schuld, der auch für deutsche Steuergesetze nicht zuständig ist.

    2. Nee, die Konsolidierung war schon bei der Übernahme angekündigt worden und ist ja auch logisch, dass nicht zig identische Produkte im Angebot sind, wenn man wettbewerbsfähig sein möchte. Wenn man selbst einen relevanten Teil seines Geldes bei einem Emittenten investiert und dann dessen Aufkauf sowie die Aussagen des neuen "Besitzers" ebenfalls über Jahre ignoriert, dann muss man sich auch an dieselbe Nase fassen wie vorher.

    3. Ja, noch so ein Anfängerfehler. Beim nächsten mal vorher informieren, nicht über Jahre auf Ewigkeitsklauseln hoffen, wirtschaftliche sowie steuerliche Optimierungen als Problem wahrnehmen und dann rein emotional ("kein gutes Gefühl") Geld verbrennen. Und natürlich auch mal durchrechnen, was überhaupt tatsächlich an Kosten entstehen und was sie langfristig bedeuten (im Gegensatz zum Vorteil eines neuen Domizils, denn ansonsten ist eine Verschmelzung eh irrelevant).


    Aber damit tun sich viele Deutsche halt schwer, egal ob junge Anfänger oder übermütige Boomer. So machten andere mit Riester ("steuersparsam") auch ihr Geld und das waren nicht die Anleger. Und schuld haben dann immer alle anderen. Statt mal drei Stunden für Recherchezwecke zu investieren, verbrennt man lieber drei Jahrzehnte Geld und macht dann große Augen. Oje, oje.

    Es ist nicht nur die politische Instabilität, die mich an den USA zweifeln lässt. Es gibt auch ganz fundamentale Gründe warum der US-Markt nicht so attraktiv erscheint - völlig losgelöst von der Frage ob das nun weltweit tätige Konzerne sind:

    S&P 500-KGV vom 04.02.2026: 29,10

    Stimmt, das sehen Analysten, die mit zwei Suchbegriffen bei Google erfahren können, wo morgen das große Geld schlummert, auch so.

    Analyse: Ist der US-Aktienmarkt überbewertet?
    Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest beschäftigt sich in einer aktuellen Analyse mit der viel diskutierten Frage, ob der US-Aktienmarkt überbewertet ist –…
    www.fondsprofessionell.at
    Deutsche Aktien: "Aktien werden 20 bis 30 Prozent steigen"
    Der beste Aktienfondsmanager Deutschlands im Jahr 2015, Olgerd Eichler, über seine Strategie beim Aktienfonds Mainfirst Germany sowie die Erwartungen und…
    www.wiwo.de
    Das wundersame Wachstum der Tech-Aktien
    Gerade erst zählten Tech-Aktien zu den Verlierern, nun sind sie wieder die ganz großen Gewinner. Ihre Kurse steigen und viele Aktienstrategen reiben sich ...
    www.capital.de
    Ignorieren Sie das Shiller-KGV auf eigene Gefahr: US-Aktien sind überbewertet!
    Das zyklisch adjustierte KGV nach Robert Shiller ist für den S&P 500 auf Basis der gestrigen Schlusskurse auf 31,8 gestiegen! Dieser Wert liegt 88 Prozent über…
    www.finanzen.net

    (Datum der Links bitte ignorieren!)

    und 2023 schließlich den Fonds mit einem anderen steuerschädlich nach Irland verschmolzen, also wieder anderer Index. Habe daraufhin alles verkauft.

    Das war ja ziemlich dumm. Wieso nimmst du US-lastige ETFs ohne Sitz in Irland, ignorierst über Jahre eine angekündigte Konsolidierung und verkaufst nach der Steueroptimierung, die langfristig mehr Geld einspart als der Domizilwechsel kostet, auch noch die Anteile, um mehrmals Gebühren und Spreads zu haben? Junge, Junge. :D

    Davon abgesehen würde ich als Europäer so oder so die Finger von Scamguard lassen. Viel zu teuer. Kann sich ja jeder mal ausrechnen, was er über Jahrzehnte abdrückt, um die Gebühren für US-Anleger zu subventionieren. Außer man will auch einen sechsstelligen Betrag verzichten, um auf Reddit Likes zu farmen. Aber dann wird man eh nicht lange am Markt sein, sondern emotional beim nächsten Crash aussteigen.

    Mit Gold, High-Yield-Bonds und Small Caps.

    Und 0,01% billiger als Vanguard.

    Oder 0,06%p. Bei Vanguard kommen wie gewohnt noch Transaktionskosten dazu, die in der TER nicht aufgeführt werden. In diesem Falle 0,25% TER plus 0,05% Fx, also faktisch 0,3%. Bei Amundi sind es 0,18% all inclusive. Ist beim FTSE All-World ja nicht anders, wo sie kürzlich von 0,22% auf 0,19% senkten, um lauthals zu sagen, sie seien nun günstiger als Blackrock bzw. iShares ACWI (0,2%). Mit den im KID versteckten Kosten sind sie aber weiterhin teurer und subventionieren so ihre Gebühren in den USA quer.

    Ungefähr so:

    85% Welt-ETF (überwiegend Vanguard FTSE All-World, aber seit einem Jahr wird der Amundi Prime All-Country bespart, stets thesaurierend)

    10% Avantis Global Small Cap Value (wird zu 50:50 mit dem Amundi monatlich bespart. Ziel ist ein Anteil von 25-30%)

    5% Bitcoin und Amundi 2x Lev NASDAQ (liegt beides nicht im Depot meiner Bank und ich schau da nicht rein, weil Apps gelöscht. Vielleicht in ein paar Jahren mal reinluschern. Könnte heute daher auch mehr oder weniger als 5% sein)

    Ich traue ihm zu, dass sich Kommer um seine finanzielle Situation etwas weniger Sorgen machen muss.

    Ansonsten läuft hier noch der große Feldversuch: ETF-Duell der Giganten: Kommer-ETF vs. MSCI World – Mein Selbstversuch im Wochentakt

    Ist halt ein komisches Nerd-Produkt, für die Leute, die sich wohler fühlen, wenn sie irgendeine Struktur bekommen. Und wenn man dann noch behauptet, es sei der Stand der Wissenschaft (obwohl entweder umstritten oder kein Thema) von einem Herrn Doktor, dann reicht das für manche, um dort ihr Geld auszugeben. Den einen reicht es halt, wenn sie einen ETF haben, der global gestreut ist und nach Marktkapitalisierung einen Index abbildet. Andere zahlen dann lieber das Zehnfache an Gebühren, um beim Bingo-Abend sagen zu können "Nee, also so ein MSCI World, S&P 500 oder FTSE All-World wäre nichts für mich. Ich brauche unbedingt eine Regelung, dass kein Unternehmen über 1% sein darf. Und ein hoher Anteil der USA ist doch auch gefährlich. Davor hat Herr Doktor schon vor etlichen Jahren gewarnt und... irgendwann wird es sich lohnen. Laut einem Interview vor wenigen Wochen lief sein ETF ja sogar besser als Nvidia! Und Marktkapitalisierung oder BIP... ach, nehmen wir doch einfach die Mitte. Bisschen Nachhaltigkeit nach Kriterien, die ich nicht kenne, schadet auch nicht. Neue Unternehmen bitte einem Jahr nach ihrem Börsengang auch ausschließen. Die Volksaktie mit Manfred Krug ist doch ein mahnendes Beispiel, was das heißt. Gut, okay, war kein ETF, sondern eine Einzelaktie, aber... ja, so, also deshalb ist es der perfekte ETF für mich."

    Man bastelt sich halt ein Produkt, das mehrere Merkmale (hab Multifaktoren ganz vergessen :D) zur Alleinstellung hat, macht etwas komisches Marketing, packt einen bekannten Namen drauf und fertig ist die Laube. Aber hey, immerhin nicht ein Dirk Müller Fonds, denen viele Anleger das Geld über Jahre nachwarfen, weil sie ihn in Talkshows so überzeugend fanden. Letztendlich haben diese Leute (kann man mit Beck und co. fortführen) den heiligen Gral gefunden. Schade nur, dass 99,9999% der globalen Finanzindustrie davon nichts mitkriegt.

    Andere haben auch schon viele ETFs geschlossen oder umgezogen, Amundi hat halt viel zusammengelegt nach der Lyxor Übernahme. Die neuen sind jetzt in IE domestiziert wie die meisten anderen auch. Das ist ein super Index, noch dazu eines deutschen Anbieters (Solactive), der Prime Global hat eine sehr gute TD, kann man vom All Country auch erwarten.

    Amundi ist tatsächlich ein guter Anbieter und nicht grundlos Europas Nummer 1. Dass die mal übernommen werden, ist möglich, aber dann wohl unwahrscheinlicher als viele anderen. Dieses gezwungene Bashing a la "Ich hab gehört, dass Amundi blöd ist, also spiele ich stille Post und gebe es mit, weil es ja auch Vereine geben muss, vor denen man warnen muss" ist in der deutschen Bubble auch extrem nervig, zumal es um wenig bis nichts für den Anleger geht, aber die meisten hysterisch auf den Begriff "Steuerereignis" reagieren -- aber sich gleichzeitig einen physischen ETF mit Sitz außerhalb Irland ins Depot holten. Da bringt bereits mittelfristig der Domizilwechsel mehr als sie im schlimmsten Falle an Rendite verlieren könnten unter den theoretisch ungünstigen Umständen bzw. Investitionszeiträumen.

    Die Konsolidierung (Fusion von Fonds) sowie die Optimierung war ja auch schon vor Jahren bei der Übernahme von Lyxor (genau wie bei denen mit Comstage) angekündigt, aber das ignorieren manche Ivnestoren und denken, es gäbe eine Bestandsgarantie bis in alle Ewigkeit, die als Mittelpunkt die Wehwehche deutscher Kleinanleger und ihrer nationalen Steuergesetzgebung hat.

    So viel dazu. Nichtsdestotrotz: der Global ist ein Amundi-Kind und keine Übernahme. Da war es schon unglücklich, dass sie ihn nicht gleich in Irland aufgesetzt haben. Letztendlich wird aber der Umzug nach so kurzer Zeit aber auch wieder weniger ins Gewicht fallen als die halbierte Quellsteuerregelung auf US-Dividenden. An sich also im Sinne der Anleger, auch wenn die Panikmache "Ich versteh es nicht wieso, aber Amundi schließt dauernd ohne Grund ETFs! Niemals dort anlegen! Und andere tun es bestimmt nie und überhaupt bis in alle Ewigkeit!". Seufz.

    A2H59Q…,.Ja……synthetisch…..läuten da die Glocken ?

    Da wird fröhlich geswapt und Aktienkorboptimumgegenpartzockerei betrieben.

    Mit Zockerei schafft man dann eine TD, die die hohen Gebühren ausgleichen kann..

    Naja, Xtrackers ist schon etwas merkwürdiger, find ich. Bei ihren ETFs auf den Index S&P 500 hat man drei Angebote:

    1) Synthetisch ausschüttend: 0,07% TER
    2) Synthetisch thesaurierend: 0,15% TER
    3) Physisch thesaurierend: 0,06% TER (aber +0,12% Transaktionskosten, also faktisch 0,18%. Dazu die Variable Wertpapierleihgeschäft)
    - Physisch ausschüttend gibt es nicht
    Link: https://extraetf.com/de/etf-search?…-8&provider=115

    Bei der durchschnittlichen TD ist dann das Ergebnis wenig überraschend und eine Abweichung von an die 0,8%p lässt einen die Frage stellen, ob man tatsächlich bei der TER auf jeden Basispunkt schauen sollte, insb. wenn es noch "versteckte" weitere Kosten in den Infoblättern gibt (sowie Themen der Besteuerung auf Fondsebene):

    1) Synthetisch ausschüttend: -0,46% TD
    2) Synthetisch thesaurierend: -0,41% TD
    3) Physisch thesaurierend: +0,35% TD
    4) Zum Vergleich Amundi: -0,47% TD
    Link: https://extraetf.com/de/etf-compari…E000Z9SJA06-etf

    Aber wie ich sehe, sind einige Daten auch nicht ganz aktuell. Der Amundi-ETF wird mit 0,07% angegeben (genau wie bei Trade Republic), obwohl er 0,05% (ohne extra Chichi und Tamtam) kostet. Aber gut, macht a) den Kohl nicht fett und zeigt mir b), dass man bei echtem Kauf-Interesse eh lieber die offiziellen Zahlen nachschlägt.

    Beim eingangs erwähnten Xtrackers MSCI World kommen auch geringfügige Transaktionskosten dazu, zusätzlich verleiht er bis zu 4,4% seiner Anteile pro Tag, macht damit knapp 0,01% Einnahmen bisher, spart sich Kosten durch optimierte Nachbildung und hat zur Sicherheit allerlei Kram im Korb, insb. Staatsanleihen: https://etf.dws.com/de-de/IE00BJ0K…d-ucits-etf-1c/

    Erscheint mir jetzt alles nicht mehr oder weniger riskant als andere Replikationsarten. Zumindest jedenfalls nicht weniger komplex als die erwähnte "Aktienkorboptimumgegenpartzockerei", die seit sehr vielen Jahren stabile Ergebnisse lieferte. 8o Vorteil ist natürlich, dass für Einsteiger eine physische Replikation oberflächlich leichter zu verstehen sein dürfte. Ein börsennotierter Fonds kauft halt die Aktien aus einem Index...