Fragen:
- Sind die oben genannten Bedingungen einigermaßen akzeptabel bzw. was man eben von einem Zeitwertkonto erwarten kann? Oder komplett unterirdisch?
- Wieviel würdet ihr einzahlen? Nur Überstunden oder auch vom Brutto?
Wird der Vertrag zufälligerweise bei der Allianz geführt?
Wenn Du vor hast Deinen Ruhestand darüber zu finanzieren, machen eigene Einzahlung meiner Meinung nach Sinn, wenn Du über der BBG verdienst, wenn nicht kann es ebenfalls sinnvoll sein, nur evtl. mit weniger (Verlgeichs)-Rendite. Der psychologische Vorteil bleibt. Falls Du nur mal ein Sabbatical nehmen willst, dann würde ich das über Überzeiten ansparen.
Ich habe dazu schon etwas in einem anderen Forum geschrieben, daher hier einiges copy & past.
Generell ist es abhängig davon, ob Du über der BBG verdienst oder darunter und ob Du Dir vorstellen kannst bei diesem Arbeitgeber auch in den Ruhestand zu gehen. Wenn Du darüber verdienst, dann muss der AG auch seine Anteile zur Sozialversicherung über der BBG einzahlen. Das sind etwa 20% auf Deine Einzahlung, das hättest Du sonst nicht.
Ich habe einen mittleren 6stelligen Betrag angespart, weitgehend aus eigenen Einzahlungen. Ich könnte so etwa knapp 10 Jahre Vorruhestand finanzieren. Und ich sage Dir, nur aus dem Depot würde ich mir das nicht erlauben.
Der Vorteil beim Zeitwertkonto vs. eigenem Ansparen hat aber meiner Meinung nach viele Hebel:
- Bruttosparen (verdoppelt die Netto-Rendite nahezu, voller Zinseszins-Effekt auf den Brutto-Einzahlungsbetrag)
- Der AG muss die SV-Anteile über der BBG in das ZWK einbringen (ca. 20% Zusatzeinzahlung, die sonst nicht stattfinden würde)
- Evtl. weitere Zuzahlung oder Zuschuss des AG
- Steuereffekt, da Du vermutlich aktuell über der BBG höhere Steuern zahlst als dann bei reduzierter Auszahlung in der Entnahmephase
- Volle Krankenversicherung in der Ruhestandsphase, ohne dass die Kapitalerträge mit in die KV Basis zählen würden, das müsste alternativ aus dem ETF Guthaben bezahlt werden, insofern eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV notwendig wäre. Die GKV zieht dafür sämtliche Einkünfte heran.
- Weiterer Erwerb von Rentenpunkten während der Ruhestandsphase
Ein weiterer großer Vorteil ist die psychologische Komponente der Planbarkeit bei Auszahlung vs. ETF-Vermögen. Es macht einen gravierenden Unterschied für mich ob ich über das ZWK finanzieren kann oder es über das Depot mache.
Alle Vorteile zusammen können je nach indivdueller Konstellation einen ETF Sparplan mit 8% schlagen (5,x% bei Dir alleine aus der Bruttosparrate vs. Nettosparen, Rest machen Krankenversicherung, Rentenpunkte, SV über BBG, Steuereffekte). Ohne dabei ein besonderes Schwankungs- und Wertentwicklungsrisiko zu haben, was ein immenser Vorteil ist.
Zum Vergleich mit einem ETF:
Der Vergleich zu einem ETF Depot hinkt gewaltig, da man in überschaubarer Zeit auf eine sichere Auszahlung kommen müsste um sicher den vorgezogenen Ruhestand auf ETF Vermögen zu realisieren. Der Diskussion von 3,x Prozent sichere Auszahlungsquote folgend, würdest Du eine extrem hohen Kapitalbedarf benötigen, den Du mit der freien Sparrate niemals erreichen würdest. Oder dann im Umkehrschluss doch nicht vollständig in Aktien anlegen, was wiederum auf die Vergleichsrendite drückt.
Allerdings, und das gilt es zu bedenken, mit neuen Risiken eines langfristigen Vertrages, der dem Risiko von Gesetzesänderungen unterworfen ist. Dazu würde bei einer Übertragung zur Rentenversicherung die Verzinsung stark zurückgehen, da dort sicher und kurzfristig angelegt wird (bis auf 0%, wie vor einigen Jahren). Auch ist die Komplexität hoch bzw. Fehlannahmen daraus wahrscheinlich und zukünftige Änderungen von SV- und Steuergegebenheiten können besonders stark negativ wirken.
Mein Vorgehen könnte Fehler enthalten. Also Disclaimer! Falls jemandem ein Denkfehler auffällt, gerne her damit.:-)