Beiträge von Physics

    Das ist wirklich sehr kompliziert und theoretisch geschrieben von dir. Aber im Endeffekt ist es eben doch genau so wie von mir geschrieben. Wenn ich ein Haus / Wohnung besitze (Selbstnutzung), habe ich weiterhin Kosten (nur halt verringerte) und eben keine Einkünfte.

    Ja, ein echter Vergleich ist oft komplex und kompliziert und lässt sich nicht auf ein Argument herunterbrechen.

    Einfacher:

    Du hast keine Einkünfte aber gleichzeitig weniger Ausgaben. Es ist auf dem Konto am Monatsende schlicht neutral ob Einnahme auf dem Auszug bzw. Depotauszug steht oder keine Miete abgebucht wird.

    Physics das was du sagst kann man aber auch anders rum ausdrücken: nur 10-20% der Miete spart man als Selbstnutzer wirklich. Dagegen stehen etwaige Finanzierungskosten.

    Und bei Fremdvermietung kannst Du diese ganzen Kosten Jahr steuerlich absetzen. Daher ist, gerade bei Finanzierung, Vermietung erstmal lukrativer aus Selbstnutzung (dafür dann Aufwand der Betreuung, problematische Mieter etc).

    Ich würde niemanden blind zu einem Haus- oder Wohnungskauf raten, eher abraten wegen Flexibilität und anderen Faktoren. Es muss passen. Ich persönlich würde auch nicht mehr kaufen, sondern mieten, wenn ich es heute entscheiden müsste.

    In der Diskussion wird jedoch viel zu einseitig zugunsten von ETFs argumentiert.

    Wie auch bei dir. Du lenkst das Thema von der Eigennutzung direkt auf die Vermietung und den fehlenden Werbungskostenabzug bei Selbstnutzer-Immobilien. Damit verdrehst du die Vorteile und blendest die wichtigste Kehrseite aus.

    Im Gegensatz zur Eigennutzung, bei der das eingesetzte Kapital und die ersparte Miete komplett steuerfrei bleiben, musst du bei ETFs Erträge und Gewinne versteuern (selbst nach über 10 Jahren Haltedauer). Das verschafft der selbstgenutzten Immobilie gegenüber dem ETF einen massiven steuerlichen Vorteil.

    Wieso ist das ein komischer Vergleich?

    Mein 360k Depot hat dieses Jahr bisher mehr Rendite gemacht wie ich im Job verdient hab. mein Geld hat mehr gearbeitet als ich. Und wenn das Depot entsprechend weiter wächst zahlt es in Zukunft auch stabil mehr als nur die komplette Miete, fast alle Ausgaben.

    Stecke ich das Geld aber in ein Haus oder teure Wohnung, dann muss ich weiter fleißig arbeiten um Nebenkosten, Reparaturen und Lebensunterhalt zu erwirtschaften.

    Zu diesem komischen Vergleich kommen auch noch grundsätzliche Denkfehler hinzu.

    Jetzt am Höchststand der Aktienmärkte hat dein 360k-Depot Rendite gemacht. Das schreibst du gedanklich in die Zukunft der nächsten 40 Jahre fort: Fehler #1.

    Bei einer selbstgenutzten Immobilie bist du dein eigener Schuldner. Es geht hier primär nicht um spekulative Wertentwicklung, sondern um die ersparte Miete (die einen realen, steuerfreien Wert hat) plus einen Restwert im Alter oder als Erbe.

    Dadurch ähnelt die selbstgenutzte Immobilie eher einem Bond mit Top-Rating und eingebautem Inflationsschutz. Zwischenzeitliche Wertschwankungen entsprechen dem Kursrisiko eines Langläufer-Bonds (20–50 Jahre Laufzeit).

    Ein hochvolatiles Aktiendepot direkt mit einer mietkostensenkenden Sachwert-Absicherung gleichzusetzen ist Fehler #2.

    Du kannst das für dich natürlich anders auslegen, aber finanziell fundiert ist diese Sichtweise nicht.

    Ein Haus kostet halt weiter Nebenkosten und Reparaturen.
    Ein Depot zahlt mir aber die Miete und eventuell noch viel mehr.

    Komischer Vergleich.

    Das Haus zahlt dir die Miete auch, nur dass du es nicht siehst, da du an dich selber zahlst. Warum wird das immer ausgeblendet?

    Reparaturen zahlst du indirekt auch als Mieter über die Miete. Und Nebenkosten hast du auch als Mieter, zumindest einen großen Teil davon.

    Und es kommt immer auf den Einzelfall an, ob und wie es sich rechnet. Schon klar, dass das kein Selbsläufer ist. Aber die Argumentation hier ist einfach nicht stimmig, da sie einseitig das Bild verzerrt.

    Mit den Kosten - kann es sein, dass es 2,2% auf den jeweiligen eingezahlten Betrag sind und 0,8% pro Jahr auf das Gesamtguthaben?

    3% Kosten pro Jahr auf das Kapital machen das ganze sonst sofort zum Verlustgeschäft.

    Ansonsten wäre noch interessant, ob es noch irgendwelche Besonderheiten gibt, wie z.B. eine Einmalzahlung des Arbeitgebers, wenn du das Geld auf eine bestimmte Weise entnimmst.

    Steht doch ganz oben im ersten Beitrag.

    Verzinsung:

    - Garantierter Zins: 1%

    - Zinsüberschussanteil: 1.75%

    - Schlussüberschuss (derzeit): 0.75%

    Insgesamt derzeit bei längerer Laufzeit: ca. 3.5%

    Kosten:

    - Beitragsbezogene Kosten: 2.22%

    - Verwaltungskosten: 0.82%


    Beitragsbezogene Kosten sind Kosten auf die Einzahlung.

    Ansonsten hat der Tarif eine Nettoverzinsung von 3,5% - 0,8%, also 2,7%. Allerdings machen es die Anbieter hier wirklich clever. Nur 1% Garantiert sind dann auch nur 0,2% garantierter Zins nach Kosten. Rest nicht gesichert oder erst wenn die Gesamtlaufzeit erreicht wird. Die 0,75% Schlussüberschuss werden wohl nur in einem Bruchteil der Fälle wirklich zur Auszahlung kommen, da das Guthaben vorher durch Sabbatical oder Übertragung oder Störfall aufgelöst wird. Nur meine Vermutung :)

    Daher sollte man sich schon sehr sicher sein, dass man das bei dem derzeitigen Arbeitgeber auch druchhält.

    Warum muss das Geld für die vergleichbare Freistellung per ETF 20-30 Jahre reichen? Es muss exakt für die Zeit der Freistellung reichen, ggf. inkl. Sparbeiträgen für die eigene Altersvorsorge, wenn man das mit einbeziehen möchte

    Ja, das stimmt natürlich. Auf der anderen Seite, der Fragesteller ist 45 Jahre alt. Wenn er nun 2,3 oder 4 Jahre Vorruhestand sicher finanzieren möchte hat er noch eine Ansparzeit von vielleicht 18 Jahre und beispielhaft 4 Jahre Freistellungsphase. Wie soll er denn das SORR absichern, wenn er zu 100% in einem Aktien-ETF investiert? Selbst 50% wären hier schon mutig und keine sichere Bank. Wenn es aus dem undifferenzierten Portfolio entnommen werden soll dann sind es halt dann nur 3,x%

    Fragen:

    - Sind die oben genannten Bedingungen einigermaßen akzeptabel bzw. was man eben von einem Zeitwertkonto erwarten kann? Oder komplett unterirdisch?

    - Wieviel würdet ihr einzahlen? Nur Überstunden oder auch vom Brutto?

    Wird der Vertrag zufälligerweise bei der Allianz geführt?

    Wenn Du vor hast Deinen Ruhestand darüber zu finanzieren, machen eigene Einzahlung meiner Meinung nach Sinn, wenn Du über der BBG verdienst, wenn nicht kann es ebenfalls sinnvoll sein, nur evtl. mit weniger (Verlgeichs)-Rendite. Der psychologische Vorteil bleibt. Falls Du nur mal ein Sabbatical nehmen willst, dann würde ich das über Überzeiten ansparen.

    Ich habe dazu schon etwas in einem anderen Forum geschrieben, daher hier einiges copy & past.

    Generell ist es abhängig davon, ob Du über der BBG verdienst oder darunter und ob Du Dir vorstellen kannst bei diesem Arbeitgeber auch in den Ruhestand zu gehen. Wenn Du darüber verdienst, dann muss der AG auch seine Anteile zur Sozialversicherung über der BBG einzahlen. Das sind etwa 20% auf Deine Einzahlung, das hättest Du sonst nicht.


    Ich habe einen mittleren 6stelligen Betrag angespart, weitgehend aus eigenen Einzahlungen. Ich könnte so etwa knapp 10 Jahre Vorruhestand finanzieren. Und ich sage Dir, nur aus dem Depot würde ich mir das nicht erlauben.


    Der Vorteil beim Zeitwertkonto vs. eigenem Ansparen hat aber meiner Meinung nach viele Hebel:

    - Bruttosparen (verdoppelt die Netto-Rendite nahezu, voller Zinseszins-Effekt auf den Brutto-Einzahlungsbetrag)

    - Der AG muss die SV-Anteile über der BBG in das ZWK einbringen (ca. 20% Zusatzeinzahlung, die sonst nicht stattfinden würde)

    - Evtl. weitere Zuzahlung oder Zuschuss des AG

    - Steuereffekt, da Du vermutlich aktuell über der BBG höhere Steuern zahlst als dann bei reduzierter Auszahlung in der Entnahmephase

    - Volle Krankenversicherung in der Ruhestandsphase, ohne dass die Kapitalerträge mit in die KV Basis zählen würden, das müsste alternativ aus dem ETF Guthaben bezahlt werden, insofern eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV notwendig wäre. Die GKV zieht dafür sämtliche Einkünfte heran.

    - Weiterer Erwerb von Rentenpunkten während der Ruhestandsphase


    Ein weiterer großer Vorteil ist die psychologische Komponente der Planbarkeit bei Auszahlung vs. ETF-Vermögen. Es macht einen gravierenden Unterschied für mich ob ich über das ZWK finanzieren kann oder es über das Depot mache.

    Alle Vorteile zusammen können je nach indivdueller Konstellation einen ETF Sparplan mit 8% schlagen (5,x% bei Dir alleine aus der Bruttosparrate vs. Nettosparen, Rest machen Krankenversicherung, Rentenpunkte, SV über BBG, Steuereffekte). Ohne dabei ein besonderes Schwankungs- und Wertentwicklungsrisiko zu haben, was ein immenser Vorteil ist.


    Zum Vergleich mit einem ETF:

    Der Vergleich zu einem ETF Depot hinkt gewaltig, da man in überschaubarer Zeit auf eine sichere Auszahlung kommen müsste um sicher den vorgezogenen Ruhestand auf ETF Vermögen zu realisieren. Der Diskussion von 3,x Prozent sichere Auszahlungsquote folgend, würdest Du eine extrem hohen Kapitalbedarf benötigen, den Du mit der freien Sparrate niemals erreichen würdest. Oder dann im Umkehrschluss doch nicht vollständig in Aktien anlegen, was wiederum auf die Vergleichsrendite drückt.


    Allerdings, und das gilt es zu bedenken, mit neuen Risiken eines langfristigen Vertrages, der dem Risiko von Gesetzesänderungen unterworfen ist. Dazu würde bei einer Übertragung zur Rentenversicherung die Verzinsung stark zurückgehen, da dort sicher und kurzfristig angelegt wird (bis auf 0%, wie vor einigen Jahren). Auch ist die Komplexität hoch bzw. Fehlannahmen daraus wahrscheinlich und zukünftige Änderungen von SV- und Steuergegebenheiten können besonders stark negativ wirken.

    Mein Vorgehen könnte Fehler enthalten. Also Disclaimer! Falls jemandem ein Denkfehler auffällt, gerne her damit.:-)

    Hmpf Kann es sein, dass Du Liquidität mit Vermögen verwechselst? Was hat eine Abfrage von Liquidität für einen Sinn, ohne die Umstände zu kennen?

    Ein Wohnhaus ist also kein Vermögen, weil es länger als 3 Monate dauert um es zu veräußern? Auch nicht wenn es einen umgekehrten Cashflow an ersparter Miete besitzt? Dann erwähnst Du noch Schulden sind vom Vermögen abzuziehen. Also dann ohne Immobilienschulden sondern nur Effektenlombard? Eine Eigentumswohnung auch nicht? Rückkaufswert Lebensversicherung vermutlich auch nicht? Auch kein Vermögen wie Direktversicherung, weil sie bis Endfälligkeit gehalten werden muss? Ich geh nichtmal soweit und kritisiere die fehlende Einbeziehung an Renten (obwohl das natürlich auch dazu gehört). Aber alles andere oben kein Vermögen? Eine etwas enge Sicht auf die Welt des Vermögens :/

    Hallo, ich (65) bin gerade am Basteln meines Depots für die Rente. Die Annahmen sind als Haushaltseinkommen für mich und meine Frau gedacht. Benötigt wird ein Haushaltseinkommen von geschätzten 4000 Euros im Monat, ich hoffe das reicht. Die selbstbewohnte Immobilie lass ich außen vor, da der Erhaltungsaufwand bestimmt etwaige Mietkosten ausgleichen würde. Aus der RV kommen 2000 Euro, sprich die Lücke sind 2000 Euro im Monat. Anlagezeit 25 Jahre.

    Ich würde erst etwas mehr Sicherheit in die Zahlenwelt bringen, wenn ich an Deiner Stelle wäre, bevor ich das Depot ausrichten würde. Dass sich Berufliches und Privates vermischt hat macht es doch etwas ungenau. Entweder Du/Ihr setzt euch mal hin und versucht das über einige vergangene Monate aufzugleisen oder schreibt mal für eine gewissen Zeit Eure Ausgaben auf. Das hilft die 4.000 EUR besser einzuschätzen.

    Da machen 500 EUR Unterschied schon eine kleine Welt.

    Wichtig wäre, dass Du klar bist, was ihr mindestens benötigt. Die 1.600 EUR die Du weiter unten genannt hattest, sind vermutlich Deine geschätzten mindest Lebenshaltungskosten. Dazwischen liegen Urlaube, Anschaffungen, Renovierungen, usw. Was steht z.B. bei der Immobilie an?

    Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus? Privat, gesetzlich, KVdR? Ist die Rente bereits netto oder ist das der Wert auf dem Rentenauszug?

    Erst wenn Du wirklich abschätzen kannst, was Du wann benötigst würde ich anlegen. Ansonsten bleibt dann nur ein allgemeines ausgeglichenes Depot, das zufällig passen kann.

    Sale and lease back - je nachdem, wie lange Du vorhast, dort wohnen zu bleiben, kann dies eine Option darstellen: Verkauf mit (befristetem) Mietvertrag.

    Also Spaß macht das für den Verkäufer nicht. Es ist komplex, man muss sich dann bzgl. Reparaturen, Renovierungen usw. mit dem neuen Eigentümer herumschlagen. Dann in diesem Modell noch untervermieten oder alternativ nicht mehr auf die Mieter Einfluss haben können. Ich stelle mir einen sorgenfreien Ruhestand anders vor.

    Haha, gemein...Allerdings: Ich könnte selber ins hübsche kleine Dachgeschoss einziehen und unten teurer vermieten, wären vielleicht 2000 € Miete, wenn ichs aufhübsche +300 € würde das reichen? :/ und dann beim Reisen beide vermieten? (Dies Forum regt mich jetzt doch zum Nachdenken an):thumbup:

    Es ist wohl nicht nur eine finanzielle Entscheidung. In einem Haus steckt so viel gemeinsames Leben, stecken so viele Erinnerungen. Ein Verkauf würde bedeuten, von jetzt auf gleich in eine völlig neue Lebensphase einzutretn. Es ist völlig verständlich, wenn Du versuchst daran festzuhalten, weil Du vielleicht emotional noch nicht ganz so weit bist, diesen Schritt zu gehen. Und Du hattest ja geschrieben, dass Du Dich erst noch finden musst.

    Rein finanziell gesehen gibt es meiner Meinung nach nichts Besseres als ein klarer Schnitt. Also Verkauf des Hauses, Kauf einer kleineren, schönen Eigentumswohnung, die genau zu dem passt, was Du Dir vorstellst. Mit dem restlichen Kapital kannst Du dann frei leben, reisen und musst dich nicht groß einschränken. Wie viele gute Lebensjahre uns geschenkt werden, weiß niemand und deshalb ist der Wunsch nach finanzieller Freiheit und Leichtigkeit absolut verständlich und sollte nicht aufgeschoben werden. Das irgendwie halb/halb und doch nicht ganz ist finanziell oft nicht der Königsweg. Und ein Aufschieben und 2, 3 oder 5 Jahre auch nicht.

    Aber die emotionale Seite ist genauso wichtig und möchte gehört werden.

    Wenn Du merkst, dass Du emotional noch nicht bereit bist für einen Verkauf, dann hab keine Angst, Dir dafür Unterstützung zu holen. Ein professioneller Coach oder ein Begleiter bei Veränderungsprozessen kann Dir helfen da für Dich klarer zu werden. Das kostet zwar etwas Geld ist aber in der Phase in der Du gerade bist unbezahlbar.

    Ich wünsche dir von Herzen die für Dich beste Entscheidung!

    Du hast ja den Beitrag über der BBG in die Direktversicherung abgeführt. Damit auch keinen Beitrag auf Deine Sparleistung gezahlt, da ja nicht verbeitragt. Ich sehe da Dein Thema nicht. Selbst wenn, dann ist das leider Gesetzeslage und hilft nichts. Für Auszahlungen musst Du Krankenversicherungsbeiträge entrichten, auch wenn sie dann zu einer Doppelbelastung führen würden (was bei Dir aber offensichtlich nicht der Fall ist).

    Ich nenne das gern umgekehrte Spielsucht. Wenn man verinnerlicht, dass ein Cappuchino eigentlich viel mehr kostet als die 3,5 € im Café. Sondern auch die über Jahre eingebüßte Rendite auf das Geld, kann es zu Knauserigkeit führen.

    Ein gesunder Mittelweg wäre richtig.

    Ja, das geht mir ähnlich. Ich müsste mir kein Essen ins Büro mitnehmen. Aber warum sollte ich nicht? Allerdings habe ich bei uns erkannt, dass wir logisch betrachtet das kumulieren einstellen müssten. Aber es ist wie Du geschrieben hast eine Sucht, es ist Selbstzweck und wurde über die Jahre zum Teil der eigenen Persönlichkeit. Das sparen perferktioniert.

    Aber wir versuchen das für uns Möglichste ^^, z.B. mehr Urlaube zu machen mit den (fast) erwachsenen Kindern, mehr bewusst für die Gesundheit auszugeben, Steuerberater zu nehmen, nicht mehr alles im und ums Haus selber zu machen, sondern auch mal nen Handwerker kommen lassen, beim neuen Auto jetzt auch mal mehr anzukreuzen, als vielleicht notwendig.

    Die Erkenntnis ist da, aber müssen noch üben, das Geld auch jetzt sinnvoll zu verwenden und für´s Erste nicht noch mehr anzuparen.

    Vermögensaufbau ist inzwischen auch mein etwas krankes Hobby geworden.

    Und ich dachte schon ich wäre alleine :-). Wird vermutlich schwer werden das Geld auch sinnvoll auszugeben.

    Vielleicht ein Anfang

    Das Buch hat mir einige Anregungen und Impulse geben. Allerdings ist es für die Situation hier in Deutschland nicht ganz so gut. Mir gefällt nicht, dass es von einem Millionär geschrieben wurde (meist nicht die normale Lebensrealität behandelt) und zu 90% die speziellen amerikanischen Gegebenheiten adressiert. Die Hauptaussagen "verpasse nicht den Punkt des entsparens und wandle so gut es geht das Geld in Erinnerungen um" lassen sich m.E. auf 2 oder 3 Seiten zusammenfassen.

    Level 1 Asset Allocation bei uns (Meiner Frau und mir) aktuell

    • Immobilien (Selbstbewohnt und vermietet) 49% -> Ziel 35%
    • Aktien in ETFs 20% -> Ziel 35%
    • GRV, PRV, Pensionskasse (Barwert) 26% -> Ziel 20%
    • Liquide Mittel wie Giro und TG Konto 4% -> Ziel 5%
    • Gold, Silber, Krypto 1% -> Ziel (max. 5%)

    Bei uns ähnlich (Ziel):

    30% Aktien

    30% Immobilien

    30% Renten

    10% Liquide Mittel und sichere Anlagen

    Wir leben zu zweit relativ weit unter unseren Verhältnissen (günstige Wohnung zur Miete, kein Luxus, gebrauchtes Auto, kinderlos). Momentan sparen wir auf zwei Einkommen gesehen ca. 50-60% des Nettos.

    Ist bei uns ebenso, ca. 60% des Netto wird gespart oder schon vorher vom Brutto für den vorzeitigen Ruhestand beiseitegelegt. Das ist eigentlich deutlich zu viel, aber nach Darlehenstilgung des Eigenheims und der über die Zeit deutlichen Gehaltssteigerungen und dazugekommene Mieteinkünfte haben wir die laufenden Ausgaben nie wirklich erhöht.

    Für 3-4 Personen geben wir ohne Miete ca. 2.300 EUR aus. Dazu kommen monatlich nochmal um die 800 EUR für Urlaube und kleinere Anschaffungen und 500 EUR Studiums-Unterstützung.

    Es wird ab einem Alter von etwa 50 Jahren dann besser einschätzbar. 50 Jahre sind schon gelebt und die verbleibenden Jahre werden greifbarer. Vielleicht 20 Jahre noch in Gesundheit und Unternehmungslust? Das wird dann plötzlich sehr überschaubar.

    Wir haben für uns auf jeden Fall den Punkt erreicht, dass jedes weitere Sparen zu einer asymmetrischen Vermögensverteilung im Alter führen würde. Es macht keinen Sinn dann im Alter sehr viel mehr ausgeben zu können als jetzt. Ich sehe es an meinen Eltern. Die sind zwischen 75 und 80 Jahre alt, leben in ihrem EFH und brauch vielleicht so um die 1.500 EUR zum Leben. Und sie leben gut.

    Schaffen wir den Punkt nichts mehr zu sparen (und ich denke da noch nicht mal an entsparen). Ich denke realistisch gesehen, nein.

    Es ist wirklich extrem schwer, diesen zum Selbstzweck gewordenen Sparmechanismus zu beenden, da er zur eigenen Persönlichkeit geworden ist. Zu etwas, was einen selbst ausmacht, wenn man Jahrzehnte das Sparen perfektioniert. Die Schattenseite eben.

    Wenn man mal darüber nachdenkt, dass der sog. 'Eckrentner' nach 45 Beitragsjahren eine Bruttorente von ca. 1.850€ bekommt (auch voll Steuer und SV-Pflichtig!), ist diese Aussage fast schon als unverschämt zu bezeichnen:

    :rolleyes:
    Manchen Menschen verstehen offenbar gar nicht in was für einer privilegierten Situation Sie sind.
    Sei froh, dass Dein Arbeitgeber Dir diese Möglichkeit gibt einen solchen Rentenanspruch zu erwerben. Hier im Thread finden sich ja reichlich Beispiele von Arbeitgebern, die Ihren (jüngeren) Mitarbeitern dieses nicht mehr ermöglichen.
    Gab es nicht mal den (An)spruch, dass gleiche Arbeit im Unternehmen auch gleich entlohnt wird?

    Ah okay, es ist also unverschämt dass ich es bei 40% Abzug bei Auszahlung (Volle SV und KV) und einer nicht inflationsgeschützten Rente als "besser als nix" bezeichne, wenn ich in das gute Ding seit ungefähr 25 Jahren auch selbst einzahle. Will nicht unterschlagen, dass der Arbeitgeber ebenfalls einbezahlt.

    Aus den 2.000 Rente werden dann in 20 Jahren bei 3% Inflation 1.120 EUR inflationsbereinigt - 40% Steuer und SV = 670 Euro.

    Das ist für mich besser als nix und vermutlich weniger, als das was Du aus Deinem ETF Sparplan bekommst. Dazu kenne ich einige MA die das wegen der Nachteile auch nicht in Anspruch nehmen. Für mich deckt es allerdings das Langlebigkeitsrisiko ab (zwar nicht optimal, aber immerhin).

    Menno,
    Du hast noch 37! Jahre vor Dir auf das heutige Rentenalter gerechnet!
    Nur mal so zur Einschätzung: Als ich 30 war, lag das Renteneintrittsalter noch bei 65. Und nun tönt es aus teilen der Politik, dass es nicht reicht, wenn ich bis 67 arbeite, sondern möglichst soll ich noch länger arbeiten. :rolleyes:

    Also ich finde, dass die Rente erstaunlich stabil war in der Vergangenheit und hätte wirklich mehr erwartet in Bezug auf Anpassungen und Kürzungen. Die 2 Jahre späterer Rentenbezug sind doch fast nix und wurden durch den Kaufkraftanstieg der Renten m.E. mehr als ausgeglichen. Dazu Wegfall der Hinzuverdienstgrenze, Aktivrente und Grundzuschlag.

    Also super stabil bis besser in den letzten 20 Jahren!

    In die Zukunft blicke ich da weniger optimistisch, aber a) was weiß ich schon und b) das hab ich mir vor 20 Jahren auch schon gedacht (Norbert Blüm wusste es allerdings).

    Wer meint, er könne eine "Finanzplanung" oder gar "Vermögensplanung" über 20 oder mehr Jahre machen, unterschätzt die Realität gewaltig.

    Es schadet sicherlich nicht, jetzt Geld zurückzulegen. Aber daran zu glauben, dass man das 30 Jahre durchhalten kann oder im Alter davon auskömmlich leben kann, ist schon ein sehr optimistische Annahme.

    Kann sein oder auch nicht. Ich plane meine Finanzen schon seit 25 Jahren bis Rentenalter 65/67 durch und das hat mir geholfen, Entscheidungen zu treffen. Dazu kann es motivieren ein Ziel zu verfolgen.

    Planen heißt vor allem auch, Antworten auf unvorhergesehene Ereignisse zu finden!

    Was soll falsch daran sein? Der TO macht das m.E. genau richtig.