Wie gut ist deine Betriebsrente?

  • Wir hatten uns diesbezĂŒglich mit Ende 40 durchaus Gedanken gemacht, ob wir als Privatier in eine attraktive Mittelstadt umziehen wĂŒrden, um unseren finanziellen Spielraum zu erweitern. Wir hĂ€tten das sicher auch durchgezogen, wenn das Leben dann nicht anders gekommen wĂ€re.

    Wenn ich ortsgebunden bin (Freunde, Familie etc.) kann man in Ballungszenten versuchen ĂŒber Wohnungsbaugenossenschaften etwas bezahlbares zu finden. Das braucht natĂŒrlich erheblichen zeitlichen Vorlauf.

    Noch eine Alternative ist es, ein wenig weiter raus zu ziehen, um Kosten zu sparen. Wenn ich beispielsweise in die nĂ€chste Mittelstadt (25 km) umziehen wĂŒrde, könnte ich meinen Freundeskreis immer noch weiterpflegen und wĂŒrde mindestens 500 Euro Miete pro Monat sparen können im Vergleich zu den Mieten, die ich hier zahlen mĂŒsste fĂŒr eine vergleichbare Zweizimmerwohnung.


  • Meine Altersversorgung sieht folgendermaßen aus:

    1988 habe ich mein Arbeitsleben in einem DAX Konzern begonnen und bin gegen Ende 2024 planmĂ€ĂŸig mit 66 Jahren in den Ruhestand getreten.

    Bei Firmeneintritt wurde die Mitgliedschaft in einer Pensionskasse zur Altersversorgung angeboten, die ich gerne angenommen habe. Der monatliche Beitrag in Höhe von X D-Mark (genauer Betrag ist mir nicht mehr erinnerlich) wurde jÀhrlich dem steigenden Einkommen angepasst. Der Arbeitgeber zahlte etwa 62 % von X und ich als Arbeitnehmer etwa 38 % von X (aus dem brutto).

    Ich erhalte nun AltersbezĂŒge seitens der Pensionskasse in Höhe von etwa € 3.900. Hinzu kommen noch etwa € 3.300 brutto (inkl. 8,5% Zuschuß zur PKV) seitens der DRV.

    Meine Frau möchte noch ein Jahr arbeiten und mir dann in den Ruhestand folgen. Sie hatte seinerzeit beim selben Arbeitgeber begonnen. Ihre AnsprĂŒche an die betriebliche Pensionskasse und an die der DRV liegen — bedingt durch Teilzeitarbeit wĂ€hrend der Kindererziehung — etwa 33% unter den meinigen. Aber sei’s drum: Wir haben von Beginn an unserer Partnerschaft jeden verdienten Euro als gemeinsamen Euro angesehen, unabhĂ€ngig vom individuellen Einkommen, mit der Konsequenz, dass unsere beiden Depots nahezu identisch in ihrer Höhe und nahezu identisch nach KISS strukturiert (75% FTSE AW / 25% Geldmarktfonds) sind.

    ErgĂ€nzend zum Thema Wohnen und Kosten. Wir wohnen im erweiterten SpeckgĂŒrtel eines attraktiven Ballungsgebietes in einer abbezahlten Immobilie ohne jeglichen Renovierungsstau. Vielmehr haben wir in den letzten Jahren nicht nur notwendige Renovierungen durchfĂŒhren lassen, sondern zum Teil auch einige nicht unbedingt notwendige Änderungen vornehmen lassen.

    Wir fĂŒhlen uns wohl damit.

  • GlĂŒckwunsch, aber du bist dann eben nicht der deutsche Eckrentner.

    Zitat: Rente nach 45 Jahren (Tabelle): Wie hoch ist die Durchschnittsrente?

    Die durchschnittliche Rente nach 45 Jahren bekommt in Deutschland jemand, der 45 Jahre lang rentenversicherungspflichtig gearbeitet, jedes Jahr das deutsche Durchschnittsgehalt verdient hat und damit 45 Rentenpunkte gesammelt hat. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 40,79 Euro kommt man damit nach 45 Jahren auf eine Rente von 1.835,55 Euro. Ab dem 1. Juli 2026 steigt der Rentenwert auf 42,52 Euro und die entsprechende Rente auf 1.913,40 Euro. Im Schnitt ist die Altersrente in Deutschland aber niedriger.

    Zitatende: Fett von mir
    Quelle

  • GlĂŒckwunsch, aber du bist dann eben nicht der deutsche Eckrentner.

    Zitat: Rente nach 45 Jahren (Tabelle): Wie hoch ist die Durchschnittsrente?

    Die durchschnittliche Rente nach 45 Jahren bekommt in Deutschland jemand, der 45 Jahre lang rentenversicherungspflichtig gearbeitet, jedes Jahr das deutsche Durchschnittsgehalt verdient hat und damit 45 Rentenpunkte gesammelt hat. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert von 40,79 Euro kommt man damit nach 45 Jahren auf eine Rente von 1.835,55 Euro. Ab dem 1. Juli 2026 steigt der Rentenwert auf 42,52 Euro und die entsprechende Rente auf 1.913,40 Euro. Im Schnitt ist die Altersrente in Deutschland aber niedriger.

    Zitatende: Fett von mir
    Quelle

    Mir ist schon bewusst, dass ich nicht der Eckrentner bin. Wie viele Eckrentner gibt es denn in Deutschland?
    Interessant wÀre der Unterschied zwischen dem Durchschnittswert und dem Medianwert der tatsÀchlichen Rente.

  • Mir ist schon bewusst, dass ich nicht der Eckrentner bin. Wie viele Eckrentner gibt es denn in Deutschland? Die meisten werden wohl ĂŒber oder unter dem genannten Betrag liegen. Interessant wĂ€re der Unterschied zwischen dem Durchschnittswert und dem Medianwert.

    Bitteschön: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pres
N054_12_13.html

    Das Median Nettoeinkommen pro Rentner/PensionĂ€r liegt im Schnitt bei knapp 2.000€ / Monat.

  • Wenn man mal darĂŒber nachdenkt, dass der sog. 'Eckrentner' nach 45 Beitragsjahren eine Bruttorente von ca. 1.850€ bekommt (auch voll Steuer und SV-Pflichtig!), ist diese Aussage fast schon als unverschĂ€mt zu bezeichnen:

    :rolleyes:
    Manchen Menschen verstehen offenbar gar nicht in was fĂŒr einer privilegierten Situation Sie sind.
    Sei froh, dass Dein Arbeitgeber Dir diese Möglichkeit gibt einen solchen Rentenanspruch zu erwerben. Hier im Thread finden sich ja reichlich Beispiele von Arbeitgebern, die Ihren (jĂŒngeren) Mitarbeitern dieses nicht mehr ermöglichen.
    Gab es nicht mal den (An)spruch, dass gleiche Arbeit im Unternehmen auch gleich entlohnt wird?

    Ah okay, es ist also unverschĂ€mt dass ich es bei 40% Abzug bei Auszahlung (Volle SV und KV) und einer nicht inflationsgeschĂŒtzten Rente als "besser als nix" bezeichne, wenn ich in das gute Ding seit ungefĂ€hr 25 Jahren auch selbst einzahle. Will nicht unterschlagen, dass der Arbeitgeber ebenfalls einbezahlt.

    Aus den 2.000 Rente werden dann in 20 Jahren bei 3% Inflation 1.120 EUR inflationsbereinigt - 40% Steuer und SV = 670 Euro.

    Das ist fĂŒr mich besser als nix und vermutlich weniger, als das was Du aus Deinem ETF Sparplan bekommst. Dazu kenne ich einige MA die das wegen der Nachteile auch nicht in Anspruch nehmen. FĂŒr mich deckt es allerdings das Langlebigkeitsrisiko ab (zwar nicht optimal, aber immerhin).

  • Ich bin quasi pflichtversichert ĂŒber die VBL. Der Arbeitgeber zahlt monatlich 5,49%, ich 1,81% meines Bruttos dort ein. Und dann gibt es eine Punktesystem analog zur Deutschen Rentenversicherung. Ich bin nie tiefer eingestiegen, was mit den BeitrĂ€gen eigentlich passiert. Weil der AG-Anteil aber so groß ist und ich ohnehin kein Wahl habe, bleibe ich einfach gespannt, was am Ende rauskommt. Die jĂ€hrliche Übersicht, die ich diesbezĂŒglich zugeschickt bekomme, stimmt mich erst einmal positiv.

    Dem schließe ich mich an. Bin seit 1992 in der kvw

  • Ich hab zwischen 2004-2015 durch Entgeltumwandlung ca. 67000 Brutto in die BAV eingezahlt. Netto waren das ca. 40000€.. Der Arbeiteber hat noch > 33% draufgelegt und eine Grund BAV komplett gezahlt. Ich bekomme dadurch ab 2032 monatlich 1500 -1600.- Rente. ZusĂ€tzlich bekomme ich 60000.- ĂŒber 6 Jahre ausgezahlt.

    Von der staatlichen VBL kommen vom Folgeabrbeitgeber noch mal ca 300.- Rente. Ist OK.. mit Aktien hĂ€tte man sicher mehr rausholen könne, das was fĂŒr mich damals aber Voodoo Kram

  • OK, der Rentenpunktwert ab 1.7.2026 = 42,519496
    Wenn wir davon ausgehen, das es eine Rentenerhöhung in Zukunft nur noch in Inflationshöhe geben wird, nehme ich 2 % zum einfachen Rechnen. Heißt, das der Rentenpunkt am 1.7.2032 ungefĂ€hr ≈48,032944 betrĂ€gt x 2 Punkte x 12 Monate x 30 Jahre Rentenbezug = 17291,86 Euro weniger. Und das ohne die Rentensteigerung in den 30 Jahren... schlechter Deal also. 8)

  • So hohe AG-Renten werden ohne BeitrĂ€ge des AN finanziert.

    In der Großindustrie fĂŒr Besserverdienende durchaus ĂŒblich.

    Die gesetzliche Rente ist nun mal eine Rente wenig ĂŒber Grundsicherungsniveau.

    FĂŒr wie viel mehr als Grundsicherung arbeitet der gesetzlich Rentenversicherte 30+ Jahre?

    Ich habe eine Bekannte, die immer gearbeitet hat und am Ende unter Grundsicherungsniveau landen wird. Ihre Planungen sahen anders aus und zeitweise schien die Zukunft rosarot auszusehen. Und dann kam ohne ihr eigenes Zutun doch alles ganz anders. Deshalb sind fĂŒr mich 2 Dinge wichtig:

    1.) Ich persönlich habe mich glĂŒcklicherweise zusĂ€tzlich gut absichern können.

    2.) Trotzdem möchte ich auch vor der Rente gut leben.

  • Was mich aber nervt, ist das es immer nur den jĂ€hrlichen Kapitalbaustein gibt (3% vom Jahresbrutto × mit einem Altersfaktor) gibt. Ansonsten aber keine Bestandsverzinsung.. d.h. das Kapital nimmt nur zu, sofern ein jĂ€hrlicher Baustein hinzukommt und arbeitet nicht "von alleine" durch einen Zinseszinseffekt đŸ„Č wie war/ist das bei deiner Betriebsrente?

    Das nervt mich auch. Ich verstehe auch nicht, warum sich die BetrÀge nicht normal verzinsen. Das einzig gute an dieser Rente ist, dass diese eine Zugabe meines Arbeitgebers ist.

  • OK, der Rentenpunktwert ab 1.7.2026 = 42,519496
    Wenn wir davon ausgehen, das es eine Rentenerhöhung in Zukunft nur noch in Inflationshöhe geben wird, nehme ich 2 % zum einfachen Rechnen. Heißt, das der Rentenpunkt am 1.7.2032 ungefĂ€hr ≈48,032944 betrĂ€gt x 2 Punkte x 12 Monate x 30 Jahre Rentenbezug = 17291,86 Euro weniger. Und das ohne die Rentensteigerung in den 30 Jahren... schlechter Deal also. 8)

    soo schlecht auch nicht... klar gibt es immer einen bessere Anlagemöglichkeit.

    HÀtte ich das Geld 2010 in Bitcoin investiert könnte ich mir heute meine Pizza von Taylor Swift liefern lassen....

    Die 30 Jahre Rentenbezugsdauer sind auch schon sehr optimistisch angesetzt. Als Mann kann ich eher von 20 Jahren ausgehen

    Und zudem ist die BAV gleichzeitig eine ErwerbsunfÀhigkeitsabsicherung. Meine Frau (war in der gleichen Firma) bekommt ihre kompette BAV schon seit dem sie 53 ist.

    Und wenn ich die 6*10000 Euro "Einmalzahlungen" mit einrechne, sind das monatlich noch mal 250 mehr.

  • Nun gut - da hier ja nun der als Frage gestellte Thread-Titel so lautet, werde ich mal meine Situation hier kurz und "schonungslos ehrlich" darlegen.

    Bin 1978 mit einem 3,x er Abitur und ohne weiteres Studium (also eher schon schwer unterdurchschnittlich ...:rolleyes: ) mit dem Berufsleben als kfm. Azubi in einem DAX-Konzern in der Energiebranche angefangen. Da ich in meinem Leben auch weiterhin leider nie der grosse Streber ;) oder Karriere-Typ war und es in meinem Arbeitsleben lediglich zum BiBu und zu den etwas gehobeneren tariflichen Gehaltsstufen (weder jemals in den AT-Bereich noch zu leitenden Funktionen) gebracht habe, war mein Einkommen zwar niemals ĂŒberdurchschnittlich aber immer auskömmlich. Der AG hatte damals (1978) zusĂ€tzlich noch eine gute, komplett AG-finanzierte Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung (die spĂ€ter etwas abgespeckt wurde...). Letztlich habe ich mein gesamtes Arbeitsleben trotz einiger Umstrukturierungen im Konzern verbracht, was mir im Nachhinein heute als Rentner zugute kommt. Bin dann mit 61 in eine kurze ATZ-Phase gegangen und wurde mit 63 Jahren nach gut 41 Arbeitsjahren dann mit gewissen lebenslangen AbzĂŒgen bei DRV-Rente und Betriebsrente Vollrentner geworden.

    Mittlerweile bin ich 68 und habe mein "Langlebigkeits-Risiko" Gott sei Dank durch meine alte betriebliche Regelung aus den 80er Jahren Stand heute (?) eigentlich gut abgedeckt.

    Allerdings habe ich - sicherlich u.a. auch durch meine "ich bin im Alter eigentlich halbwegs versorgt-MentalitĂ€t" in frĂŒheren Jahren finanziell viel Sch... gebaut (Thema "Neuer Markt-Hype", Telefonbanking mit Optionsscheinen ohne Ahnung usw. usw.) was mich ne verdammte Menge Geld gekostet hat und ich mich dadurch fĂŒr ĂŒber 20 Jahre (leider) wie ein geprĂŒgelter Hund komplett von der Börse ferngehalten habe. =O

    Deshalb habe ich nicht annĂ€hernd das Vermögen und Kapital, welches man eigentlich in meinem Alter fĂŒr den Rest des Lebens hĂ€tte ansparen mĂŒssen.

    Trotzdem will und kann ich mich natĂŒrlich ĂŒber meine eigene UnzulĂ€nglichkeit nicht beschweren und bin heute froh, noch halbwegs gesund zu sein, den damaligen Konzern nicht verlassen zu haben und Stand heute trotz der KĂŒrzungen eine monatliche DRV-Rente von etwas ĂŒber 2600 Brutto und zusĂ€tzlich eine Betriebsrente von 2900 zu erhalten.

    Ich befĂŒrchte so etwas wird es fĂŒr heutige Generationen wohl leider nicht mehr geben? :rolleyes:

  • Ich befĂŒrchte so etwas wird es fĂŒr heutige Generationen wohl leider nicht mehr geben? :rolleyes:

    Die Frage kannst Du Dir selbst beantworten. Wie sieht es denn fĂŒr Berufseinsteiger heute bei Deinem ehemaligen AG in Sachen Betriebsrenten aus?
    Mein AG hat 2004 die arbeitgeberfinanzierte BR komplett eingestampft. An den (damaligen) großzĂŒgigen Rentenzusagen der 80'er und 90'er Jahre knappst das Unternehmen noch heute.

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