Früheren Ruhestand frühzeitig besparen?

  • Ich kenne ältereLeute als spopovic , die finanziell weniger gut aufgestellt sind/waren und denen ähnliches vorschwebt.

    Ob deren Ideen sich realisieren lassen, hängt nicht nur von der Einnahmenseite ab, sondern auch von der Ausgabenseite. Wer bereit ist, Luxus, Komfort und Konsum gegen achtsm gentzte Freizeit zu traden, und sich auf Wesentliches beschränken mag, kann mit wenig auskommen.

    Muss man natürlich auch wollen.

    Ich denke, das klappt.

  • Ohne weitere Zuwächse gerechnet würde das ja auch schon 23 Jahre reichen. Mehr als genug um entweder mehr als 2000€ zu verbrauchen, oder doch noch etwas mehr Puffer in die Rente zu übertragen. Ganz zu schweigen davon dass die Summe ja durchaus erstmal noch lange weiter im etf für mich arbeitet was den entnahmezeitraum nochmal gewaltig Strecken würde

    Bei deinen immer genannten 2000€ denke immer daran. dass, wenn du vor 70 in gesetzliche Rente gehen willst, auch noch Krankenversicherung und Pflegeversicherung zahlen musst. Das kann bis dahin auch noch evtl. einen Tausender extra kosten.

    Und denke immer daran, dass der etf vielleicht am Ende nur die Hälfte Gewinn auf dem Buckel hat. Die Vergangenheit mit 5-7% kann man "nicht ungestraft" in die Zukunft projezieren.

  • Bei deinen immer genannten 2000€ denke immer daran. dass, wenn du vor 70 in gesetzliche Rente gehen willst, auch noch Krankenversicherung und Pflegeversicherung zahlen musst. Das kann bis dahin auch noch evtl. einen Tausender extra kosten.

    Und denke immer daran, dass der etf vielleicht am Ende nur die Hälfte Gewinn auf dem Buckel hat. Die Vergangenheit mit 5-7% kann man "nicht ungestraft" in die Zukunft projezieren.

    Mir ist schon bewusst dass das auch schief gehen kann. Dann hab ich Pech gehabt. Aber ich bin auch der Meinung dass die Chance höher ist wenn man früher anfängt. Demnach ist das ja ok

    Mit deinen 3000€ kannst du natürlich recht haben

  • Ich bin zwar der Meinung, dass die 2000€ viel zu tief gestapelt sind, aber dass man sich Gedanken macht und realisiert, dass die Frührente nicht vom Himmel fällt, find ich sehr gut. Man muss die Situation dann eh neu bewerten. Man weiss nicht, wie der Aktienmarkt sich entwickelt, die eigene Gesundheit, die Welt im Allgemeinen oder was sonst so an Unwägbarkeiten auf einen zukommt. Ich drücke jedenfalls die Daumen.

  • Mich würde auch sehr interessieren wie andere von euch das angehen wenn klar ist das nichts vererbet werden soll und man auch nicht den großen Reichtum erst in der Rente erleben will.

    Ich nutze dazu die Möglichkeiten meines AG. Das Lebensarbeitszeitkonto finanziert mir 7 Jahre Vorruhestand, inkl. GKV/PV Beiträgen, Rentenbeiträgen, und der BAV.

    Ohne weitere Zuwächse gerechnet würde das ja auch schon 23 Jahre reichen.

    Das ganze hast Du inkl. Inflationsausgleich gerechnet? Wenn Du heutige 2000€ im Monat haben willst, reichen schon in 10 Jahren keine 1000€/Monat mehr, um mit zwei Einzahlungsmonaten einen Entnahmemonat zu finanzieren. Ob Deine Gehalt konstant um mind. die Inflation erhötht wird, weisst nur Du. Was die Anlage macht, ist heute Spekulation.

    Die erwähnte Steuern, die zumindest auf Teile des Gewinns (für mich) zwingend schon vor der erst Entnahme anfallen (Umschichten von Teilen, um einen schwankungsarmen Teil zum Vorruhestand zu haben), kommen noch dazu. Alternativ spart man die letzten Jahre direkt in schwankungsarme Anlagen, muss dafür aber schon ansatzweise wissen, wann die Entnahme beginnt, um nicht zuviel Rendite zu verlieren.

    Was mir in Deiner Aufzählung gesamthaft fehlt, sind Rückstellungen fürs Eigenheim und sonstige evtl. gewünschte größere Anschaffungen. Habe ich "nur" noch 2000€ Netto im Monat und alle Rücklagen dafür verplant, wird schon die Anschaffung eines neuen PCs eine längerfristige Aktion. An die ausstehende Sonderumlage im kommenden Jahr für meine ETW oder doch mal einen größeren Urlaub mag ich da nicht denken.

    Ich bin zwar der Meinung, dass die 2000€ viel zu tief gestapelt sind

    Mir fehlt dazu einzig die Unterteilung nach der Zeit vor einer staatlichen Rente (BAV scheint es keine zu geben) und ab der Rente. Ggf, auch dort noch mind. zwei unterschiedliche Zeiträume.

    Vor Rentebeginn sind die 2000€ (alles heutiger Wert) für mich zu gering. Für GKV/PV fallen schon heute mind. knapp 300€/Monat an, Tendenz mit Sicherheit steigend.

    Und schon bleiben von den 2000€ Netto nur noch 1700€ Netto übrig. Ob das für jemanden, der freiwillig in Vorruhestand geht, erstrebenswert ist, muss jeder selber entscheiden.

    So "goodies", wie man sie bei guten Gehalt oft hat, aber nicht immer in das monatliche Budget einrechnet (Urlaubsgeld, Weihnachtgeld) fallen bei kompletter Eigenfinanzierung genauso weg wie die Beiträge zur DRV.

    In der Rente mit KVdR ist das schon etwas anderes. Nicht jeder braucht/will ein Auto oder sonstigen teuren Luxus. Und spätestens, wenn man in die Phase nach der aktiven Zeit (egal, ob das die Weltreisen, der tägliche Restaurantbesuch oder sonstig teure Ausgaben sind) und dem Pflegeheim kommt, können die Ausgaben auch sinken.

    Ab dem Pflegeheim ist es hier dann wieder irrelevant, falls die Immobilie nicht so runtergerockt ist, dass sie nichts mehr wert ist. Diese braucht man dann nicht mehr, also finanziert sie das Pflegeheim oder (Stand heute) man wird endlich auch mal zum Empfänger von Sozialleistungen.

    Anknüpfend an diesem Gedanke ist natürlich die Frage wie man weiter macht.

    Das war vor ein paar Jahren auch meine Frage. Dank meinem AG habe ich die Sicherheit (die Versicherungsgesellschaft hinter der dem Lebensarbeitszeitkonto könnte genauso pleite gehen wie mein AG) vor und in der Rente.

    Viel früher wie mit 56 wäre der Ausstieg aus dem fremdbestimmten Angestelltenleben aber nicht möglch gewesen, was an den gesetzlichen Vorgaben für das Konto liegt.

    Aber ich vertrete nicht die Meinung astronomische Summe in Richtung 1 Mio. In der Rente zu brauchen.

    Wie Du ja hier schon siehst, gibt es genügend Leute, für die 2000€ Netto eher Spielgeld sind und die sie nie vorstellen können, "nur" damit zu leben.

    Wenn Du dann, wie in den Rechnungen von Finanztip, erst 30 wärst und mit z.B. 1000€ Netto-Zusatzbedarf (heutige Kaufkraft) in 37 Jahren rechnest, sind das schonmal nominal fast 3000€ im Monat zum Rentenbeginn mit 67. 3000€ * 12 * 25 sind 900k€ Depotwert. Dann musst Du auch noch auf einen guten Renditeverlauf während der Rente hoffen, um nicht mit 92 das Depot schon aufgebraucht zu haben.

    ich rechne zusätzlich nicht damit, dass ich mit Mitte 80 noch geistig so fit bin, um mich regelmäßig selber im meine Entnahme zu kümmern. Ich werde irgendwann steuerschädlich alles in einen Multi-Asset ETF umschichten (oder gar in Geldmarkt-Fonds, je nach vermuteter Restlebenszeit) und daraus die Entnahme automatisieren. Schwups, sind 18,5% der Gewinne nominal weg und ob die Anlage danach noch konstant mehr wie mein pers. Inflaiton erwirtschaftet, wird sich zeigen.

  • fotoman : Wenn mit 92 Jahren mein Depot aufgebraucht ist, dann hab ich alles richtig gemacht :) Für wen soll ich denn sparen? Für die Kinder meines Schwagers? Sicher nicht.

    Deine Rechnung bzgl. Inflation ist meiner Meinung nach falsch. Du gehst von einem Finanzbedarf von 3000 Euro aus. Du weißt aber die Inflation nicht. Kann sein, dass du 3000 Euro benötigst, kann aber auch weniger sein.

    Bei einer angenommenen Inflation von 2% kommen wir in 37 Jahren auf 2038 Euro. Für 3000 Euro müsste die Inflation bei dauerhaft 3,2% liegen.

    Man kann immer vom Worst Case ausgehen, aber auch das hat nichts mit Finanz- oder Vermögensplanung zu tun. Um mein Vermögensaufbau zu planen, muss ich mit Werten rechnen, die wahrscheinlich sind. Wenn ich in diese Rechnung einen möglich Krieg, Staatsbankrott, Pandemien o.ä. einrechne, wirds schwierig.


    Wie gesagt: Man kann bei dem Zeitraum alles so oder so rechnen, aber der Plan sieht trotzdem mehr als solide aus. Man rechnet weder mit Fantasie-Renditen noch vergisst man die Inflation oder sonst was.

  • Man kann immer vom Worst Case ausgehen, aber auch das hat nichts mit Finanz- oder Vermögensplanung zu tun. Um mein Vermögensaufbau zu planen, muss ich mit Werten rechnen, die wahrscheinlich sind. Wenn ich in diese Rechnung einen möglich Krieg, Staatsbankrott, Pandemien o.ä. einrechne, wirds schwierig.

    Es gibt da ein bekanntes Zitat von Bertolt Brecht aus der "Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens":

    Ja, mach nur einen Plan
    sei nur ein großes Licht!
    Und mach dann noch ´nen zweiten Plan
    gehn tun sie beide nicht.

    Und genau diese Erfahrung habe ich in meinem nun schon etwas länger dauernden Leben gemacht. All das, was großspurig als Planung bezeichnet wird und über einen Zeitraum von wenigen Wochen hinausgeht, hat nur geringe Chancen auf ein Funktionieren. Wer meint, er könne eine "Finanzplanung" oder gar "Vermögensplanung" über 20 oder mehr Jahre machen, unterschätzt die Realität gewaltig.

    Es schadet sicherlich nicht, jetzt Geld zurückzulegen. Aber daran zu glauben, dass man das 30 Jahre durchhalten kann oder im Alter davon auskömmlich leben kann, ist schon ein sehr optimistische Annahme.

  • Es schadet sicherlich nicht, jetzt Geld zurückzulegen. Aber daran zu glauben, dass man das 30 Jahre durchhalten kann oder im Alter davon auskömmlich leben kann, ist schon ein sehr optimistische Annahme.

    Frage des Betrags, würde ich mal sagen. :)

    Grundsätzlich bin ich Deiner Meinung: Die Strategen, die darauf insistieren, auf Sicht von 30 Jahren ihre Rentenlücke bis in den Cent-Bereich zu kalkulieren, dürften falsch gewickelt sein.

  • Wenn man sich so lange und intensiv mit der philosophischen Frage beschäftigt dann wird man eben zu einem Standpunkt kommen, jeder für sich.

    Mir ist schon klar dass es auf einen Zeitraum der 20-30 Jahre in der Zukunft liegt unwahrscheinlich viele Bedingungen gibt die dazu führen können dass es nicht aufgeht. Ich halte aber nichts davon mich von Ungewissheiten zu sehr einschränken zu lassen. In diesem Forum, wie auch bei reddit oder sonst wo, gehen die Tendenzen leider immer sehr schnell dazu dass es eigentlich nie reicht und man besser immer den äußerst vorsichtigen Weg gehen sollte. Wenn man das machen möchte dann sollte man das tun. So ängstlich und defensiv möchte ich mein Leben aber auch nicht gestallten.

    Nun steht also die Frage im Raum wie man das alles weiter angehen kann. Das Rentendepot welches ich vorbereitet habe + die ETW + Riester scheint nicht verkehrt zu sein fürs Rentenleben.

    Jetzt stelle ich mir die Frage wie ich die Zeit davor anpeilen kann und gerne erfahre ich wie das andere machen.

    Ich überlege schon ob ich nicht mehr ins Risiko gehen soll... Vielleicht ein zweiten World/ACWI und 50% in diesen und die anderen 50% mit mehr Risiko in NASDAQ oder ggf. auch auf einzelne Unternehmen.

    Ich mag Technologie, interessiere mich dafür und weiß auch über einiges bescheid. Das reicht aber vermutlich nicht um Renditen zu erahnen. Aber besser so wie z. B. Spekulationen auf Weizen.

    Wie sieht denn z. B. eine Risikofreudige Anlagestrategie aus. Wie machen das andere?

  • In diesem Forum, wie auch bei reddit oder sonst wo, gehen die Tendenzen leider immer sehr schnell dazu dass es eigentlich nie reicht und man besser immer den äußerst vorsichtigen Weg gehen sollte. Wenn man das machen möchte dann sollte man das tun. So ängstlich und defensiv möchte ich mein Leben aber auch nicht gestallten.

    Wer sagt hier, man soll "den äußerst vorsichtigen Weg gehen"? Was soll den der sein? Ein Sparbuch bei der Sparkasse? Meine Aussage war, dass die üblichen Berechnungen über lange Zeiträume, wie sie gerne auf den Finanzkanälen gemacht und die Zuschauer entsprechend beeinflusst werden, wenig sinnvoll sind, da zahllose Unwägbarkeiten ein beliebiges Ergebnis produzieren können.

    Ich bin z.B. bei Finanzen immer auf Sicht gefahren mit den entsprechenden Risiken. Eine Immobilie erworben, als sich kurzfristig die Gelegenheit bot. Da gab es immer das Damoklesschwert des Arbeitsplatzverlustes mit entsprechenden unangenehmen Konsequenzen für die Rückzahlung des Kredites. Die Nummer ist zum Glück gut ausgegangen. Oder meine gesamte Abfindung für den Kauf von Gold eingesetzt, als der Goldpreis gerade die Schwelle zu vierstellig übersprungen hatte. Obwohl mich seinerzeit viele für verrückt erklärten, war es aus heutiger Sicht eine sehr gute Entscheidung. Man muss einfach Entscheidungen treffen und hoffen, dass man mehr richtige als falsche trifft. Es ist egal, ob man sich dafür entscheidet, 30 Jahre lang einen Sparplan auf den MSCI World laufen lassen oder all-in in Bitcoin zu investieren. Welches die richtige Entscheidung war, weiß man meist erst hinterher. Der Ausgang ist eben häufig auch Glückssache, also Zufall. Niemand kann sagen, ob dein ETF-Depot in 30 Jahren vom Staat enteignet wird, oder ob du mit einem hohen Millionenvermögen in Bitcoin auf einer Karibikinsel dein Leben genießt.

  • Finde die Idee gut, macht so doch viel mehr Spaß dafür zu sparen als nur für ein ödes Schließen der Rentenlücke.

    So ist auch mein Plan, ab ca. 50 nicht mehr großartig arbeiten zu müssen und nur vielleicht noch ein wenig Jobben oder so zum Spaß. Das mir dann allein die jährliche Rendite langt und ich eventuell sogar ohne Kapitalverzehr größtenteils vom Depot leben kann.

  • Wer meint, er könne eine "Finanzplanung" oder gar "Vermögensplanung" über 20 oder mehr Jahre machen, unterschätzt die Realität gewaltig.

    Das reale Leben hat seine eigenen Pläne und die gibt es zu oft erst sehr spät bekannt. 8)

    Wie sieht denn z. B. eine Risikofreudige Anlagestrategie aus. Wie machen das andere?

    Da gibt es einige, die schwören auf den "Heiligen Amumbo"
    Amundi MSCI USA Daily (2x) Leveraged UCITS ETF Acc (A0X8ZS | FR0010755611)

  • Wenn mit 92 Jahren mein Depot aufgebraucht ist, dann hab ich alles richtig gemacht :) Für wen soll ich denn sparen?

    Wer weiss, wie u.A. die Medizin und Robotik in 20-30 Jahren aussieht.

    Deine Rechnung bzgl. Inflation ist meiner Meinung nach falsch. Du gehst von einem Finanzbedarf von 3000 Euro aus. Du weißt aber die Inflation nicht. Kann sein, dass du 3000 Euro benötigst, kann aber auch weniger sein.

    Setzen wir die Infaltion doch einfach so an wie 2009? Man soll ja optimistisch bleiben.

    Ich rechne lieber mit 3% Inflaiton (für meinen persönlichen Bedarf, die offizielle Inflation ist mir ziemlich egal) und merke irgendwann zwischendrin, dass ich meine Sparrate verringern kann wie umgedreht. Die Ausgangslage scheint mir nicht so zu sein, dass spopovic frugal lebt und auf alles bis auf die Sparrate verzichtet um sein Ziel der Rente mit 60 zu erreichen.

    Man kann immer vom Worst Case ausgehen, aber auch das hat nichts mit Finanz- oder Vermögensplanung zu tun.

    Bei meiner Interpretation des Ausgangspostings würde ich eher pessimistisch rechnen und "zur Not" noch 1-2 Jahre früher mit der Erwerbsarbeit ganz (oder auch nur teilweise) aufhören. Mir ist sowas lieber wie am Ende 1-2 Jahre länger arbeiten zu müssen, weil ich zu optimistisch geplant habe.

    Nun steht also die Frage im Raum wie man das alles weiter angehen kann. Das Rentendepot welches ich vorbereitet habe + die ETW + Riester scheint nicht verkehrt zu sein fürs Rentenleben.

    Es blebit Deine persönliche Einstellung.

    Ich habe schon immer einfach das, was ich übrig hatte, gespart. So bin ich zur ETW gekommen, und demnächt mit 56 zum Vorruhestand.

    Hätte ich mit 32 eine einzige Entscheidung anders getroffen, wäre ich mit etwas Glück mit 50 in den Vorruhestand gegangen. Und wäre mir irgendwann doch noch die richitge Partnerin über den Weg gelaufen, sähe es wieder ganz anders aus und ich hätte vermutlich weder das Geld noch die Motivation dazu, in die Vollfreistellung zu gehen.

  • Ich habe auch einen (groben) Plan bzw ne Vorstellung davon, wie es in den nächsten 20 Jahren weitergehen soll. Wenn gewisse Vermögensgrenzen oder andere Umstände sich ändern, wird der Plan justiert. Ich lege den Grundstein dafür, dass überhaupt sowas wie ne Frührente bzw deutliche Arbeitszeitreduzierung möglich ist. Würde ich einfach ein bisschen was bei Seite legen, würde der Plan auf keinen Fall funktionieren. Der Plan ist die Basis.

  • Ich bin z.B. bei Finanzen immer auf Sicht gefahren

    So ähnlich geht es mir da auch. Ich hab sehr jung meine Wohnung gekauft. Da haben mich auch alle für verrückt erklärt in dem Alter schon so hohe Schulden und wenn dann... Heute ist die Situation so dass ich quasi fertig bin mit dem Abzahlen während die früheren Kritiker teilweise immer noch rechnen wie es funktionieren könnte und gar nichts haben. So ähnlich ist es mit dem ETF, Aktien sind böse und Glücksspiel und man sollte das auf keinen Fall machen. Ich hab es gemacht und bin jetzt in einer Situation in der ich starke Tendenzen dazu habe für die Rente schon fertig zu sein.


    Finde die Idee gut, macht so doch viel mehr Spaß dafür zu sparen als nur für ein ödes Schließen der Rentenlücke.

    Ja das ist einer der großen Punkte, es soll Spaß machen. Spaß ist hier ggf. etwas relativ aber Hinblick darauf dass ich irgendwann die Wohnung abbezahlt habe und diese mir gehört hat viel geholfen dran zu bleiben. Das selbe gilt für die Vorbereitung auf die Rente, auch hier hat es mir geholfen ein Ziel zu haben.

    Jetzt habe ich seit vielen vielen Jahren zum ersten mal kein richtiges Ziel mehr. Mentale Buchführung ist zwar eher nicht so zu empfehlen aber mir hilft es trotzdem ein Ziel zu wählen und dieses dann zu verfolgen. Ob es dann so kommt dass ich das Ziel umsetzen möchte steht auf einem anderen Blatt.

    Aktuell überlege ich ob ich meine Idee den frühzeitigen Ruhestand etwas anders angehen soll. Die große Idee auf kleine Ziele aufteilen und diese dann zu verfolgen. Das könnte anfangs z. B. die simple Idee sein die kosten fürs Hobby abzudecken, danach vielleicht die Kosten für Strom und Handy/Internet, dann ggf. für Essen&Trinken und im nächsten Schritt die Nebenkosten fürs Wohnen.

  • Es schadet sicherlich nicht, jetzt Geld zurückzulegen. Aber daran zu glauben, dass man das 30 Jahre durchhalten kann oder im Alter davon auskömmlich leben kann, ist schon ein sehr optimistische Annahme.

    Grundsätzlich bin ich Deiner Meinung: Die Strategen, die darauf insistieren, auf Sicht von 30 Jahren ihre Rentenlücke bis in den Cent-Bereich zu kalkulieren, dürften falsch gewickelt sein.

    Sehe ich beides grundsätzlich ähnlich. Es braucht einen groben Rahmen samt ebensolchem (Finanz)Plan - aber das (Finanz)Leben ist dennoch keine Excel-Tabelle.

    Ein Beispiel aus vielen Varianten: Der Sohn einer früheren Kollegin (Normalverdiener, Single) - seit Jahren überzeugte "ETF-Sparbüchse" (zuletzt 500 € monatlich) und ebenso stramm überzeugter Mieter (2,5 ZKBB in sehr gute Lage mit sehr günstigem Altmietvertrag einer gnädigen und/oder desinteressierten Vermieterin) - erhielt Anfang diesen Jahres die Eigenbedarfskündigung. Die Eigentümerin des MFH war verstorben und die beiden Söhne (als Erben) begannen das Haus etwas ernsthafter zu bewirtschaften und zu nutzen. Dabei stellte der junge Mann fest, daß eine vergleichbare Wohnung wie die seine inzwischen 700 bis 800 € mehr Miete kostet ... Nunmehr wohnt er ca. 40 km entfernt von der Stadt in der Wetterau, zahlt trotzdem rund 200 € mehr als bisher und vermutlich einige Hundert € mehr fürs tägliche Pendeln. Vom Zeitaufwand mal ganz abgesehen (von seiner ehemaligen Wohnung konnte er mit dem Rad oder auch zu Fuß zur Arbeit kommen). Der Vorgang dürfte sich jedenfalls auch auf seine Finanzplanung auswirken.


    spopovic, in einem ähnlichen "Fall" wie dem Deinen hatte ich mir diese Anmerkung erlaubt

    Pointiert formuliert wäre ich fast geneigt zu sagen, es grenzt an eine Hybris mit konkreten Zahlen auf zwei Stellen hinter dem Komma zu rechnen oder eine Entnahme zu simulieren - die in rund vier Jahrzehnten starten und weitere zwei oder drei Jahrzehnte (oder noch länger) laufen soll ...

    In dem Kontext

    Ich hab sehr jung meine Wohnung gekauft. Da haben mich auch alle für verrückt erklärt in dem Alter schon so hohe Schulden und wenn dann... Heute ist die Situation so dass ich quasi fertig bin mit dem Abzahlen während die früheren Kritiker teilweise immer noch rechnen wie es funktionieren könnte und gar nichts haben. So ähnlich ist es mit dem ETF, Aktien sind böse und Glücksspiel und man sollte das auf keinen Fall machen. Ich hab es gemacht und bin jetzt in einer Situation in der ich starke Tendenzen dazu habe für die Rente schon fertig zu sein.

    :thumbup:

    Nach meinem Dafürhalten sollte sich in Sachen "Finanzen" jeder ein Grundwissen (Basics) samt Grundverständnis derselben aneignen - auf der Basis aber nichtsdestotrotz seine eigenen Gedanken und/oder Präferenzen entwickeln und diesen folgen und auch (so denn vorhanden) ggf. seinem eigenen Bild und Blick auf die Finanzen und Finanzwelt.

    "Paragraph Eins - jeder macht Seins" - entspricht daher auch meiner Haltung und Sichtweise.


    Siehe beispielsweise hier:

    Habe mir damals (70er Jahre) auch alle möglichen "Sprüche" anhören müssen (wie "Börse ist nur was für Reiche", "Aktien sind was für Zocker", "Investieren via Kredit ist Spekulieren auf Kredit", "Gold ist totes Kapital und völlig unnütz", "hör lieber auf Deinen Bankberater" etc. pp.). Hat mich damals von meiner eigenen Vorgehensweise aber nicht abbringen können.


    Dir spopovic weiter gute Gedanken, ebensolche Entscheidungen und gutes Gelingen dabei ! Zumal Du (38) noch ein halbes Jahrhundert oder mehr Leben und Finanzleben vor Dir haben kannst.

  • Ich finde den Ansatz der Erstellers gut. Ganz ähnliche hab ich auch vor fast 30 Jahren angefangen. Einfach anfangen und mit steigendem Erfahrungsschatz und Wissen den Weg optimieren.

    Die Randbedingungen haben sich oft signifikant geändert, mal zum Positiven mal zum Negativen. Mit Ende 20 wollte ich mit 50 aufhören zu arbeiten. Das Ziel habe ich dann schnell auf 55 korrigieren müssen, am Ende war ich 56 wo ich aus eigenen Stücken meinen gut dotierten Job gekündigt habe.

    Man muss halt ständig nachsteuern und anders planen, aber nie das Ziel aus den Augen verlieren.

    Geduldig bei Investments sein, auch wenn es einen brutal trifft (Dotcom Krise, Bankenkrise, Corona, Immobilienpreisverfall um nur ein paar Dinge zu nennen). Beim Konsum möglichst zurückhaltend sein, aber auch da war ich hin und wieder zu ausschweifend (Rückwirkend betrachtet waren es aber geile Zeiten mit zu teuren Autos, Party und Urlauben - schön das ich diese Erinnerungen habe :) ).

    Vor allem muss man lernen SEIN Ding zu machen und sich nicht von Gesellschaft und Umfeld treiben zu lassen.

    Auch die eigenen Bedürfnisse ändern sich übrigens manchmal signifikant. Bis Mitte/Ende 40 habe ich nie was von Eigenheimen gehalten und liebte das Stadtleben. Heute bin ich mega froh in einer eigenen großen Hütte auf dem Land zu Leben.....

    Also, viel Glück und Erfolgt auf Deinem Weg!


    Gruß

    Jochen M.

  • Ich finde den Ansatz der Erstellers gut. Ganz ähnliche hab ich auch vor fast 30 Jahren angefangen. Einfach anfangen und mit steigendem Erfahrungsschatz und Wissen den Weg optimieren.

    Ich freue mich, dass es für dich wohl gut gelaufen ist. In einem anderen Thread schreibst du, dass du eine hohe Abfindung erhalten hast/wirst. Die gibt es eigentlich nur bei großen Arbeitgebern und einer langen Betriebszugehörigkeit. Man könnte also vermuten, dass du den größten Teil deines Berufslebens dort an einem sicheren Arbeitsplatz verbracht hast. In diesem Fall hat man wohl eine andere Sichtweise als jemand, der, bedingt durch Konjunkturschwankungen, öfter seinen Arbeitsplatz verloren hat und nicht weiß, wie es weitergeht. Da denkt man nicht daran, wie man am besten möglichst früh in den Ruhestand gehen kann, sondern ob man im Alter als Sozialfall endet.

    Wer sich also wenig bis keine Gedanken über die Sicherheit seines Arbeitsplatzes machen muss, wird das Thema Finanzen sicherlich anders angehen, als jemand, über dem das Damoklesschwert der Unternehmenspleite bzw. Kündigung schwebt.

  • Ich freue mich, dass es für dich wohl gut gelaufen ist. In einem anderen Thread schreibst du, dass du eine hohe Abfindung erhalten hast/wirst. Die gibt es eigentlich nur bei großen Arbeitgebern und einer langen Betriebszugehörigkeit. Man könnte also vermuten, dass du den größten Teil deines Berufslebens dort an einem sicheren Arbeitsplatz verbracht hast. In diesem Fall hat man wohl eine andere Sichtweise als jemand, der, bedingt durch Konjunkturschwankungen, öfter seinen Arbeitsplatz verloren hat und nicht weiß, wie es weitergeht. Da denkt man nicht daran, wie man am besten möglichst früh in den Ruhestand gehen kann, sondern ob man im Alter als Sozialfall endet.

    Wer sich also wenig bis keine Gedanken über die Sicherheit seines Arbeitsplatzes machen muss, wird das Thema Finanzen sicherlich anders angehen, als jemand, über dem das Damoklesschwert der Unternehmenspleite bzw. Kündigung schwebt.

    1. Der Themenersteller hatte nach Erfahrungsberichten gefragt und ich habe meine persönlichen Erfahrungen mitgeteilt, was ist falsch daran?

    2. Aus den paar Fakten die ich hier geliefert habe, Vermutungen über den Verlauf meines gesamten Arbeitslebens anzustellen, ist ziemlich spekulativ.


    einen schönen Sonntag noch


    Gruß

    Jochen M.