Beiträge von anna_LG

    Vielen Dank für deine Antwort und die Impulse. Ich muss das mal sacken lassen und mich weiter einlesen.

    Der Zinseszinsturbo von Aktien wirkt mit der Anlagedauer. Du hast noch rund 20 Jahre bis zur Rente und danach hoffentlich noch mal 30 Jahre um aus dem Depot zu entnehmen. Das ist nicht extrem lang für den Ansparvorgang aber mehr als lang genug als Gesamtanlagedauer.

    Eigentlich habe ich Bauchschmerzen, wenn man von null auf 100 % Aktien geht. Dennoch finde ich es zumindest für eine Weile eine Überlegung wert in Deiner Situation. Natürlich erst nachdem Du einen kleinen Notgroschen aufgebaut hast. Bei einem 50/50 Depot wirst Du kaum auf mehr als 4 % Rendite vor Steuern kommen und ich behaupte mal, das kannst Du Dir nicht leisten.

    Gerade zu Anfang riskierst Du noch nicht viel, weil noch wenig Kapital vorhanden ist. Ich würde daher für ein paar Jahre (3-5) mit einer sehr hohen Aktienquote starten und mich dabei genau beobachten, wie ich mit Rücksetzern an der Börse klar komme. Gerade am Anfang kann Dir kaum was besseres passieren (klingt komisch, ist aber so). Wenn Du merkst, dass es zu viel Stress sein könnte, dann fahr die Aktienquote über die Sparrate etwas runter. In fünf Jahren solltest Du Dir eine Meinung gebildet haben, ob die hohe Aktienquote ok ist für Dich. In 12-15 Jahren kannst Du dann anfangen, Dich allmählich etwas defensiver aufzustellen aber vielleicht ist das auch gar nicht nötig, das entscheidest Du später. Vielleicht sind dann auch die Kinder flügge und Du kannst in den letzten Jahren Deine Sparrate noch erhöhen. Ich sehe gute Chancen, dass Du ein Depot im unteren 6steligen Bereich aufbauen kannst. Damit könntest Du etwa 700 Euro an monatlichem Zusatzeinkommen generieren allerdings nach Inflation. Mit heutige Geld wären das rund 400 Euro monatlich. Nur um mal eine Größenordnung zu haben. Wenn Du in ein paar Jahren mehr sparen kannst, sieht es natürlich besser aus.

    Was die stillgelegte Versicherung angeht, kann man prüfen, ob Du die Dir auszahlen lässt.

    Also vielen dank für deinen ausführlichen Rat. Das klingt nach einem sehr guten Plan für mich. Und obwohl natürlich noch sehr wenig Geld in meinem Depot ist, gab es ja neulich schon den ersten kleinen Rückschlag, als der MSCI World ordentlich gefallen ist. Da war ich (noch) ganz entspannt 😀.

    Und der Plan ist, die Sparrate mit jeder Gehaltserhöhung zu erhöhen.

    Was die Versicherung angeht, wurde mir geraten, diese nicht auszahlen zu lassen, um nicht auf die Ausschüttungen zu Rentenbeginn zu verzichten. Aber das werde ich noch einmal prüfen, weil ja niemand voraussagen kann, wie hoch die Ausschüttungen sein werden.

    Das klingt noch etwas unstrukturiert (was ich mir dachte). Es ist zentral, daß Du zunächst einmal selber weißt, wo Du stehst. Du mußt Dich öffnen, wenn Du von anderen Leuten einen vernünftigen Rat haben willst, aber noch wichtiger ist es, daß Du selbst um Deine Verhältnisse weißt. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig, auch mir nicht, auch dann nicht, wenn ich Dir gezielte Fragen stelle. Trotzdem ist es wichtig, daß Du diese Fragen beantwortest, und zwar in erster Linie Dir selber.

    Zunächst vielen Dank noch einmal, dass du dir Zeit nimmst, mir zu antworten.

    Ich war der Meinung, dass ich auf deine gezielten Fragen geantwortet habe. Oder wolltest du zB wirklich genau die Anzahl meiner Rentenpunkte wissen? Das war mir nicht klar, dass es so ins Detail geht.

    Alleinerziehend mit 2 Kindern ist nicht so ohne, sachlich nicht, finanziell auch nicht. Dein erster Schritt sollte sein, daß Du einen Notgroschen aufbaust, damit die legendäre kaputte Waschmaschine nicht umwirft (und auch nicht die Autoreparatur, denn vermutlich brauchst Du die Karre). Erst wenn Du das hast, kommen die Langzeitersparnisse dran.

    Ich halte von dieser Sicherheitstopferei nichts und kann Dir das auch mal erklären, warum ich das so glaube. Aber erstmal ist bei Dir vermutlich der Notgroschen dran.

    Oh, auch hier mein Fehler. Ich habe schon einen Notgroschen über derzeit 8000 €, den habe ich nur vergessen zu erwähnen, weil er nicht zur AV gehört. Schulden habe ich keine.

    Gerne würde ich deine Meinung bezüglich der Sicherheitstopferei hören.

    Wie geht das: Sich um seine Rente kümmern?

    :)

    😉

    Vielen Dank erstmal für deine Antwort.

    Wenn Du viel gelesen hast, hast Du sicher auch Deine persönliche Vermögensbilanz aufgestellt, weißt unter anderem, vieviel Rentenpunkte Du aktuell schon hast, wieviele pro Jahr dazukommen und welche Anlagen Du hast. Wie lange hast Du denn schon ETFs? Welche?

    Ja das weiß ich alles. Die Bilanz für meine gesetzliche Rente ist mau.

    Ich habe letztes Jahr angefangen mit einem ETF, klassischerweise ein MSCI World.

    Da geht grad 200 € monatlich drauf und 200 € aufs Tagesgeldkonto. Mehr geht, da alleinerziehend und 2 Kids, für die AV auf keinen Fall.

    Mein Plan wäre jetzt, 400 € in den ETF zu stecken und dann so in 10 Jahren mal zu schauen und zu rechnen und dann den Sicherheitstopf zu füllen.

    Vielleicht bin ich auch zu naiv und es ist eine Milchmädchenrechnung, aber ich habe keine bessere Idee.

    Im Moment bist Du 48, das sind um die 20 Jahre bis zum Ruhestand.

    Was hast Du denn bisher so gespart?

    Eine unrentable RV liegt jetzt still. Da sind ca 15000 € drin. Dazu kommt noch eine winzige Riesterrente, die später ca 10000 € bringt.

    Also keine gute Bilanz.

    Vielen Dank auch für deine ausführliche Antwort.

    Wenn ich es richtig verstehe, würdest du empfehlen, bei Unerfahrenheit mit Aktien nicht gleich 100 % reinzustecken.

    Ich habe null Erfahrung, lese viel seit einem Jahr und hab einen MSCI World 😅, in den ich 50 % investiere und die anderen 50 % auf eine Tagesgeldkonto einzahle. Wenn man aber bedenkt, dass ich noch 20 Jahre bis zur Rente habe und total gutgläubig bin und einfache das glaube, was ich überall lese, nämlich dass man, wenn man lang genug investiert und das werde ich ja tun, durchaus ruhig schlafen kann. Ich würde einfach den Sparplan auf 100 % setzen und laufen lassen. Und dann vielleicht so 10 Jahre vor Rentenbeginn mal alles genauer ausrechnen und dann den Sicherheitstopf anfangen zu füllen.

    Vielleicht bin ich aber auch einfach zu naiv und leichtgläubig und das ist alles eine Milchmädchenrechnung.

    Fakt ist aber, dass ich alleine mit 2 Kids bin und leider nicht so wahnsinnig viel Geld zurücklegen kann. Deshalb denke ich auch, was bringt es mir, wenn ich weiß, was ich später brauche, wenn ich jetzt gar nicht genug Geld habe, um das alles einzuzahlen... 🙈

    Entscheidend ist wie immer, nicht wann du was anlegst sondern wann wird wieviel gebraucht. Wenn man sich darüber im klaren ist kann man sich einen Plan erstellen. Alles was du außerhalb eines weltweiten Aktien ETF anlegst, wird in etwas die Inflation ausgleichen. Darunter fallen TG, FG und Geldmarkt ETFs, bei Aktien ETFs rechnet man in etwa mit 6% auf eine langfristige Anlage, etwa 15 Jahre Minimum. Damit würde man etwa +- 4% Rendite erzielen, je nach Höhe der Inflation. Ich würde einen Sicherheitsbaustein anlegen, der alle geplanten und ungeplanten Ausgaben abdeckt. Wenn du deinen Bedarf pro Monat/Jahr ab Renteneintritt ermittelt hast, würde ich diesen Bedarf für etwa 5 Jahre auch in diesen Topf stecken, alles andere im weltweiten ETF und bei gutem Stand den Topf weiter füttern. Heißt zum Renteneintritt kann ich 5 Jahre abdecken, auch wenn die Börse eine Krise erlebt. Die 5 Jahre kann man je nach Risikobereitschaft natürlich kürzer oder länger wählen. Viel Erfolg!

    Vielen Dank auch für deine Antwort.

    Mit dem Bedarf ist das so eine Sache. Ich kann jetzt, weil alleinerziehend und 2 Kinder, nur 400 € monatlich allein für AV zur Seite legen. Mehr geht leider nicht.

    So hab ich es mir bisher erspart, meinen Bedarf zu ermitteln, weil es mich nur frustrieren würde.

    Aber wenn ich es richtig verstehe, kann ich jetzt erstmal gut nur in ETFs investieren (schlafen kann ich trotzdem) und dann ein paar Jahre vor Rentenbeginn anfangen, den Sicherheitstopf zu füllen.

    Vielen Dank für Deine Antwort. Den Entnahmerechner werde ich mir noch genauer anschauen.

    Ich beschäftige mich seit letzter Jahr damit und es wird immer gesagt, dass es alles so einfach ist. Ich merke aber, dass ich noch sehr viel lernen muss... 🙈

    Liebe alle,

    ich bin 48, seit einiger Zeit getrennt und habe es wie so viele andere versäumt, mich genug um meine Rente zu kümmern.

    Gelesen habe ich sehr viel und der Plan ist ETF + Tagesgeld als Sicherheitsbaustein.

    Nun lese ich überall, dass man gemäß seinem Risikoprofil aufteilen soll. Bei mir etwa 50:50.

    Nur auf einer anderen Beratungsseite steht aber, dass man ca 10 Jahre vor Rentenbeginn anfangen soll, in Sicherheitsbausteine zu investieren, so dass ich jetzt 10 Jahre nur in ETFs investieren würde, was ja mehr Rendite bedeutet, um dann nach 10 Jahren die Hälfte aufs Tagesgeldkonto umzuschichten.

    Der Plan klingt für mich eigentlich gut, weil ich dann ja noch einige Zeit habe bis zur Rente alles vorzubereiten.

    Sicher hat es aber seinen Grund, dass ich es nur 1x gelesen habe und sonst nicht dazu geraten wird.

    Könnt ihr mir auf die Sprünge helfen?

    Lieben Dank!