Ich wollte einfach mal sagen, das ist wirklich eine enorme Sparleistung bei dem Gehalt! Hut ab!
Klar, mit abbezahlter Eigentumswohnung fällt die Miete weg, trotzdem muss man das erstmal schaffen!
Ja! Mach' das doch einfach schonmal. Heute noch. Du musst nicht Deine Finanzen komplett sortiert und den perfekten Plan haben, um ein Depot zu eröffnen. Das benötigst Du so oder so. Und dann hast Du das schonmal erledigt.
Bei welchen Banken hast Du Girokonto und Tagesgeld? Vielleicht hat eine davon auch ein günstiges und gutes Depot, da geht die Eröffnung dann oft nochmal schneller und einfacher.
Woher kommen die 7.500 EUR? Drei Nettomonatsgehälter? Wenn man sich Deine hohe Sparrate ansieht, liegt Dein monatlicher Bedarf ja sogar nur um die 1.000 - 1.300 EUR, das heißt 7.500 EUR Notgroschen wäre sogar ein halbes Jahr Deines Ausgabebedarfs.
Trotzdem solltest Du Dir überlegen, ob Dir das reicht. Du hast z.B. eine Eigentumswohnung - da kann es schon auch mal zu größeren Kosten kommen, z.B. eine größere Sonderumlage für Instandsetzung. Wenn Dein Auto kaputt geht, kommt ggf. auch auf einen Schlag ein größerer Betrag auf Dich zu. Wobei Du bei Deiner Sparrate den Notgroschen ja ggf. auch in wenigen Monaten wieder aufgefüllt hättest (und im absoluten Notfall immer noch ETF-Anteile verkaufen könntest; zwar ggf. mit Verlust, aber liquide sind die ja schon).
Ja, guter Plan!
Aktuell hast Du eine Aktienquote von annähernd 0% und hältst fast Dein komplettes Vermögen (die Wohnung ausgenommen) in Tages- und Festgeld. Auf lange Sicht sparst Du Dich damit arm, weil die Zinsen geringer sind als die Inflation. Aber zumindest nominal bleiben die Beträge immer gleich, Du gerätst nie ins Minus.
Hast Du Dir Gedanken darüber gemacht, wie gut Du mit den Schwankungen am Aktienmarkt klarkommst? Auf lange Sicht (20, 30 Jahre) hat man da bisher nie Verlust gemacht, aber dafür muss man eben durchhalten und auch dann nicht verkaufen, wenn das Depot 50% im Minus steht und über Jahre die Kurse nur nach unten zeigen.
Ich an Deiner Stelle würde jetzt im ersten Schritt mal ein Depot eröffnen, das Tagesgeld auf den Betrag reduzieren, den Du als Notgroschen sinnvoll findest, und den darüber hinausgehenden Betrag als Einmalanlage in einen der genannten ETFs stecken, dazu einen monatlichen Sparplan einrichten über die genannten 1.200 EUR bis 1.500 EUR.
Bis im Juni das Festgeld frei wird hast Du noch etwas Zeit. Darüber musst Du nicht heute entscheiden. In dieser Zeit solltest Du Dir überlegen, was Du mit dem Festgeld anfangen möchtest (und bekommst vielleicht auch schon ein bisschen ein Gefühl für die Schwankungen am Aktienmarkt, wie es sich anfühlt, wenn das Depot in den roten Zahlen ist etc.).
Genauso das Zuwachssparen. Du hast ohnehin drei Monate Kündigungsfrist. Ich würde es kündigen und in der Zeit überlegen, wo das Geld hin soll. Auch das musst Du aber nicht heute entscheiden.
Ich kenne das Problem, aber manchmal gilt tatsächlich auch "done is better than perfect".
Du musst es nicht perfekt machen, niemand hat seine Finanzen perfekt gelöst. Du fängst jetzt mal mit dem ersten Schritt an (= Depot eröffnen und Sparplan einrichten). Und dann schaust Du weiter.