Beiträge von Kapitalist

    Kapitalist Mit einem Aktienanteil von 30 % schafft man auf lange Sicht gerade mal die Inflation auszugleichen. Steuern musst Du aber auch noch zahlen. Deine 33 Jahre stimmen nicht. Reicht dem TO das? Kann er sich das leisten? Wie willst Du den Ausgleich der Inflation für die Entnahme erwirtschaften? Mit jeder Entnahme wird das Kapital von Anfang an schrumpfen.

    33 Jahre * 3% = 100%. Ohne Erträge wie ich schrieb. Praktisch gesehen wird er über Erträge am Geldmarkt die Inflation gerade so ausgleichen. Ob ihm das reicht muss er selber wissen. Natürlich schrumpft das Kapital durch die Entnahme. Am Ende sollte es bei 0 angelangt sein, das ist i.d.R. das Ziel des Entnahmeplans denn das letzte Hemd hat keine Taschen usw.

    Die meisten seriösen Finanzberater reden von 40-80 % Aktien im Alter. Bei generationenübergreifenden Vermögensplänen sind auch 100 % denkbar. Bei entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen kommt in aller Regel etwas um 60 % bis 80 % Aktienanteil heraus als guter Kompromiss. Die Abhandlung von Cederburg empfiehlt extreme 100 %.

    Mit 80% Aktienanteil im Alter und 3% Entnahme ist das Risiko hoch, dass das Geld früh ausgeht (Renditereihenfolgerisiko). Kann man nur machen wenn man das Geld nicht braucht oder etwas für die Erben übriglassen will. Wer das Kapital aufbrauchen will und muss, braucht mehr Planungssicherheit.

    Für 500 Euro brauchst bei einer Entnahme von 3 % ein Kapital von 200k. Wenn es 250k sind, wären noch ein Sicherheitspuffer drin. Das kannst Du schaffen vermute ich. Allerdings klappt das mit einer 3 % Entnahme nur, wenn Dein Depot auf längere Sicht auch Erträge bringt. Dazu muss ein ordentlicher Teil in Aktien stecken. Die meisten Standardempfehlungen gehen von 60 % Aktien aus, nachdem Du aber eher nicht so risikobereit bist, kannst Du es auch mit 50 % versuchen.


    Nicht wirklich. 3% p.a. Entnahme reichen ohne Erträge für 33 Jahre. Wegen des Renditereihenfolgerisikos in der Entnahmephase sollte der Aktienanteil niedrig sein falls man das Geld wirklich entnehmen will, z.B. weil man es braucht. Ich würde eher 30% Aktienanteil bei Rentenbeginn sehen, und dann linear abnehmend über die nächsten 30 Jahre.

    Bei einem höheren Aktienanteil darf man weniger entnehmen, wegen des Risikos eines crashes zu Beginn der Entnahmephase. Diese geringere Entnahme führt aber dazu, dass am Ende wahrscheinlich viel Geld übrigbleibt und man zum Reichsten auf dem Friedhof wird.

    Bei iShares auf der Seite kannst Du die aktuelle durchschnittliche Endfälligkeitsrendite der iBonds zum aktuellen Kaufkurs berechnen. Vertraust Du den dort enthaltenen Anleihen, sagt Dir das aber nur etwas zur Rendite der heute gekauften Anteile und beim Halten bis zum Laufzeitende. Das sieht man ja auch schon am Kursverlauf der iBonds im Jahr 2025.

    Da möchte man noch anmerken, dass es auch iBonds gibt, die global oder in USA investieren und in USD notieren. Da sind momentan die Renditen recht attraktiv, aber man hat doch ein erhebliches Währungsrisiko und könnte mit einem Verlust abschließen.

    Unter der Annahme dass der Fonds einen ordentlichen Kursgewinn hatte, und nur geringe Ausschüttungen (z.B. MSCI World ETFs +6,5% Kurssteigerung bei 1,4% Ausschüttungsrendite), macht es in der Tat keinen Unterschied zwischen ausschüttend und thesaurierend.

    Unterschiede könnte es geben bei:

    a) in Jahren mit Kursverlusten während Ausschüttungen gezahlt werden
    b) andere ETFs mit permanent hoher Ausschüttungsrendite über dem Basiszins und wenig Kursentwicklung, z.B. High Yield Corporate Bonds (-0,3% Kurs in 2025 bei 5,4% Ausschüttungsrendite)

    P.S.: genaugenommen ist nicht der Handel oder Besitz das Problem, sondern die Verwendung als Zahlungsmittel. Das ist gar nicht ungewöhnlich. Sobald das Regime mit Gelddrucken anfängt, also das Volk per Hyperinflation enteignet, neigt der Untertan dazu, auf alternative Zahlungsmittel auszuweichen, z.B. US-Dollar, Goldmünzen, und in Zukunft vielleicht auch Kryptowährungen. Sowas möchte das Regime natürlich unterbinden sonst wäre die ganze Gelddruckerei ja sinnlos.

    Das Werbeverbot war im Februar. Der Handel mit Kryptowährungen wurde jetzt erst im Dezember verboten.

    بانک مرکزی ایران: استفاده از رمزارز و طلا برای پرداخت بجای ریال ممنوع است - BBC News فارسی
    بانک مرکزی ایران گفت که استفاده از رمزارزها و طلا و سایر فلزات گرانبها به‌عنوان ابزار پرداخت ممنوع است و جایگزین‌کردن این دارایی‌ها با پول ملی تخلف است. همزمان…
    www.bbc.com

    Mich erstaunt an dem Fall vor allem, dass offenbar niemand etwas von dem Einbruch mitbekommen hat. Eine solche Bohrung dauert ja keine fünf Minuten, und jeder, der schon einmal ein Loch in eine Wand gebohrt hat, weiß, wie laut sich Vibrationen im gesamten Gebäude ausbreiten. Im vorliegenden Fall hat die Bohrung zudem eine ganz andere Dimension – eigentlich müsste man so etwas doch noch mehrere Häuserblocks weiter hören :/

    Der Rauchmelder ging sogar los, so sehr hat's gestaubt. Die Polizei kam, hat kein Feuer entdeckt und ist wieder abgezogen. Erstaunlich auch dass mehrere Leute tagelang in einer Bank rumlaufen und ein Riesenloch in eine Tresorwand schneiden können ohne dass Bewegungsmelder oder Überwachungskameras etwas mitbekommen. Dazu passend eine Kundschaft, die viel Gold in unterversicherten Schließfächern bunkert, und jetzt für die Versicherung nicht mal nachweisen kann was eigentlich drin war. Banking von Deppen für Deppen.

    Bewusst mal einen provokanten Titel gewählt. Hier wird ja oft (nicht nur hier) geraten max. einen EM Anteil (Goldanteil) von 5-10% zu halten als Versicherung. Ich selber hatte schon immer einen Anteil von mindestens 30% EM, aktuell (auch den historischen Preissteigerungen geschuldet) sind es über 60%! Ich weiss das mich deshalb viele für bekloppt halten, aber ich will hier auch mal eine Lanze für EM brechen, auch wenn es keine Zinsen abwirft ist es doch eine recht stabile Wertanlage für Anleger die nicht in kurzer Zeit reich werden wollen, eher die gemütliche Anlage mit Sicherheit (klar, auch da kann es mal nach unten gehen), nicht zu vergessen das es nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei ist, das muss ein MSCI World auch erst mal zusätzlich erwirtschaften.

    Also meine Frage an euch, wird es nicht mal Zeit die in die Jahre gekommene Empfehlung von 5-10% im Portfolio mal zu überdenken und mal Empfehlungen in Richtung 30% zu geben. M.M. nach stammen diese 5-10% aus dem Finanzalmanach von Anlageberatern, da jeder immer die gleichen Prozentsätze empfiehlt, hatte noch nirgends eine ander Zahl als diese für EM gehört oder gelesen.

    Zurück zur Ausgangsfrage ... unter

    Ist Gold essenziell für jedes Portfolio?
    Kaum eine Anlageklasse löst derart starke Emotionen aus wie Gold und spaltet die Anlegergemeinde in zwei Lager. Für die einen ist das Edelmetall ein Symbol…
    navigator.mmwarburg.de

    sind ein paar interessante charts. Im wesentlichen ist die Logik: Gold ist volatil aber wenig korreliert mit Aktien; d.h. in den Jahren mit crashes am Aktienmarkt dämpft Gold im Portfolio den Verlust. Dabei bietet Gold mehr Rendite als Anleihen/Tagesgeld/Festgeld/Geldmarkt, so dass die Beimischung von Gold nicht so viel Rendite opfert wie eine Verteilung rein auf Aktien und Geldmarkt.

    Für die Frage nach dem optimalen Goldanteil kann man z.B. auf die Sharpe Ratio oder den maximalen Verlust blicken:

    Studie: Wie viel Gold ins Portfolio gehört
    Gold ist traditionell ein beliebtes Mittel bei vielen Vermögensverwaltern und auch Fondsmanagern. Doch wie hoch sollte der Goldanteil idealerweise sein? Dieser…
    www.fundresearch.de

    und ausrechnen dass (im Rückblick) das Verhältnis Aktien zu Gold zwischen 3:1 und 1:1 liegen sollte.

    Wer aber nur darauf sieht vernachlässigt den Anlagehorizont. Für einen noch jungen Anleger mit Sparplan und viel Zeit bis zur Rente ist die Rendite wichtiger als Sharpe Ratio und Vermeidung kurzzeitiger Kursstürze. Rund um das Renteneintrittsalter sieht das anders aus, da will man keinen Totalabsturz im Portfolio mehr sehen (Renditereihenfolgerisiko in der Entnahmephase). Wer das nur mit Aktien+Geldmarkt ohne weitere Diversifikation absichern will, muss den Aktienanteil in den letzten Jahren vor der Rente stark reduzieren; d.h. ausgerechnet in der Zeit mit dem größten Portfoliowert die Rendite minimieren.

    Dieser verlinkte Blog-Text von Walz stammt vom Januar 2019 als die EZB ihre Nullzinspolitik hatte und deshalb die Kurse der Langläufer Anleihen schon sehr hoch waren. In dieser Phase Langläufer zu kaufen ist riskant; das ist das ganze Argument von Walz und da hat er nicht Unrecht.

    Gut war sein Tip aber trotzdem nicht. In den nachfolgenden 7 Monaten ist der Kurs der 30-jährigen Bundesanleihe +30% gestiegen weil die Konjunkturaussichten nochmal schlechter wurden und der Markt weitere Zinssenkungen befürchtete. Wer Walz ignorierte und an den Langläufern festhielt war in der Krise richtig gut dabei. In einem Depot mit Langläufer Anteil hätte das automatische re-balancing Mitte 2019 verkauft und ordentlich Gewinne mitgenommen, um nach der Zinserhöhung 2022 zu niedrigen Kursen wieder zuzukaufen.

    Hornie , Kapitalist , danke für eure Ausführungen, spannendes Thema :)

    Kapitalist, deine These ist also im Kern, der Anleger würde für die Hinzunahme von langlaufenden Anleihen mit einer höheren risikoadjustierten Rendite entlohnt. Das widerspricht den Kernaussagen von Gerd Kommer, der das risikoreich:risikoarm Modell bereits seit 2007 propagiert. Das ist schon grundsätzlich gewagt, soll aber selbstverständlich als Argument alleine nicht ausreichen ;)

    Geben wir der These also zunächst eine Chance: In der modernen Portfoliotheorie (MPT) gilt ein Asset ist nur dann als sinnvoll, wenn es bei gleichem Risiko mehr Rendite oder bei gleicher Rendite weniger Risiko liefert. Deine These besagt nun also implizit, dass der Anleger durch die Hinzunahme langlaufender Anleihen, also i.W. für die Hinzunahme des Durations- oder Zinsänderungsrisikos dies erreicht. Also im Ergebnis durch eine höhere risikoadjustierte Rendite entschädigt wird. Aber ist dem denn auch so? Meines Erachtens eben nicht, denn das Zinsänderungsrisiko wird - über lange Zeiträume betrachtet - nicht ausreichend vergütet. Auf der Aktienseite hingegen wird er - und das dürfte unbestritten sein - durch die Hinzunahme von mehr systematischem Risiko, also einer größeren Portion des allgemeinen Aktienmarktrisikos ganz klar "robust" vergütet.
    Meine Vermutung: in dem angeführten Beispiel des "Harry Browne's Permanente Portfolio" liegt dieser Effekt maßgeblich am gewählten Zeitraum. Dieser Zeitraum war von einem hohen Ausgangszinsniveau vor der Finanzkrise und einem anschließend langanhaltenden Absinken des Zinsniveaus geprägt. Diesen Effekt kann man somit nicht einfach in die Zukunft fortschreiben.

    Der Zusammenhang zwischen Langläufer-Renten und Aktien ist viel einfacher. Die Kurse der Anleihen reagieren bekanntermaßen stark auf die Zinspolitik der Fed bzw. EZB. Je länger die Restlaufzeit desto größer der Hebel. In Jahren schlechter Wirtschaftsentwicklung, Rezessionen etc., droht Deflation und es ist es wahrscheinlicher dass die Zentralbank mit Zinssenkungen gegensteuert, wodurch die Anleihenkurse steigen während die Aktien schlecht laufen.

    Das ist der Grund warum das Portfolio sogar mit einem Plus gut durch die Krisenjahre 2008/2009 gekommen ist. Wer nur mit Aktien in Emerging Markets, Regionen, Small Caps, etc. diversifizierte war tief im Minus. Diversifikation nur im Aktienteil bringt in Krisenzeiten wenig, weil alle mit demselben Aufzug in den Keller fahren. Langläufer-Anleihen und Gold dagegen haben den Verlust ausgeglichen. Das ist ein Beispiel für die Kombination von assets, die einzeln betrachtet alle volatil sind, aber im Portfolio kombiniert den maximalen Verlust begrenzen.

    Den Widerspruch zwischen Risiko-Minimierung per Diversifikation, und Einfachheit, sieht man am "Pantoffel-Portfolio". Nur ein Tagesgeldkonto und einen MSCI World ETF zu haben, und das Rendite/Risiko-Verhältnis nur über dieses eine Verhältnis der Anteile zu steuern, ist unbestritten einfach und sehr anfängergeeignet. Da vergisst mancher, dass das Ziel hier nur Einfachheit und geringe Kosten sind; es geht nicht darum, die optimale Rendite für eine gegebene Risiko-Toleranz zu erreichen.

    Auf curvo.eu kann man das mit einem älteren (1999), ebenfalls einfachen Konzept namens "Harry Browne's Permanente Portfolio" vergleichen: je 25% in Aktien, Gold, Kurzläufer, Langläufer. Das lief 2007-2025 mit 8% Rendite p.a. und -6,7% maximalem Verlust im schlechtesten Jahr. Aus 10.000€ wurden 43.164€.

    Wenn ich nun im selben Zeitraum mit einem Mix aus MSCI World und Geldmarkt den gleichen Maximalverlust von -6,7% erreichen wollte, muss ich den Aktienanteil auf 25% reduzieren. Dann ist die Rendite bei 3,4%. Aus 10.000€ wurden 21.460€; weniger als die Hälfte.

    2008 war halt ein sehr schlechtes Jahr für Aktien, aber sehr gut für Langläufer-Renten, weil die Fed in der Krise die Zinsen massiv gesenkt hat. Die traditionelle Mischung aus Langläufer-Renten mit Aktien ergibt eine Diversifikation, die in Krisen den Verlust dämpft. Dieser Effekt fehlt in einem einfachen Mix aus Aktien und Geldmarkt und erzwingt für weniger risikotolerante Anleger einen geringeren Aktienanteil, was damit langfristig weniger Rendite bei gleichem Risiko bedeutet.

    Das mag alles sein, aber die Diskussion zeigt einmal mehr, dass Anleihen eben nicht so einfach zu verstehen sind, erst recht nicht für Anfänger. Es geht doch immer darum, auf Ebene des Gesamtportfolios eine möglichst hohe risikodjustierte Rendite zu erzielen. Am einfachsten erreicht man das, indem man zwischen den beiden großen Anlgeklassen Aktien und Anleihen die Gewichtung steuert. Das ist klar und einfach verständlich. Mehr Aktien = mehr Risiko, das versteht jeder Anfänger sofort. Sobald man jedoch innerhalb der Anleihen beginnt, Risiken hinzuzunehmen, wird es komplizierter. Denn dann müsste man die Aktienquote entsprechend senken. Aber wie stark? Und noch komplizierter wird es, wenn dem Anleger überhaupt nicht bewusst ist (oder, vermutlich häufiger der Fall, er ausblendet), dass die vermeintlich sicheren Anleihen nicht unerhebliche Risiken bergen.

    Daher bleibe ich dabei, ich rate davon ab, ein kompliziertes Anleiheportfolio aufzubauen. Simplicity first.


    Da ist zu unterscheiden zwischen Anleihen und Anleihen-ETFs. Ein Investor, der eine Anleihe bis zur Endfälligkeit hält, hat damit ein sehr sicheres und einfach kalkulierbares Investment. Das Ziel ist dabei genau nicht Risiken hinzuzunehmen, sondern im Gegenteil die Zahlungsströme über längere Zeit vorhersagbarer zu machen, was sie bei Aktien und Tagesgeld nicht sind. In der Entnahmephase ist das interessanter als in der Ansparphase.

    Bei Laufzeit-ETFs (iBonds) geht das auch noch. Schwierig wird es erst mit normalen Renten-ETFs, da muss man wirklich verstehen wie die funktionieren und wie man damit umgeht.

    Damit zur Frage ob Langläufer ein Sicherheitsbaustein sind:

    (A) Wenn ich heute eine 30-jährige Anleihe kaufe, in der Absicht sie in einem Jahr schon wieder zu verkaufen, dann ist das eine hochspekulative Wette auf eine Zinssenkung, die auch schiefgehen kann. Restlaufzeit länger als Haltedauer = Spekulation

    (B) Wenn ich zu Renteneintritt das aktuelle Zinsniveau als historisch relativ hoch einschätze, und mir eine 10-jährige Anleihe guter Bonität kaufe, die mir konstante Zinszahlungen und 100% Rückzahlung nach 10 Jahren garantiert, dann ist das höchst konservativ im Vergleich zu Tagesgeld wo ich nicht weiß welche Zinsen ich in zwei Jahren noch bekomme. Ich kaufe den Langläufer also nicht weil er etwas höheren Zins bietet als Tagesgeld, sondern weil er mir die Zinszahlung für längere Zeit garantiert, planbar macht. Gerade wenn ich auf die Rente angewiesen bin, ist das wertvoll.

    Es gibt da offenbar ein Missverständnis was das Zinsänderungsrisiko angeht, nämlich dass nur Langläufer davon betroffen wären. Tatsächlich wirkt es in beide Richtungen:

    • wenn die Marktzinsen steigen, wie 2022, ärgert den Besitzer des Langläufers dass er die zuvor niedrigen Zinsen festgeschrieben hat. Bei täglich handelbaren Papieren drückt sich das in einem (temporären) Kursverlust aus (s. Rechnung von Achim Weiss oben).
    • wenn die Martkzinsen fallen, wie 2009-2015, ärgert sich der Besitzer des Kurzläufers/Floaters/Geldmarkt/Tagesgeld. Sein Kurs ist zwar konstant, aber die Kuponzahlungen sind jetzt viel niedriger. Hätte er sich die ehemals hohen Zinsen mal besser für längere Zeit gesichert.

    Beide tragen ein Zinsänderungsrisiko. Beim Langläufer ist es in Form des Kurses sichtbar und das finden wir emotional unangenehmer. Es wäre aber falsch zu behaupten dass Kurzläufer kein Zinsänderungsrisiko hätten.

    Man schwindelt sich damit etwas in die Tasche. Mit dem Kauf einer Rente friert man die Rendite zum Kaufzeitpunkt bis zur Fälligkeit ein.

    So ist es, aber man schwindelt sich damit nichts vor, man muss halt wissen wie sich Renten-ETFs verhalten, und viele wissen es nicht. Ein Teil der Rendite kommt von der Ausschüttung, ein Teil über die Kursentwicklung, und die kann (anders als bei Aktien) dank Endfälligkeit bekannt sein.

    Für die Ausgangsfrage des TO, ob er die Position halten oder abstoßen soll, gilt wie immer: die Zukunft zählt, nicht die Vergangenheit. Den Langläufer in einer Niedrigzinsphase zu kaufen war aus heutiger Sicht ein Fehler, aber der ist schon passiert und beantwortet nicht die Frage was jetzt zu tun ist. Er hat hier also ein ziemlich ausfallsicheres Papier mit effective duration 6,2J und YTM 3,0%. Will er das haben, ja oder nein. Würde er ein Festgeld anlegen für 6 Jahre auf 3%?

    (...)

    Für 2025 liegt die Ausschüttungsrendite bei 2,14%, also auch unter gutem Tagesgeld oder Festgeld.
    Wie auch immer, hätte ich das Geld unter dem Kopfkissen gelassen, wäre das deutlich klüger gewesen ?(


    Diese Ausschüttungsrendite (laufende Rendite) bezieht sich auf den aktuellen Kurs, daneben gibt es noch die yield-to-maturity (YTM, Rückzahlungsrendite) von ca. 3%. Man muss bei einer Anleihe bedenken, dass sich der Kurs nach dem Absturz durch eine Marktzinserhöhung bis zur Endfälligkeit wieder erholt, quasi eine eingebaute garantierte Kurssteigerung. Denselben Effekt gibt es auch im Renten-ETF.

    Bzgl. unvorhersehbares Zinsänderungsrisiko eine Frage.

    Ich beobachte Zinsänderungen noch nicht so lange, aber mir scheint, dass alle Spatzen dieses Jahr jede Änderung /Senkung im voraus von den Dächern gepfiffen haben?

    Haben in den Jahren in denen die Zinsen von 0 auf 100 (sprichwörtlich nicht wortwörtlich gemeint) gestiegen sind die Spatzen nie im voraus gepfiffen, sodass man seine Anleihenetfs nicht rechtzeitig abstoßen konnte?


    Dazu ist es interessant das Jahr 2022 zu betrachten. Die EZB hat im Juli 2022 die Zinsen angehoben. Das wurde allerdings schon ein halbes Jahr vorher erwartet, deshalb sind die Anleihenkurse schon ab Januar 2022 gesunken. Das läuft nicht anders als bei Aktien: im aktuellen Kurs sind die zukünftigen Erwartungen der Martktteilnehmer schon eingepreist.

    Ja. Du hast da in der Tat ein Verständnisproblem.

    Bei einem Ausschütter mußt Du in der Tat die Ausschüttungen versteuern, bei einem Thesaurierer aber die Vorabpauschale in etwa der gleichen Höhe.

    Du schreibst das ja öfters, aber es steht andernorts oft anders. Der steuerstundende Vorteil des Thesaurierers ist durch die Vorabpauschale geringer geworden, aber nicht für alle und nicht komplett verschwunden, solange man es richtig macht (Freibeträge nutzt, langfristig anlegt, ...)

    Libreoffice nutze ich auch, für einen anderen Zweck: jedes Jahr die Rendite meines Depots auszurechnen. Meine online broker zeigen zwar gesamt und pro Position eine Entwicklung an, da fehlen aber z.B. Posten die ich schon verkauft habe, oder die Betrachtung ist seit Kauf statt YTD, oder auf das asset an sich ohne zu berücksichtigen wieviel ich wann gekauft habe, usw.