Beiträge von Ariel

    Für den Anleger ist die Ursache der Wertsteigerung (ob währungsbedingt oder fundamental) irrelevant. Maßgeblich ist ausschließlich das realiserte Ergebnis.

    Dem würde ich grundsätzlich zustimmen, ebenso, dass Währungseffekte langfristig keine Rolle spielen.

    Die aktuellen Vergleiche sind naturgemäß allerdings eher kurzfristig, weil es noch keine langen Datenreihen gibt.
    Der Kommer ETF hat hohe Kosten. Sie liegen aber m.E. im Rahmen dessen, was man bei Faktor ETFs und Dachfonds erwarten kann. (Ein Vanguard Lifestrategy ist auch teurer als die Summe der darin enthaltenen ETFs. Dafür hat man keine Rebalancing-Kosten).
    Die Frage ist m.E. nur, ob man an die Existenz von Faktor-Prämien glaubt oder nicht.

    In den letzten Monaten wird gerne das schwächere Abschneiden des MSCI World gegenüber Faktorgewichtungen, USA-Reduktion, etc. auf das sanfte Platzen der USA Blase zurückgeführt. Demgegenüber zeigten sich jetzt die Vorteile einer breiteren Diversifikation.

    Ich befürworte ja ebenfalls die breite Streuung über den globalen Aktienmarkt. Allerdings sollte man in der Argumentation für Diversifikation die gegenwärtigen Währungseffekte nicht außer acht lassen.
    Ein höherer EX-USA Anteil hätte natürlich geholfen. Noch besser wäre aber ein in Euro gehedgter MSCI World gewesen.
    Für die aktuelle Diskussion spielt eine breitere Diversifikation oder Abweichungen von der Marktkapitalisierung keine Rolle, weil wir schlicht Währungseffekte sehen, die langfristig wiederum keine Rolle spielen.


    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen…24,IE00085PWS28

    Das halte ich allerdings für absolutes Nerd-Territorium, das man guten Gewissens ignorieren kann.

    Wenn man bereit ist, jedes Jahr 0,45% TER +0,08% Portfoliotransaktionskosten auf den gesamten Depotbestand zu bezahlen, fallen 0,2% statt 0,01% beim Kauf natürlich nicht ins Gewicht. 😜

    Ansonsten würde ich einen Vanguard FTSE ALL WORLD DIST einem SPDR ACWI IMI DIST vorziehen.

    Das ist natürlich nicht kriegsentscheidend, fällt für mich aber unter vermeidbare Kosten.

    Es muss doch was geben wo man stabile 5% erreicht, jahr für jahr ohne großem Risiko. Anscheinend nicht!!

    Die Preise (und damit die Rendite) werden am Markt gebildet.
    Frag Dich einfach mal: Warum sollte Dir jemand 5% risikofrei geben, wenn er auf dem Markt Milliarden für knapp unter 2% bekommen kann.

    Du kannst davon ausgehen: Wenn jemand derzeit 5% bieten muss, damit er überhaupt Geld bekommt, gibt es für den Anleger das Risiko, dass man sein Geld nicht (oder nur einen Teil) wiedersieht.

    Falls Interesse daran besteht, die Diskussion wieder etwas zu versachlichen, würde ich gerne wieder zu den Themen zurückkehren.

    Vorausgesetzt die Datenlage dieses Videos ist valide, spricht es ein paar grundsätzliche Fragen an, die sich mir ebenfalls stellen.

    Zitat

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    Insbesondere wenn es um die Übergewichtung von Regionen geht.
    Der Verweis, dass stattdessen Faktoren für die Rendite-/Risikoentwicklung ausschlaggebend seien, war mir auch etwas zu dünn. Da bräuchte es mehr dazu, wenn das als Argument verwendet werden soll.

    Aber die Frage nach der grundsätzlichen Strategie bei von MCAP abweichenden Regionengewichtungen stellt sich mir auch.
    Würde Tomacrys Frau an 8% Japan festhalten, wenn Japan in 30 Jahren 40% der Marktkapitalisierung ausmachen würde? Falls ja würde diese Strategie deutlich underperformen.

    Wenn nicht, bräuchte es Kriterien, wann eine Region als "verklumpt" gilt und wie genau man dann die anderen Regionen gewichten sollte. Das wäre dann eine grundsätzlich aktive Strategie, bei der man auf Regionengewichtungen reagiert.
    Im Video wurde allerdings gezeigt, dass zumindest in den letzten 20 Jahres-Zeiträumen (von denen es allerdings seit 1970 nur 2 voneinander unabhängige gibt) selbst eine Regionengleichgewichtung VOR Kosten etc. keine Outperformance gebracht hat.

    Alternativ könnte man auch über andere aktive Strategien nachdenken, wie bspw. die Gewichtung nach KGV/KBV/o.ä. Wenn es die eine langfristig erfolgreiche Strategie gäbe, wäre sie wohl schon als ETF zu haben...

    Ich finde nicht, dass ein ETF mit 35% BBB Anleihen für den risikoarmen Teil des Portfolios geeignet ist. 41% sind "nur" A.
    Für den sicheren Teil würde ich mich auf AAA oder AA beschränken.

    Der Euro Gov 1-3 hat aktuell ca. 0,13% mehr Effektivverzinsung als ein A0Q4RZ oder DBX0AN. Um so viel schwankt der ETF gerne mal pro Tag.
    D.h. das, was man an Mehrrendite pro Jahr gegenüber einem 0-1 erwarten kann, ist u.U. durch die tägliche Schwankung zum Kaufzeitpunkt schon wieder weg.

    Steigen die Zinsen um 0,5% sinkt der Kurs des ETFs um ca. 0,86%. Damit wäre die Mehrrendite von 6 Jahren erstmal weg. (Ja, das kann man aussitzen, wenn man nicht in dem Moment darauf zugreifen muss).

    Der ETF hat außerdem eine TER von 0,15% und Portfoliotransaktionskosten von 0,03%.

    Wie @Schwachzocker schon gesagt hat: Wenn man mehr Rendite als der DBX0AN möchte, erhöht man besser den Aktienanteil.

    Es sollte schon sicher angelegt sein, aber da mit der höchstmöglichen Rendite.

    Der Benchmark für die höchstmögliche Rendite bei höchstmöglicher Sicherheit ist die Rendite von kurzlaufende AAA Anleihen in Euro. Die liegt derzeit bei ca. 2%.
    Es gibt viele Anleihen ETFs (aktiv und passiv), die mehr versprechen. Eine höhere Rendite gibt es aber nur, wenn Du bereit bist, auf Sicherheit zu verzichten.
    Ein höheres Risiko bedeutet konkret, dass Du möglicherweise weniger für deine ETF Anteile bekommst als Du erwartet hast oder sogar weniger als Du dafür bezahlt hast.
    Wenn Du dieses Risiko nicht eingehen möchtest, bietet sich ein ETF auf den €STR oder auf kurzlaufende Bundesanleihen an.

    Lass Dich bei dem Thema nicht verrückt machen. Die Renditeunterschiede bei 1-3 Jahren sind nach Steuer oft geringer als man denkt. Da lohnen sich Experimente und Verrenkungen oft kaum.

    Ob man sich auf das Trade Republic Experiment einlassen möchte, kann man sich ja überlegen.

    Ohne Tagesgeldhopping ist ein Overnight ETF, wie der DBX0AN, eine gute Option. Bei der ING sollte man das dann nicht machen, wenn man regelmäßig Anteile verkaufen möchte, weil die Kosten dafür zu hoch sind.
    Man kann aber mit 20x 1000€ Sparplänen auch größere Summen relativ schnell kostenlos investieren und wenn man nur verkauft, wenn man ein Auto braucht, fallen die Kosten auch nicht so sehr ins Gewicht...

    Ich finde, prozentuale Aufteilungen in der Assetallocation eignen sich dann, wenn man das Schwankungsrisiko eine Aktienportfolios dämpfen möchte. Dann kann man X% schwankungsärmere Assets hinzufügen und so die Volatilität dämpfen.

    Für die Risikotragfähigkeit wäre die Frage wichtig, auf welche Beträge Du in den nächsten 10-15 Jahren aus Deinem Portfolio angewiesen bist.
    Angenommen das Gehalt wäre sehr sicher und die BU würde den normalen Lebensunterhalt gut abdecken, wäre die Tragfähigkeit sehr hoch.
    Wenn ich Dich richtig verstehe, würde auch die Teilzeit keine Entnahme aus dem Portfolio erforderlich machen.
    Die Fixkosten wären bei Dir ja selbst mit Teilzeit und einem (hoffentlich nicht eintretenden) Scheitern der Beziehung kein Problem. Dann sänke die Sparrate auf 0 und Du würdest bspw. 60% statt 50% arbeiten.

    Von daher wäre zu ermitteln, wofür genau das Portfolio benötigt wird. Daraus könntest Du auch ermitteln, welche Rendite Du brauchst.

    wie schaut denn dein Portfolio eigentlich aus?

    Ich habe mich von Cederburg inspirieren lassen und dem MSCI ACWI IMI noch 10% Stoxx Europe 600 beigemischt, um auf die 20-30% domestic stocks (in dem Fall: Heimatwährung) zu kommen.
    Ich denke aber nicht, dass man das unbedingt „braucht“ oder dass 10% von egal was einen nennenswerten Unterschied machen.
    Wenn Europa in 30 Jahren 50% Marktkapitalisierung haben sollte, würde ich auch keinen „ex europe“ etf kaufen (wohl aber den Stoxx 600 verkaufen).

    Der Aktienteil macht 90% aus, 10% sind in kurzlaufenden Bundesanleihen.

    Daraus lässt sich aber keine Inspiration o.ä. ableiten, weil die Gesamtlebens- und -vermögensumstände betrachtet werden müssen.

    Was macht ein Ruheständler, der gar keine Sparrate mehr hat? Vorsichtig mit einfachen Schnellschüssen!

    Beim Thema Entsparen ist leider gar nichts einfach. Doch auch hier gilt, dass man die Aktienquote nur so hoch halten sollte, dass man sie sich leisten und durchhalten kann. (Das klingt zugegebenermaßen sehr viel einfacher als es ist).

    Ist es aber die einzige oder gar die beste Methode?

    Wie ich versucht habe zu zeigen, gibt es sehr viele Methoden. Wenn Du die ex ante und langfristig beste Methode gefunden hast, lass es uns gerne wissen.

    Andreas Beck hat mal in einem seiner Videos gesagt, dass man mit einem Marktkapitalisierten ETF voll in jede Blase reinlaufen würde.

    Dem würde ich zustimmen, denke aber, dass bei langem Anlagehorizont die Vorteile (man ist auch bei jeder Ralley voll dabei und langfristig entwickelt sich der Markt ja nach oben) die Nachteile überwiegen.

    Wenn man diese „Blasenbildung“ nicht mitmachen möchte, kann man die Entwicklungen dämpfen:

    • Beck geht beim GPO den Weg der Diversifikation mit anderen Assetklassen. Das Portfolio hat dann nur noch 80% Aktien in normalen Phasen.
    • Kommer diversifiziert lieber innerhalb der Assetklasse Aktien durch Übergewichtung von Faktoren.

    Man könnte auch von MCap abweichen, indem man nach KGV investiert oder einen anderen aktiven Ansatz wählt.

    In der Vergangenheit sind Privatanleger gut gefahren, wenn sie sich an einen marktkapitalisierten ETF gehalten haben.
    Mit anderen Ansätzen oder Faktorgewichtung kann man besser fahren, oder auch nicht. Das kann ex ante niemand mit Sicherheit sagen.

    Der größere Hebel ist m.E. die Asset Allocation. Die sollte so viele Aktien, wie man sich leisten und langfristig aushalten kann, enthalten.

    Wenn man da schon an seinem persönlichen Maximum angekommen ist, bringt es mehr, seine Zeit in die Erhöhung der Sparrate zu investieren, als am Aktienteil herumzuoptimieren.

    Wenn dann einer dem anderen davonläuft, ist das doch okay.

    So pauschal kann man das wahrscheinlich nicht sagen.

    Rebalancing wird oft auch dafür eingesetzt, um das Risiko konstant zu halten (wenn man mit risikoarmen Teil mischt) oder um das, was man sich unter Diversifikation vorstellt, beizubehalten.
    Wenn man nicht regelbasiert und konsequent rebalanct, spricht langfristig auch nichts gegen einen ETF, der sich einfach an der Marktkapitalisierung orientiert. Die Kursbewegungen gleichen sich dann immer mehr an.

    Nein! bzw. ja, ich würde die Allocation halten. Wie gesagt: Die Gewichtung ist fix. Wenn ich Marktcap gewollt hätte, hätte ich Marktcap genommen.

    Sorry, wenn ich da direkt noch mal nachhake, aber ich habe das Prinzip dieses Ansatzes noch nicht ganz verstanden:

    Eine Aufteilung von 30/30/20/10/10 (oder wie auch immer) kommt, wenn ich das richtig verstehe, so zustande, dass einem die aktuelle Gewichtung nach Marktkapitalisierung regional zu einseitig ist, also verteilt man nach Regionen etwas gleichmäßiger, in der Hoffnung für die Zukunft besser aufgestellt zu sein als mit einem ACWI IMI, o.ä.

    Wenn man diese Gewichtung "für immer" beibehalten möchte, hieße das nicht, die etwas abgemilderte Version der aktuellen Marktkapitalisierung für die Zukunft zu konservieren?
    Denn sonst müssten man die Regionen doch gleich gewichten?