Ich finde diesen Gedanken gut. Mit einer Unterstützung beim Kauf oder Bau eines Eigenheims kann man die monatliche Rückzahlungsrate deutlich senken oder den Traum vom Eigenheim überhaupt erst ermöglichen. Das kann über einen sehr langen Zeitraum zu spürbar mehr Lebensqualität führen.
Eine Übertragung liquider Mittel ohne konkreten Zweck kann hingegen auch das Gegenteil bewirken. Insbesondere wenn der Zeitpunkt ungünstig ist. Wobei dies vermutlich stark vom Charakter des Kindes abhängt.
Wenn Dein Kind gelernt hat mit Geld umzugehen und vor allem die Relation kennt, was ein "Normalverdiener" für dies und jenes Leisten muss, dann sehe ich darin nicht umbedingt ein Problem - im Zweifel zeigt es, dass Du Dich geirrt hast. Das wäre zwar traurig zu erleben, würde wiederum die Chance eröffnen, eben an den aufgedeckten Schwächen zu arbeiten.
Aber wenn es keine zweckgebundenen Liquiditätsspritzen sind (erstes Auto, Eigenheim etc.), dann geschieht dies meist aus Gründen der Steuerersparnis und weniger wegen der Wertschätzung der Person - freilich ist aber eine Schenkung aus Steuerersparnisgründen auch eine Wertschätzung nur nicht der antreibende Hauptgedanke.
Bei Schenkungen zu Lebzeiten bieten sich da Mietshäuser mit Niesbrauchsvorbehalt sehr gut an oder, wie in deinem Fall, Schenkung mit Niesbrauchsvorbehalt eines Dividendendepots. Dies hat, neben der steuerlichen Attraktivität den Vorteil, dass Du weiterhin die Kontrolle behältst.
Sogar können Klauseln eingebaut werden, dass der Niesbrauch erlischt (Rückforderungsrecht) für Umstände, welche Du nicht vertreten möchtest (Drogensucht, Kriminalität etc.).
Somit hat man als Elternteil auch im späteren Verlauf zumindest einen kleinen Einfluss auf die Kinder ausüben, um den rechten Weg zu zeigen. Es geht dabei nicht um die Kontrolle, sondern darum, dass Kinder meiner Meinung nach schon unter Beweis stellen sollen, dass Sie das Erbe verdient haben.
Oder, um es nach Spider-Man zu formulieren: "With great power comes great responsibility"
Bei Dir würde es sich sogar umso mehr anbieten, dass Du im Rahmen des Freibetrages eben jenes Depot schenkst, da Du scheinbar aus den Dividenden genug Liquidität beziehst und auch von dem ETF überzeugt bist. Damit herrscht eine ideale Voraussetzung.