Beiträge von Julian-2

    Ja, sollte ich alles verkaufen oder nur die steuerfreien Altbestände?

    Meine Investmentreise hat ähnlich angefangen: Aktive Fonds, Minibetrag im Immobilienfond.

    Die Immobilienfonds würde ich abstoßen. Ich habe es damals an der Börse mit ca. 10% Abschlag verkauft, dafür das Geld direkt in einen breitgestreuten ETF investiert.

    Du hast so gesehen zwei Möglichkeiten:

    • Kündigung der Fondanteile und Rückgabe an die Fondgesellschaft: Wenn du die Haltefristen (2 Jahre?) erfüllst, kannst du kündigen und dann hast du in 12 Monaten das Geld. Das Problem daran: Du kennst deinen Preis erst in 12 Monaten, d.h. du verkaufst in das Ungewisse.
    • Verkauf über die Börse: Mit der ISIN kannst du an der Börse schauen, für die viel so ein Anteil gehandelt wird. Meistens sind es 10 - 15 % Abschlag gegenüber dem Preis, den dir im Depot der Bank angezeigt wird (das ist der Rücknahmepreis der Fondgesellschaft, wenn du vor 12 Monaten gekündigt hättest und heute das Geld bekommen würdest)

    Also wenn du Geduld hast, ist die Anlage risikoarm.

    Immobilienfonds sehe ich alles andere als risikoarm an. Eher risikoreich. Es gibt genug Beispiele nach der Immobilienkrise, in denen offene Immofonds geschlossen wurden und manche Bürger noch heute auf die Insolvenzabwicklung warten. Also Totalverlust.

    Das wären ungefähr die aktuellen Preise (Börse vs. Rücknahmepreis Fondgesellschaft):

    WesInvest InterSelect = 45,42 € (Börse) / 48,78 € (Fondgesellschaft) = ca. 7,5% Abschlag

    Deka-ImmobilienGlobal = 50,68 € (Börse) / 54,79 € (Fondgesellschaft) = ca. 9% Abschlag

    Deka-Immobilien Europa = 44,95 € (Börse) / 47,87 € (Fondgesellschaft) = ca. 6,5 % Abschlag

    Wenn dir der Abschlag es wert ist, kannst du über die Börse verkaufen und hättest das Geld innerhalb kurzer Zeit (i.d.R. 1-3 Banktage) zur Verfügung. Bei der anderen Variante hast du 12 Monate Wartezeit und kennst deinen Preis nicht - erst am Verkaufstag.

    Das Geld sei absolut sicher angelegt und ich brauche es nicht in meinem Portfolio als Risikokapital einzustufen

    Auf diese Begründung, warum es sicher sei - wäre ich sehr gespannt. Also wenn sie nicht in Mietwohnungen investieren, investieren sie in Gewerbeimmobilien. Jeder Leerstand, jeder Mietausfall, ... alles Renditeminderungen. Renovierungskosten usw. Das trägst du alles mit und dann zu sagen, dass es "sicher angelegt" ist, halte ich fast schon für fahrlässig. Tagesgeld wäre sehr risikoarm, aber auch nicht absolut sicher (trotz Einlagensicherung), da es immer noch sehr unwahrscheinliche, minimal Restrisiken gibt.
    Weiterhin müsste dieses Produkt eine Inliquiditätsprämie aufweisen, da du kein Kapital mind. 12 Monate gebunden hast. Das ist allerdings auch nicht der Fall und weiterhin wird das NAV (Netto-Asset-Value), also der Wert der Immobilien, vom Immobilienfond selbst geschätzt. ^^ Von den Kosten sprechen wir gar nicht, da diese bei >2,5 % p.a. sind zzgl. Ausgabeaufschlag >5%. Der Bankverkäufer freut sich über nette Bonuszahlungen.

    Das ist der 1-Jahres-Kursverlauf des WestInvest Interselect an der Börse:

    So sieht es auf der Homepage aus der Fondgesellschaft aus:

    frei verfügbare Nettoeinkommen pro Haushalt und da steht Deutschland nicht so schlecht da:

    https://ec.europa.eu/eurostat/datab…t/table?lang=de

    ...ist das das Median Nettoeinkommen oder der Durchschnitt? Wenn es der reine Durchschnitt ist, dann ist für mich die Tabelle für die Tonne. Der Median wäre aussagekräftiger und richtiger.

    Ich als Ingenieur mit meinem Gehalt habe nach Steuern und Abgaben ungefähr das angegebene Netto-Haushaltseinkommen (aus der Tabelle 2024) - und beim Gehalt bin ich weit über dem Median. D.h. für mich im Umkehrschluss, dass diese Tabelle wohl der Durchschnitt ist und daher komplett verzerrt ist, sowie nicht die Realität abbildet.

    Es ist kein Geheimnis, dass die letzten Jahre die Reallöhne gesunken sind, während die täglichen Lebenshaltungskosten "explodieren" und die Reichen/Elite ihr Gehalt/Einkommen (damit ist nicht das Vermögen gemeint) um teilweise +30-50% gesteigert haben. Das ist für mich ein Zeichen: Die Wirtschaftsleistung kommt nur noch wenigen zu Gute, die vielen die es mittragen haben danach sogar weniger.

    Ich bin in einer sehr privilegierten Situation, dennoch sehe ich die Entwicklung der letzten Jahre für gefährlich. Um das Ruder herum zu reißen, muss es auf allen Ebenen Einsparungen geben, besonders damit angefangen, dass Zahlungen aus dem Land heraus eingestellt werden. Jedes Unternehmen würde damit starten, alles was für die Kernaufgabe nicht relevant ist - streichen (Standorte Schließen, Mitarbeiter entlassen, ...).

    Ich kenne in meinem Umkreis viele, die gut verdienen, dennoch ihren Konsum angepasst haben. Es wird weniger ausgegangen, dafür eher zusammen im Privaten Kreis zusammengehockt. Wenn man etwas unternimmt, ist es eher etwas besonders, größeres. Dafür eben nur 1-2x im Jahr. Als ehrenamtlicher bin ich auch auf Parties im Einsatz und dort sieht man die Preisentwicklung auch: Dorfparty: 13-15€ Eintritt ; kleines Glas Cocktail 9€ ; Essen (z.B. halbe Feuerwurst) 9€
    Besucherzahlen teilweise so schlecht, dass es deutlich früher beendet wurde als geplant.

    Sofern auch nur Einschnitte zu riechen sind, gibt es sofort massiven Gegenwind, vor allem auch von starken Verbänden.

    Ich sehe die Einschnitte meistens bei den Arbeitnehmern. Bei den Politikern, den oberen oder bei den Ausgaben für NGOs, Entwicklungshilfen, Zahlungen ins Ausland geht es munter weiter. Ukraine bekommt ein Gaskraftwerk geschenkt. Der Sudan mal 2 Mrd. € so ausgezahlt. Paar Mio. € für "grüne" Kühlschränke in Kolumbien. Fahrradwege in Peru (Side Fact: Wir könnten auch Radwege gebrauchen, aber dafür ist kein Geld da). Syrien bekommt paar Hundert Mio. Aufbauhilfe. Sehr fragwürdige (und extreme) NGOs bekommen Förderung, gleichzeitig streichen wir die Angebot für Psychische Erkrankungen und bei Physiotherapie. Zuzahlungen für notwendige Medikamente erhöhen (während andere diese Zuzahlung erstattet bekommen ...) . Das ist das, was die Bürger nicht mehr mittragen wollen. Unser Gesundheitssystem ist auf einem sehr guten Niveau, allerdings verspielen wird das gerade. Besonders im Personalbereich. Qualifiziertes (und auch motiviertes) Personal wird verbrannt oder wandert ab. Ersetzt wird es mit 2. oder 3.-klassigen Qualifikationen aus dem Ausland - Sprachbarriere und fehlen notfallmedizinischer Grundlagen ist üblich. Wobei es dort auch wenige sehr gute, motivierte Menschen gibt, die aus ihrem Land zu uns kamen und sich unglaublich stark anstrengen und mithelfen!

    Wenn wir die Zahlungen oben erstmal stoppen, bleibt auch was für uns über. Weiterhin werden die Einschnitte nicht transparent aufgezeigt: "Wir müssen hier sparen. Das wollen wir einkürzen, dafür diesen Teil gleich lassen.", sondern es fühlt sich wie ein Trojanisches Pferd an. Keine Transparenz und Unfähigkeit überall. (Siehe Verteidigungsministerium, das 110 Mrd. € sucht, wohin sie diese gezahlt haben...)

    Die 1.000 € Entlastungsprämie. Diese wird nun nicht kommen, aber die dafür erhöhte Tabaksteuer - die bleibt. Die Tabaksteuer wurde nur erhöht, um die Entlastungsprämie gegenfinanzieren zu wollen. (Spannend wäre sowieso gewesen, wer diese Prämie überhaupt erhalten hätte ^^)

    Zeitgleich gönnt sich der Bundestag wieder paar hundert € mehr Gehalt im Monat. Während die Bürger Einschnitte hinnehmen soll, haben die Abgeordneten mit ihren 12.000 € Grundgehalt es nötig? Da sind alle Parteien mit im Boot, da jeder die Gehaltssteigerung bekommt. Das ist eben nicht mehr glaubwürdig und zerstört jegliches Vertrauen.

    Noch eine Eingangsfrage:

    Bist du in Österreich steuerpflichtig, weil du Österreichische-Fonds in dem Versicherungsmantel hast?

    Ja gute Frage, eventuell erholen sich die nie. In der Versicherung sind enthalten:

    1. VPI World Invest AT0000707401
    2. VPI World Select AT0000A026V3
    3. VPI Nature AT0000A2QS03

      Mir gehts halt drum nicht mit Minus zu verkaufen.

    Dieser letzte Satz. Gedanklich hängst du in der Vergangenheit fest. Dein aktueller Wert der Geldanlage ist nicht das, was du eingezahlt hast. Es ist der Wert, der aktuell gilt. D.h. für deine zukünftige Entscheidungen ist der aktuelle Vermögenswert deine Ausgangslage, deine Null.

    Das war früher war, das ist vorbei. Du hängst in der Sunk Cost Fallacy fest. Wie andere geschrieben haben. Wenn du heute den Betrag X, der in diesen zur Verfügung hast. Würdest du diesen Betrag in dieses Produkt investieren? Wenn nein -> verkaufen & umschichten.

    Mit dem Warten hast du Oppertunitätskosten zugleich gibt es keinerlei Garantie, dass du jemals in das Plus kommen wirst.

    Code
    Als Beispiel: Das Guthaben (z.B. 6400 €) wird sich nie mehr erholen und in 20 Jahren gerade so an die 8.000 € wieder herankommen. In der Zwischenzeit macht der Gesamtmarkt 3% p.a. und du hättest dadurch ca. 11.500 € (Brutto; Kosten jeweils unberücksichtigt). 

    Wie oben erwähnt sind z.B. nicht die 8.000 €, sondern die 6.400 € deine Augangslage für die zukünftige Entscheidung. D.h. die Frage die du dir stellen musst:

    Code
    Die 6.400 € in dem DJE Mittelstand. Sehe ich dort eine gleiche, ähnliche bzw. bessere Performance nach Kosten als in meinem einfachen ETF-Portfolio? 

    Da du deinen Sparplan bereits gestoppt hast, ist das für mich ein Zeichen dafür, dass du von der Anlage nicht mehr überzeugt bist.

    Ich habe mir die drei Fonds ganz grob angeschaut. Ausgabeaufschlag 5%, Verwaltungskosten p.a. von 2+%, Performance-Fees von 10%, ... Damit finanzierst du lediglich die Altersvorsorge vom Fondmananger.

    DJE Mittelstand LU1227570055

    Wir alle haben keine Glaskugel. In dem Fond sind v.a. Mid und SmallCaps mit ca. 65% Deutschland-Gewicht. Diese Entscheidung musst du für dich treffen. Mein's wäre es nicht, denn alleine dieses Deutschland-Gewicht ist mir beim Thema HomeBias ein absoluter Dorn im Auge... Weiterhin das Thema "Reisen/Freizeit" sehe ich als sehr zyklisches Geschäftsmodell mit viel Bewegung und stetiger Disruption der Unternehmen. Gesundheitswesen ist sowieso ein eigenes Spielfeld.

    https://www.dje.de/de/investmentf…rtfoliostruktur

    Als Ergänzung noch im Vergleich zum FTSE All-World:

    Die 3 Fonds aus dem einen Versicherungsmantel gegenüber dem FTSE All-World:

    Mittlerweile 1-ETF-Lösung: FTSE All World, ACWI, All-Country-World, ... Sparplan drauf und fertig.

    Alles drum herum, was ich recherchiere und lese ist ein Hobby, wenn ich Zeit habe. Lebensumstände können sich ändern und für die Zeiten, in denen ich keine Zeit habe, muss mein Depot genauso einfach und solide laufen. Auslegen für "Krisenzeiten", nicht die Schönwetter-Phase.

    Deshalb: so einfach wie möglich. Ein ETF. Der ACWI IMI ist m.E. für die meisten Anleger mit 95%+ Deutschland-Klumpen eine der besten Möglichkeiten rational zu investieren.

    Dem kann ich zustimmen, dass für die meisten eine ein ETF-Lösung die unkomplizierteste Lösung ist. Jede andere Variante mit Rebalancen, Recherchieren wie ich gewichten muss, ... diese Zeit muss eigentlich in die Berechnung mit einfließen, was wieder rum die Rendite schmälert. Manchmal ist weniger mehr.

    Mich belächeln manche meiner Finanzbuddies: "Voll langweilig. KI Blase. Die Blase. Das überbewertet. Investier lieber in XY". Mein Depot grün, deren rot. 8o Ich nehme die ETFs um mich genau vor solchen Fragen wie: Klumpen? Überbewertung? Heiß gelaufen? ... loszulösen. Mich nicht ständig vor diese Entscheidung stellen zu müssen, denn dann haben die Emotionen wieder die Möglichkeit mich davon abzuhalten oder ins Verderben zu stürzen.

    ... Forum hat mir meinen Text geklaut. Kurzfassung:

    • Du hast 144.000 € (Brutto-)Vermögen

    Deine NettoPolice würde ich genauer durchrechnen. Bei der Einmalauszahlung fällt das Halbeinkünfteverfahren an und bei ca. 400.000 € Volumen (~ 300.000 € Gewinn) fällst du damit in den Spitzensteuersatz.


    Netto-Police mit 0,7% Kosten, 7% p.a., 300 € mtl.

    ETF mit 0,2% TER und 7% p.a., 300 € mtl.

    Auf kurz oder lang möchte ich in den nächsten Jahren entweder eine Eigentumswohnung kaufen oder das Haus von meinen Eltern mit übernehmen und da sanieren.

    Wenn das dein Wunsch ist, würde ich das Tagesgeld als EK vorhalten. Je nachdem was du dir preislich leisten willst, musst du noch aufstocken oder hast bereits das notwendige Kapital (z.B. als EK für Kredit).

    Diesen würde ich mit 150 €/mtl wieder besparen.

    Ich werde das AVD mit ebenfalls 150 € mtl. besparen. Der SweetSpot für maximale Förderung bei vorhandener Inliquidität / Vertragsrahmen. Das AVD könntest du z.B. für deinen Haus/Wohnungsplan verwenden (Wohnwirtschaftlicher Zweck).

    Vom Gefühl her bin ich für die Altersvorsorge eigentlich etwas zu gut aufgestellt, oder täusche ich mich ?

    Du hast einen strukturierten Überblick über deine Finanzlage. Das Gefühl, dass du zu gut aufgestellt bist, hast du dir erarbeitet und warum solltest du dich deswegen schlecht fühlen?

    bleibt immer noch am Ende des Monats eine mittlere 3 stellige Summe über, welche Rücklagen für Urlaub oder Investitionen dienen

    :thumbup::thumbup::thumbup:

    Aktuell sind die „normalen“ EM-ETFs extrem techlastig und real auf drei „Staaten“ beschränkt.,

    ...ein Ursprung darin dürfte auch der Grund sein, dass in diesen Ländern besonders die Tech und Finanzfirmen an der Börse gelistet sind. Die restlichen Firmen aus den anderen Bereichen sind tendentiell nicht an der Börse, bzw. die Hürde für sie ist in diesen Nationen zu groß. In Deutschland sind wir diesbezüglich nicht besser, was z.B. den DAX betrifft. Selbst wenn du den EM-ETF nach BIP gewichten würdest, du verteilst dein Kapital ja nicht auf die Firmen anteilig am BIP, sondern wieder rum nur auf die Firmen nach Marktkapitalisierung. Wenn ich Deutschland hernehme: Du kannst den DAX im Portfolio nach dem BIP gewichten gehen, dennoch hast du kein Lidl, Bosch oder Aldi mit dabei.

    Der Grund für deine Kritik sehe ich auch und ich würde mir ebenso vorstellen, dass es besser verteilt ist. Damit die Emerging Markets "fairer" verteilt werden, liegt es eben auch an den Ländern den Zugang zur Börse und die Transparenz was Börsengänge von den Firmen aus den Nationen angeht, zu verbessern.

    Ein Bausparvertrag ist m.E. ein hochkomplex strukturiertes Produkt. Es gibt kaum jemanden, der das Produkt richtig durchschaut hat und optimieren kann. Die meisten Verträge werden mit den Standardbeiträgen abgeschlossen, wie sie die Bausparkasse empfiehlt.

    Es wird nur verkauft, als wäre es ein einfaches Produkt.

    Dem stimme ich dir voll und ganz zu!

    Anderes Thema:

    Ich habe gerade etwas versucht mich in die Thematik mit dem AV-Depot und der Verwendung für Immobilienerwerb (Umbau & Co.) zu befassen. Für mich klingt das unfassbar kompliziert und eher nachteilig für jemanden der genug Privatkapital zur Verfügung hätte.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, und ich sage mit 50 Jahren will ich 100.000 € Guthaben (im AVD) entnehmen und für den Erwerb einer Immobilie (Selbstnutzung) verwenden. Dann wird das Guthaben auf ein fiktives Wohnförderkonto beim Finanzamt angelegt und jährlich mit 2% verzinst (von 100.000 € auf ca. 140.000 €). Ab Renteneintritt (bzw. Rentenauszahlung) im AVD wird das Volumen des fiktiven Wohnförderkontos anteilig als Einkommen pro Jahr gewertet (in dem Fall: 140.000 € / 18 Jahre = ca. 7.800 € zusätzliches Einkommen p.a. ; 67 -> 85 Jahre ), welches versteuert werden will. Das sind wohl ca. 170 € mtl. mehr an Abgaben ans Finanzamt (Beachtung: die 7.800 € werden nur fiktiv darauf gerechnet, es ist kein Geld, das man bekommt)

    Alternativ ist es wohl möglich die Steuerlast mit einer Einmalzahlung bei Renteneintritt zu begleichen: 30% Rabatt (?). D.h. in diesem Jahr ist der persönliche Steuersatz exorbitant hoch, da aus dem Beispiel die 140.000 € * 0,7 = 98.000 € als Einkommen gewertet werden.

    Die ganzen nachteiligen Regelungen was ist, wenn ich umziehe, usw. lassen wir mal außen vor.

    -> Ich verfolge diesen Thread ein wenig und viele von euch sind deutlich tiefer in der Materie und vielleicht könnt ihr mir etwas Licht ins Dunkeln bringen?

    Meine Zahlen oben sind rein fiktiv und nur als Beispiel um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich selbst plane aktuell eher mit max. einer 150€ mtl. Einzahlung um die Förderung zu erhalten.

    Ja, zum Beispiel vier ETFs mit nahezu identischem Exposure (Industrieländer, Large/Mid Cap):

    Amundi Prime Global (IE000QIF5N15)
    UBS Core MSCI World (IE00B7KQ7B66)
    Global Core Equity (IE000EGGFVG6)
    Kommer

    und bei den Anleihen:

    Xtrackers Eurozone Government Bond 1-3 (LU0290356871)
    Vanguard EUR Eurozone Government Bond (IE00BZ163H91)
    Invesco Euro Government Bond 1-3 Year (IE00BGJWWY63

    • Für mich wäre es nicht kritisch, dass ich z.B. 4 Welt-ETFs hätte. Je nach Anlagevolumen und wann Geld investiert wurde, kannst du diese ETFs für das Umgehen/Schieben des FIFO-Prinzips nutzen. Sie bilden das gleiche ab und aus rechnerischer Sicht ist es nahezu ähnlich ob du 4x 25.000 € investiert hast oder 1x 100.000 € da die ETFs eine nahezu ähnliche Gewichtung haben. Somit ist prozentual gesehen gleich "viel Klumpen". Das einzige was heraussticht ist der Investmentansatz durch den Kommer-ETF. Diesen würde ich als "Satellit" bei dir sehen, nicht als Core. Es hat einen Grund, warum du diesen gekauft hast und du diesen Investmentansatz gegenüber der reinen Marktkapitalisierung bevorzugst oder ergänzt hast.
    • Welche Wertpapiere hat der Roboadvisor?
      In meinem VWL-Roboadvisor Depot ist aufgrund einer ETF-Umstellung es mittlerweile so, dass dort 12 ETFs drin sind ?(
      Je nachdem wie viel Gewinne dort aufgelaufen sind und wie viel du im eigenen Depot hast, ist die Steuerfrage relativ. Bei 1.000 € Steuern: Go for it - Gebühren sparen und deine Struktur vereinfachen. Bei 30.000 € Steuern würde ich mir das genauer überlegen gehen und z.B. die Kosten vom Roboadvisor vs. Do-It-Yourself-Portfolio vergleichen und was es bedeuten würde, die Steuern zu zahlen -> wie lange die Amortisation von Steuereffekt vs. Gebühren ist. Da wäre ich dann eher für halten und nicht weiter einzahlen, dafür dein eigenes Portfolio weiter besparen.

    Allgemein, wenn du mit der Gesamtstruktur unzufrieden bist, ist vielleicht psychologisch die saubere Struktur für dich wichtiger als "Steuern zahlen". Das musst du für dich entscheiden.

    BaV über Entgeltumwandlung aktuell noch am laufen

    Wie viel zahlt sie ein, wie viel der Arbeitgeber?
    Anstatt kündigen, wäre sowas wie beitragsfrei stellen auch eine Möglichkeit.

    EDIT: Wie von Musa angemerkt, kann die bAV nicht gekündigt werden (ein paar Ausnahmen wohl vorhanden). Somit bleibt nur das Beitragsfreistellen als Option, wenn es nicht mehr fortgeführt werden soll.

    AB Sustainable Global Thematic, ISIN: LU0057025933

    Pictet Water P EUR, ISIN: LU0104884860

    Amundi Funds-GlobalEcology, ISIN: LU1883318740

    Pictet - Global Env.Opport.-P, ISIN: Lu0503632282

    Kann sie die Fonds in der RV wählen?
    Kann sie dort z.B. sogar auf ETFs wechseln? Oder wird es vom Versicherer vorgegeben? Die genannten Produkte sind alles aktive Fonds, teilweise Sektorwetten.


    Ansonsten hat der Vorredner schon viel wichtiges erwähnt.

    Wenn man bis zur Endfälligkeit hält, weiß man genau, welche Rendite man bekommt. Das weißt Du bei einem ETF nicht, weil der immer wieder Anleihen kauft und verkauft, wenn sie aus dem Laufzeitband rauslaufen.

    Meinst du einen normalen Anleihe-ETF (open end), der als Auswahlkriterium z.B. nur Anleihen mit Laufzeiten 1-3 Jahre hält?

    Ansonsten gäbe es sehr ähnlich zum Festgeld noch die iBonds. Anleihen-ETF mit Auflagedatum und definiertem Fälligkeitsdatum. Dieser wählt dann Anleihen aus, welche alle ungefähr (paar Monate früher bis Fälligkeit) auslaufen.

    Ich muss dazu sagen, dass ich mit der Anleihe-Thematik nicht wirklich beschäftigt habe, da es für mich persönlich zur aktuellen Zeit keine Relevanz hat (außer Geldmarkt-ETF).

    Julian-2: Würde das für mein Hintergrundwissen genauer verstehen wollen, warum erst Verlustpositionen verkauft werden sollen und dann die Gewinnpositionen. In welchem zeitlichen Abstand meinst du das?

    Zeitlicher Abstand in Sinne von Reihenfolge der Orders. Ich vermute du bist in DE steuerpflichtig, d.h. du hast oben eine Batterie an verschiedenen Fonds. Falls keiner davon eine negative Kursperformance hat, hat sich die Frage erübrigt. Andernfalls:

    Fond A: -5.000 € Kursverlust -> Verkaufen = Verlusttopf von -5.000 €

    Fond B: +8.000 € Kursgewinn -> Verkaufen -> mit Verlusttopf gegengerechnet = -5.000 € + 8.000 € = +3.000 € -> 3.000 € sind zu versteuern

    Kleiner Exkurs, welcher für dich irrelevant sein sollte, da du im Gesamten Kursgewinne hast:
    Ansonsten kannst du bei der Bank auch eine Bescheinigung über den Verlusttopf beantragen und diesen Verlusttopf mit dem Gewinnen aus einem anderen Depot über die Steuererklärung gegenrechnen. Nur beachten: In DE gibt es verschiedene Verlusttöpfe, sodass nicht jeder mit jedem verrechnet werden kann (ETFs & Fonds können gegengerechnet werden. ETF mit Aktien nicht).

    Du kannst mit dem ETF-Wechselrechner von Finanzfluss es durchgehen. Meiner Erfahrung nach, wird sich trotz Steuerereignis und überschaubaren Kursgewinnen zügig amortisieren.

    Überschlägig eingegeben:

    https://www.finanzfluss.de/rechner/etf-wechseln/

    Wenn ich alle Fonds verkaufe, fallen für mich wohl nicht unerhebliche Steuern ein. Lieber alles auf einmal verkaufen oder über Jahre staffeln, um Freibeträge zu nutzen. Oder wäre es doch günstiger, die Fonds zu behalten, um den Zinseszins auf die Steuern, die dann wegfallen, zu nutzen? Oder fressen meine laufenden Kosten die Zinsen langfristig auf?

    Deine Kosten für die Fonds fressen deine Rendite auf. Nachdem du dir Gedanken über deine zukünftige Struktur (Notgroschen, Level-1-Allokation, Auswahl breit gestreuten-ETF, Depot, ...) gemacht hast, würde ich trotz Steuerereignis es in einem Zug machen. Bei 20.000 € Kursgewinn (ca. 40% von 50.000 €) würde der Prozess sonst 20 Jahre gehen :huh: Gewinne realisieren, und im ETF neu starten. Somit startet deine Steuerlast wieder bei 0.

    Wenn ich deinen Fonds Verwaltungskosten von 1,5 % p.a. unterstelle, zahlst du bei 50.000 € Volumen jedes Jahr rund 750€ an Kosten an die Fondgesellschaften. Im Vergleich dazu im ETF (TER 0,2%) nur ca. 100 €. Du kannst dir selber überlegen, was dich mehr kostet: Einmal Steuern zahlen oder stückchenweise aufgrund Pauschbetrag nur umschichten.

    Fraglich für mich, was ich mit der Rentenversicherung mache. Hier habe ich in den 3 Jahren bereits hohe Abschluss- und Vertriebskosten bezahlt. Einfach stilllegen und weiterlaufen lassen oder Fonds verkaufen und ebenfalls in den FTSE All-World stecken?

    Die bereits gezahlten Kosten sind verloren. Diese musst du gedanklich abschreiben. Es zählt nur was du weiterhin machst, also mind. 516€ Kosten p.a. zahlen ...
    Deine jährlichen Kosten von 516 € sind 10% vom aktuellen Guthaben und sind 40% von deiner jährlichen Sparrate. Ich habe mich von solchen Produkten getrennt, denn wenn du es dir nicht selbst ausrechnen kannst, was du am Ende sparst (Auszahlung mit Halbeinkünfteverfahren, Besteuerung mit vollen Sozialabgaben, mit pers. Einkommenssteuersatz, ...). Wie der Vorredner gesagt hat, in Ruhe die Zahlen/Daten sich anschauen, denn auf ein paar Tage/Wochen kommt es da nicht drauf an. Gekündigt ist es gleich, nur die Kündigung rückwirkend unwirksam zu machen wird schwierig.

    Willkommen im Forum,

    die vielen Fonds in deinem Depot. Ich wage zu bezweifeln, dass du dich bewusst für die Themen usw. entschieden hast, sondern der Berater meinte "das wäre gut". Vermutlich hast du sowieso viele Überschneidungen.

    Darüber hinaus habe ich eine fondsgebundene Rentenversicherung (HDI CleverInvest Privatrente HARF22) mit einem Guthaben von ca. 5.000 €. Auch hier erscheinen mir Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Kosten sowie Fondskosten sehr hoch.

    In den ersten 5 Jahren zahlst du mit den Beiträgen fast nur Abschlusskosten (Provision) ab. Vermutlich hat der Vertrag eine negative Rendite von Summe Einzahlungen (also was vom Konto bei dir abfließt) zu dem Betrag was im Rentenmantel ist. Es gibt sicherlich brauchbare, sehr kostengünstige Rentenversicherungen, ich vermute allerdings, dass diese dort nicht dazu zählen wird. Du kannst in den Vertrag ja schauen, was sind die Kosten, was ist der Garantierte Rentenfaktor usw. Ohne genaue Zahlen ... Tendenz wäre aber sehr in die Richtung: Weg mit dem Schrott.

    BU Versicherung hast du? Dein Humankapital dürfte dein größter Wert

    Das ist wohl eine der wichtigsten Hinweise! BU-Versicherung für dein Humankapital, denn das dürfte vermutlich > 1 Mio. € sein. Bei der BU-Versicherung rate ich dir über einen Versicherungsmakler oder Honorarberater zu gehen. Kein Verkäufer einer Versicherungsgesellschaft.

    ASAP: Aus deinen 12 Fonds mache 1-2 und diese Kostengünstig und prognosefrei weltweit in Aktien anlegend.

    Die teuren Fonds würde ich sofort verkaufen.

    Wie bereits gesagt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Verkauf der Fonds und das Umschichten in einen breitgestreuten Welt-ETF dir langfristig deutlich mehr Rendite, bei vielleicht sogar geringerem Risiko (da weniger Klumpen) und definitiv bei weniger Kosten bescheren.

    Ich liebäugle damit, alle meine Posten zu verkaufen, selbst ein Portfolio einzurichten und lediglich einen weltweiten Fonds zu besparen.

    Depot eröffnen, dir einen Welt-ETF aussuchen. Es gibt ja verschiedene Indizes und dazu verschiedene ETF-Produkte. Als Beispiel: FTSE All World, Prime All Country World, ACWI, Scalable-Welt-ETF, ...
    Aus meiner eigenen Erfahrung ist weniger mehr. Ein ETF reicht vollkommen aus, damit deckst du die gesamte Weltwirtschaft (in den Beispielen oben nach Marktkapitalisierung) ab.

    Vor dem Verkauf würde ich folgendes prüfen:

    • Verkaufskosten beim aktuellen Broker/Depot
    • Handelbarkeit der Fonds beim neuen Depot und dortige Kosten
    • Erst Verlustpositionen verkaufen, dann die Gewinnpositionen (steuerliches gegenrechnen)

    Darüber hinaus habe ich mir vor ca. 10 Jahren einen Bausparer aufschwatzen lassen, der in ein paar Monaten zuteilungsreif wird (Guthaben ca. 15.000 €, Darlehen ca. 32.000 €). Leider habe ich keine Immobilie/Renoveriung etc. in Aussicht, würde am liebsten das Darlehen in einen ETF stecken.

    Das Darlehen des Bausparvertrages kann nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Daher ist ein Investment in den Kapitalmarkt nicht erlaubt. Je nach Zinssatz, den du bekommst, wenn du auf das Darlehen verzichtest kannst du dir überlegen:

    • ich verzichte auf das Darlehen und behalte die Zinsen - Bausparvertrag als liquide, doch schnell verfügbares Geld
    • Bausparvertrag auf Darlehen verzichten, das Kapital entnehmen und in deinen neuen ETF stecken

    Und vielleicht kannst du noch Gebühren vom Bausparkonto zurück holen.

    Die Kontoführungsgebühren beim Bausparvertrag sind u.a. nicht zulässig und diese kannst du i.d.R. relativ einfach über ein Formular der Bausparkasse zurückfordern. Du musst allerdings selber aktiv werden.

    Kurz zu meiner Person: Ich bin 34 Jahre alt, habe mich bis vor 2 Jahren nicht mit Geldanlagen beschäftigt

    ...wenn du an's Umschichten rangehst, folgender Gedanke:

    Ist dein Risikolevel 1 für dich passend definiert?
    Heißt: Dein "Cash" vs. "Aktien". Deine Risikotoleranz und Schwankungstragfähigkeit.

    • Notgroschen für dich vorhanden?
    • Liquide Rücklagen/Risikoarme Anlagen (z.B. Tagesgeld, Festgeld, kurzlaufende Anleihen, Geldmarkt-ETF, iBonds, ...)

    Ansonsten bin ich einen ähnlichen Werdegang vor einigen Jahren gegangen. Alles verkauft und in breitgestreute ETFs umgeschichtet. Die Rendite, die Kosten und die eigene Entscheidungsfähigkeit gibt mir Ruhe.

    In Dänemark bekommst Du keinen Zahnersatz bezahlt.

    Bei uns demnächst auch nicht mehr. Natürlich muss man das gesamte betrachten, aber wir müssen irgendwo starten. Unser Rentensystem ist am Ende... Klar, sorge ich privat vor, weil ich weiß dass es für mich über den Staat nicht mehr reichen wird. Ich werde aktuell "gemolken" und erhalte nichts zurück. Das fördert nicht den sozialen Zusammenhalt und Gerechtigkeit.

    So ist es auch heute noch. Oder hat irgendjemand gesagt, dass die Rente abgeschafft werden soll?

    Rente => Basisabsicherung.

    Das ist für mich die Abschaffung der Rente. Basisabsicherung verstehe ich das notdürftigste, gerade so dass du vielleicht Essen & Trinken zahlen kannst. Wohnraum klammere ich dort schon aus, bzw. nur dass es für ein 1-Zimmer-Wohung reicht. Unsere heutige gesetzliche Rente ist bereits unter der Armutsgrenze, also wie tief wollen wir noch sinken?

    Ich erwarte nicht, dass die Rente ein solides Mittelstandsleben finanziert, aber wohin wir gerade gehen ... Zahlen ja, bekommen nein.

    Und wenn Du einen Job suchst, hast Du den, der 400 km entfernt ist anzunehmen.

    Bei uns auch. Arbeitsamt sieht über 2 Stunden Fahrzeit zur Arbeitsstelle für die einfache Strecke als angemessen.

    Es gibt aber keinen Generationenvertrag. Das ist einfach nur politischer Quark, den Du halt geglaubt hast.

    Klär mich auf: D.h. unser Umlageverfahren (= Generationenvertrag) ist also politischer Quark, den ich glaube?

    Fast hätte bei diesem Artikel geweint:

    Die gute Finanzindustrie am Küchentisch und die bösen „Verbraucherschützer“ im Internet…

    https://www.cash-online.de/a/altersvorsor…koennen-713587/

    Sie als Anbieter sind doch nicht verpflichtet das Produkt anzubieten, oder habe ich da etwas verpasst? Ich habe nur gelesen, wenn sie ein Depot anbieten, muss das Standarddepot immer mit angeboten werden.

    Wenn die Versicherungsgesellschaft sagt: "Wir sehen dort keinen Profit", müssen sie es ja nicht anbieten. Andere werden es - so wie es aussieht - wohl sehr sicher anbieten und kommen mit den Kosten- und Verwaltungsstrukturen klar.

    Aus dem Artikel:

    Zitat

    Wenn jetzt als Vergütung einmal jährlich nur 30 Euro kämen, könne man von diesem Geschäft nicht leben und fokussiere sich auf andere Vorsorgebereiche.

    Die 30€ wären bei 1% Verwaltungsgebühr ein Depotvolumen von 3.000 €. Jetzt wird das AV-Depot ja mit der Zeit auch die 100.000 € Marke überschreiten: Also 1.000 € Gebühren (p.a.) ohne weiteren Aufwand. Die Rechnung hinkt für mich sehr stark...

    Je älter Du wirst desto mehr wirst Du davon sehen. Und wenn Du sehr alt wirst, dann wirst Du viel davon sehen. Und wenn Du vor Renteneintritt die Grätsche machst, wirst Du gar nichts davon sehen.

    Eine Versicherung ist kein Sparvertrag. Da hast Du etwas falsch verstanden.

    Generationenvertrag? ;)

    Dass man vor Renteneintritt die Grätsche machen wird, und man nichts davon "vererben" kann. Das erschließt sich mir. Dabei ist nur das Problem, dass das Renteneintrittsalter immer weiter nach oben geschraubt wird oder an Beitragsjahre (45 Jahre) gekoppelt wird. Ich erwarte nicht, dass ich davon alles wieder rausbekomme, sondern habe die gesetzliche Rente bereits abgeschrieben. Andererseits muss der Staat dann eben auch die Möglichkeiten schaffen, dass man privat vorsorgen kann, das bedeutet für mich nicht auch noch Sozialabgaben auf Kapitalgewinne einführen (zumal wie das rechtlich gelöst werden will...). Unser Rentensystem muss reformiert werden, dringend. Viele andere Länder haben gut funktionierende System, warum diese nicht adaptieren, sondern wieder etwas herumdoktern?

    Ich finde die Aussage von Merz aus zwei Gründen problematisch: Als Koalition haben sie sich verständigt "Die Rente ist sicher", das war vor paar Monaten. In der Zwischenzeit hat sich nichts daran geändert, warum das System plötzlich so gravierend schlechter sein sollte als davor. Da könnte man auch von gezielter Täuschung der Bevölkerung sprechend. Weiterhin sehe ich es kritisch als Verantwortlicher zu sagen: "Die Rente ist nur einen Basisabsicherung." und zugleich keinerlei Lösungen, Möglichkeiten, Ideen, Änderungen aufzuzeigen, wie man dies verbessern will. Nur Beitragserhöhungen und Kürzungen sind keine Lösungen, das ist nur Pflasterkleben bis nicht nur die Wunde, sondern der ganze Körper entzündet ist ("Sepsis").

    Ich finde es ebenso etwas kritisch zu sagen: "Ist eine Versicherung kein Sparvertrag.", wenn es einen Generationenvertrag gibt und weiterhin sich die Regierungen am Rententopf fürstlich bedient haben. Der Staat hat es als Aufgabe dafür zu Sorgen, dass die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das Erhöhen der Abgaben und senken der Zahlungen wird auf Dauer nicht funktionieren. Und wenn die Politik das so anpreist, sollten sie mit Vorbildfunktion vorangehen: Ihre Diäten gleichhalten/kürzen, Pensionsansprüche wie bei der gesetzlichen Rente koppeln und nicht an die letzten 3 Jahresgehälter. Alles was die über GKV und RV entscheiden, betrifft sie in überhaupt nicht, daher lässt sich da ganz locker leicht für "Kürzungen" stimmen. Das System ist einfach in totaler Schieflage und unsere Regierung hat keinen Fahrplan, keine Meilensteine, keine Visionen. Jeden Tag irgendwas anderes, was ihnen morgens auf dem Porzellanthron beim Durchscrollen von X wieder einfällt. Und das spiegelt sich auch in der RV sowie privaten Altersvorsorge wieder: Warum hat das AV-Depot keinen Kostendeckel von 0,5% auf alle Produkte? Eben ... Korruption und Lobbysmus.

    Ist ja gut, dass er es sagt. Jeder weiß es, aber sagen kann er es ja. Aber im Gleichen Atemzug sollte er auch Alternativen aufzeigen und als Kanzler unbürokratisch, einfach vorantreiben - was er für die Bevölkerung/Generation bietet, dass sie die Möglichkeit haben (damit meine ich nicht das Altersvorsorge-Depot alias Bürokratie alias Subvention für Finanzindustrie). Das ist seine verdammte Aufgabe, dafür ist er indirekt gewählt worden, dafür bekommt er Geld von unseren Steuernmitteln.

    Wenn ich meinen Lohnzettel anschaue, drücke ich monatlich einige hundert € in die Rentenkasse. Davon sehen werde ich kaum bis nichts.

    Zeitgleich plant die Regierung überall zu kürzen und Beiträge zu erhöhen, also weitere Mehrbelastung auf dem Lohnzettel. Zugleich wollen sie Sozialversicherungsbeiträge auf Kapitalerträge und Mieten einführen.

    Zu sagen ...

    „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“

    "...und ich werde in 30 Jahren sowieso Tod sein und interessiert mich nicht". Wir brauchen praktikable, einfache Lösungen. Andere EU-Länder können es, warum nicht deren System adaptieren?

    Für Rüstung ist auch Mrd. € vorhanden, warum nicht auch für den gleichen Betrag einen Staatsfond aufmachen?

    Payment-for-order flow (PFOF)? Oder auf was willst du hinaus?


    Natürlich verdient eine Bank/Marketmaker anhand des Spreads, schließlich kaufst du eine Dienstleistung ein. Du kannst teilweise auch am Wochenende handeln, dort ist der Spread eben auch mal 3%. Aber das kannst du anhand des Verkaufs- und Kaufpreises erkennen, bzw. teilweise wird es ausgewiesen (Euwax Gold II wird bei der ING der Spread ausgewiesen).

    Bei der DKB kostet eine Sparplanausführung 1,50 EUR, ausgenommen zahlreiche Aktions-ETF

    Nur weil sie 1,50 € verlangen, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht ebenso über Spread oder PFOF profitieren/Gelder verdienen.

    Produktkosten wie im aktuellen Basisinformationsblatt. Bis 5000 EUR 10 EUR Ordergebühr, das hält von spontanen Ideen ab ....

    ist tatsächlich günstiger als das gleiche Volumen bei der ComDirect oder ING zu bewegen.

    Du vergleichst jetzt aber Einzelaktien mit einem gehebeltem Index.

    Das Einzelwertrisiko ist und bleibt bestehen. Selbst in 5-fach gehebelter ETF hat dieses Risiko nicht, allerdings wieder rum andere Risiken. Du erwartest hier eine schwarz-weiß-Aussage.

    Es ist mit Studien belegt (siehe Studie von Bessembinder, H., 2018. Do Stocks Outperform Treasury Bills? Journal of Financial Economics, 129(3), S. 440–457.). Dieser hat rund 26.000 Einzelaktien von 1926 bis 2016 ausgewertet.

    (Im Video von Notgroschen sehr gut aufbereitet: https://www.youtube.com/watch?v=2NTKh_hLefQ)

    Ein marktbreiter Index hat unstrittig weniger Risiken, als (wenige) Einzelaktien.

    Ein marktbreiter Index hat unstrittig weniger Risiken, als ein gehebelter Index.

    Dem stimme ich dir zu. Meine Reihenfolge was Risiko betrifft wäre von hoch zu geringer wie folgt:
    Einzelaktien - gehebelter ETF (x2) (auf breiten Index) - breiter Index (x1)

    Wir betrachten nun aber nur das Risiko, nicht in Kombination Rendite-Risiko. Dann spielt das Thema Anlagehorizont wieder rum auch eine Rolle. Hätten wir eine unendlich langen Anlagehorizont und müssten niemals das Geld entnehmen, wäre unter dem Rendite-Risiko-Aspekt der gehebelte-ETF die beste Wahl sein (unter der Betrachtung der historischen Daten). Anders herum: Hättest du vor 6 Jahren das unfassbare Glück gehabt und alles auf NVIDIA gesetzt, ...

    Für die meisten Anleger, auch hier in diesem Forum, wird der normale marktbreite Index die optimale Lösung aus Aufwand, Rendite, Risiko sein. Die meistens halten auch aufgrund Lebensumstände und Risikotoleranz Cash als Sicherheitsbaustein aufgrund Drawdown/Volatilität/Restanlagehorizont. Wir sind in diesem Beitrag eher das Narrativ, eine kleine Gruppe, die das "neue" als Chance sieht.

    Wir driften von der eigentlichen Diskussion ab. Ja, ich stimme dir teilweise zu, teilweise nicht.

    Ich würde Aktien nicht auf Kredit kaufen.

    Hinzu kommt die irrige, aber weit verbreitete Meinung, dass ein Hebelprodukt mit einem Faktor von 2 um 20% steigen würde, wenn der Index in einem Jahr um 10% steigt.

    Darum finde ich es wichtig und richtig, dass wir hier eine fachliche Diskussion führen, unsere Argumente gegenseitig testen. Diese Produkte sind am Markt für jeden zugänglich und darum finde ich es wichtig nicht nur die Vorteile herauszuarbeiten, sondern wie Alex777 es wunderbar macht, die Risiken (und auch die Chancen) aufzeigt:

    Natürlich gehen mit LETF eigene Risiken einher; overnight gap, pfadabhänigkeit, zinsrisiko etc. Aber wie auch beim Marktrisiko des Index sind das systematische Risiken. .. anders als bei Wirecard,Varta oder Enron.

    Danke dir!

    Dankeschön für eure Meinungen und euer Wissen, also kann ich ohne Sorgen für mich und meine Kinder problemlos in den MSCI investieren und für alle auf eine einträgliche Rente hoffen.

    Ob es MSCI World sein muss, lasse ich mal so stehen. In einen breitgestreuten, diversifizierten ETF mit geringen Kosten wird eine der besten Möglichkeiten für dich und deine Kinder sein.

    Mittlerweile gibt es verschiedene Indexanbieter (MSCI, FSTE, Solactive (= Prime Global)) und ETF-Anbieter (SPDR, Invesco, Vanguard, Amundi, Xtrackers, isahres, ...). Wie habe ich es neulich einem Bekannten erklärt: Du stehst vor dem Milchregal im Supermarkt und im Regal sind überall 3,5%-Fetthaltige Milch, nur verschiedene Anbieter.

    Ich habe es vorher etwas drastisch formuliert, da unsere Medienhäuser was das Thema Aktien angeht, ständig Panik und Angst schüren (verkauft sich besser). Wenn man über den Tellerrand Deutschland hinausblickt, sieht man, dass wir als Industrienation eine der wenigen sind, die keinerlei staatlich, solide geförderte Vermögensanlage am Kapitalmarkt haben. Demnach muss man sich auch nicht wundern, dass u.a. das Rentensystem nur so ächzt und kracht und auf einem absolut bodenlosen Niveau liegt.

    Das ist jetzt aber nur dein reinen Bauchgefühl, oder? Quelle?

    Übrigens bestehen Indices ausschließlich aus Einzelaktien.

    Der Index besteht aus VIELEN Einzelaktien. Wenn der Index auf 0 gehen würde, wäre unsere Weltwirtschaft komplett im Eimer.

    Bei Einzelaktien hast du das Risiko von Managementfehlern, einzelnen Branchenrisiken, Standortrisiken, Politischen Risiken, Totalverlustrisiko (obwohl der gesamte Markt oder auch die Branche der Firma steigt!), ... (siehe z.B. Varta. Batterieproduktion läuft, wie bei BYD oder CATL. Nur hat Varta das falsche Batteriekonzept verfolgt = Managementfehler)

    Ein LETF auf einen breitgestreuten Index wie S&P500 oder MSCI-World sehe ich für mich persönlich als sicherer als Einzelaktien ("als sicherer" ist nicht gleich bedeutend wie mit "sicher wie Tagesgeld". Sowohl LETFs als auch normale ETFs an sich haben weiterhin das Marktrisiko).

    Ich sehe einen Immobilienkauf auf Kredit risikoreicher als ein LETF (=> Klumpenrisiko, Regulatorische Risiken, Standortrisiko, ...). Voraussetzung: Immobilie ist eine reine finanzielle Entscheidung, also eine Kapitalanlage. Als Eigenheim ist es immer auch eine emotionale Entscheidung und die Trennung zu reinem finanziellen nicht möglich.

    Wenn ich nun die Wahl habe: Kaufe ich für 10.000 € eine Einzelaktie oder einen 2-fach-gehebelten MSCI-World. Sehe ich den LETF als sicherer an, da diversifiziert.

    Aber daraus zu folgern, dass ein Kredit kein Problem ist, halte ich für die falsche Schlussfolgerung.

    Ein gehebeltes Produkt muss man verstehen. Es ist eine Spekulation auf Kredit.

    Ein Kredit bringt immer Risiken mit sich. Natürlich sollte man sein Produkt verstehen, das gilt aber genauso für einen normalen Welt-ETF und ganz besonders für eine Einzelaktie. Und bei einer Einzelaktie wage ich die Behauptung, ein Privatanleger wird niemals es komplett verstehen, denn das bedeutet auch, dass du jede Konkurrenz kennen solltest.

    Ich sehe ein LETF nicht als Spekulation. Es ist auf Kredit die Anlageklasse Aktie zu kaufen. Wie eine Immobilie auch. Nur bekommst du dort Ziegelsteine.

    Hinzu kommt die irrige, aber weit verbreitete Meinung, dass ein Hebelprodukt mit einem Faktor von 2 um 20% steigen würde, wenn der Index in einem Jahr um 10% steigt. Das wird z.B. auf den Finanztipseiten zwar erklärt, aber wer liest schon Gebrauchsanweisungen ...

    Deine Vola steigt um den Faktor des LETFs. Deine Rendite steigt um den LETF abzgl. Kreditkosten und TER. Also bei einem x2-ETF wirst du aktuell eher so 1,5-fache Rendite bei doppelter Vola (Risiko) haben.

    Nun kommen die Produktentwickler und verpacken immer mehr Zertifikate im Mantel eines ETFs,

    Das ist tatsächlich ein großes Problem. Es gibt so viele gute Produkte, ebenso so viel "Müll" im Namen von ETF. Schließlich ist ein ETF die oberste Kategorie, was darunter vieles beinhalten kann. Wir als Gesellschaft assoziieren ETF direkt mit sowas wie FSTE-All-World oder MSCI-World.

    Unsinnig wäre eine Kreditaufnahme, wenn man parallel z.B. noch ein Festgeld hat, denn dessen Habenzinsen sind sicherlich unterhalb der Kreditzinsen.

    Ja, das hat er doch angemerkt. Wenn jemand es ausprobieren will, wie sich die Vola in Wirklichkeit anfühlt, kann auch davor schon mit einem kleinen Betrag starten. Wer es allerdings als dauerhafte Beimischung im Depot haben will, sollte wie du sagst, vorher seine Zinsprodukte (Sicherheitsbaustein des Depots) investiert haben.