Inflation und Kaufzurückhaltung zurück —> leider auch bei der Altersvorsorge

  • Wichtiger ist in meinen Augen das frei verfügbare Nettoeinkommen pro Haushalt und da steht Deutschland nicht so schlecht da:

    Wobei das natürlich nur ein Teil der Gleichung ist. Der andere Teil sind die Lebenshaltungskosten und da macht es natürlich einen Unterschied, ob man auf alles 10% Mehrwertsteuer zahlt oder 20%. Und natürlich auch, welche Lohnnebenkosten für die Arbeiten im Land so fällig werden. Oder wie der Unternehmer seine Gewinne zu versteuern hat. Das gleiche Produkt aus China importiert, muss bei hoher Mehrwertsteuer, hohen Lohnnebenkosten, etc. zwingend mehr kosten als in einem Land mit niedrigerer Belastung.

    Persönlich halte ich es nicht für legitim, die Mehrwertsteuer einfach auf die Einkommenssteuer zu addieren. Aber die Problematik ist definitiv vorhanden, dass bei hoher Belastung alles teurer wird, obwohl weder der Produzent des Produkts noch der Verkäufer im Laden noch der Eigentümer des Ladens mehr bekommt. Und diese Belastung wird letztendlich vom Konsumenten getragen

  • Persönlich halte ich es nicht für legitim, die Mehrwertsteuer einfach auf die Einkommenssteuer zu addieren. Aber die Problematik ist definitiv vorhanden, dass bei hoher Belastung alles teurer wird, obwohl weder der Produzent des Produkts noch der Verkäufer im Laden noch der Eigentümer des Ladens mehr bekommt. Und diese Belastung wird letztendlich vom Konsumenten getragen

    Das Problem ist, dass dich als Bürger die hohe Belastung auf sehr vielen Ebenen trifft. Wie bereits erwähnt, zahlst du als Konsument nicht nur die Mehrwertsteuer, sondern indirekt auch den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben der Mitarbeiter, die Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und den hohen Anteil an Steuern bei Energie zahlt nicht nur der Fahrer/Heizer/..., sondern auch der Konsument.

    Deutschland hat beim Thema soziale Marktwirtschaft den Hebel aus meiner Sicht zu weit in Richtung Sozialismus und zu weit weg von marktwirtschaftlichen Prinzipien verschoben. Das liegt auch daran, dass viele Bürger Risiken scheuen und Vollkasko verlangen.

    Die Folgen zeigen sich inzwischen in fast allen Bereichen des Landes und auf nahezu jeder Ebene. Die Krise ist real und ich befürchte, dass sie sich noch deutlich verschärfen wird. Wir erleben derzeit die größte Deindustrialisierung seit dem Zweiten Weltkrieg, ohne dass ein grundlegender Umdenkprozess erkennbar wäre. Weder bei den Bürgern noch in der Politik.

  • Persönlich halte ich es nicht für legitim, die Mehrwertsteuer einfach auf die Einkommenssteuer zu addieren. Aber die Problematik ist definitiv vorhanden, dass bei hoher Belastung alles teurer wird, obwohl weder der Produzent des Produkts noch der Verkäufer im Laden noch der Eigentümer des Ladens mehr bekommt. Und diese Belastung wird letztendlich vom Konsumenten getragen

    Da bin ich voll bei dir.

    Ich denke ein Teil des Problems ist, dass die Konsumenten als Bürger wiederum hier und da mehr Staat wollen. Sofern auch nur Einschnitte zu riechen sind, gibt es sofort massiven Gegenwind, vor allem auch von starken Verbänden.

  • Das Problem ist, dass dich als Bürger die hohe Belastung auf sehr vielen Ebenen trifft. Wie bereits erwähnt, zahlst du als Konsument nicht nur die Mehrwertsteuer, sondern indirekt auch den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben der Mitarbeiter, die Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und den hohen Anteil an Steuern bei Energie zahlt nicht nur der Fahrer/Heizer/..., sondern auch der Konsument.

    Nicht zu vergessen, dass wir auch Steuern auf Steuern zahlen. Auf Verbrauchssteuern z.B. bei Benzin, Strom, Kaffee, Alkohol und Tabak wird dann noch die Mehrwertsteuer fällig.

  • Selbst wenn es nicht so kommt, eine weitere Belastung halte ich für sehr unwahrscheinlich. Diese Thematik wird doch auch nur von der AfD bespielt um weitere Dummpfeifen einzufangen

    Ist Klingbeil zur AfD gewechselt, oder steht das kurz bevor? Jedenfalls ist in der Planung der Eckwerte des Bundeshaushalts bis 2030 zu sehen: Ausgaben steigen, Kredite (=Zinslast) steigen, Steuereinnahmen steigen. Bei dem was an Infrastrukturusgaben noch alles offen ist, wie die Wirtschaftsdaten laufen und man sich bei manchen Steuerregeln für eine Lenkungswirkung verspricht (z.B. KFZ-Steuer für E...) muss man sehr sehr viel Phantasie aufbringen, das ohne zusätzliche Belastung für den Bürger hinzubekommen.

    https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/…shalt-2027.html

    Die versprochenen Entlastungen sind darin wohlgemerkt schon enthalten. Die versprochenen, da konkret umgesetzte, wenigstens beschlossene Entlastungen bisher schwer zu finden sind.

  • Ich denke ein Teil des Problems ist, dass die Konsumenten als Bürger wiederum hier und da mehr Staat wollen. Sofern auch nur Einschnitte zu riechen sind, gibt es sofort massiven Gegenwind, vor allem auch von starken Verbänden.

    Ist meiner Meinung nach vor allem ein Kommunikationsproblem. Und eines der Ehrlichkeit. Ich glaube, dass bei schonungsloser Ehrlichkeit durchaus auch Mehrheiten für ordentliche Reformen zu finden sind.

    Gerade bei der Ehrlichkeit mangelt es der Politik. Die Kugel Eis für die Energiewende wurde schon oft genug breitgetreten. Und egal, wie sehr sich die Kugel Eis anstrengen wird...die Kosten werden um mehr als eine Größenordnung drüber liegen. Gleiches gilt für irgendwelche Haltelinien bei der Rente oder der Vollkasko-Mentalität bei der KV. Gerade bei der KV fehlt es auch an Transparenz...wer von den GKV-Versicherten weiß denn überhaupt, was sein Arzt für ihn abgerechnet hat?

    Mit mehr Ehrlichkeit läuft man natürlich auch mal Gefahr, dass das Volk zu einem anderen Schluss kommt als die Politik. Ist meiner Ansicht nach für eine Demokratie absolut in Ordnung

  • frei verfügbare Nettoeinkommen pro Haushalt und da steht Deutschland nicht so schlecht da:

    https://ec.europa.eu/eurostat/datab…t/table?lang=de

    ...ist das das Median Nettoeinkommen oder der Durchschnitt? Wenn es der reine Durchschnitt ist, dann ist für mich die Tabelle für die Tonne. Der Median wäre aussagekräftiger und richtiger.

    Ich als Ingenieur mit meinem Gehalt habe nach Steuern und Abgaben ungefähr das angegebene Netto-Haushaltseinkommen (aus der Tabelle 2024) - und beim Gehalt bin ich weit über dem Median. D.h. für mich im Umkehrschluss, dass diese Tabelle wohl der Durchschnitt ist und daher komplett verzerrt ist, sowie nicht die Realität abbildet.

    Es ist kein Geheimnis, dass die letzten Jahre die Reallöhne gesunken sind, während die täglichen Lebenshaltungskosten "explodieren" und die Reichen/Elite ihr Gehalt/Einkommen (damit ist nicht das Vermögen gemeint) um teilweise +30-50% gesteigert haben. Das ist für mich ein Zeichen: Die Wirtschaftsleistung kommt nur noch wenigen zu Gute, die vielen die es mittragen haben danach sogar weniger.

    Ich bin in einer sehr privilegierten Situation, dennoch sehe ich die Entwicklung der letzten Jahre für gefährlich. Um das Ruder herum zu reißen, muss es auf allen Ebenen Einsparungen geben, besonders damit angefangen, dass Zahlungen aus dem Land heraus eingestellt werden. Jedes Unternehmen würde damit starten, alles was für die Kernaufgabe nicht relevant ist - streichen (Standorte Schließen, Mitarbeiter entlassen, ...).

    Ich kenne in meinem Umkreis viele, die gut verdienen, dennoch ihren Konsum angepasst haben. Es wird weniger ausgegangen, dafür eher zusammen im Privaten Kreis zusammengehockt. Wenn man etwas unternimmt, ist es eher etwas besonders, größeres. Dafür eben nur 1-2x im Jahr. Als ehrenamtlicher bin ich auch auf Parties im Einsatz und dort sieht man die Preisentwicklung auch: Dorfparty: 13-15€ Eintritt ; kleines Glas Cocktail 9€ ; Essen (z.B. halbe Feuerwurst) 9€
    Besucherzahlen teilweise so schlecht, dass es deutlich früher beendet wurde als geplant.

    Sofern auch nur Einschnitte zu riechen sind, gibt es sofort massiven Gegenwind, vor allem auch von starken Verbänden.

    Ich sehe die Einschnitte meistens bei den Arbeitnehmern. Bei den Politikern, den oberen oder bei den Ausgaben für NGOs, Entwicklungshilfen, Zahlungen ins Ausland geht es munter weiter. Ukraine bekommt ein Gaskraftwerk geschenkt. Der Sudan mal 2 Mrd. € so ausgezahlt. Paar Mio. € für "grüne" Kühlschränke in Kolumbien. Fahrradwege in Peru (Side Fact: Wir könnten auch Radwege gebrauchen, aber dafür ist kein Geld da). Syrien bekommt paar Hundert Mio. Aufbauhilfe. Sehr fragwürdige (und extreme) NGOs bekommen Förderung, gleichzeitig streichen wir die Angebot für Psychische Erkrankungen und bei Physiotherapie. Zuzahlungen für notwendige Medikamente erhöhen (während andere diese Zuzahlung erstattet bekommen ...) . Das ist das, was die Bürger nicht mehr mittragen wollen. Unser Gesundheitssystem ist auf einem sehr guten Niveau, allerdings verspielen wird das gerade. Besonders im Personalbereich. Qualifiziertes (und auch motiviertes) Personal wird verbrannt oder wandert ab. Ersetzt wird es mit 2. oder 3.-klassigen Qualifikationen aus dem Ausland - Sprachbarriere und fehlen notfallmedizinischer Grundlagen ist üblich. Wobei es dort auch wenige sehr gute, motivierte Menschen gibt, die aus ihrem Land zu uns kamen und sich unglaublich stark anstrengen und mithelfen!

    Wenn wir die Zahlungen oben erstmal stoppen, bleibt auch was für uns über. Weiterhin werden die Einschnitte nicht transparent aufgezeigt: "Wir müssen hier sparen. Das wollen wir einkürzen, dafür diesen Teil gleich lassen.", sondern es fühlt sich wie ein Trojanisches Pferd an. Keine Transparenz und Unfähigkeit überall. (Siehe Verteidigungsministerium, das 110 Mrd. € sucht, wohin sie diese gezahlt haben...)

    Die 1.000 € Entlastungsprämie. Diese wird nun nicht kommen, aber die dafür erhöhte Tabaksteuer - die bleibt. Die Tabaksteuer wurde nur erhöht, um die Entlastungsprämie gegenfinanzieren zu wollen. (Spannend wäre sowieso gewesen, wer diese Prämie überhaupt erhalten hätte ^^)

    Zeitgleich gönnt sich der Bundestag wieder paar hundert € mehr Gehalt im Monat. Während die Bürger Einschnitte hinnehmen soll, haben die Abgeordneten mit ihren 12.000 € Grundgehalt es nötig? Da sind alle Parteien mit im Boot, da jeder die Gehaltssteigerung bekommt. Das ist eben nicht mehr glaubwürdig und zerstört jegliches Vertrauen.

  • Julian-2 Die Eindrücke, die du beschreibst, teilen sehr viele Menschen in diesem Land. Sie machen sich zunehmend bemerkbar und könnten letztlich (und realistisch) in einer Katastrophe münden:

  • Schon Wahnsinn, wie hier in letzter Zeit ein Schwurbler-Thread nach dem nächsten aufgemacht wird. Immer das gleiche Muster: Es kommt eine scheinbar politische Frage, dann die üblichen Positionen und der eine oder andere Beitrag, der einfach nur Themen aneinanderreiht, aus dem Zusammenhang zieht und bspw. Entwicklungshilfe gegen das Rentenniveau ausspielt.


    Es ist ein massives „Flood the zone with shit“, das eine wirkliche Diskussion unmöglich macht. Zwischendurch kommt dann noch wer, der AfD-Umfragen zeigt.


    Wenn man hier wirklich Interesse an einer Diskussion hätte, würde man sich einzelne Punkte rausnehmen und darüber sachlich sprechen. Aber es geht ja vermutlich einfach nur darum, systematisch Stimmung zu machen.

  • Wenn man hier wirklich Interesse an einer Diskussion hätte, würde man sich einzelne Punkte rausnehmen und darüber sachlich sprechen.

    Also wenn ich das richtig verstehe, möchtest du nur die Punkte herausnehmen, die du diskutieren willst?

    Ich bin kein AfD-Wähler und sehe die Entwicklung mehr als kritisch. Ich finde es dennoch schade, dass du meine Gesichtspunkte und Erkenntnisse aus meinem Privaten Umfeld als "Stimmungsmache" ansiehst. Das ist leider genau das Problem mittlerweile: Man wird direkt als Rechter abgestempelt und einem das Schild vorgehoben: "Deine Meinung und Anliegen interessieren nicht."

    Weiterhin sehe ich es für falsch, einzelne Punkte herauszunehmen ohne das Ganze zu betrachten und dabei gehört definitiv Zahlungen ins Ausland und das Rentenniveau zusammen. Wir zahlen an die EU Gelder, womit Spanien ihr Rentenniveau aufbessert. Dafür sollen wir höhere Beiträge, bei weniger Rente zahlen und gleichzeitig länger arbeiten gehen. Nun sagst du mir, dass ich diese zwei Dinge getrennt betrachten soll ...

    Es ist ein massives „Flood the zone with shit“, das eine wirkliche Diskussion unmöglich macht.

    Wie siehst du denn das dann, dass wir Unmengen an Entwicklungshilfen, sonstige Gelder ins Ausland in schwierige Staaten schicken, gleichzeitig im eigenen Land jeden Tag aufs Neue Einschnitte bei höheren Ausgaben vorhanden sind?

    Entwicklungshilfe gegen das Rentenniveau

    Wenn bei uns alles bestens laufen würde, dann habe ich kein Problem damit, dass wir in gewissen Ländern sinnvolle Projekte fördern. Allerdings haben wir bei mir im Landkreis so einen massiven Investitionsmangel was u.a. Radwege betrifft, die sich die Bürger wünschen! Dafür ist kein Geld vorhanden, und wie gesagt: In Peru zimmern wir sind hin, die keiner will.

  • Schon Wahnsinn, wie hier in letzter Zeit ein Schwurbler-Thread nach dem nächsten aufgemacht wird. Immer das gleiche Muster: Es kommt eine scheinbar politische Frage, dann die üblichen Positionen und der eine oder andere Beitrag, der einfach nur Themen aneinanderreiht, aus dem Zusammenhang zieht und bspw. Entwicklungshilfe gegen das Rentenniveau ausspielt.


    Es ist ein massives „Flood the zone with shit“, das eine wirkliche Diskussion unmöglich macht. Zwischendurch kommt dann noch wer, der AfD-Umfragen zeigt.


    Wenn man hier wirklich Interesse an einer Diskussion hätte, würde man sich einzelne Punkte rausnehmen und darüber sachlich sprechen. Aber es geht ja vermutlich einfach nur darum, systematisch Stimmung zu machen.

    Zum Glück haben wir jetzt deinen fachlich fundierten Beitrag, der das Ruder herumreißt.:rolleyes:

  • Es ist ein massives „Flood the zone with shit“, das eine wirkliche Diskussion unmöglich macht. Zwischendurch kommt dann noch wer, der AfD-Umfragen zeigt.

    Noch als Ergänzung:

    Die Vergütung in der Psycho- und Physiotherapie wurde um 5% gekürzt. D.h. jeder Physiotherapeut erhält ab sofort 5% weniger Gehalt.

    Jetzt versuche dieser Person zu erklären, dass das notwendig ist und sie mit großer Freude, Motivation und der Bereitschaft zu unbezahlten Stunden jeden Tag zur Arbeit gehen soll. Ein direktes Beispiel aus dem Umfeld. Für die Person bedeutet das direkte Einschnitte im täglichen Alltag, denn das sind genau die Berufszweige, die schon sowieso wenig erhalten. Wie wäre deine Argumentation, dass diese Einsparung im Gesundheitswesen notwendig sind, um die Entwicklungshilfe für den Sudan (2 Mrd. €) zu finanzieren. Denn interessanterweise ist die Einsparung bei der GKV genau so groß wie der Sudan bekommt. D.h. viele Bürger fragen sich: Diese Zahlung einstellen, dafür in die GKV und ich habe keine 5% Lohnkürzung.

  • Es wird halt nicht besser und der gemeine Bürger bekommt folgendes:

    - Wahlversprechen interessieren nach der Wahl niemanden mehr
    - die Politiker investieren scheinbar den Großteil ihrer Arbeitszeit um zu überlegen wie sie noch mehr Geld vom Steuerzahler raus bekommen
    - es gibt einfach unnötig bekloppte Ausgaben, egal wo hin man nur hin schaut, das Geld fließt überall ab, auch in andere Länder für total irre Förderprojekte
    - Statt das Geld mal zusammen zu halten und sinnvoll auszugeben wird immer nur mehr vom Bürger verlangt, man braucht immer mehr Geld als Einnahme weil die Ausgaben einfach alle unkontrolliert und sinnfrei abfließen
    - dann stellt sich noch unser Heini hin und sagt die Rente ist nur eine Basisrente und wir sollen doch härter und länger arbeiten, schön in belehrendem Oberlehrerton der zu seinen kleinen Kinderlein spricht
    - gleichzeitig sollen Steuern auf die private Vorsorge ETFs am besten noch erhöht werden (die SPD hatte da ja schon ganz tolle Ideen!)

    Da muss man sich nicht wundern das nichts voran geht und die Leute aus purem Frust und allein um ein Zeichen zu setzen als letzten Ausweg die AFD wählen - ich kann die Leute verstehen!

  • Wie wäre deine Argumentation, dass diese Einsparung im Gesundheitswesen notwendig sind, um die Entwicklungshilfe für den Sudan (2 Mrd. €) zu finanzieren.

    Vielleicht starten wir erstmal damit, dass Du Quellen für Deine wilden Zahlen lieferst. Spoiler: Deutschlands Beitrag an den Hilfen ist massivst geringer als Du hier behauptest.

    Dann kann man die Einsparungen im Gesundheitswesen kritisieren (vermutlich zu Recht). Das geht aber auch, ohne diese gegen die ärmsten der Armen auszuspielen.

  • Deutschlands Beitrag an den Hilfen ist massivst geringer als Du hier behauptest.

    Immerhin sind wir vom Vizeweltmeister zum Weltmeister bei der Entwicklungshilfe aufgestiegen. Ob die Mehrheit der Bürger dieses Landes das gegenüber sanierten Schulen, einer sicheren Rente oder einem leistungsfähigen Gesundheitssystem bevorzugt, bezweifle ich stark.

    Und in einer Demokratie zählt letztlich nicht das moralische Sendungsbewusstsein einiger weniger, sondern der Wille der Mehrheit. Unabhängig davon, ob einem das gefällt oder nicht. Genau diese Diskrepanz spiegelt sich derzeit auch im politischen Rechtsruck wider.

    Zitat von ODA-Zahlen

    Deutschland wird zum größten Geber

    Zum ersten Mal lag Deutschland 2025 knapp vor den USA als größter ODA-Geber.

  • Die 1.000 € Entlastungsprämie. Diese wird nun nicht kommen, aber die dafür erhöhte Tabaksteuer - die bleibt. Die Tabaksteuer wurde nur erhöht, um die Entlastungsprämie gegenfinanzieren zu wollen.

    Die schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer über 2026 hinaus "fortzuschreiben" ist tatsächlich schon Bestandteil des Koalitionsvertrags. Damit irgendwas neues gegenfinanzieren zu wollen, zeigt die Arbeitsweise und auch Verlässlichkeit dieser Regierung.

    Genau wie der Umstand, dass die Tabaksteuer eine vollständige Bundessteuer ist, die Einnahmeausfälle durch eine Entlastungsprämie aber Bund, Länder und Kommunen betroffen hätten. Die vielzitierte Stärkung der Kommunen hat man da auch schnell mal eben vergessen.

    Wer so arbeitet, dem soll man dann die Entlastungsversprechen glauben, sonst ist man eben rechtsextrem. Und die boshafterweise hier wieder angesprochenen Umfragewerte der AfD kann sich dann wieder keiner erklären :/

    Ja, genau deswegen sind diese Rattenfänger so stark. Und genau deswegen werden sie wohl eher auch noch stärker.

  • https://www.merkur.de/politik/millia…r-94258973.html Dort steht nicht, dass es von D finanziert wird.

    Ich korrigiere meine Aussage, dass Deutschland nicht alleine die > 2 Mrd. € Hilfen für den Sudan leistet. Deutschland beteiligt sich nach dem Artikel mit rund 230 Mio. € (dieses Jahr).

    Hilfen sind wichtig und richtig. Allerdings können wir nur helfen, wenn es uns auch möglich ist zu helfen... Wir als Nation verglichen mit dem Sudan haben es noch sehr gut, aber das darf und kann nicht unser Anspruch sein.

    Ich sehe die allgemeine Entwicklung kritisch, dass Geld für viele Projekte im In- und Ausland vorhanden ist, bei denen ich die Sinnhaftigkeit stark bezweifle. Auf der anderen Seite sollen wir ständig Einsparungen hinnehmen, in der GKV, in der Pflege, im Alltag, bei Wohnungen, ... Das funktioniert auf Dauer nicht und spiegelt sich in den aktuellen Wahlumfragen wider. Die Bevölkerung möchte diese Entwicklung nicht.

    gegenüber sanierten Schulen

    Bei mir im Landkreis fallen die Schulen auseinander. Sanitäteranlagen sind älter als 25 Jahre, ... Fenster pfeift der Wind durch, Dach undicht, Sporthalle Wasserschaden.

    Weiterhin Insolvenzverfahren vom Krankenhaus im Landkreis. Bedeutet bei Notfällen demnächst Fahrten mit dem Rettungswagen von >25 Minuten in die Kliniken in den Nachbarlandkreisen. Geburtsstationen werden geschlossen, Hebammen entlassen, Geburtshilfekurse Mangelware, ...

    Bei unserer Infrastruktur von Internet, Mobilnetz, Nahverkehr und Zugverbindungen im ländlichen Raum fange ich gar nicht an. Ohne Auto bist du verloren.

  • Schon Wahnsinn, wie hier in letzter Zeit ein Schwurbler-Thread nach dem nächsten aufgemacht wird. Immer das gleiche Muster: Es kommt eine scheinbar politische Frage, dann die üblichen Positionen und der eine oder andere Beitrag, der einfach nur Themen aneinanderreiht, aus dem Zusammenhang zieht und bspw. Entwicklungshilfe gegen das Rentenniveau ausspielt.


    Es ist ein massives „Flood the zone with shit“, das eine wirkliche Diskussion unmöglich macht. Zwischendurch kommt dann noch wer, der AfD-Umfragen zeigt.


    Wenn man hier wirklich Interesse an einer Diskussion hätte, würde man sich einzelne Punkte rausnehmen und darüber sachlich sprechen. Aber es geht ja vermutlich einfach nur darum, systematisch Stimmung zu machen.

    Richtig. Das hat System und ist beabsichtigt. Das permanente Posten von Umfragen zur „Sonntagsfrage“ ist beabsichtigt.

    Ich werde mir jetzt nächste Woche die Mühe machen, die Entscheidungsträger:innen bei Finanztip anzuschreiben und auf diese Problematik im Finanztip-Forum hinzuweisen.

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