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Bild: Fabian Sommer / dpa

Es fängt klein an: Nur eine „Investition von 250 Euro“ sei nötig, um „ganz einfach von zu Hause“ Tausende Euro daraus zu machen. So das Versprechen der Trading-Plattform „Fx-leaders“. Möglich sei das mit Hebelprodukten, den sogenannten CFDs. Die Plattform sah seriös aus, hatte scheinbar einen Video-Ident-Vorgang. Wer einzahlte, sah, wie sein Geld in Papiere für Gold, Öl oder Bitcoin wanderte. Und Gewinne machte. Dann riefen „Broker“ an und schlugen vor, mehr einzusetzen. Ein Rentner zum Beispiel zahlte nach und nach 250.000 Euro ein. Und verlor alles. Denn das Ganze war Betrug; das Geld wurde nie angelegt.

Die Plattform trieb einigen Aufwand: Sie schaltete Anzeigen mit gefälschten Zitaten von Prominenten, baute angebliche Online-Artikel der „Bild“-Zeitung nach: In einer Folge der TV-Investmentshow „Höhle der Löwen“ sei dieses Prinzip vorgestellt worden – dürfe jetzt aber „nicht ausgestrahlt werden“.

Die Betrüger gingen professionell vor, beschäftigten Hotlines und Marketingfirmen. Und betreiben offenbar ein ganzes Netz solcher Websites: Nach zwei Jahren Ermittlung stießen die Staatsanwaltschaften auf 85 Betrugsplattformen und konnten mehrere davon sperren. Allerdings stehen insgesamt 250 unter Verdacht.

Vermutlich mehrere zehntausend Anleger haben an dieses Betrugsnetz insgesamt 500 Millionen Euro verloren, schätzen die Behörden. Deutsche Ermittler durchsuchten zusammen mit Eurojust und Europol Gebäude in Bulgarien, der Ukraine, Zypern und den Niederlanden.

Unser Fazit: Sei skeptisch bei hohen Renditeversprechen. Selbst echte Hebelprodukte sind fast immer eine schlechte Idee. Wer in einen internationalen Aktienfonds bei einem von uns empfohlenen Depot investiert, ist sicher vor Betrug und unnötigen Risiken.

Falls Du selbst an eine dieser Websites Geld überwiesen hast, rät das Landeskriminalamt Niedersachsen:

„Verständigen Sie die Polizei und erstatten Sie bei Ihrer örtlichen Polizeibehörde eine Anzeige. Kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Hausbank und erfragen Sie die Möglichkeit der Rückabwicklung. In einigen Fällen konnte die Hausbank getätigte Zahlungen auf deutsche Konten rückbuchen. Lassen Sie sich nicht auf einen Folgebetrug ein, bei dem Sie weitere Zahlungen an Personen senden, die Ihnen das verlorene Geld zurück versprechen.“

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Hendrik Buhrs
Autor

Stand:

Redakteur im Team Bank und Versicherung. Vor seiner Zeit bei Finanztip berichtete er für die Radioprogramme des Hessischen, später des Westdeutschen Rundfunks über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Hendrik hat in Münster und Exeter VWL studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er bei Radio Q und im Lokalfunk Recklinghausen. Gespartes Geld investiert er gern in Reisen.

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