Indexfonds (ETFs)

Einfach und günstig in Aktien anlegen: mit Indexfonds

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Indexfonds (ETFs, Exchange Traded Funds) können Sie langfristig mit Aktien Vermögen aufbauen, und zwar einfach und günstig.
  • ETFs bilden Aktienlisten nach, sogenannte Indizes wie den Dax, S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World. Mit einem ETF erzielen Sie genau so viel Rendite wie die breite Masse der Aktieninvestoren.
  • Physische ETFs enthalten echte Aktien des Index, synthetische ETFs lassen sich von einer Bank die Index-Wertentwicklung zusichern.
  • Die großen Anbieter von ETFs heißen iShares, Xtrackers und Lyxor. ETFs dieser Anbieter können Sie bequem über ein Online-Depot kaufen.
  • ETFs sind genauso sicher wie aktiv verwaltete Fonds: Geld, das Sie in ETFs investiert haben, ist Sondervermögen und bei Pleiten des ETF-Anbieters geschützt.
  • Seit 2018 muss die Steuer Ihnen keine Sorgen mehr bereiten: ETFs werden nach derselben Logik besteuert wie aktiv verwaltete Fonds: Die Steuer führt die Depotbank für Sie ab.

So gehen Sie vor

  • Eröffnen Sie ein Online-Depot. Besonders günstige bieten die Onvista Bank und Flatex. Eine gute Lösung für Konto, Kreditkarte und Depot gibt es bei DKB, Comdirect, Consorsbank und ING-Diba.
  • Investieren Sie entweder einen größeren Betrag in ETF-Anteile oder sparen Sie monatlich mit einem ETF-Sparplan an.
  • Um langfristig Vermögen aufzubauen, investieren Sie in einen ETF, der Dividenden automatisch für Sie anlegt (thesauriert). So profitieren Sie vom Zinseszinseffekt.
  • Finanztip empfiehlt folgende weltweit ausgerichtete ETFs: iShares (A0RPWH), Source (A0RGCS) und Xtrackers (DBX1MW). In Klammern steht die Wertpapierkennnummer.
  • Wer Schwellenländer mit einbeziehen will, dem empfehlen wir: SPDR (A1JJTC), Lyxor (LYX0MG) und iShares (A1JMDF).
  • Wer nachhaltig investieren will, ist richtig bei diesen ETFs: UBS (A1JA1R) oder iShares (A1H7ZT).
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Sie liegen im Trend: börsengehandelte Indexfonds, auf Englisch „Exchange Traded Funds“ oder kurz: ETFs. Gemeint sind Fonds, die die Wertentwicklung bekannter Börsenindizes wie Dax oder S&P 500 nachempfinden. Allein an der Frankfurter Börse Xetra sind im August 2018 mehr als 1.300 ETFs verfügbar.

Mit ETFs ist es jedem Privatanleger möglich, die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen. Ein Online-Depot genügt, um sich einfach und günstig am Börsengeschehen zu beteiligen und langfristig Vermögen aufzubauen. Bereits heute steckt jeder siebte Euro, den die Deutschen in Fonds anlegen, in einem ETF.

Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

Ein ETF ist ein Nachbau eines Börsenindex: Im einfachsten Fall nimmt eine Fondsgesellschaft das Geld der Anleger und kauft dafür all jene Wertpapiere, die im Index enthalten sind. Meist handelt es sich um Aktien oder Anleihen.

Nehmen wir als Beispiel den deutschen Aktienindex Dax: Dieser Index zeigt an, wie viel die 30 größten Unternehmen in Deutschland wert sind. Ein ETF, der den Dax abbildet, würde nun genau diese 30 Aktien nachkaufen – und sich dann genauso im Wert entwickeln wie der Dax.

Anleger investieren „in den Markt“

Ein Aktienindex fasst oft diejenigen Unternehmen zusammen, die an der Börse am meisten wert sind – also deren Börsenkurs multipliziert mit der Anzahl an Aktien den größten Betrag ergibt (Börsenwert). Das sind gleichzeitig die bei der breiten Masse an Investoren beliebtesten Unternehmen. Man spricht daher auch davon, dass ein Aktienindex „den Markt abbildet“. 

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Mit einem ETF können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen der Mehrheit.

Welche Aktien im Index landen, wird mehrmals jährlich überprüft. Ändert sich die Zusammensetzung des Index, bessert auch der ETF nach.

ETFs sind unschlagbar günstig

Diese Strategie bringt ETFs einen großen Vorteil ein: Sie kosten deutlich weniger als Fonds, bei denen ein Fondsmanager Aktien einzeln aussucht (sogenannte aktive Fonds). Nicht nur zahlen Sie deutlich weniger bis gar keine Provision für die Vermittlung (den Kauf) von ETFs. Auch die laufenden Kosten machen im besten Fall nur ein Siebtel der Kosten aktiver Fonds aus. Im ETF bleibt also von Vornherein mehr von der eigentlichen Wertentwicklung erhalten.

Kosten-Unterschiede aktive und passive Fonds

passive Indexfonds aktive Aktienfonds
Anlageziel Nachbildung eines Referenzindex schlagen des Referenzindex
laufende Kosten etwa 0,2 bis 0,5 % pro Jahr etwa 1,5 % pro Jahr
Anschaffungskosten einmalig bis 0,25 % einmalig bis zu 5 %
Gewinnbeteiligung entfällt bis zu 20 % der Jahresrendite

Quellen: Anbieter (Stand: 18. August 2016)

Diverse Studien haben gezeigt, dass es nur die wenigsten aktiv gemanagten Fonds schaffen, auch nach Abzug aller Kosten dauerhaft besser abzuschneiden als die breite Masse. Auch darum empfiehlt Finanztip bei der Aktienanlage ausschließlich Exchange Traded Funds.

Wenn Sie noch detaillierter darüber lesen möchten, wie sich die einzelnen Kosten bei ETFs zusammensetzen, lesen Sie bitte weiter unten im Abschnitt Kosten weiter.

Unterschiedliche Bauarten von ETFs

Indexfonds gehen unterschiedlich an die Aufgabe heran, einen Aktienindex nachzuempfinden: Man unterscheidet zwei verschiedene Bauarten von ETFs. Auch die Art, wie Anleger an Unternehmensgewinnen (Dividenden) beteiligt werden, kann sich unterscheiden.

Physischer ETF - Kauft ein ETF einfach die Wertpapiere (Aktien) im Index nach, sprechen Fachleute von einem physisch replizierenden ETF. Sie sind bei Anlegern in der Regel sehr beliebt, weil sie verständlich und transparent daherkommen: Anleger wissen immer genau, in welche Wertpapiere sie gerade Geld investiert haben. Es kann auch vorkommen, dass ein ETF nicht alle Aktien tatsächlich kauft, sondern nur eine optimierte Auswahl (englisch optimized sampling).

Synthetischer ETF - Statt Aktien einzeln nachzukaufen, kann sich der ETF-Anbieter die gewünschte Wertentwicklung auch von einer Bank zusichern lassen. Im Gegenzug erhält die Bank einen Korb bekannter Aktien vom ETF-Anbieter. Dieser Tausch kann für beide Beteiligte am Ende günstiger sein.

Ausschüttender ETF - Erwirtschaftet ein Unternehmen einen Gewinn, wird dieser regelmäßig als sogenannte Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Stecken Aktien in einem Fonds, fließen die Dividenden erst an den Fonds. Er kann die Ausschüttungen dann gebündelt an die Anleger weitergeben. Das verringert den Wert, der im Fonds steckt. Dafür können Anleger mit den Dividenden zum Beispiel Steuern begleichen.

Wiederanlegender ETF - Ein ETF hat auch die Möglichkeit, die Dividenden dem Fondsvermögen gutzuschreiben. Man spricht dann von einem wiederanlegenden oder thesaurierenden ETF. Solche ETFs eignen sich für Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen. Denn auch die Dividenden profitieren von einer (positiven) Wertentwicklung, ähnlich wie beim Zinseszinseffekt.

Wenn Sie genauer verstehen wollen, wie sich physische und synthetische ETFs unterscheiden, lesen Sie unten weiter.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Welche ETFs empfiehlt Finanztip?

Finanztip-Berechnungen haben gezeigt, dass Anleger, die in der Vergangenheit beliebige 15 Jahre in einen weltweit ausgerichteten Aktien-Indexfonds investierten, niemals Geld verloren haben. Dahinter steckt, dass ein solcher ETF Verlustrisiken auf viele Schultern verteilt und dadurch ausgleicht.

Wir empfehlen Ihnen daher, langfristig in einen ETF zu investieren, der den globalen Aktienmarkt abdeckt und Dividenden wieder anlegt. Infrage kommen ETFs, die folgende Aktienindizes nachempfinden.

  • MSCI World: Er deckt die gut 1.600 größten Aktien der industrialisierten Welt ab.
  • MSCI All Countries World: Er bündelt mehr als 2.500 Aktien der industrialisierten Welt und aus Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien ab.
  • MSCI Socially Responsible Index: Enthalten sind die Aktien von etwa 400 Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften – also besondere Sorgfalt auf Umwelt, soziale Standards und Management legen.

2018 haben wir ETFs auf diese Indizes analysiert und können acht Exchange Traded Funds verschiedener Anbieter empfehlen. Welche das sind, sehen Sie in den nachfolgenden Boxen.

Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

ETFs: einfach, transparent, flexibel

  • Indexfonds sind auch als ETFs bekannt.
  • Sie bilden Börsenindizes nach.
  • Deshalb sind sie kostengünstig.
  • Indexfonds bieten langfristig hohe Renditechancen.

» Zum Ratgeber

Unsere ETF-Empfehlungen

Mehr dazu im Ratgeber nachhaltige Geldanlagen

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Gute nachhaltige Investmentfonds

  • umfassen Unternehmen, die auf Umwelt, Sozialstandards und Unternehmensführung achten.
  • schließen Unternehmen aus, die Kinderarbeit tolerieren oder Waffen produzieren.
  • sollten Verlustrisiken auf genügend Unternehmen verteilen und günstig sein.

» Zum Ratgeber

Unsere Emfpehlungen:

ETF, der den nachhaltigen Weltaktienindex (MSCI World SRI) abbildet: UBS (WKN: A1JA1R)

ETF, der den nachhaltigen Weltaktienindex mit Schwellenländern (Dow Jones SI) abbildet: iShares (WKN: A1H7ZT)

Wer hinter den ETFs steckt

ETFs werden in der Regel von Banken und speziellen Fondsgesellschaften aufgelegt. In Europa am größten sind ETF der Marke iShares, die zum Vermögensverwalter Blackrock gehören. Es folgen ETFs der Marke Xtrackers, die über die Fondsgesellschaft DWS mehrheitlich zur Deutschen Bank gehört, und ETFs der Marke Lyxor, die zur französischen Société Générale gehören.

Im deutschsprachigen Raum ist die ETF-Marke Comstage bekannt, die ursprünglich zur Commerzbank gehörte, im Herbst 2018 aber voraussichtlich an die Société Générale geht. Britische ETF-Anbieter sind SPDR (sprich: Spider) und Source.

Kriterien für die Finanztip ETF-Empfehlung

Ausschlaggebend für unsere Empfehlung war, dass es den ETF schon mehr als fünf Jahre an der Börse zu kaufen gibt, mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld investiert sind und wichtige Anlegerinformationen zum Produkt auf Deutsch zur Verfügung stehen.

Ein gewisses Alter eines ETF muss sein, um prüfen zu können, ob der ETF die Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index auch wirklich getroffen hat. Ein gewisses Anlagevolumen ist nötig, um nicht zu riskieren, dass der ETF-Anbieter den Indexfonds wieder vom Markt nimmt, weil er sich nicht lohnt.

Die laufenden Kosten eines ETF sind dagegen kein Empfehlungskriterium. Denn Finanztip-Berechnungen über die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ETFs mit niedrigeren laufenden Kosten nicht systematisch jedes Jahr mehr Rendite erzielt haben als teurere ETFs.

Manche ETFs verleihen zum Beispiel einen Teil der Aktien kurzfristig an andere Banken, was zusätzlichen Gewinn einbringt. Oder sie schaffen es, sich mehr Quellensteuer erstatten zu lassen. Dafür lohnen im Zweifel die höheren Kosten.

Am Ende kommt es darauf an, dass der ETF nach Kosten nah an die Wertentwicklung des sogenannten Netto-Index herankommt. Dies schaffen alle der von uns empfohlenen ETFs. Der Nettoindex nimmt den Wert aller Aktien, zieht Quellensteuern davon ab und addiert Dividenden.

Wo und wie können Sie ETFs kaufen?

Möchten Sie ETFs kaufen und anschließend verwahren, müssen Sie nicht extra zur Filialbank gehen. Die Gebühren, die die Banken häufig für das Wertpapierdepot verlangen, können Sie sich sparen. Eröffnen Sie stattdessen ein kostenloses Online-Depot bei einer Direktbank oder einem Wertpapierhändler im Internet (Online-Broker).

Wir empfehlen Ihnen entweder Depots, bei denen Sie ETFs sehr günstig kaufen und verkaufen können, oder besonders praktische Depots. Aus 15 kostenlosen Depots haben wir im Mai 2018 die besten herausgefiltert.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Wertpapiere günstig handeln

  • Hohe Orderkosten schmälern die Rendite.
  • Onlinebanken und Broker haben günstige Angebote.
  • Nutzen Sie den Direkthandel.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

ETFs ordern leicht gemacht

Haben Sie das Depot eröffnet und sich entschieden, in welchen Aktienindex Sie investieren möchten, haben Sie es fast geschafft. Sie brauchen nun lediglich die Wertpapier-Identifikationsnummer (ISIN) oder die Kennnummer (WKN) in die Suchfunktion Ihres Depots eingeben und einige wenige einfache Schritte befolgen. Die Nummer finden Sie immer bei unseren ETF-Empfehlungen in Klammern.

Wie Sie genau vorgehen, um ETFs tatsächlich zu erwerben, haben wir Ihnen im Detail im Ratgeber Aktien kaufen zusammengestellt.

Ausstiegszeitpunkt entscheidend

Grundsätzlich haben Sie die Wahl, eine größere Summe auf einmal zu investieren oder zum Beispiel monatlich oder vierteljährlich in kleineren Raten in einem ETF-Sparplan anzusparen. Dabei ist es gar nicht so entscheidend, wann Sie zu sparen beginnen: Hauptsache, Sie bleiben langfristig dabei. Wichtiger ist dagegen der Ausstiegszeitpunkt.

Wissen Sie zum Beispiel, dass Sie in fünf Jahren Ihr ETF-Erspartes benötigen, sollten Sie nicht darauf vertrauen, dass die Börsenkurse genau zu diesem Zeitpunkt hoch stehen. Stattdessen empfiehlt es sich, Ihr ETF-Vermögen schrittweise zu reduzieren – also ETF-Anteile zu verkaufen – und das freiwerdende Geld auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto zu parken. Wie so etwas aussehen kann, erklären wir genauer im Ratgeber Geldanlage.

Mehr dazu im Ratgeber ETF-Sparplan

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

ETF: einfach, transparent, flexibel

  • Sie können mit ETF-Sparplänen regelmäßig sparen.
  • Sparpläne bieten gute Renditeaussichten.
  • Änderungen sind jederzeit möglich.
  • Wir empfehlen Aktienfonds-Sparpläne.

» Zum Ratgeber

ETFs als dritter Baustein der Geldanlage

Finanztip empfiehlt ETF-Sparen im Rahmen der Geldanlage neben einem guten Tagesgeld und Festgeld. Wie viel Sie jeweils investieren, hängt von Ihrem Budget und Ihrem Risikoempfinden ab. Möchten Sie dazu mehr wissen, können Sie sich die unterschiedlichen Musterportfolios ansehen, die wir im Ratgeber Geldanlage durchgerechnet haben.

Beim renditeorientierten Portfolio nehmen wir zum Beispiel an, dass Sparer etwa 20 Prozent ihres Ersparten auf einem Tagesgeldkonto parken, um flüssig zu sein, wenn dringende Anschaffungen anstehen. Die restlichen 80 Prozent investieren sie in weltweit ausgerichtete Exchange Traded Funds. Ein solches Portfolio hat in der Vergangenheit über beliebige 15 Jahre niemals Verlust erzielt.

Wie sicher sind ETFs?

Grundsätzlich gilt für jeden Fonds und auch für ETFs: Geld, das in Fondsanteilen steckt, ist Sondervermögen und geschützt. Sie müssen sich also nicht sorgen: Sollte Ihr ETF-Anbieter pleitegehen, gehören Ihnen Ihre Fondsanteile weiterhin.

Im Detail schreibt das Gesetz vor, dass Fondsgesellschaften das Geld ihrer Kunden (deren Fondsanteile) getrennt vom Unternehmensvermögen aufbewahren müssen. Sie hinterlegen das Geld in der Regel bei unabhängigen Depotbanken. Bei den ETF-Anbietern Xtrackers und iShares ist das zum Beispiel die State Street Bank in Luxemburg beziehungsweise Irland, beim ETF-Anbieter Comstage die BNP Paribas. 

Das verhindert, dass das Anlegervermögen bei einer Pleite der Fondsgesellschaft mit in die Konkursmasse fällt und daraus Ansprüche von Gläubigern bedient werden. Die Depotbank ist anschließend verpflichtet, die Verwaltung des ETF zu übernehmen – entweder dauerhaft oder so lange, bis ein anderer ETF-Anbieter die Fondsanteile aufkauft.

Sollte nicht die Fondsgesellschaft, sondern diese Depotbank insolvent sein ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Fondsanteile an einen anderen Treuhänder übergehen, der dann als neue Verwahrstelle dient. Ein solcher Vorfall sollte Ihnen keinen Nachteil bringen.

Falls Ihre Onlinebank oder Ihr Broker, bei dem Sie Ihr persönliches Wertpapierdepot führen, ausfallen sollte, besteht ebenfalls kein Grund zur Panik. Ein Treuhänder würde Ihr Depot übernehmen und als neuer Ansprechpartner dienen. 

Sind physische ETFs sicherer als synthetische?

Viele Anleger können sich besser vorstellen, dass ein ETF-Anbieter Indexaktien einfach nachkauft (physisch repliziert) – und halten dieses Vorgehen darum für sicherer. Hingegen lassen sich die Aktien-Tauschgeschäfte bei synthetischen Fonds nur schwer nachvollziehen. Manche fürchten, bei einer Pleite des ETF-Anbieters nicht den vollen Indexwert zurückzubekommen.

Am Ende ist das Risiko, im Falle einer Insolvenz des ETF-Anbieters Geld zu verlieren, bei beiden ETF-Arten sehr gering – und sehr theoretisch. Im Detail:

Beispiel: Physischer ETF
Der ETF-Anbieter kauft nicht immer alle im Index enthaltenen Aktien an. Bei breit gestreuten Indizes, wie etwa dem MSCI World, hält der ETF-Anbieter eine optimierte Auswahl von Aktien, die ausreichen, um die Wertentwicklung des Index hinreichend gut abzubilden (auf Englisch: optimized sampling). Gleichzeitig verleiht der ETF-Anbieter dann Teile seines Aktienbestands an andere Marktteilnehmer, zum Beispiel Wertpapierhändler oder Investmentbanken, die kurzfristig Aktien benötigen. So verdient der ETF ein wenig hinzu und kann mehr Rendite für Anleger rausholen.

Die Wertpapierleihe selbst ist besichert und streng reguliert. So muss ein Händler, der sich vom ETF-Anbieter Aktien ausleiht, dafür Sicherheiten, zum Beispiel Staatsanleihen, hinterlegen. In der Regel wird dann am Ende jedes Handelstages überprüft, ob die hinterlegten Staatsanleihen noch dem Wert der Aktien entsprechen. Tun sie das nicht, muss der Wertpapierhändler Sicherheiten nachschießen. So soll gewährleistet sein, dass der Wert des ETFs sich trotz Wertpapierleihe jederzeit nah am Indexwert bewegt.

Beispiel: Synthetischer ETF
ETF-Anbieter A lässt sich vom Swap-Partner Bank B die Wertentwicklung des Weltaktienindex MSCI World zusichern. A baut im Gegenzug ein sogenanntes Trägerportfolio mit einigen Dax-Aktien auf und sichert diese Wertentwicklung wiederum Bank B zu. Unterschiedliche Wertentwicklungen gleichen die Partner regelmäßig aus. Ein Problem könnte dann entstehen, wenn Bank B insolvent würde und die Wertentwicklung des MSCI World nicht mehr wie vereinbart an Anbieter A liefern könnte.

Dann müsste Anbieter A auf das Dax-Aktien-Portfolio zurückgreifen und dieses zu Geld machen. Sollten die Dax-Aktien weniger Wert sein als der MSCI World, müsste Anbieter A die von Bank B zu diesem Zwecke hinterlegten Sicherheiten – in der Regel Staatsanleihen oder Bargeldbestände – anzapfen und sie verkaufen. Ein Restrisiko bliebe im eher theoretischen Fall, dass Bank B es über längere Zeit vor der Insolvenz versäumt hätte, die Höhe der Sicherheiten anzupassen. Anleger müssten dann Verluste hinnehmen.

So unterscheiden sich physische und synthetische ETFs

physisch replizierende ETFs synthetische ETFs
Der ETF hält nahezu alle Aktien, die im Originalindex vertreten sind (optimized sampling). Der ETF-Anbieter lässt sich Indexentwicklung über ein Tauschgeschäft (Swap) von einer Bank zusichern. Er selbst baut ein Trägerportfolio mit Aktien großer Unternehmen auf.
Um mehr Einnahmen zu erzielen, verleiht der ETF-Anbieter Aktien am Kapitalmarkt. ETF-Anbieter nutzen Tauschgeschäfte, weil sie so die Entwicklung des Index kostengünstiger nachbilden können.
Die Wertpapierleihe ist besichert und wird in der Regel täglich ausgeglichen. Die Tauschgeschäfte sind besichert. Im Falle einer Insolvenz der Bank wird das Trägerportfolio des ETF-Anbieters und Sicherheiten der Bank – meist Staatsanleihen – liquidiert.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. August 2016)

Hinweis: Beide ETF-Typen sind – wie jeder andere Aktienfonds auch – grundsätzlich dem Risiko am Aktienmarkt ausgesetzt. Müssten im Fonds befindliche Aktien verkauft werden, bekommen Anleger immer nur das Geld, das diese Aktien dann am Markt wert sind.

Sind ETFs riskanter als aktive Investmentfonds?

Je populärer ETFs werden, umso mehr kritische Stimmen melden sich zu Wort. Häufig taucht etwa die Frage auf, ob es riskanter ist, in ETFs statt in traditionelle Aktienfonds anzulegen. Um es vorweg zu nehmen: Wenn Sie in einen ETF investieren, der nicht etwa einen Nischenmarkt nachzeichnet, sondern einen bekannten, großen Aktienindex, haben Sie nichts zu befürchten.

Dies sind die wichtigsten Kritikpunkte und unsere Antwort dazu:

1. ETFs verstärken mit ihrer Marktmacht den Abschwung
Wenn Anleger im Zuge eines Abschwungs Geld abziehen, müssen ETFs Aktien verkaufen. Das stimmt. Allerdings gilt das für aktiv gemanagte Fonds genauso. Schuld daran, dass sich ein Abschwung verstärkt, sind weniger die Fonds, sondern vielmehr das „prozyklische“ Verhalten vieler Anleger, bei Panik zu verkaufen. Daher der Appell: Bleiben Sie ruhig und investieren Sie langfristig!

2. ETFs halten zu wenig Cash. In einer Abwärtsphase wird man seine Anteile nicht los.
ETFs halten in der Regel weniger Barreserven als aktiv gemanagte Fonds. Dass die im Auftrag der ETF-Fondsgesellschaft eingesetzten speziellen ETF-Händler (Market Maker) Anlegern ihre ETF-Anteile nicht abnehmen können, ist dennoch eher unwahrscheinlich. Dazu könnte es nur kommen, wenn der ETF in illiquiden Nischenmärkten investiert ist, in denen kaum jemand handelt. Die ETF-Gesellschaft würde dann die Aktien, die dem ETF hinterlegt sind, am Markt gar nicht oder nur zu sehr schlechten Preisen loswerden. Setzt ein ETF auf die größten Aktienindizes der Welt, ist dies nicht zu befürchten.

3. ETFs auf den MSCI World sind riskant, weil sie auf Dollar lauten
Einige der ETFs auf den MSCI World lauten, wie der Index selbst, auf US-Dollar. Gegenüber dem Euro besteht ein Währungsrisiko und zwar in dem Sinn, dass ein Euro-Anleger möglicherweise nicht vollständig von einer positiven Wertentwicklung des Dollar-ETFs profitieren kann. Er muss immer dann „Abschläge“ hinnehmen, wenn parallel zur (positiven) Wertentwicklung des Index der Euro aufgewertet hat.

Allerdings fallen über längere Zeiträume die Wechselkursänderungen aller Erfahrung nach nicht so stark ins Gewicht. Anleger sollten außerdem auf die breite Streuung der Anlagen Wert legen. Dies schafft kein Index besser als der MSCI World, der 1.600 Einzeltitel aus 23 Ländern bündelt. Unsere Berechnungen zeigen: Auch ein nachträglich in Euro umgerechneter Weltaktienindex hat seinen Wert über die vergangenen 45 Jahre jedes Jahr durchschnittlich um gut 7 Prozent gesteigert.

In unserem Blogbeitrag haben wir weitere Kritikpunkte an ETFs analysiert.  

Wie setzen sich die Kosten bei ETFs genau zusammen?

Anleger, die sich genauer für die Kosten von ETFs interessieren, können im Wertpapierprospekt oder auf den Übersichtsseiten im Internet die sogenannte Total Expense Ratio (TER) anschauen. Sie drückt aus, wie viel Prozentpunkte die Kosten die jährliche Rendite mindern – und wird daher auch Gesamtkostenquote oder Effektivkostenquote genannt.

Die TER umfasst die pauschalen Gebühren, die beim ETF für Verwaltung, Depotbank und das Erstellen von Anlegerinformationen anfallen. Dazu kommen die Mehrwertsteuer und andere kleinere Gebühren. ETF-Anbieter schätzen die TER und ziehen sie in der Regel monatlich oder vierteljährlich vom Fondsvermögen ab. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.

Nicht enthalten in der TER sind Transaktionskosten, die der Fonds beim An- und Verkauf von Wertpapieren bezahlen muss. Die tatsächlichen Kosten des ETFs liegen also immer etwas über der TER, die für das zurückliegende Geschäftsjahr ermittelt wird.

Was müssen Sie bei der Steuer beachten?

Wie genau bestimmte ETFs besteuert werden, war bis einschließlich 2017 noch ein Kriterium für die Auswahl bestimmter ETF-Typen. Bisweilen war es nötig, mühsam händisch Angaben in die Steuererklärung nachzutragen. Seit 2018 haben Sie es deutlich einfacher.

Denn seither ist das neue Gesetz zur Investmentbesteuerung in Kraft. Erstmals für das Kalenderjahr 2018 werden alle Investmentfonds (Publikumsfonds) nach derselben Logik mit Abgeltungssteuer belegt. Es kommt nicht länger darauf an, in welchem Land ein Fonds aufgelegt ist und ob er Dividenden ausschüttet oder mit anspart.

Nach einer bestimmten Formel ermittelt Ihre Depotbank eine jährliche Bemessungsgrundlage für die Abgeltungssteuer in Höhe von gut 25 Prozent. Die Steuer wird direkt einbehalten, es sei denn, Sie stellen einen entsprechenden Freistellungsauftrag bei Ihrer Depotbank. Kapitalerträge sind bis 801 Euro bei einzeln Veranlagten und bis zu 1.602 Euro bei gemeinsam Veranlagten steuerfrei.

Wie die neue Besteuerung genau funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Investmentsteuerreformgesetz.

Mehr zu den Finanztip ETF-Empfehlungen lesen Sie in den Ratgebern ETF-Vergleich, MSCI ACWI und nachhaltige Geldanlagen.

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH

  • ETF auf den MSCI World
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

Source MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B60SX394 / WKN A0RGCS

  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
Source MSCI World UCITS ETF

Xtrackers MSCI World Index UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW

  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

SPDR MSCI ACWI UCITS ETF
ISIN IE00B44Z5B48 / WKN A1JJTC

  • ETF auf den MSCI All Countries World Index
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
SPDR MSCI ACWI UCITS ETF

Lyxor MSCI AC World UCITS ETF 1C
ISIN FR0011079466 / WKN LYX0MG

  • ETF auf den MSCI All Countries World Index
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
Lyxor MSCI AC World UCITS ETF 1C

iShares MSCI ACWI UCITS ETF USD (Acc)
ISIN IE00B6R52259 / WKN A1JMDF

  • ETF auf den MSCI All Countries World Index
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

UBS MSCI World SRI UCITS ETF
ISIN LU0629459743 / WKN A1JA1R

  • nachhaltiger ETF auf den Weltaktienindex von MSCI
  • Ausschluss kontroverser Branchen
  • mit mehr als 400 Aktien breite Streuung
  • im Sparplan erhältlich bei der DKB
UBS MSCI World SRI UCITS ETF

iShares DJ Global Sustainability UCITS
ISIN IE00B57X3V84 / WKN A1H7ZT

  • nachhaltiger ETF auf den Weltaktienindex von Dow Jones
  • Schwellenländer inbegriffen
  • Ausschluss kontroverser Branchen
  • mit knapp 600 Aktien breite Streuung
  • im Sparplan erhältlich bei Flatex und der DKB

Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Noch mehr sparen mit Finanztip

Community

Diskutieren Sie mit!

Haben Sie eine Frage zu Indexfonds? Es findet bereits ein reger Austausch dazu statt. Diskutieren Sie mit anderen Lesern in der Finanztip-Community!

Sollen wir Sie
zu aktuellen ETF-Empfehlungen
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei
Was der Stern* neben Links bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.