Probleme mit Wechsel Energieversorger (Strom)

  • Guten Morgen.

    Ich würde gerne Eurer Meinung dazu erfahren - denn ich rätle gerade, wie ich gegen wen vorgehen kann und soll.

    Problem: wir hatten in 2022 einen Stromvertrag online mit Laufzeit 12 Monate abgeschlossen. Der vom Versorger übersandte Vertrag enthält die Klausel "keine Verlängerung". Letzter Liefertag soll der 30.09.2023 sein. Der Kunde kündigt den bestehenden Vertrag rechtzeitig SELBST. Vertraglich war festgelegt "Mindestlaufzeit 12 Monate".

    Also wurde online frühzeitig nach neuem Versorger ab dem 1.10.2023 gesucht und temporär für knapp 3 Wochen gab es tatsächlich ein super tolles Angebot und wurde natürlich sofort zugegriffen. AUFTRAGS-Bestätigung mit den gewünschten Daten kam auch sofort und es wurde das online Kundenkonto vom neuen Versorger freigeschaltet zwecks "check Bearbeitungsstatus".

    Und dann begannen die Probleme.

    Der Kund erbat vom derzeitigen Versorger eine schriftliche Bestätigung vom Vertragende wie abgesprochen - per 30.09.2023.

    Der Versorger schickte eine solche auch mit ganz traurigem "schade, dass Sie uns verlassen wollen" --- datierte aber die Vertragsdauer plötzlich auf den 30.09.2024 d.h. es wäre eine Laufzeit von 24 statt nur 12 Monaten und somit am 1.10.2023 kein Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich!

    Der neue Anbieter (geplant und zugesichert beginnend ab 1.10.2023) reagierte postwendend (und erhöhte taggleich seine Preise, Differenz in Summe ca 70€in dem Fall bei dem vorgegebenen Verbrauch):

    (1) wir warten die Absage Ihres Netzbetreibers ab und stornieren dann automatisch unser Angebot (--> Kunde protestierte sofort und mahnte die Belieferung ab 1.10.2023 nochmals an!)

    (2) Zufallsfund plötzlich im online Kundenkonto: Lieferbeginn soll nicht mehr am 1.10.2023 sein sondern bereits am 19.5.2023 und der angeblich angestrebte Vertrag soll plötzlich am 21.05.2024 enden! Zugleich hat der neue Versorger ohne Beauftragung eigenmächtig Kontakt zu derzeitigen Versorger zwecks Vertragsauflösung aufgenommen!

    Fragen somit:

    (1) kann ein Kunde sich auf die Zusage eines ANGEBOTES berufen und die Wandlung in einen verbindlichen Vertrag fordern?

    (2) darf ein Energieversorger ohne Absprache eigenmächtig Vertragsbestandteile (Start-Ende Laufzeit) ändern?
    ---> das gilt sowohl für den noch bestehenden Vertrag, der eigentlich am 30.09.2023 enden soll ---- und ebenso für den Vertrag, der ab dem 1.10.2023 startet soll und eben NICHT bereits am 19.05.2023

    (3) wenn der Kunde explizit erklärt hat, den alten Vertrag selbst und zwar zum 30.09.2023 zu kündigen - welche Legitimation hat dann der neue Versorger, wenn er plötzlich vorzeitig eine Kündigung erwirken will?

    ---> sollte der aktuelle Versorger die NICHT legitimierte vorzeitige Vertragsauflösung akzeptieren und bestätigen, würde der Kunde die dort ursprünglich vereinbarte Bonuszahlung 55€ verlieren

    ---> kann man als Kunde "beider" Anbieter solcher vorzeitiger Vertragsauflösung eigentlich widersprechen bzw alternativ gegen wen Regressforderungen erfolgreich durchsetzen?

    (4) welche Rolle spielt hier der Netzversorger?

    ---> falls der neue Versorger eigenmächtig auf Vertragsbeginn ab dem 19.05.2023 besteht und der Netzversorger dies verneint - kann sich der Kunde dagegen wehren, wenn der neue Versorger storniert? = für mich sieht das Verhalten des "neuen" Versorgers, der sich unbedingt um den Lieferstart per 1.10.2023 zu den einst zugesicherten guten Konditionen nachträglich winden will - wie Methoden unlauteren Wettbewerbs aus ...

    Nein, die Option "dann lass ihn laufen und such einen anderen Anbietern" ist keine Option. (derzeitiger Versorger ebenso wie der ausgesuchte "künftige" sind große Unternehmen, keine bekannten Liquiditätsprobleme!)

    Schriftliche Widersprüche wurden eingelegt - die automatischen Eingangsbestätigungen sind gespeichert.

    (1) alter Versorger: Korrektur Vertragsende + schriftliche Bestätigung zum 30.09.2023 statt erst zum 30.09.2024 angefordert

    (2) neuer Versorger: kein vorgezogener Vertragsbeginn ab 19.05.2023 sondern Beibehaltung aller Absprachen zum 1.10.2023

    (3) Info an den Netzbetreiber (keine Ahnung, ob dieser unbekannterweise (!) mittlerweile irgendeinen Bescheid verschickt hatte ...

    Hilfe.

    Danke.

  • 1: Wenn es tatsächlich ein Angebot ohne Vorbehalt war (bei Strom selten, meinstens unter Vorbehalt der Bestätigung durch den alten Lieferanten) ja, dann ist mit der Annahme der Vetrag zustande gekommen.

    2: Nein, das wäre dann ein neues Angebot, das wieder angenommen werden muss.

    3: Im Regelfall erteilt man mit dem Auftrag die Vollmacht zur Kündigung.

    4: Ist der Netzbetreiber gemeint? keine große, der ist nur derjenige, der das technisch umsetzt.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • zu 1: vorbehaltlich der Bestätigung durch den Netzbetreiber (nicht den früheren Versorger)

    Übrigens - die 14 Tage Widerspruchsfrist sind per gestern abgelaufen lt Kalender (mir wurde die "Auftragsbestätigung" mit Vertragsnummer und Kundennummer per Email vom "künftigen neuen" Versorger am 24.04.2023 übersandt

    zu 2: mit mir wurde kein neues/anderes Angebot abgesprochen - ich fand die geänderten Daten nur zufällig gestern, weil ich im Kundenkonto nach dem Bearbeitungsstand schauen wollte (ob sich endlich mittlerweile etwas getan hat)

    zu 3: bei Auftragserteilung wird doch zur Wahl gestellt (2 Kästchen anzuklicken), ob der Versorger den alten kündigen soll oder ob man es selbst macht bzw bereits getan wurde

    zu 4: Beide Stromversorger und ebenso der Netzbetreiber sind "große bekannte" Firmen ...

    (aktuell sind wir bei Vattenfall ...vielleicht wäre das Chaos nicht gestartet, wäre dem nicht der Zahlendreher 2024 statt 2023 passiert...zumindest könnte ich besser argumentieren)

  • Zu 1: Dann ist das Angebot nicht bindend, ein Vertrag also nicht zustande gekommen. Es könnte m.E. ein Schadenersatz aus c.i.c. in Betracht kommen, das wäre aber durch einen Anwalt zu prüfen und die Frage ist, ob das bei einem geringen Streitwert Sinn ergibt.

    Zu 2: beim neuen Vertrag ist kein Vertrag zustande gekommen, der alte Vertrag hat sich nicht geändert - sofern er sich nicht aus irgendwelchen Gründen (nicht rechtzeitige Kündigung o.ä.) automatisch verlängert hat.

    Zu 3: Das Kreuzchen allein reicht m.E. nicht - wichtig ist, was im konkreten Antrag steht.

    Zu 4: Der Netzbetreiber legt - bildlich gesprochen - nur den Schalter von altem auf neuen Anbieter um.

    Wie würde ich vorgehen:

    - Alten Versorger kontaktieren mit der Bitte, den richtigen Vertragsablauf zu bestätigen

    - damit zum neuen Versorger mit der Bitte, zu den beantragten Konditionen und zum richtigen Zeitpunkt zu wechseln

    Falls sich einer der beiden querstellt, müsste sich das ein Anwalt anschauen.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Danke. Dann habe ich gestern (trotz Sonntag) erstmal alles richtig vorbereitet und muss nun abwarten.

    (1) alten Versorger angeschrieben und um Korrektur gebeten (PDF Vertrag als Attachment nochmal extra mit) - soeben gefunden: noch am 30.3.2023 wurde mir in separatem Schreiben Vertragsdauer bis 30.9.2023 bestätigt mit "ohne Verlängerung, Kündigungsfrist 1 Monat" = es sollte also klappen

    (2) Kopie davon inklusive Kopie Vertrag derzeitiger Versorger mit Laufzeit bis 30.9.2023 auch an den neuen Versorger geschickt plus Widerspruch zu den nachträglich einseitig veränderten Laufzeiten (19.5.2023-21.5.2024 statt wie zuvor abgestimmt war 1.10.20223-30.09.2024).

    (3) insofern mir am 24.4.2023 die Auftragsbestätigung zugeschickt war und ich innerhalb der 14tägigen Frist diesen Auftrag nicht widerrufen habe - müsste er gelten ...

    Ich denke mal, beide Versorger werden paar Tage zur Rückmeldung benötigen ...

    Aber wie gesagt, ich bekam zumindest von gestern beide Eingangsbestätigungen und eventuell ist sowas auch etwas Wert (als Nachweis).

  • Vorhin war ich im Büro und - bin jetzt zu Hause. Ich hatte mich geirrt. Perfekt.

    Auch wenn ich nicht erwarten konnte, dass sofort heute einer der beiden Versorger antwortet - ich fand einen winzigen aber wichtigen Unterschied - im "neuen" VERTRAG.

    Hat der Versorger in allen seinen Emails immer nur von einem "Auftrag" bzw "Auftragsbestätigung" (als PDF) geschrieben - steht in dem mir am 24.4. übersandten Dokument fett als Überschrift "Vertragsübersicht". Und weiter "Widerrufsbelehrung ... diesen VERTRAG zu widerrufen ..."

    Und am 25.4. online "wir kümmern uns um Ihren Netzbetreiber .... jetzt teilen wir Ihrem lokalen Netzbetreiber mit, dass Sie in Zukunft auf xyz setzen. Danach können wir Ihren Liefertermin verbindlich bestätigen." (KEIN Hinweis zu dieser Zeit "wir kündigen den bisherigen Versorger" - DAS ist neu erst seit nachträglicher Datenänderung - und DIE war nicht abgesprochen und habe ich gestern widersprochen = darüber freut sich ganz sicher jeder Anwalt :)

    Morgen Nachmittag ist das hiesige Büro vom örtlichen Netzbetreiber besetzt (offizielle Sprechstunde). Ich gehe hin und nehme die Unterlagen mit.

  • Update - teils teils ...

    BEIDE Versorger haben sich gemeldet.

    Der bisherige Versorger (Vattenfall) hat sich entschuldigt und mir sogar Geld überwiesen (als "Schadenersatz" deklariert - ich hatte sowas gar nicht erwartet oder verlangt ...) und einen neuen Bescheid erstellt mit korrekten Daten übergeben.

    Ganz anders der "künftige" Versorger. Zwar bekam ich Rückmeldung von einem Sachbearbeiter (schriftlich!), dass er veranlasst hat, dass die ursprünglichen Daten mit Bonus wieder eingesetzt werden sollen - aber nur 5 Stunden später widersprach ein anderer dortiger Mitarbeiter und erklärt nochmal "wir haben den ursprünglichen Auftrag unsererseits storniert und behalten die geänderten Daten bei" - so auch nach wie vor im Kundenkonto. Und wieder habe ich diesen Daten - z.B. mit vorgezogenem Vertragsbeginn jetzt ab 19.5.2023 - widersprochen (und per Rundumschlag Beschwerden verteilt). Letzte Email von dort "wir versichern Ihnen, dass wir Ihr Anliegen bearbeiten und uns in den nächsten Tagen dazu äußern werden". - Ich habe nie verlangt "dass sie endlich bearbeiten" sondern dass sie korrigieren und der ursprünglich vereinbarte Vertragstext eingehalten wird. Mitnetz als zuständigen Netzbetreiber bat ich zudem um Hilfe - und übergab dort auch die Kündigungsbestätigung von Vattenfall.

  • In meinen Augen agierst Du viel zu hektisch und schreibst viel zu viel in der Gegend herum.

    Und dann immer diese elende Verschwurbelung im Text! In Deinem Threadstarter sind mir mindestens 10 Dinge unklar.

    Du hattest einen Vertrag mit Vattenfall, der ohne Verlängerungsmöglichkeit bis zum 30.09.2023 gehen sollte (das ist ja noch ein Weilchen hin!). Das ist nun klar. Nachdem Vattenfall das Vertragsende zunächst auf den 30.09.2024 datiert hat (den Stunt haben sie bei mir auch mal versucht). bestätigen Sie nun das Vertragsende zutreffend auf den 30.09.2023 (also in knapp 5 Monaten).

    Der Nachfolgeversorger will Dich aber gern schon jetzt bei sich haben (statt ab dem 01.10.2023). In dieser Firma weiß offenbar die Linke nicht, was die Rechte tut. Immerhin: Sie haben noch immerhin 5 Monate Zeit, um sich zu sortieren.

    Das kriegen die dann schon hin, ansonsten bekommst Du das für sie hin. Es handelt sich ja um eine rein bürokratische Angelegenheit. Wenn Du die Zählerstände an den passenden Tagen dokumentierst, läßt sich das ja alles nachvollziehen und ggf. rückwirkend korrekt berechnen.

  • Das Problem ist ja eher das, dass der "künftige" Versorger seit dem mir unterbreiteten (sehr guten) Angebot bereits 2x die Preise angehoben und zwischendurch auch den Neukundenbonus gestrichen hat. Darum das ganze Geschiebe ... darum auch deren Bestreben, den Vertragstext komplett zu stornieren und völlig neu und anders datiert einen Vertrag zu sichern ... darum meine "Hektik". Ich war ja wirklich dankbar über die Post "klar erkennen wir an und alles bleibt wie gehabt" - und fiel aus allen Wolken, als paar Stunden danach prompt von einem anderen Mitarbeiter die rigorose Ablehnung folgte. 2 Tage danach mit Blick ins online Kundenkonto: der ursprüngliche Vertrag existiert dort nicht mehr (der liegt nur noch mir hier am Laptop vor!) und keine Korrektur der irren Änderung. Plus die Drohung - dass "sie" ihrerseits mein Vattenfall vorzeitig kündigen wollen - DAS aber will ich nicht (und weiß nicht, wie und ob ich das blocken kann!). Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stromversorger den Kündigungswunsch eines andern Versorgers ablehnt mit der Begründung "der Kunde will es nicht" ... und der 19.5. (das falsche Start-Datum!) ist ja nun bald. Sonst wäre ich auch relaxt ...

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