ETF Einmalanage für Rente und dies uns das zum Thema

  • Hallo ich bin selbständig 40 Jahre und mache mir Gedanken wegern der Altersvorsorge ( habe noch Andere Vorsorge Quellen ). Meine grundlegende Planung ist es unabhängig von dem geschäftlichen Erfolg die Möglichkeit zu haben mit 55-60 auszusteigen. Kann nicht muss :)

    Ich habe bereits einen etf sparplan seit 2 Jahren mit 150 € ab kommenden Monat 250€ laufen . Bei Scalable den IE00B4L5Y983 .

    ich plane eine Anlage von ca. 10.000 € fur mindestes 15 Jahre . Dachte an einen etf . Ziel Kapital für die oben genannte Aufstiegsplätze.

    Mach ich dafür einen separaten etf oder doch auf meinen bestehende sparplan einzahlen ?

    Mit welchen Ertrag kann ich da so rechnen grob geschätzt bei 15-20 Jahren ?

    Und wenn ich zukünftig noch mal 10000 Anlegen möchte . auf welchen etf einzahlen oder wieder ne neuer ?

    Welchen eft art : aufzahlende oder Thesaurierend ?

    Würdet ihr einen bestimmten EFT für diese Anlage empfehlen ?

    Lieben danke Gruß :)

  • Hallo Rean und Herzlich Willkommen im FT-Forum,

    grundsätzlich eignen sich breit streuende Aktien ETF sehr gut für eine langfristige Geldanlage.

    Man sollte allerdings eine realistische Einschätzung zu den eigenen Zielen und möglichen Renditen haben. Langfristig kann man mit einem breit streuenden Aktien-ETF mit einer Rendite von 7% p.a. rechnen. Allerdings meint langfristig in der Vergangenheit auch schon mal mehr als 20 Jahre!

    Hier ist das mal ganz gut dargestellt: https://guidingdata.com/risiko-etf-sparplaene/

    Mit diesem Rechner kannst Du mal etwas mit Deinen Sparraten herumspielen um einen Eindruck von den möglichen langfristigen Renditen und Summen zu bekommen:

    https://www.zinsen-berechnen.de/fondsrechner.php

    Ob man dann nach 15-20 Jahren genug Rendite erzielt hat um vorzeitig 'Auszusteigen' hängt natürlich von der investierten Summe ab. Ich würde bei den von Dir genannten Summe eher skeptisch sein.

    Und es völlig egal, ob Du ETF-Anteile per Einmalkauf oder Sparplan erwirbst. Die Anteile landen alle auf dem gleichen Haufen. Die Depotbank weiß, welche Anteile Du zu welchem Preis erworben hast und führt das intern, da dass später für eine Gewinn-/Steuerermittlung erforderlich ist.

    Ob ein ETF thesaurierend oder ausschüttend ist, ist mehr eine Frage der persönlichen Vorliebe. Ich selbst bespare ausschließlich thesaurierende ETF, da mir Ausschüttungen egal sind.

  • Ich bin selbständig, 40 Jahre und mache mir Gedanken wegen der Altersvorsorge (habe noch andere Vorsorgequellen).

    ... die man im Rahmen einer Anlageplanung sinnvollerweise nennen sollte.

    Meine grundlegende Planung ist es, unabhängig von dem geschäftlichen Erfolg die Möglichkeit zu haben, mit 55-60 auszusteigen. Kann nicht muss :)

    Ich habe bereits einen ETF-Sparplan seit 2 Jahren mit 150 € ab kommenden Monat 250€ laufen

    Diese Vorstellung halte ich angesichts einer monatlichen Sparrate von 250 € für ein Luftschloß.

    Für die Vorstellung "mit 55 bis 60 auszusteigen" ist ein Vermögen von 1 Million (heutiger Geldeswert) nicht besonders reichlich. Schon das bekommst Du mit Deiner Sparrate aber garantiert nicht in der nötigen Zeit zusammen.

    Komm besser wieder runter aus Deinen Träumen auf den Erdboden.

  • Ich träume nicht :) Denn das ist ein Baustein :) den ich überlege mitzunehmen .

    Ich hatte nichts von träumen, sondern von Realismus geschrieben.;)

    Ich selbst habe auch einen Großteil meines liquiden Vermögens in Aktien-ETF angelegt und will mein Depot auch bis zu meinem Renteneintritt Rente weiter besparen.

    Das Problem ist, dass die Rendite eines Aktien-ETF einfach nicht sicher planbar ist.

    Das Dilemma fängt an, wenn man Summe X zu einem fixen Datum benötigt weil die weitere Lebensplanung davon abhängig ist. Das ist mit einem Aktien-ETF einfach nicht realisierbar.

    Um es mal auf Dein Beispiel zu bringen: Was ist, wenn Du in den nächsten 10-15 Jahren keinerlei Rendite mit Deinem ETF erzielst? Kannst Du dann trotzdem mit 55-60 'aussteigen'?

    Jemand der 25 ist, kann locker eine 15 jährige Börsenbaise aussitzen. Mit 40 oder gar 50+ (wie bei mir) braucht es dann schon einen Plan B. Ich will ja nicht als Unruheständler im Alter von z.B. 68 meinen Lebensstandard runterschrauben müssen um mal 10 Jahre Börsenbaise auszusitzen.

  • Ich selbst habe auch einen Großteil meines liquiden Vermögens in Aktien-ETF angelegt und will mein Depot auch bis zu meinem Renteneintritt weiter besparen.

    Ein entscheidender Unterschied zwischen Dir und dem Threadstarter ist, daß Du Angestellter bist (und somit Zwangsmitglied der gesetzlichen Rente), er aber selbständig. Inwieweit er einen formalen Rentenanspruch hat, ist unklar.

    Das heißt: Du baust, ob Du willst oder nicht, bis zu Deinem Renteneintritt einen "Sicherheitsbaustein" von etwa einer halben Million auf, aus dem Du dann Monat für Monat eine planbare Zahlung erhältst, sogar cum grano salis inflationsgesichert. Dein liquides Vermögen peppt die Rente dann auf. Wenn es im Extremfall ganz ausfiele (war unwahrscheinlich ist, aber zumindest rechnerisch möglich), hast Du immer noch die gesetzliche Rente.

    Wer die Alterssicherung ganz in die eigenen Hände nimmt, muß diesbezüglich anders rechnen, namentlich einen eigenen "Sicherheitsbaustein" aufbauen. Das heißt: Dessen Vermögensmischung ist sinnvollerweise anders als die eines Angestellten, der ja zwangsweise die gesetzliche Rente bespart und später bekommt.

    Das Problem ist, dass die Rendite eines Aktien-ETF einfach nicht sicher planbar ist.

    Das Dilemma fängt an, wenn man Summe X zu einem fixen Datum benötigt weil die weitere Lebensplanung davon abhängig ist. Das ist mit einem Aktien-ETF einfach nicht realisierbar.

    Stimmt. Die Rendite eines Aktien-ETFs ist nicht planbar. Andererseits mag man den Eintritt in seine private Frührente ggf. auch etwas schieben, gerade als Selbständiger. Wenn einer plant, mittels eines ETF-Sparplans zu einem bestimmten Termin etwa eine tilgungsfreie Haushypothek abzulösen, ist der Termin schon etwas fester. Aber auch da hat man Möglichkeiten.

    Ein wichtigerer Punkt ist, daß man gern mal unterschätzt, welche Summen man braucht, wenn man sich eine Altersversorgung selbst aufbauen möchte, eine verfrühte ganz besonders.