Nebenkostenabrechnung 2024

  • Vor Gericht ziehen ist ja auch nochmal ne andere Hausnummer als den Vermieter an seine Pflichten und Verantwortung zu erinnern und ihm klar zu machen, dass man auch als Mieter ein paar Instrumente hat, um sich zu wehren.

    zumal es hier nicht um die 80jährige Mutter von Eva Helene ging, sondern um sie selbst. Und sie wird besser einschätzen können, ob und wann es sich lohnt, für ihr guten Recht einzustehen

  • Liebe bedauernswerte Mieter !!

    Als langjähriger Eigentümer und Vermieter mit einem nicht unerheblichen Immobilienbesitz muss ich mich zu diesen Kommentaren jetzt auch noch melden.

    Zunächst mal braucht man sich nicht zu wundern wenn immer weniger Menschen sich für eine Immobiie als Kapitalanlage entscheiden.

    Selbst "Urschwaben" wie der McProfit bevorzugen inzwischen die bereits versteuerten und dazu noch automatisch steigenden DIVIDENDEN längst - gegenüber MIETEINNAHMEN.

    Bis man sich an der Rendite von Immobilien möglicherweise erfreuen kann, sind viele Hürden zu nehmen:

    Mieterauswahl (nicht nur bei den "bösen Vermietern" auch bei den Mietern gibt es schwarze Schafe)

    Nebenkostenabrechnung (für viele Privatvermieter eine Herausforderung, siehe die vorausgegangenen Kommentare)

    Dann die meist zur ungelegenen Zeiten anfallenden Reparaturen, Sturm- und Wasserschäden, Modernisierung, Entscheidung für Heizsystem, Streupflicht, jährliches überprüfen der Rauchmelder, Ablesen der Strom- Wasser- Gaszähler. Kundendienst für Heizung, gegebenenfalls für Hebeanlage, für Aufzug, Lüftung, Markisen, Jalousien, Störung im BUS System und dann noch am Jahresende alles zusamenstellen und dem Finanzamt belegen, zusammen mit Finanzierungszinsen und Abschreibungen.

    Und nicht vergessen: Auch Mieteinnahmen sind Kapitalerträge ,die jedoch im Gegensatz zu Dividenden oder Zinsen, mit dem vollen Steuersatz von meist 42% + Soli versteuert werden.

    Die großen Probleme - die zum Glück nicht so häufig sind - habe ich bewusst ausgeklammert.

    Das ist vor allem der Ärger mit unliebsamen Mietern. Es mag sein dass die Quote solcher Mieter möglicherweise mit der Quote ähnlich veranlagter Vermieter sich die Waage hält. Ein schwacher Trost für faire Vermieter.

    Bereits mit der aktuellen Diskussion hier im Forum um ein harmloses Problem hat man bereits den einen oder anderen "Anleger" verschreckt, der aus Tradition vielleicht mit dem Gedanken spielte sich eine Immobilie als Kapitalanlage zu kaufen.

    Wenn er trotz aller Risiken und Aufwand sind dennoch zu einem Kauf entschließen sollte, kommt spätestens beim Kalkulieren der Rendite das Erwachen.

    Die Kaufpreise von neuen Wohnungen klettern ungebremst. Inzwischen haben wir im Großraum Stuttgart, wo ich nun mal lebe, längst die Schwelle von 7.000 Euro pro m2 verlassen und marschieren stramm auf die Schallgrenze von 10.000 Euro pro m2 zu.

    Spätestens dann, wenn man den obligatorischen PKW Stellplatz und die in der Regel ebenfalls kaum entbehrliche Einbauküche und ein paar Extras einrechnet.

    Die Zinsen während der Bauzeit großzügig nicht gerechnet, ebenfalls den Stress bis die unvermeidliche Mängelliste nach vermeintlicher Fertigstellung abgearbeitet ist.

    Während die Kosten immer weiter fröhlich steigen, liest man zur Zeit an den Plakatwänden der Parteien die sich zumindest im Schwabenland gerade bewerben Schlagzeilen wie diese:

    "die Mieten müssen runter..." "Mietendeckel" "Zweckentfremdungsverbot" "bezahlbares Wohnen für alle" "Mietpreisbremse" usw. usw.

    Bei einer städtischen Wohnbaugesellschaft wo ich im Aufsichtsrat bzw. Beirat bin, hat zuletzt der Geschäftsfhrer bei einer Sitzung eine Kalkulation präsentiert.

    Demnach liegt die sogenannte "Kostenmiete" also die Miete die er bei klassicher Kalkulation berechnen müsste, bei 25 Euro pro m2 (Kaltmiete wohlgemerkt).

    Da ist vor allem bei den sonst von mir durchaus geschätzten Kollegen der Sozialdemokraten "die Klappe heruntergefallen" - schließlich war ein von ihnen massiv geforderter Tagesordnungspunkt "bezahlbares Wohnen"

    Liebe Forumsfreunde, das war jetzt mal eine Antwort von einem überzeugten langjährigen Vermieter nach der Lektüre der Kommentare. Ein pöaar von Euch sind mir etwas zu schnell in das alte Schema mit den "bösen Vermietern" gerutscht.

    Schöne Grüße von McProfit

    ich gebe zu: Mein Forumsname hier ist bei diesem Thema nicht gerade passend.

  • McProfit: Der Beitrag driftet von der eigentlichen Frage weg und entwickelt sich zu einer allgemeinen Rechtfertigungs- und Opfererzählung aus Vermietersicht. Das mag man so sehen oder auch nicht, hilft hier aber schlicht nicht weiter und hat mit dem konkreten Problem nichts zu tun.

    Eva Helene hat konkrete Handlungsmöglichkeiten gesucht, um an eine prüffähige Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung zu kommen – nicht eine Grundsatzdebatte darüber, ob es mehr schwarze Schafe bei Mietern oder bei Vermietern gibt.

    Zur Diskussion steht ein klar geregelter Punkt:
    Eine Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung muss für den Mieter nachvollziehbar und prüfbar sein. Dazu gehört zwingend, dass erkennbar ist, ob der Verbrauch gemessen wurde oder rechnerisch ermittelt ist.
    Ist das nicht der Fall oder wird diese Information trotz Nachfrage nicht geliefert, ist die Abrechnung formell fehlerhaft.

    Für solche Fälle gilt:

    Die Heizkostenverordnung räumt dem Mieter ein 15-%-Kürzungsrecht ein.

    Bleibt der Vermieter trotz Aufforderung untätig, kann zur "Erzwingung" seiner Pflichten ein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB in Betracht kommen.

    Ob die Beträge „ungefähr passen“ oder im Durchschnitt liegen, spielt rechtlich keine Rolle. Entscheidend ist allein, ob die Abrechnung den gesetzlichen Anforderungen genügt und überprüfbar ist.

    Damit ist der Sachverhalt klar umrissen. Alles Weitere führt von der eigentlichen Frage weg und ändert an der bestehenden Rechtslage nichts.

  • Nur ein kurzer Kommentar, weil ich deine Likes gesehen habe. Ich weiß nicht, ob die kleinen privaten Vermieter nur überfordert sind oder es Desinteresse oder doch böse Absicht ist. Am Bsp. der kleinen Wohnung meiner Mutter, der Vermieter hat sich nie gekümmert - auch nicht um das Abstellen des einen oder anderen kleinen Mangels. Dafür gab es auch jahrelang keine Mieterhöhung. Übrigens auch keine Nebenkostenabrechnung. Die gab es erst, als die Heizkosten so stark stiegen und es eine kräftige Nachzahlung fällig wurde. Als ich dann darauf hinwies, das die Frist bereits abgelaufen war und ich auch gerne die Nebenkosten der letzten 5 Jahre sehen wollte - die natürlich im Plus waren.... Da kam dann der Vorschlag die Miete zu erhöhen. Was er dann auch umgesetzt hat. Weiteres Geschmäckle: die Heizkosten waren nur deswegen zu hoch, weil ein defekter Wärmezähler jahrelang nicht ausgetauscht wurde und immer geschätzt wurde (auch nicht zulässig). Nach Instandsetzung ist der Verbrauch auf 30% gesunken.

    Jetzt die Frage: ist das noch Bräsigkeit oder schon Unverschämtheit?