Die Logik verstehe ich nicht. Steuern werden meist prozentual berechnet. Der Prozentsatz kannn ich zwar leicht aendern aber wenn der Riester keine Rendite abwirft, dann sind aufgeschobene 400 spaeter immer noch 400. Hat nicht mehr so viel Kaufkraft, aber eben auch die Rente nicht.
Wenn du im Alter weniger Rente als jetzt Gehalt bekommst, dann sind auch der Steuersatz geringer. Ich denke, diese Erwartung gilt für die meisten Rentner.
Im Arbeitsleben reduzierst du dein zu versteuerndes EK um den Beitrag der Riesterzahlung, und im Alter muss du (hoffentlich) diesen Gewinn wieder versteuern. Wenn über die Jahre kein Gewinn rauskommt, dann macht es aber keinen Sinn. Ohne Gewinn ist jede Vorsorge fast sinnlos da es bessere Alternativen gibt. Die 7% in ETFs sind zwar nicht in Stein gemeißelt. Ich meine im schlechtesten Falle hatte man mit einem MSCI World nach 15 Jahren in den letzten 100 Jahren nichts verloren (= kein Gewinn). Wie gesagt, Steuern in der Zukunft sind spekulativ, aber auf der anderen Seite das ist es alles. Nehmen wir das was jetzt gilt.
Für mich das wichtigste ist: Wenn du keinen anderen Plan für die Altersvorsorge hast, lass es laufen. Jeden Monat oder jedes Jahr diese Planung neu zu hinterfragen und mit den jährlichen (sehr reizvollen) Ausgaben in Einklang zu bringen ist schwer. Einen Riester heute neu abzuschließen macht auch keinen Sinn, weil der Rentenfaktor (Garantie) meist viel zu schlecht ist. Ein Riester mit 2,25% (oder noch mehr für die älteren Verträge) plus Zulagen plus in einem sinnvollen Invest (guter Funds) könnte sinnvoll bleiben. Siehe auch: https://www.finanztip.de/riester/#c104244
Wenn du einen Plan hast, dann ist die sture ETF Vorsorge wahrscheinlich mindestens ähnlich gut. Du musst aber wirklich bei "Buy&Hold" bleiben. Dieses Mantra ist zwingend für den Erfolg. Bei einem Riester, wo du über die Jahre schwerlich an das Geld rankommst, ist dies gegeben. Das blinde vergleichen der Prozentzahlen (ETF vs Riester) lässt die psychologische Komponente leider außen vor. Daher hat man die Ausdauer und das Durchhaltevermögen oder kann man es sich antrainieren? Ohne dies braucht man entsprechende Rahmenbedingungen.
Ich sehe Riester als eine Komponente der AV, und würde erwarten das ETFs ein weiterer Baustein sind. Wir reden bei Riester über einen Beitrag von maximal 4% des Gehalts (im vorliegenden Fall von lulu27 sogar nur 1% und das seit jetzt 15 Jahren). Ich würde erwarten, dass ein ETF je nach Lebensphase mit 5-15% des Gehalts zur Altersvorsorge beitragen soll. Wer kann auch mehr, aber ist das möglich?