Sollte konkret ein geringerer Anstieg des Kurses vom WKN A0Q4RZ durch die Zinssenkungen der EZB und so auch der Rendite von neuen Deutschen Staatsanleihen nicht schon absehbar und darstellbar sein? So dass man einen Eindruck davon bekommt, dass die beste Zeit erst mal vorbei ist? Die 3,52% vom letzten Jahr kann man wohl kaum weiter erwarten.
Was sind denn die 3,5% aus dem letzten Jahr und wo kommen sie her? Laut justETF lag die Ausschüttungsrendite im Jahr 2023 bei 0,81%. Damit ist doch klar, dass der Rest auf Kurssteigerungen zurückzuführen ist. Diese wiederum kommen am Markt zu Stande und beinhalten etliche Komponenten, die zur Preisbildung beitragen bzw. von Anlegern im Anleihemarkt berücksichtigt werden:
- Kupons der „Alt-Anleihen“ relativ zum aktuellen Zinsniveau (-> Kurskompensation)
- Entwicklung/Laufzeiten der Wertpapiere im Fonds/ETF (was wird wann fällig und mit welchen Zinskonditionen)?
- Zinserwartungen (primär beeinflusst durch EZB-Entscheidungen bzw. Äußerungen) und Inflationsentwicklungen
- Risikobewertungen der Wertpapiere im Fonds/ETF
- …
Wie willst du hier die zukünftige Entwicklung prognostizieren und sei es auch nur auf die kurze Frist? Am stärksten dürfte sich m.E. die Geldpolitik auswirken und die fährt gerade auf Sicht mit Blick auf die Inflationsrate. Angenommen die geht energiepreisbedingt nochmal stark durch die Decke, dann wären die Veränderungen auch für Geldmarkt-ETFs eher abrupt. Ähnlich wie wenn z.B. Italien aus BBB rausfällt oder wie hier im ETF Deutschland AAA verliert und bis dato Bestandteil deines Geldmarkt-ETFs war. Deine Glaskugel müsste mindestens das Zinsniveau der nächsten 6 Monate vorhersagen und dass sich risikotechnisch nichts ändert, damit du tatsächlich anfangen kannst, halbwegs realistisch zu rechnen…