Ich habe bis vor einigen Monaten auch nicht besonders viel von KI gehalten, da die Leistungen eher durchwachsen waren. Allerdings muss man da differenzieren. Was man als free-to-use-KI bekommt, ist nicht vergleichbar mit kostenpflichtigen Angeboten. Ich habe z.B. gestern einen Test mit Copilot, basierend auf GPT-5, durchgeführt. Das Ergebnis war beeindruckend. Ich habe mehrere, über 40 Jahre alte komplexe Programme, kaum dokumentiert, zur Analyse hochgeladen und die KI gefragt, was der Zweck der Programme sei. Obwohl es aus dem Quellcode nicht direkt hervorging, antwortete die KI innerhalb von Sekunden, dass es sich um eine Analyse der Spiralstruktur von Galaxien handele. Was zu 100% zutrifft.
Mein Praktikant Claude unterstützt mich auch fleißig bei der Arbeit und findet innerhalb weniger Stunden Bugs in Legacy Software, für die man als Entwickler Tage bräuchte.
Aber du betrachtest das aus der falschen Sicht. Die Frage ist nicht, ob KI nützlich ist. Das Internet ist auch nützlich, vermutlich nützlicher als man sich das in den späten 90ern vorstellen konnte, und trotzdem war Dotcom eine Blase. Die richtige Frage muss lauten, womit sich Geld verdienen lässt. Und da sieht es halt dürftig aus. Gigantischen Investitionen stehen immer noch recht überschaubare Einnahmen gegenüber. Die größte Gefahr für OpenAI ist auch nicht Anthropic oder umgekehrt, sondern offene KI Modelle, die gut genug sind. Um ein bisschen Buzzword-Bingo fürs Marketing zu schreiben, braucht es kein Hochleistungsmodell. Und selbst bei ernsthafter Arbeit...für ein Skript, das Testdaten generiert, braucht es auch kein teures Modell. Auch chinesische Modelle für kleines Geld sind eine Gefahr. Und selbst wenn wir davon ausgehen, dass es gelingt, teure KI irgendwie zu monetarisieren...aktuell hat es sehr viel mehr Spieler im Markt als dieser verträgt