Beiträge von LebenimSueden

    Ich finde es immer super, wenn man das gleiche Auto vom Hersteller sowohl als Verbrenner und als E-Variante bekommt.

    Aber die Vergleichbarkeit ist halt immer noch nur begrenzt gegeben. Elektroautos werden mit absurd hohen Motorleistungen inseriert...ist aber halt nur die Spitzenlast. Die Dauerlast liegt eher so bei 40-50% der Spitzenlast und taugt dann doch nur noch begrenzt dazu, den Nachbarn zu beeindrucken. Wobei das wiederum ganz ehrlich vollkommen irrelevant ist...es braucht lediglich rund 30 Pferde, um ein Auto bei Richtgeschwindigkeit zu bewegen und mit rund 60 Pferden klappt das auch an den Kasseler Bergen. Die restliche Motorleistung braucht es nur zum Beschleunigen...

    Anderer Punkt ist halt die Reichweite und Lade- bzw Tankgeschwindigkeit. Der Basisbenziner steckt hier die teuerste Elektrovariante locker in die Tasche. Ob das ein relevanter Faktor ist, hängt vom Fahrprofil ab

    Hier kostet Diesel und E5 um 10.00 Uhr morgens unter 2 Euro. Um 12.05 Uhr sind es dann wieder 2.06€. Also die normale Schwankung

    Vorhin 1,95 für Diesel und 1,94 für Benzin. Im Gegensatz zur vorherigen Schwankung ist das jetzt gut planbar. Wenn einem nachmittags der Preis nicht passt, kann man sich drauf verlassen, dass der am nächsten Morgen nicht schlechter ist.

    Was wird dann eigentlich ab 1.7.?

    Keine Angst, wird bestimmt nochmal verlängert. Zumindest bis Ende August, eventuell auch September. Denn wäre ja schrecklich, wenn man auf dem Weg in die Sommerferien 8€ mehr für den Sprit zahlen müsste.

    Da ist aber wenig VW-spezfisch. Auch andere Hersteller haben wenig Erfahrung mit Software. Und wie man die schnelllebige Software-Welt damit verheiratet, dass ein Auto 20 Jahre und mehr hält...als Software Entwickler bin ich da verdammt skeptisch. Solange das Ding am Internet hängt, muss die Software gewartet werden

    Dann hast du den Artikel in der Tat nicht verstanden.

    Dazu müsste ich ihn überhaupt erstmal lesen ;)

    Hauptprobleme der deutschen Autoindustrie (und auch der ausländischen) sind meiner Ansicht nach vor allem drei Punkte:

    1. war man total kurzsichtig unterwegs. Zahnriemen im Öl, extremes Downsizing, unterdimensionierte Ölabstreifringe...hält einen Leasingzyklus gerade so durch und der nächste Kunde hat den Ärger

    2. man hat den ganzen Markt nach oben verschoben. Kleinwagen und Vernunftautos haben geringe Marge, also hat man das weggelassen. Der Golf für 45k ist halt viel interessanter als ein Up. Besonders dreist ist man hier bei Elektroautos, wo es den großen Akku nur mit der höchsten Ausstattungslinie gibt.

    3. man ist auf den ganzen Quatsch vom rollenden Smartphone aufgesprungen (hat Tesla ja gemacht....) ohne zu prüfen, ob das wirklich jemand will (nein, nicht wirklich) und ob man die Kompetenz dafür hat (nein, auch nicht). Und dann hat man (siehe Punkt 1) die schlechtesten Angewohnheiten aus der Software Branche übernommen und Bananensoftware ausgeliefert. Soweit ich das mitbekommen habe, ist die Software bei VW mittlerweile gereift und ganz brauchbar...aber der Schaden ist angerichtet. Die Energie vom rollenden Smartphone hätte man besser in ordentliche Autos investiert.


    Für die deutschen Hersteller kommt noch spezifisch dazu, dass man China mit einer liberalen Marktwirtschaft verwechselt hat und eiskalt erwischt wurde, als die Regierung dort auf die eigene Wirtschaft gesetzt hat. Dass die Chinesen noch andere Präferenzen haben kommt dazu...aber ein Großteil der Autos dort wird in wenigen Jahren Elektroschrott sein, wenn die Marktbereinigung stattfindet und die Server mit dem Hersteller verschwinden. Und die Präferenzen der Chinesen sind nicht automatisch die Zukunft in Deutschland. Jeder Markt hat eigene Präferenzen.

    Wagen sind beide Firmenwagen mit 0,25% Versteuerung

    Würden Elektroautos für privat mit 75% subventioniert, bräuchten wir den Thread hier nicht. Da würde bis auf ein paar Hardcore Petrolheads jeder elektrisch fahren ;)

    Privat würde ich mir Stand heute kein Auto mehr kaufen. Das Vermarktungsrisiko wäre mir derzeitig zu hoch.

    Ein Risiko hast du nur, wenn du das Auto relativ zeitnah wieder verkaufen willst. Wenn du es langfristig fährst, ist der Restwert eh niedrig und mögliche Abschläge relativ egal.


    Aber VW - das wird wohl ncihts mehr.

    Immer wieder lustig, wie einem Konzern nachgesagt wird, den Anschluss an die Elektromobilität verschlafen zu haben. Wo der doch in Deutschland 8 (!) der Top 10 Modelle 2025 aus dem VW-Konzern kamen und ID3-7 das Podium besetzen. Europaweit sind es immerhin noch 5 der Top 10 Plätze. Diagnose eindeutig: Elektromobilität komplett verschlafen. Können die einfach nicht

    Zumindest kann man zweifelsfrei festhalten das ein AfD Wähler niemals ein BEV fahren würde.

    Da liegst du falsch:

    https://www.faz.net/aktuell/wirtsc…-200670790.html

    Nach der Ankündigung stiegen die Tesla-Zulassungen in Kreisen mit stärkerer AfD-Unterstützung relativ zu politisch moderaten Regionen – am deutlichsten in den am stärksten rechtsorientierten Kreisen, wo die Tesla-Verkäufe im Vergleich zu linksorientierten Regionen um bis zu 30 Prozent zunahmen

    Primärquelle: https://www.iza.org/publications/d…esla-in-germany

    Hier eine Zusammenfassung der Studie von denen, die sie halt auch gemacht haben: https://www.berylls.com/insights/what-…ers-drive-next/

    Ganz lustig ist an der Stelle die Dissonanz, zwischen den Wünschen der Kunden und den Aktionen der Hersteller. Stichwort Abo


    Und da die Studie das Thema Range Extender prominent hervorhebt, hier noch der Hinweis, dass diese selten Sinn machen. Die Effizienz der Kette chemische Energie (Sprit) -> mechanische Arbeit -> Strom -> chemische Energie (Akku) -> Strom -> mechanische Arbeit ist ziemlich verheerend. Da hilft auch wenig, dass der Generator prinzipiell im idealen Lastbereich betrieben werden kann. Logisch folgend sind die real existierenden REEV mit leerem Akku ziemliche Säufer.

    Wenn man nur einmal im Jahr für die Urlaubsfahrt über die Reichweite des Akku geht, ist die Ladeinfrastruktur mittlerweile gut genug. Überschreitet man die Reichweite regelmäßig, sind die Verbrauchskosten nicht nur hoch, man muss zusätzlich zum Strom auch noch mit Sprit hantieren. Dann macht ein reines BEV mit angepasst großem Akku und guter Ladeleistung mehr Sinn.

    Eine Sauerei ist es doch eher, hinter meinem Rücken von Dritten Kickbackzahlungen (= PFOF) anzunehmen, die am Ende mir intransparent mit schlechteren Kursen in Rechnung gestellt werden.

    Mal abgesehen davon, dass PFOF kein Geheimnis ist...hast du Belege für die schlechteren Kurse? Ich glaube, du wirst schwerlich relevante finden, da sich jeder Market Maker an der Referenzbörse orientieren muss. Während der XETRA-Handelszeiten entsteht dem Kunden kein Nachteil. Eher im Gegenteil...das Modell hat Handeln für 1€ ermöglicht, während anderswo immer noch 5€ + 0,25% üblich sind.

    Mir scheint eher das Problem nicht groß genug um es anzugehen.

    Mit der Einstellung schaukelt es sich seit Jahren weiter hoch. Und es ist an der Stelle auch vollkommen egal, ob wir von -30c/kWh, -1c oder +1c reden...in allen Fällen subventioniert der Steuerzahler Strom, der nicht oder kaum gebraucht wird. Während gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit für alle unsubventionierten Produzenten ruiniert wird. Wie heißt es so schön...Subventionen sind wie Drogen, es ist schwer davon loszukommen.

    Wir reden hier über negative Strompreise. D.h. der Markt schreit bereits nach Speicher+Fexiblen Verbrauch.

    Ich habe ja schon ausgeführt, welche begrenzten Möglichkeiten der Privathaushalt hat. Wo nichts zu verschieben ist, können die Preise auch kaum wirken.

    In der Industrie sieht es nicht viel besser aus. Man stelle sich mal vor, der Betriebsleiter verschickt am 27. April ein Rundschreiben, dass wegen günstiger Strompreisprognose am Tag der Arbeit gearbeitet wird. Die Reaktion der Gewerkschaften kann sich jeder vorstellen und bei den Mitarbeitern rennt man garantiert auch keine offenen Türen ein...

    Steigende Einkommen werden mit progressiv steigenden Steuern belastet.

    Die Progression hat ein Ende und das recht früh. Den Spitzensteuersatz erreicht man als obere Mittelschicht. Interessant wird es ab dem Punkt der Bemessungsgrenzen. Dann geht jede weitere Gehaltssteigerung erstmal nicht mehr mit steigenden Sozialabgaben einher, die Belastungsquote sinkt also. Und wenn wir über die richtig guten Verdiener reden...Millionengehälter und so...dann spielt ein Fixgehalt in Cash meist nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Bonus in Aktien wird vorteilhafter besteuert als das normale Gehalt. Aber wir müssen nicht auf Millionen und DAX-Vorstände gehen. Auch schon deutlich drunter spielen Kapitaleinkünfte eine erhebliche Rolle und die sind bisher frei von Sozialabgaben und nur mit der nicht ganz so progressiven Abgeltungssteuer besteuert.

    10% tragen 50% der Einkommensteuerlast. Ist das nicht genug?

    Die Aussage ist wertlos ohne sie ins Verhältnis zu den Einkommen zu setzen. Ich spare mir jetzt, deine Hausaufgabe zu machen...bitte dann inklusive der Kapitaleinkünfte und so weiter, nicht nur Arbeitseinkommen...aber ich bin mir sicher, dass das sehr viel weniger progressiv sein wird, als du suggerierst. Zumal innerhalb der 10% nochmal extreme Unterschiede bestehen, was die Einkommen anbelangt.

    Wird aber leider alles nicht passieren, da nur an der GKV herum "gedoktort" wird und es keine grundlegende Reform des gesamten Systems gibt, so wie es nötig wäre. Mit dieser sog. Reform erkauft man sich wieder ein paar Jahre bevor der Mist von vorne los geht.

    Da muss ich gerade an das schöne Buch Ubiquity von Mark Buchanan denken. Thema des Buchs ist, dass gewisse Systeme sich automatisch in einen kritischen Zustand organisieren, da Anpassungen immer gerade nur dem nötigsten entsprechen. Als Folge davon kann ein kleines Ereignis sehr viel größere Konsequenzen haben, da die Anpassung eine Lawine weiterer Anpassungen nach sich ziehen kann. Politik hat auf jeden Fall Tendenzen eines kritischen Zustands

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass manche begeistert nach einer Erhöhung von Steuern und Abgaben rufen. Zumindest solange, wie sie nicht selbst betroffen sind. Aber die anderen, die mehr haben, kann es gerne treffen.

    Der gute alte St. Florian. Ursache und Lösung so vieler politischer Probleme...

    Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass ich kein grundsätzliches Problem mit einer Umverteilung der Sozialabgaben hätte. Also so, dass diese eben nicht nur vom Faktor Arbeit bezahlt werden. Aber so, dass das Gesamtaufkommen nicht steigt. Denn es ist tatsächlich ein Problem, dass die effektive Belastung ab einem gewissen Einkommen und Vermögen abnimmt. Wie so häufig trägt die Mittelschicht einen übermäßigen Anteil, verglichen mit der Oberschicht. Irgendwann ist man in der PKV oder Beitragsbemessungsgrenze und weitere Gehaltssteigerungen werden nicht mehr mit KV-Beiträgen belastet. Irgendwann werden Kapitaleinkünfte ein relevanter Anteil am Einkommen und die sind nur mit der Abgeltungssteuer belastet

    Ich kenne aus der Sozialberatung aus vielen Jahren wirklich viele Menschen, die niemals irgendeine Altersvorsorge betrieben haben beziehungsweise auch in der Gegenwart keinerlei Altersvorsorge betreiben.
    Ich habe oftmals den Eindruck, dass dies sogar für ein überwiegenden Großteil der „Normalos“ gilt.

    Ob das für die überwiegende Anzahl gilt, sei mal dahingestellt und ebenso die Frage, wie repräsentativ die Sozialberatung für Normalos ist. Man hat es hierzulande den Leuten jedenfalls sehr einfach gemacht, das Thema Altersvorsorge zu ignorieren. Noch immer wird in großen Teilen der Politik (zumindest nach außen) der Anspruch vertreten, dass man von der GRV ordentlich leben können sollte. Natürlich bleibt das nicht ohne Folgen für die Bevölkerung.

    Und als unter Schröder mit der privaten Vorsorge und Riester-Rente begonnen wurde, hat man zwar für eine kurze Zeit herausgestellt, wie unverzichtbar die private Vorsorge in der Zukunft sein soll. Aber das Thema dann doch recht schnell wieder aus dem Rampenlicht verschwinden lassen...mit Rentenkürzungen ist kein Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen.

    Der Strom Speicher wird direkt integriert.

    So kann der Betreiber seine Einspeisung steuern.

    Alles schön und gut...aber die rationale Variante ist dann, dass man sich die Arbeit mit den Modulen spart und nur einen Großspeicher installiert.

    Ein etwas radikalerer Ansatz wäre, dass auch private Verbraucher nur noch dynamische Stromtarife bekommen, so dass hier ein größerer Anreiz wäre, den Strom "netzdienlicher" zu verbrauchen, wo möglich. Wäre aber sicher sehr unpopulär und würde vielleicht für andere Verwerfungen sorgen.

    Wobei das Problem in der Praxis darin besteht, dass Privathaushalte zu wenig steuerbaren Verbrauch haben. Spül- und Waschmaschine machen mit ihren gesammelten halben kWh den Bock nicht fett. Gekocht wird, wenn man zu Hause ist und der Gamingrechner läuft auch dann. Kühlschrank und Gefriertruhe brauchen insgesamt sehr wenig, da reden wir oft von 100kWh im Jahr. Die Heizung der Wärmepumpe kann man minimal verschieben, aber zu den typischen Negativpreiszeiten im Sommerhalbjahr ist die eh aus. Warmwasserbereitung ist schon besser, aber wieder im Umfang recht gering. Reden wir auch wieder über 0,5-1kWh, abhängig davon, wie viel geduscht wird. Größeren steuerbaren Verbrauch hat man eigentlich nur beim Elektroauto, wo mit typischen Fahrleistungen 4-6kWh pro Tag zusammenkommen und das problemlos über mehrere Tage geschoben werden kann. Problem hier ist, dass viele Autos tagsüber nicht zu Hause stehen, sondern am Arbeitsplatz oder Ausflugszielen. Es müsste dort sehr viel mehr Lademöglichkeiten geben und diese auch dynamische Preise stellen.

    Und das wäre wer? Wenn die erneuerbaren genügend liefern kann der Strompreis doch gar nicht wesentlich über 0 liegen. Und ob er nun 0,01 eiro oder 0 Euro oder -0,5 Euro ist spielt doch für die Erzeuger nach Marktpreis keinen Unterschied: Fossil ist raus. Erneuerbar schaltet ab.

    Und spielen wir mal hypothethischen Investor für einen Solarpark. Wir wollen diesen ohne Subventionen bauen. Womit finanziert sich unser neuer, unsubventionierter Solarpark, wenn er zuverlässig zu den guten Tagen und Zeiten abschaltet, um Negativpreise zu vermeiden? Richtig...gar nicht. Der wird nicht gebaut. Aber ein System, das nur durch Subventionen läuft, ist auf Dauer nicht tragfähig.

    Und denk daran, negative Preise sind nur die Spitze des Eisbergs. Dazu kommen noch zahlreiche Stunden mit minimal positiven Preisen, die unter den Gestehungskosten des Solarparks liegen.

    Und wieder meine Frage: wie oft/lange ist er das und falls es lange ist warum tut der Bund nichts dagegen???

    Eine Statistik dazu habe ich letzte Woche verlinkt. Negative Strompreise hast du in gewissen Monaten zuverlässig von 11-16 Uhr, mittlerweile häufiger auch schon 10-17 Uhr. Fast jeden Tag und insgesamt fast 20% des gesamten Monats.

    Warum man nichts dagegen tut? Weil zum einen der Staat schon länger glaubt, dass er es besser könnte als die Marktwirtschaft. Und zum anderen, weil es nicht billig wird, das Problem zu lösen. Das würde erfordern, die Bestandsanlagen irgendwie auszukaufen und aus der fixen Einspeisevergütung in Marktpreise zu überführen. Damit wird der Preis des Fehlers sofort offensichtlich.

    Und die Einspeisevergütung hatte man auch senken können, anstatt sie komplett abzuschaffen...

    Nein. Daran merkt man, dass du dir das nicht konsequent durchdenkst. Das Kernproblem ist die Einspeisung bei nicht vorhandenem Bedarf, erkennbar an negativem Strompreis. Es ist vollkommen egal, ob du 0c oder 4c vergütest. Erst wenn die negativen Strompreise durchgereicht werden, sieht man den Effekt. Heute wird eh jede Neuanlage mit Smart Meter ausgerüstet. Es ist überhaupt kein Problem, dieses mit dem Wechselrichter zu verbinden und bei negativen Preisen die Einspeisung zu unterbinden.

    Und wie am Anfang geschrieben...negative Preise sind nur die Spitze des Eisbergs. Die minimal positiven Preise sind genauso ein Problem. Aus Sicht des Systems ist ein gebremster Solarausbau in näherer Zukunft keine Katastrophe, sondern dringend nötig. Die Voraussetzungen sind weder bei der Speicherung noch bei den Netzen geschaffen und auch nicht beim flexiblen Verbrauch, um mal die Kurve zum Threadthema wieder zu bekommen. Marktpreise sorgen dafür, dass Ausbau und Verbrauch einigermaßen im Gleichschritt passieren. Politisch festgelegte Preise manipulieren in die eine oder andere Richtung und hinterher wundert man sich, dass der Markt dysfunktional ist. Von Solarstrom bis Miete

    Sind negative Preise überhaupt ein Problem?

    Ja natürlich. Erstens ruinieren die negativen Preise nachhaltig den Anreiz für alle, die zu Marktpreisen arbeiten. Zweitens zahlt man bei negativen Preisen mehr als wenn man die Anlagen einfach für die Abschaltung und entgangenen Strom bezahlen würde. Das Geld ist schlicht und einfach verschwendet und könnte viel besser investiert werden. Selbst wenn man nichts investiert...das wäre alles viel billiger zu haben.

    Schlecht ist's natürlich für den, der es zahlt. Das dürfte zum größten Teil der Bund sein

    "Der Bund" sind wir alle. Gerade ist ja Saison für Steuererklärungen...denk dann daran, dass Kleinvieh auch Mist macht und diese Einstellung dich jedes Jahr eine nicht geringe Summe kosten dürfte

    Erste Maßnahmen wurden ja auch schon ergriffen (keine Vergütung bei negativen Preisen)

    Das reicht aber nicht. 0c Vergütung sind auch massiv über Marktpreis, wenn der im negativen ist. Wenn du eine Anlage nach der aktuellen Regelung hast, speist die trotzdem ein und macht das zum Problem für andere. Man hat jetzt den schwarzen Peter an die Netzbetreiber weitergeschoben und erwartet, dass die abregeln. Die dürfen das meinem Wissen nach aber nur bei Netzüberlastung, nicht wegen negativen Preisen. Das Problem wird so kaum gelöst.

    Alleine durch die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung dürften dieses Jahr noch massenhaft Anlagen ans Netz gehen, bei denen eine teilweise Einspeisung zum Nulltarif fest eingeplant ist. Diese Anlagen machen dann für 20 Jahre weiter Probleme, da sie nicht zu Marktpreisen arbeiten. Meine PV-Erweiterung eingeschlossen, sofern ich einen Elektriker finde, der mir was anschließt, was er weder verkauft noch durch einen Subunternehmer montiert hat. Das wären dann 10kWp und eine Erweiterung um das 1,5-fache der Bestandsanlage. Zwar Ost-West, aber im Sommer steht die Sonne hoch und da kommen auch ganz ordentliche Erträge zusammen, wenn sie keiner braucht.

    und da die Regierung m.e. gerade den weiteren Ausbau abwürgt (statt sich um Netze, Speicher, Strompeiszonen und Nachfrage zu kümmern)

    Es ist einfach, auf der Politik rumzuhacken. Die kann es nur falsch machen. Ist sie für Subvention in Form von Einspeisevergütungen über Marktpreis, entstehen die diskutierten Fehlanreize. Schafft sie Subventionen ab, redet jeder vom Abwürgen. Eine Aufteilung in mehrere Strompreiszonen würde garantiert zum Kleinkrieg um die Frage, wo die Grenzen denn konkret verlaufen. Denn keiner will 20km auf der "falschen Seite" sein. Und die Aufteilung in mehr Strompreiszonen löst das zugrundeliegende Problem nicht...der Süden ist eher windarm. Alle hacken gerne auf Söder rum, aber nach 15 Jahren mit grünem Ministerpräsidenten ist BW bei der Windkraft kaum besser als Bayern. Es liegt nicht nur am Parteibuch. Und wenn die Politik die Nachfrage z.B. durch Wärmepumpenpflicht und Verbrennerverbot erhöhen will...die Konsequenzen sind bekannt.

    Das Kernproblem ist nicht, ob die Politik einen guten oder schlechten Job macht. Das Kernproblem ist, dass das Ziel nicht realistisch ist. Eine Netto-Null bis 2045 würde voraussetzen, dass wir ab jetzt alles elektrifizieren, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist und dabei auf Effizienz achten. Sanierungspflichten für Bestandsimmobilien, Wärmepumpen statt fossiler Heizungen, Wärmepumpen statt Infrarot, sparsame Autos statt fetter Elektro-SUV mit der Aerodynamik einer Schrankwand, Verkehrswende statt reiner Antriebswende, Flüge werden wieder ein seltenes Privileg für wichtige Fälle statt einer Woche Gran Canaria in den Osterferien. Und selbst dann ist fraglich, ob die Netto-Null wirklich erreichbar ist, denn wir haben nur noch 19 Jahre. Es gibt nur begrenzt viele Handwerker für die energetische Sanierung. Industrieanlagen werden auf viele Jahrzehnte geplant. Bereits existierende Heizungen und Autos werden in größerer Anzahl auch 2045 noch laufen