Das ist jemand, der neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter noch so viel Zeit hat, über Nebentätigkeiten eine halbe Mio. pro Jahr zu erwirtschaften
Zum Realitätsbezug:
Die Entlohnung von Bundestagsabgeordneten - sprich die sog. Abgeordnetenentschädigung (umgangssprachlich "Diäten") - ist bei sachlich-nüchterner Betrachtung und von der Tendenz her hoch, sehr hoch bis äußerst finanziell lukrativ sprich attraktiv besondere für Menschen mit sehr geringer beruflicher Qualifikation, insbesondere auch solche, die ganz ohne jeden Berufsabschluß sind und/oder solche, die in ihre Vita kaum bis gar keine (gut) bezahlten Tätigkeiten außerhalb der Politik-Community (um die Formulierung Politik-Blase zu vermeiden) aufweisen.
Die Entlohnung von Bundestagsabgeordneten - sprich die sog. Abgeordnetenentschädigung (umgangssprachlich "Diäten") - ist dagegen bei sachlich-nüchterner Betrachtung und von der Tendenz her eher bestenfalls mittelmäßig, überschaubar bis niedrig - und damit finanziell eher wenig bis unattraktiv - wenn diese Protagonisten über eine höhere bis hohe Qualifikation verfügen und/oder auch langjährige, erfolgreiche und (gut) entlohnte Tätigkeiten außerhalb der politischen Community (um die Formulierung Politik-Blase zu vermeiden) aufweisen.
Der hier erwähnte Olaf Gutting dürfte Abitur und ein abgeschlossenes Studium haben und zudem seit vielen Jahren als Rechtsanwalt und Fachanwalt zugelassen sein. Nach einer Info im Internet sollte er beispielsweise auch jahrelang Aufsichtsratsvorsitzender eine Volksbank gewesen sein.
Zudem kann jedem Abgeordneten (Beamte natürlich ausgenommen ...), der aus einer leitenden Position der "freien" Wirtschaft kommt und/oder zuvor selbständige Tätigkeiten ausgeübt hat, generell nur zwingend angeraten sein, den Kontakt zu seinem früheren Beruf und Arbeitsumfeld nicht völlig aufzugeben sprich zu verlieren (während seiner Zeit als Abgeordneter, deren Dauer sowohl von Wahlergebnissen als auch dem Verhalten seiner Partei abhängt).
Eine normative Aussage zu dem besagten Herrn ist meinerseits damit nicht verbunden.
Ob das dann ein geeigneter Ansprechpartner in solchen Fragen ist?
"Geeignete Ansprechpartner" (um Deine Formulierung aufzugreifen) bei Themen wie dem hier vorliegenden speziellen Thema (und Wirtschafts- und Finanzthemen generell) sind - nach meinen langjährigen Erfahrungen - im Bundestag ohnehin und generell sehr dünn gesät.
Oder wie es Prof. Schularick (Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft) jüngst im TV bei Sandra Maischberger formulierte, als er auf die Reaktion von Spitzenpolitikern auf seine Vorschläge angesprochen wurde (Tenor aus der Erinnerung):
"Die hören sich das gerne und wohlwollend an, weisen aber dann auf die fehlende politische Durchsetzungsmöglichkeit hin. Da in der Fraktion vielleicht 20 oder nur 10 Leute sind, die sich mit Wirtschaft auskennen - aber die anderen 200 oder 220 dies dann in der Fraktion aus anderen Gründen nicht wollen"
und dann in einer Bundestagsdebatte formuliert "sie stinken nach Neid"...
Ob der oder die damit angesprochene andere Abgeordnete tatsächlich nach "Neid stinkt" entzieht sich meiner Kenntnis.
Tatsache ist aber, daß der Sozialneid in Deutschland ganz besonders ausgeprägt ist. Das zeigt nicht nur anekdotische Evidenz und meine langjährige persönliche Empirie (so wie die von vielen anderen in meinem näheren und weiteren Umfeld) sondern beispielsweise auch eine spezielle Untersuchung zum Thema "Social Envy Coefficient" (SEC), demnach war nur in Frankreich der Sozialneid noch höher ausgeprägt als in Deutschland (da sind wir immerhin noch Vizeweltmeister - im Gegensatz zum Fußball) : Frankreich Platz 1 (Koeffizient oft über 1,2; Deutschland Platz 2 (Koeffizient 0,97) ... Vergleichsländer wie die USA (0,42) und Großbritannien (0,37) haben signifikant niedrigere Werte. Noch positiver sehen Menschen in Ländern wie Schweden, Polen, oder Vietnam den auch finanziellen Erfolg von erfolgreichen Menschen.
War sonst noch was ... ? Ach ja ...
Cui bono? Den Menschen im Land oder Partikularinteressen?
"Den Menschen im Land" wäre mit nichts mehr gedient, als wenn (endlich) Rahmenbedingungen von politischer Seite so gesetzt würden, daß die Wirtschaft (endlich) wieder auf die Beine kommt (seit sieben Jahren Rezession sprich kein reales Wachstum, Potentialwachstum bei Null, private Investitionen äußerst schwach (könnte etwas pointierter auch als Investitions-Streik bezeichnet werden)), denn an der Wirtschaft hängt sozusagen alles (Arbeitsplätze, Sozialsysteme, Steuereinnahmen, Schuldentragfähigkeit der historischen Rekord-Neuverschuldung usw. usw.)
Ansonsten könnte der Weg - schon auf mittlere Sicht - Richtung Frankreich führen als Paradebeispiel für Reformunfähigkeit, Stagnation und - als typische Folge - eine Erosion der politische Mitte bei parallel immer stärkeren rechten und linken Ränder.
Dir übrigens weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen ... !