Statistik ist doch etwas feines.
Du weißt wie die durchschnittliche Lebenserwartung ermittelt wird?
Der Durchschnitt der Alterskohorte ist dann erreicht, wenn genau 50% der geborenen Kinder einer Alterskohorte verstorben ist.
Da gehören aber alle Menschen hinein, vom Säugling über das baumkletternde Kind bis zum motorradfahrenden bergsteigenden Kettenraucher.
Und mit jedem Blatt, dass Du vom Kalender abreißt, steigt die Wahrscheinlichkeit etwas älter zu werden als der 'Durchschnitt'. 
Dazu kommt dann noch, dass m.E. auch der familiäre Genpool eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt. Schau Dich in Deinem Familienkreis um. Sind die Eltern, Onkel/Tanten, Großeltern, Großtanten, usw. eher überdurchschnittlich alt geworden? Im Idealfall dann sogar noch bis ins hohe Alter gesund geblieben?
Wenn das so ist, würde ich auch eher mit einer überdurchschnittlichen eigenen Lebenserwartung kalkulieren.
In meiner Familie sind meine Vorfahren alle überdurchschnittlich alt geworden. Also kalkuliere ich auch eher mit eine überdurchschnittlichen Lebenserwartung. D.H. nicht, dass ich davon ausgehe so alt zu werden. Gegen das Schicksal ist niemand gefeit. Aber zumindest finanziell plane ich ein etwas älter zu werden.
Das hat ja auch den Vorteil, dass man dann Geld, dass man für das 'höhere' Alter zurück legt auch noch in Aktien-ETF anlegen kann.
Diese Aussage ist falsch. Es kommt schlichtweg auf das Vermögen und den Finanzbedarf an.
Wer 5 Mio. €, aber nur einen Finanzbedarf von 2.000€ im Monat hat, kann guten Gewissens auch nahezu das gesamte Vermögen in ETF anlegen. Die Frage ob man dass dann überhaupt noch tun muss ist dann eine ganz andere Frage.