Beiträge von Kredithai2023

    Ich bin irgendwie über das Wort "Hauskreditrate" gestolpert.

    Das passt für mich nicht so recht mit Sparraten für ein ETF-Depot und den Riestervertrag zusammen. Hast Du Dich einmal beraten lassen, ob Du den Riestervertrag nicht auch zur Immobilienfinanzierung hättest verwenden können (oder noch kannst) und ob Du mit dem ETF-Depot nicht den Kredit zu tilgen und Deine Zinsbelastung (= Negativrendite) reduzieren könntest?

    Das würde keinen Sinn machen. Ich habe zu 0,7% effektiv finanziert in der absoluten Tiefphase, bevor die Zinsen langsam wieder anstiegen. Habe den Kredit über einen Darlehensvermittler abgeschlossen und (meiner Meinung nach) gut verhandelt, verschiedene Anbieter verglichen etc.

    Eine Sondertilgung entspricht einer Anlage mit 0,7% Rendite. Da spare ich lieber die Beträge 100% in ETFs und bekomme deutlich mehr Rendite (im Schnitt zwischen 3-5% jährlich). Sogar auf meinem Tagesgeld bekomme ich aktuell schon 2,3%. Warum also sondertilgen?

    Bzgl. des Riester-Vertrags habe ich mir damals tatsächlich überlegt, das Guthaben zur Kredittilgung zu verwenden. Aber wie gesagt, ich habe dann gelesen, dass dann auch die Kapitalgarantie futsch wäre, somit würde ich auf einen Schlag 7000 Euro Verlust realisieren. Das ist mein Wissensstand.

    Okay, du gehst tatsächlich davon aus, dass die Garantieleistung am Ende greift. Wie gesagt, ich bin hier etwas skeptisch. Die Politik wird einen Weg finden, dass wir am Ende auf einem Teil der Verluste sitzenbleiben, so meine Vermutung. Stichwort: Direktversicherung mit den Krankenkostenbeiträgen. Die Direktversicherung wurde früher auch als Top-Produkt gepriesen, im Nachhinein ist es für viele nun ein Verlustgeschäft.

    Ich habe aktuell übrigens 100% Aktienquote bei Fairr. So gesehen nicht schlecht, trotzdem läuft das Depot deutlich schlechter als mein privates ETF-Depot mit vielen Standard-ETFS (MSCI, Nasdaq 100, Dax und verschiedene Einzelaktien). Es liegt vermutlich an den Low Volatility-ETFs und den hohen laufenden Kosten von Fairr.

    Vermutlich werde ich aber auch wieder beitragsfrei stellen, kündigen wäre ja keine Option.

    Riester allein der Steuer wegen ist nicht wirklich überzeugend.

    100% Beitrag = 42% Steuererstattung - gezahlte Zulagen

    Da kann man besser die 100% direkt gut investieren.

    Falls der Riestervertrag gut ist, dann ist die zusätzliche Steuerersparnis ein Argument für den Vertrag, aber nie das Hauptargument.

    Danke für deine Rückmeldung. Das macht Sinn.

    Aber "gute" Riestervertrage? Kenne ich nicht. Nenne mir bitte einen. Das Problem ist doch bei allen Verträgen immer dasselbe:

    - teils hohe Abschlussgebühren / hohe laufende Kosten

    - unflexibel

    - Rendite meist schlechter als "der Markt" (bzw. ETF-Anlagen)

    Und ich spreche hier nur von fondsbasierten Produkten. Alle anderen kann man meiner Meinung nach für die AV sowieso vergessen.

    Hallo zusammen,

    zunächst möchte ich vorwegschicken, dass ich in puncto Finanzen ein relativ solides Grundwissen habe (Bankausbildung, BWL-Studium, Finanzliteratur), was aber NICHT heißen soll, dass ich mit allen Eigenheiten der verschiedenen Finanzprodukte vertraut bin, besonders im Bereich der Altersvorsorge gibt es ja unzählige Produkte mit vielen steuerlichen Erwägungen.

    Meine Bankgeschäfte erledige ich seit 20 Jahren allesamt online, ich bin sehr aktiv bei den Neo-Brokern und brauche in puncto Geldanlage keine "Beratung".

    Ich investiere eigentlich alles (langfristig) in Aktien / ETFs und habe damit über längere Zeit vorwiegend gute Erfahrungen gemacht. Kurzfristige Käufe / Verkäufe interessieren mich eigentlich weniger.

    Ich habe bereits in jungen Jahren einen Riester-Vertrag (damals noch bei der Deka) abgeschlossen, später bin ich dann zu Fairr gewechselt, weil ich den ETF-Gedanken interessant fand. Aus heutiger Sicht würde ich kein Riester-Produkt mehr abschließen, sondern nur noch selbst in ETFs ansparen (was ich nebenbei auch noch mache).

    Nun ist es so, dass (wie jeder weiß) der Fairr-Riester zu Corona Zeiten komplett aus den ETFs in Anleihen raus ist und dann viel zu spät in Aktien reinvestiert hat. Jeder Aktien-Anfänger weiß, dass man sowas nicht macht, aber das Riester-Kontrukt macht den Banken hier wohl völlig sinnfreie Vorgaben.

    Aktuell habe ich einen Verlust von ca. 7000 Euro / 30% stehen bei ca. 27 Jahren Restlaufzeit. Ich bespare den Riester-Vertrag seit ca. einem Jahr wieder, um Förderung und die Steuererstattung abzugreifen, überzeigt bin ich allerdings schon lange davon nicht mehr.

    Auffällig ist, dass das Riester Depot selbst in Zeiten, wo die Aktienmärkte gut laufen, kaum wächst, meine selbst verwalteteten Depots laufen allesamt deutlich (!) besser. Obwohl die ETFs, in die Raisin investiert, per se nicht "schlecht" sind, es sind halt vorwiegend Low Volatility ETFs (weniger Risiko -> weniger Rendite). Die Kosten bei Fairr sind ebenfalls nicht unerheblich.

    Meine Fragen / Gedanken hierzu:

    - Wenn ich den Vertrag beitragsfrei stelle, muss ja am Ende die Sutor-Bank den Verlust ausgleichen. Kann man davon ausgehen, dass die Bank diese Verluste später auch stemmen kann? Mich würde es nicht wundern, wenn die Bank später aufgrund der hohen Verluste im Riester-Geschäft vom Markt verschwinden würde. Die haben ja zahlreiche Riester-Bestandskunden mit hohen Verlusten an der Backe. Ich würde vermuten, dass der größte Teil der Kunden den Vertrag beitragsfrei gestellt hat nach dem Corona-Desaster. Oder es kommt irgendeine nachträgliche Gesetzesänderung und Riester-Sparen bleiben auf den Verlusten sitzen. Würde mich auch nicht wundern.

    - Mir ist aufgefallen, dass Raisin, sobald ich den Vertrag beitragsfrei stelle, alles komplett in Anleihen umschichtet. Ich frage mich, wie die dann 30% Verlust mit Anleihen ausgleichen wollen. Logisch wäre ja eher, alles in Aktien zu lassen, damit überhaupt noch eine Chance besteht, den Verlust auszugleichen. Das hängt vermutlich mit den Vorgaben des Riester-Produkts zusammen, oder?

    - Schon immer fällt mir auf, dass hier ständig umgeschichet wird, da werden mal diese Anteile verkauft, dann wird wieder ein anderer ETF-gekauft (teils sogar mit gleicher Ausrichtung, aber von einem anderen Unternehmen), eine Struktur erkenne ich hier nicht.

    - Die Förderung von 175 Euro ist lächerlich, wie jeder weiß, wird diese fast von den Kosten wieder aufgefressen. Allerdings erhalte ich durch den Riester-Vertrag auch eine zusätzliche Steuererstattung (das mit der nachgelagerten Besteuerung weiß ich), die ich natürlich auch wieder vollständig in ETFs / Aktien investiere (Neo-Broker Depot) und die mir auch eine kleine zusätzliche Rendite einbringt.

    - Ich habe mir auch schon überlegt, das Guthaben aus dem Riester-Vertrag zur Sondertilgung meines Immobilienkredits zu verwenden. Allerdings ist es dann wohl so, dass bei einer Entnahme die Verluste "realsiert" werden, ich also die 7000 Euro endgültig abschreiben müsste.

    Was würdert ihr mit dem Produkt machen? Beitragsfrei stellen und hoffen, dass die Sutor-Bank die Verluste später wieder ausgleichen kann? Die Kosten laufen dann ja weiter, wahrscheinlich würde das Kapital dann sogar sinken.

    Da ich monatlich ca. 160 Euro anspare (um die max. Steuererstattung abzugreifen) könnte ich diesen Betrag dann problemlos in mein ETF-Depot laufen lassen. Da spare ich (zu meiner Hauskredit-Rate i. H. v. 1400 Euro) aktuell monatlich ca. 600 Euro an. Mein Gefühl sagt mir einfach, dass ich mit meinem eigenen, privaten ETF-Depot trotz Förderung und Steuererstattung langfristig deutlich besser dastehe. Riester ist für mich in Bezug auf Aktien eine Fehlkonstruktion, denn Rendite kann bekanntlich als Risikoprämie verstanden werden, aber gerade dieses Risiko will Riester ja eleminieren.

    Ich freue mich auf eure Ratschläge / Ideen.