Beiträge von 12345

    das habe ich jetzt angestoßen, da mir nicht zuletzt durch Finanztip seit ein paar Jahren die Bedeutung der Kosten jeglicher Finanzanlage bewusst geworden ist. Im Falle der Commerzbank steht zudem m.E. überhaupt keine Dienstleistung mehr dahinter.

    Sieht Dein Vater das auch so? Du schreibst, er ist voll geschäftsfähig - dann sollte er das doch auch selbst entscheiden!

    Der obligatorische Sprachassi ist eine Frechheit und wenn die letzte Filiale in mittelgroßen Städten dicht gemacht hat, dann ist es vorbei mit der Autonomie der treuen Kunden aus der Rentnergeneration. Die Ängste vor Onlinebanking, erst recht die vor Banking-Apps ist eine große Hürde und so bleibt alles wie gehabt.

    Was heißt das für einen Verkauf und Wiederanlage? Tagesgeld und Geldmarktfonds ohne Banking-App dürfte heutzutage nicht ganz einfach zu bekommen sein, erst recht mit guten Konditionen und wenn man die Kosten einer Filialbank vermeiden möchte.

    Ich kann gut verstehen, dass Dich die Kosten der Anlage ärgern, aber es ist nicht Dein Geld. Gerade, wenn Du auch noch Geschwister hast, kann so ein "Anstoßen" einer Änderung der Geldanlage bei einem Elternteil für viel böses Blut sorgen.

    Meine Eltern legen ihr Geld auch anders an als ich das machen würde (Immobilien, wenige Einzelaktien, ich glaube sonst im Wesentlichen Festgeld, aber weiß es auch gar nicht so genau). Ich würde das nicht so machen (bzw. mache es mit meinem eigenen Geld auch anders). Aber meine Eltern sind erwachsen, voll geschäftsfähig und damit ist es nicht meine Aufgabe, ihnen da reinzureden oder irgendwelche Änderungen oder Optimierungen anzustoßen.

    Klar, wenn ein Elternteil dabei wäre, einer Betrugsmasche aufzusitzen oder nicht mehr im Vollbesitz der geistigen Kräfte wäre, da würde ich auch versuchen, mich zu kümmern. Aber "nur" wegen eines hohen Ausgabeaufschlags und einer hohen TER, bei einem Fonds der alles in allem nicht völlig katastrophal performt hat und einem Elternteil, das geistig fit ist? Da würde ich absolut die Finger davon lassen!

    Noch zur Info: Mein Vater ist trotz seines Alters voll geschäftsfähig

    [...]

    Ich halte den Zeitpunkt allerdings jetzt noch für gut das Ding abzustoßen und dabei die Steuern optimieren. Soll er besser in TG oder GMF stecken und hat Ruhe.

    Das ist sehr erfreulich!

    Was bringt ihn denn dazu, dass er jetzt den Fonds loswerden möchte?

    Nicht falsch verstehen, ich finde den Ausgabeaufschlag und die TER auch eine Frechheit, aber auch für die Frage, was danach mit dem Erlös passieren soll, wäre es ja wichtig, was genau Deinen Vater ausgerechnet jetzt an der Anlage stört.

    Hat er jetzt erst realisiert, wie teuer der Fonds ist und will die Kosten nicht weiter tragen, stört sich aber nicht am Aktienrisiko und benötigt auch das Geld absehbar nicht? Dann kommt ggf. eine Neuanlage in einen kostengünstigeren marktbreiten Welt-ETF in Frage.

    Oder sind ihm Aktien (mittlerweile) zu unsicher und/oder er benötigt liquide Mittel jetzt oder auch als Reserve (z.B. für Pflege, Altenheim, was auch immer...)? Dann wären Tagesgeld (Einlagensicherung beachten!) oder Geldmarktfonds in der Tat eine passendere Alternative.

    2010 lag der Kurs bei rund 90 €, heute bei 195 €. Die Steuerbegünstigung von Altfonds galt für Käufe vor dem 1.1.2009. Zum 1.1.2018 wird ein Schnitt gemacht, alle Kursgewinne davor sind voll steuerpflichtig, alles seitdem zu 70% für Aktienfonds und 100% für Anleihefonds. Die Rückgabe an die Fondsgesellschaft ist kostenfrei.

    Danke, da war was! Bei Aktien gilt die Steuerfreiheit zeitlich unbegrenzt fort, nur bei Fonds gab es den zusätzlichen Stichtag 2018 oder?

    Die Höhe der Kapitalertragssteuer wird zwar noch mit dem Steuerberater besprochen, dürfte aber nach meinen Infos aufgrund der Erstanlage 2010 relativ gering ausfallen.

    Was hat das mit der Erstanlage 2010 zu tun? Ich meine mich zu erinnern (aber das ist gefährliches Halbwissen), dass es vor 2009 (!) andere steuerliche Regelungen gab und es für vor 2009 erworbene Aktien und Fonds eine Art "Bestandsschutz" gibt und Kursgewinne nicht der Abgeltungssteuer unterliegen. Aber 2010 gab es doch schon die Kapitalertragsteuer nach heutigem Muster?

    Hab jetzt nur die letzten Posts gelesen. Warum nicht zu einem Neobroker? Keine Ordergebühren. Ein Zweitdepot ist sowieso nützlich.

    Nach allem, was ich über Neobroker die letzten ein bis zwei Jahre über gelesen habe, würde ich da mein Geld nicht freiwillig anlegen. Probleme bei Abrechnungen, kein Service, Antworten von KI-Bots und kein echter Mensch, der sich ernsthaft mit Problemen auseinandersetzt.

    Lieber mit ein paar Klicks ein paar mehr kostenlose Sparpläne eröffnen oder bei ganz hohen Beträgen einmalig eine Ordergebühr und dabei ordentlichen Support und ordentliche Abrechnungen, als ein paar Euro gespart und hinterher nur Ärger.

    Es muss ja nicht die ING sein, je nachdem, was man schwerpunktmäßig kaufen und wie man anlegen möchte gibt es auch diverse andere Direktbanken mit nochmal anderem Kostenprofil. Ich sehe da nicht wirklich den Mehrwert von Neobrokern.

    Brauchst du nicht. Ich habe jetzt für 15.Mai testweise in einem ING-Depot angefangen Sparpläne für den Kommer-ETF mit jeweils 1000 Euro anzulegen. Nach dem Siebten (7) habe ich erschöpft aufgehört. Über 5 hinaus geht also.

    Ich wusste nicht, dass tatsächlich auch mehr als fünf je Ausführungszeitpunkt gehen. Wieder was gelernt! Vermutlich setzt die ING darauf, dass auch der größte Geizhals es irgendwann leid ist, Sparplan Nr. 47, 48, 49 einzurichten (und nach einmaliger Ausführung alle wieder zu löschen!). ^^

    Habe noch eine Verständinsfrage: wenn man einmalig einen größeren Betrag in einen Sparplan stecken möchte (z.B. 20k), geht das nur über einen Order (mit Gebühren) oder über mehrere Monate durch eine manuelle Umstellung (4x 1000EUR pro Monat) oder durch weitere separate ETFs?

    Du brauchst dafür nicht zwingend Monate.

    Bei der ING z.B. kann man mehrere (bis zu fünf?) Sparpläne zu je 1.000 EUR auf ein und denselben ETF je Ausführungszeitpunkt einrichten. Im Monat gibt es vier Ausführungszeitpunkte (ich glaube der 1., 7., 15. und 23. (?) des Monats). Das bedeutet, man hätte 20.000 EUR in einem Monat investiert.

    Nachteil: Man kann die Uhrzeit der Ausführung nicht bestimmen, und man erhält vier unterschiedliche Einstiegskurse.

    Mit zunehmender Höhe werden auch die Kosten des Einmalkaufs anteilig immer geringer. Bei 20.000 EUR wären es 54,90 EUR und damit ca. 0,27% des Anlagebetrags. Bei noch höheren Einmalkäufen greift die Deckelung auf 69,90 EUR, bei 50.000 EUR Anlagebetrag sind es dann nur noch 0,14%, bei 100.000 EUR Anlagebetrag nur noch 0,07%. Klar, 69,90 EUR sind Geld, aber in Relation zum Anlagebetrag jedenfalls so wenig, dass es die Rendite auf lange Sicht kaum messbar beeinträchtigt.

    Aktuell gibt es wohl auch diverse Aktions-ETFs mit 1,90 EUR Ordergebühr. Da kann man sich dann wirklich überlegen, ob man den Aufwand mit 20 Sparplänen betreiben will oder doch die einmaligen 1,90 EUR zahlt.

    Wie bitte?

    Ich hab 2,8k und spare davon 1,5k. Ok das ist krass aber trotzdem wüsste ich gar nicht wie ich alles verkonsumieren sollte. Jeden Monat noch ein neues iPhone Pro oder jeden Monat eine AiDA Reise?

    Es gibt Gegenden, da kostet eine 50qm-Wohnung 1.000 EUR kalt, mit Nebenkosten, Internet etc. bist Du da bei 1.500 EUR im Monat und hast noch nichts gegessen.

    Wohnkosten sind ein enormer Faktor, und da gibt es dann eben auf der einen Seite die mit Eigentum oder „alten“ Mietverträgen, und auf der anderen Seite die, die auf dem freien Markt in den letzten Jahren neu mieten mussten. Ich schätze mal, Du bist einer der ersten Gruppe.

    Welche Zahlen fehlen Dir von meiner Seite bzw. die der Bank(en)?

    Zum Bausparvertrag: Mit wieviel wird er bei Ende der Zinsbindung bespart sein, wie hoch wird das Bauspardarlehen sein, wie hoch die Rate für die Abzahlung des Bauspardarlehens, wie lange wird die Abzahlung dauern und welche Kosten fallen (während der Ansparphase aber ggf. auch während der Darlehensphase) an, fallen Kosten für eine neue / zu übertragende Grundschuld an? Wann wird der Bausparvertrag voraussichtlich zuteilungsreif sein? Wie ist die Kündigungsfrist für den Bausparvertrag? Gibt es irgendwelche Regelungen zu Bonuszinsen o.ä.?

    Beim Bankdarlehen ist die Sache im Grunde klar, am Ende der Zinsbindung gibt es eine Restschuld, für die muss ein neues (Forward-)Darlehen abgeschlossen werden zu den dann geltenden Marktkonditionen. Man kann Stand heute nicht wissen, was 2037 (oder 2032, wenn ein Forward-Darlehen möglich wäre) der Zinssatz sein wird. Man kann aber, wenn man die genauen Daten des BSV hat, berechnen, ab welchem künftigen Zinssatz sich der Bausparer lohnen würde. Und man kann sich überlegen, ob es eine Grenze für den Anschlusszins gibt, ab der z.B. die Rate nicht mehr finanzierbar wäre (bei dir quasi ausgeschlossen mit alternativer Anlage, soweit ich das überblicke - da ist es eher noch die Frage, ob du es mit dem bereits im BSV liegenden Geld schaffst, bis dahin parallel soviel anzusparen, dass du am Ende gar keine Anschlussfinanzierung brauchst).

    Ich würde eher sagen, dass es ein Tagesgeld ist, was eine Aktivierungseinzahlung (min. 5000 € vor dem 27.5.) braucht ;)

    Da bin ich mir bei der Formulierung nicht sicher.

    Die liest sich so, als würde die Einzahlung vor dem 27.05. den Zinssatz aktivieren, allerdings nur für das vor dem 27.05. eingezahlte Geld. Zahlt man etwas aus, verringert sich der zu verzinsende Betrag. Da steht nicht drin, dass sich der zu verzinsende Betrag wieder erhöht, wenn man während der Laufzeit etwas zusätzlich einzahlt.

    Das ist in der App ganz problemlos möglich. Einfach beim jeweiligen Sparplan rechts oben auf das Plus klicken und einen weiteren Sparplan auf das entsprechende Wertpapier anlegen.

    Das kann ich bestätigen! Geht problemlos! Die Funktion ist nur etwas versteckt, man muss wissen, dass es sie gibt.

    Wird im Video gut erklärt. Keine Einsicht eben. Es werden verschiedene Szenarien „durchgespielt“…der Sägezahnmarkt fehlt. Keinerlei Berücksichtigung von steuerlichen Aspekten.

    Ich schaue nicht gerne Videos und lese lieber die originale Quelle. Aber sehe es auch nicht ein, diese Art von journalistischer Minderqualität auch noch finanziell zu unterstützen. ^^

    Ein anderes Beispiel: Ein Maler- und Lackierergeselle verdient im Schnitt laut Entgeltatlas der BA 3211 Euro. Davon bleiben ihm mit Lohnsteuerklasse IV und 0,5 Kinderfreibeträgen ~2187 €.

    Für eine Wohnung zahlt er warm dann etwa 1200 Euro und 987 Euro übrig.

    Im Bürgergeld bekäme er 2314 €, ihm bleiben nach Miete also 1114 Euro.

    Logisch ist das Beispiel stark vereinfacht, insbesondere verdient ein Ehepartner im Regelfall auch Geld. Dennoch finde ich es falsch, dass man bei einem Vollzeitjob nicht deutlich mehr Geld hat als ein Leistungsbezieher.

    Und an solche Dinge muss man eben ran.

    Das Bürgergeld kratzt regelmäßig an der alleruntersten Grenze (nämlich der im Grundgesetz festgeschriebenen Menschenwürde), das hat das Bundesverfassungsgericht schon mehrfach entschieden.

    Da ist also nicht das Bürgergeld zu hoch, sondern die Gehälter zu niedrig.

    Ein ganz großes Dankeschön an die Zeit, die Du hier investiert hast!


    Ich werde die Zahlenbeispiele aufgreifen und für das Gespräch mit der BSK vorbereitet sein :)

    Die werden Dir das vermutlich versuchen schönzurechnen.

    Du hast im Zweifel keine Chance gegen geschulte Vertriebler.

    Was ich Dir dringend empfehlen würde:

    1) Auf keinen Fall im Termin irgendwas unterschreiben.

    2) Welche Rechnung auch immer der Berater aufmacht, lass Dir diese schriftlich geben! Und zwar als vollständige Rechnung mit tatsächlichen Zahlen und Kosten von Abschluss des Bausparvertrags bis vollständiger Abzahlung, nicht nur selektiv eine Rechnung für Bauspardarlehen zu 1,4% vs. Bankdarlehen zu 4,x%). Nach Möglichkeit digital (per E-Mail o.ä.), nicht gekritzelt auf Papier oder nur als Ausdruck, damit Du es leicht selbst z.B. in Excel eingeben oder auch hier teilen kannst ohne alles abtippen zu müssen.

    Wenn Du möchtest, kannst Du das Ergebnis auch gerne hier einstellen und ich oder auch andere hier sehen sich das mal kritisch an.

    Meine Rechnung oben war ja auch nur eine fiktive Beispielrechnung, man müsste beide Varianten eben nochmal mit echten und vollständigen Zahlen rechnen.

    Hast du ein bestehendes Extra-Konto?

    Das hat man in der Regel automatisch, wenn man ein Depot bei der ING hat, weil das Extrakonto standardmäßig das Verrechnungskonto fürs Depot ist und zusammen mit dem Depot eröffnet wird.

    Ob man das Extrakonto separat kündigen könnte, weiß ich nicht. Man kann auf jeden Fall ein abweichendes Referenzkonto fürs Depot hinterlegen, wenn man möchte.