Beiträge von 12345

    Hallo liebes Forum,

    ich plane zur Zeit den Bau eines Hauses und mache mir dementsprechend Gedanken, wieviel monatliche Kreditrate wir uns leisten können. Wir haben zwei Kinder im Alter von 1 und 3 Jahren und wollen im ländlich Niedersachsen wohnen.

    Ich habe hier einmal eine Kalkulation angestellt:

    [...]

    Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr euch die Zahlen einmal anschaut und sagen könntet, ob das eine realistische Kalkulation ist.

    Ist das eine "Kalkulation" oder führt ihr ein laufendes Haushaltsbuch und es sind tatsächliche Werte?

    Auf welcher Basis hast Du die Kalkulation angestellt? Selbst wenn ihr kein Haushaltsbuch führt, würde ich mir mal die Mühe machen, z.B. die Kontoauszüge der letzten ein bis zwei Jahre durchzugehen und nachträglich zu erfassen, welche Kosten bei euch tatsächlich angefallen sind in welchen Kategorien.

    Auf der Basis würde ich dann schauen, ob und inwieweit diese Kosten auch für die Zukunft Sinn ergeben, was ggf. künftig (mit älteren Kindern oder aufgrund geänderten Wegs zu Arbeit oder mehr Autofahrten weil ländlicheres Wohnen) wegfällt oder dazukommt.

    Was in eurer Kalkulation fehlt bzw. mir (perspektivisch) sehr niedrig vorkommt:

    • Kinder & Bildung: 81,00 € -

      Wie ist bei euch die Kita-/Betreuungssituation, wie sind da die Kosten? Sind nur 81 EUR für beide Kinder realistisch (auch künftig mit zwei Kindern in der Betreuung bzw. ggf. Hort in der Schule, Mittagessen etc.)? Hier ist Kita auch sehr günstig, Ganztagsbetreuung in der Schule grundsätzlich sogar kostenlos. ABER das Mittagessen kostet 5,30 EUR am Tag (wenn man keine einkommensbedingte Ermäßigung bekommt). Das alleine wären bei zwei Schulkindern z.B. gut 200 EUR im Monat, Ferienbetreuung im Hort kostet z.B. auch extra. Das ist regional ja komplett unterschiedlich, da würde ich aber nochmal genau schauen, was da perspektivisch auf euch zukommt.

    • Bekleidung & Schuhe: 205 €

      Ist das wirklich realistisch für euch alle vier und Kinder im Wachstum? Gerade Schuhe können bei zwei Kindern krass ins Geld gehen (erst recht, wenn sie für Kita / Schule / Sporthalle extra Haus- und Sportschuhe brauchen und ggf. auch bei sonstigen in einer Saison durch zwei Größen gehen).

    • Freizeit, Kultur & Gastronomie: 545,00 €

      Das ist eine ziemliche Blackbox. Wo kommt der Betrag her, und was ist da alles eingerechnet?

      Es macht ja z.B. einen Unterschied, ob ihr 2 x je 100 EUR Fitnessstudio im Monat und 2 x je 100 EUR Sportverein und Musikinstrument für die Kinder als Fixkosten habt (so dass in der Rechnung nur noch 145 EUR für "alles andere", von Familienurlaub / Essengehen / Pizzaholen / Ausflug / Schwimmbad / Eisessen / Weihnachtsgeschenke / Geburtstagsgeschenke / Kindergeburtstage und und und übrig bleiben), oder ob keiner von euch irgendeinem organisierten Sport nachgeht, ihr nie Essengeht, ihr Weihnachts-/Geburtstagsgeschenke in der Kalkulation vergessen habt und dafür einen sehr teuren Familienurlaub im Jahr macht). Auch in der Freizeitgestaltung werden Kinder teurer mit den Jahren. Krabbelgruppe und Eltern-Kind-Turnen im Sportverein oder der Kirche sind meist günstiger als später 2-3 Sportvereine mit passenden Schuhen / Trikots / Zubehör und Musikunterricht mit Instrument und Einzelstunden. Aus welchem Topf kommen perspektivisch z.B. größere Posten wie Fahrräder, Schulranzen usw...? Und Familienurlaub (mit Schulkindern nur noch in den Ferien zu entsprechenden Preisen...)?

    • Telekommunikation & Post: 192,00 €

      Das kommt mir irgendwie viel vor. Habt ihr teure Handyverträge und viele Streaming-Abos?

    • Haus-Nebenkosten & Energie: 370,00 € (Wir planen ein energieeffizientes KFW-Haus zu bauen)

      Auch mit einem energieeffizienten Haus könnte das knapp werden (z.B. Müllgebühren und Grundsteuer hängen nicht an der Energieeffizienz, viele Kosten sind im Haus höher einfach wegen größerer Fläche). Wie belastbar ist die Rechnung?

    Übrigens gibts in Altenheimen auch Menschen, die sich dort wohlfühlen und ihren Lebensabend genießen und nicht nur sauertöpfisch am Tisch sitzen.

    Meine Oma hat sich absolut gegen den Umzug ins Altersheim gewehrt, solange es irgendwie zu Hause ging (und auch dann noch, als es nicht mehr ging). Sie ist zu Hause quasi vereinsamt, konnte ihr Haus kaum noch verlassen (Stufen, irgendwann ging trotz Treppenlift auch der erforderliche eine Schritt nicht mehr), ist mehrmals auch nachts alleine gefallen usw... Vorher feste Termine wie Friseur, Gottesdienst, ins Café mit Freunden, selbst Arzttermine gingen quasi nicht mehr. Trotzdem hing sie an ihrem Haus und hat auch Hilfe größtenteils abgelehnt.

    Als es irgendwann dann wirklich nicht mehr ging und sie dann doch ins Altersheim gegangen ist, war das objektiv wieder eine deutlich bessere Lebensqualität. Alles war barrierefrei, Arzt und Friseur kamen ins Haus, es gab eine Kapelle mit Gottesdienst, dort waren diverse ihrer Freunde (die noch lebten), das heißt, sie traf direkt beim Reinkommen diverse Leute, die sie kannte und hatte sofort Anschluss, saß abends in lustiger Runde zusammen, es gab einen Singkreis, ihre beste Freundin aus Kindheitstagen hat sie jeden Tag zum Essen abgeholt. Leider war ihr dann nur noch eine kurze Zeit vergönnt (sie war über 90, trotzdem kam es letztlich überraschend).

    Das Altersheim hatte auch eine angeschlossene barrierefreie Seniorenwohnanlage mit eigenen Wohnungen zum selbständigen Wohnen, aber bei Bedarf mit Unterstützung. Viele Bewohner, die den Schritt in die Seniorenwohnung schon früher gemacht hatten, konnten dort noch sehr lange selbständig wohnen bzw. der Sprung nach "nebenan" ins Altersheim war dann auch nicht mehr so groß und das gewohnte Umfeld blieb erhalten. Die meisten Leute machen das nur nicht, weil sie ja nicht umziehen wollen, "bevor es nötig ist".

    Und viele - gerade die, die immer gesund und fit waren und glauben, wenn sie immer alles richtig machen, werden sie auch lange fit und selbständig bleiben - verpassen dann den richtigen Zeitpunkt.

    Es ist völlig egal, wie alt Du bist, wenn Du die Versicherung abschließt. Es kommt einzig darauf an wie alt Du wirst, ob sich der Abschluss nachher gelohnt hat.

    Und "nachher gelohnt" ist ja auch so eine Sache...

    Wenn man das sicher weiß, wie sehr es sich gelohnt hat, lebt man nicht mehr. ^^ Und was hat man dann noch davon? Bzw. selbst wenn man weiß, dass man irgendwann ab 97 mit der Sofortrente / Versicherung "im Plus" ist, was hat man davon?

    Ich würde, solange das Geld im Depot absehbar auch bis ins hohe Alter reichen wird, mich nicht an ein teures und unflexibles Produkt wie eine Sofortrente / Versicherung binden. Da sind dann zwar die xxx EUR im Monat "sicher" (vorbehaltlich Inflation...), aber das Geld ist eben auch weg. Wenn man es dann doch gerne auf einen Schlag gehabt hätte, ist das blöd.

    Die Kinder wären als Eigentümer auch unterhaltspflichtig für das Haus. Haben sie Geld für Instandhaltung/Instandsetzung? Will man ihnen so eine Verantwortung aufbürden? Ohnehin ginge das vermutlich nur mit Familiengericht und Ergänzungspfleger.

    Bei einem Kaufpreis von gerade mal 120k und einem heutigen (geschätzten) Hauswert von gerade mal 250k ist das eine eher strukturschwache Gegend. Bleiben die Kinder perspektivisch überhaupt da? Wo werden sie später arbeiten, studieren? Woher wird ihr/e spätere/r Partner/in kommen?

    Kann der Sohn, der drin wohnen bleiben will, alternativ die (Ex-)Partnerin auszahlen?

    Wäre verkaufen, Gewinn aufteilen und jeder kümmert sich um eine eigene Wohnung nicht die naheliegendste Option?

    Mh, ich weiß nicht, was daran so lustig ist :|
    Das ist ein riesiges Problem in vielen Städten und Regionen mit Grenzlage, welches große Schäden verursacht, die von den Eigentümern und Versicherungen getragen werden müssen. Bei zu vielen Schäden kündigt einem die Versicherung oder man hat einen erhöhten Selbstbehalt für die Zukunft.

    Und das Problem ist, dass Schlösser egal welcher Art kein Hindernis mehr sind. Diese halten nur Gelegenheitsdiebe ab, aber häufig sind professionell agierende Banden unterwegs, die mit entsprechendem Werkzeug jedes Schloss in sekundenschnelle knacken können - oder, wie hier letztens passiert, gleich den ganzen Fahrradständer abmontieren.

    Stadt ja, Grenzlage nein.

    In beiden Fällen war das Fahrrad angeschlossen mit einem Schloss, das um die 100 EUR gekostet hat. Und ja, das waren Profis, keine Gelegenheitsdiebe. Und ja, die Versicherungsauswahl war dann deutlich eingeschränkt, weil man angeben muss, ob man in den letzten x Jahren mehr als y Diebstähle hatte, und damit fallen viele Anbieter direkt raus. So ein bisschen wie die Häuser im Hochwassergebiet, die irgendwann keiner mehr versichern will. Ich hoffe, dass das Fahrrad mir jetzt noch eine Weile erhalten bleibt, denn sonst wird es mit der nächsten Versicherung schwierig.

    Ist das wirklich so? Es kann doch dem Leasinggeber egal sein, ob das Fahrrad gestohlen wurde oder nicht. Vertrag ist Vertrag.

    Ja, das ist wirklich so, jedenfalls bei Jobrad bzw. jedenfalls war es so vor 2-3 Jahren. Bei anderen Anbietern ist das ggf. anders.

    Quelle: AGB von Jobrad und eigene leidvolle Erfahrung. ^^

    Zumindest, wenn man vorhat, das Fahrrad nach drei Jahren zu übernehmen (das dürfen sie nicht zusichern, faktisch bieten sie es aber in der Regel an), hat man bei Diebstahl einfach Pech gehabt. Es endet zwar der Leasingvertrag, die Versicherungssumme geht aber an Jobrad, und man selbst hat für XX Monate Leasingraten gezahlt, die dann einfach versenkt sind (eben nur für die Nutzung gezahlt). Das muss einem klar sein und man muss sich überlegen, ob es einem die monatliche Rate auch wert ist ohne die Erwartung, das Rad später erwerben zu können.

    Ich glaube, bei Jobrad bekommt man dann angeboten, dass man einen Teil der gezahlten Raten (50%?) angerechnet bekommt, wenn man nach Diebstahl wieder ein neues Jobrad anschafft. Aber da hätte man ja wieder das gleiche Problem, wenn das auch wieder geklaut wird.

    Ich habe mir nach dem Jobrad-Diebstahl dann auf eigene Rechnung ein neues Rad gekauft und es selbst versichert. Das wurde dann wieder nach ein paar Wochen geklaut, die Versicherung hat anstandslos gezahlt. Zumindest hatte ich dadurch keinen finanziellen Verlust. Danach war ich ein gutes Jahr lang so frustriert, dass ich keine Lust mehr auf ein neues Rad hatte. Dann habe ich mir irgendwann doch wieder das gleiche Modell gekauft allerdings diesmal gebraucht aus den Kleinanzeigen. Und habe es wieder versichert. Bisher geht das seit anderthalb Jahren gut!

    Danke für das ausführliche Feedback, scheinbar kennst Du dich ja wirklich gut aus.

    Zum ersten Punkt: Welcher anbieter bietet beim Rückmietkauf denn ein Wohnrecht im Grundbuch im ersten Rang? Da würde ich auf jeden Fall auch anfragen wollen. Danke.

    und zum zweiten Punkt: Ich habe bisher bei keinem Anbieter die Vertragsbedingungen zum Download gefunden. Ja, wäre toll, wenn es das gäbe. Habe ich die Link sübersehen? Oder hast du eine andere Quelle?

    Welcher Anbieter wäre denn deine eigene Empfehlung und warum?

    1000 Dank für Deine Mühe!

    Ich kenne mich damit nicht aus. Ich habe zu diesen Anbietern, als vor einigen Jahren mehrere auf den Markt drängten, einige Artikel gelesen (Verbraucherschutz, damals auch in einigen Zeitungen etc.), die allesamt davon abrieten, weil in aller Regel die Verträge nachteilig sind für die Verkäufer (also die bisherigen Bewohner des Hauses), und weil Verbraucher als Laien in der Regel überhaupt nicht überblicken können, was ein solches Geschäft rechtlich, wirtschaftlich und faktisch für sie bedeutet und mit welchen Risiken es einhergeht.

    Ich kenne auch keine konkreten Anbieter, ich habe mit der Branche nichts zu tun. Möglicherweise ist es auch Teil des Geschäftsmodells bei diesem oder auch anderen Anbietern bzw. eine bewusste Entscheidung, dass die AGB nicht frei zugänglich sind (und damit auch nicht ohne weiteres von z.B. Verbraucherschutzverbänden geprüft und kommentiert werden können).

    Wenn ich eine Empfehlung geben müsste (wobei ich Deine Eltern und eure konkreten Gegebenheiten ja nicht kenne und insofern auch nichts konkret empfehlen kann), würde ich von solchen Anbietern und Modellen grundsätzlich die Finger lassen.

    In dem obere Link wird vor allem das Nutzungsentgelt als schwierig dargestellt, was ich gar nicht so sehe, da wir einen Anbieter mit 4,9% hatten (verkaufenaberbleiben), was bei heutigen Zinsen + Tilgung sogar günstiger ist, als Zins + Tilgung bei einer Bank.

    Aber bei einem Bankkredit verkaufst Du nicht Dein Haus. Du zahlst den Kredit ab, und Dir gehört immer noch das ganze Haus.

    Das ist doch etwas völlig anderes, als einen Anteil am Haus zu verkaufen UND dazu auf ewig 5% Miete zu zahlen.

    Da finde ich den Rückmietverkauf viel passender, denn dort bist du Mieter und musst dich im Alter um nichts mehr kümmern. Trotzdem bist du mit deiner Miete abgesichert und kannst nie gekündigt werden. Ab uns noch einen Teil vom Haus im Grundbuch gehört, ist uns sowas von egal. Ich denke, da wird nur mit dem Gefühl der Verkäufer gespielt.

    Sale-and-lease-back bedeutet aber auch, dass man zu jeder Veränderung am Haus (z.B. auch barrierefreies Badezimmer, Treppenlift...) die Zustimmung des Eigentümers benötigt UND diese Kosten auch noch selbst tragen UND ggf. bei Auszug wieder rückgängig machen muss.

    Anscheinend findet da bei dem von Dir verlinkten Anbieter auch keine dingliche Absicherung des Wohnrechts im Grundbuch statt, sondern eine rein schuldrechtliche. Das ist rechtlich ein Unterschied und bietet weniger Sicherheit. Was passiert, wenn die "eigens gegründete Objektgesellschaft (GmbH)", an die man verkauft, insolvent wird, kein Geld und/oder keine Lust hat zu investieren, das Haus an irgendeine Investorheuschrecke verkauft usw..., wer kann das als Laie schon wirklich überblicken?

    Ich empfinde es übrigens als eher nicht so seriös, dass der von Dir verlinkte Anbieter zwar blumige Beschreibungen auf seiner Website hat, aber keine AGB / Vertragsbedingungen zum Download bzw. konkrete Angaben zu Kosten und rechtlichen Rahmenbedingungen.

    Und wenn ein Kunde dem Unternehmen mafiöse Züge unterstellt,

    Mafiös vielleicht nicht direkt, aber auch große Unternehmen nutzen unseriöse Methoden. Hast Du Dir mal angesehen, mit welchen Methoden die Telekom ihr Glasfasernetz bewirbt? Die Drückerkolonnen bewegen sich da hart an der Grenze zur Strafbarkeit (z.B., wenn sie wahrheitswidrig behaupten, der Eigentümer oder Vermieter oder die Hausverwaltung hätte sie geschickt, weil die WEG beschlossen hätte, zur Telekom zu wechseln, um die Kunden zum Vertragsschluss zu bewegen)...

    Wenn ich das extern vergebe und die Kanzlei das anders handhabt, kürze ich die Fee raus, ohne Diskussion.

    Zum Glück kann man sich als externer Anwalt seine Mandanten aussuchen... ^^

    Leider nein, habe zwei Geschwister und kein einfaches Verhältnis. Solche KOnstruktionen scheiden leider aus.

    Das wäre ein Grund mehr, sich von dem Haus zu verabschieden.

    Ich habe mich irgendwann mal ausführlicher zu diesen Teilverkaufs-Konstrukten etc. eingelesen, einfach weil mich interessiert hat, wie das rechtlich aufgesetzt wird. Was ich gelesen habe, war hart an der Grenze zu unseriös (wenn nicht sogar drüber - die Angebote sind noch relativ neu, meine persönliche Vermutung ist, es wird irgendwann in 10 oder 20 Jahren BGH-Urteile geben, die manches für unwirksam erklären, aber das wird Deinen Eltern heute nicht helfen). Die meisten Laien verstehen gar nicht wirklich, was sie da unterschreiben.

    Ich lasse mal diese Links von Verbraucherzentrale und Finanztip da.

    Teilverkauf der eigenen Immobilie: Was sind die Haken der Angebote? | Verbraucherzentrale.de

    Teilverkauf Haus: Deshalb lohnt er sich nicht!

    Ganz abgesehen davon, dass einen Teilverkauf für eine Schnapsidee halte, dürfte es sinnvoll sein, wenn Deine Eltern sich mal überlegen, ob es wirklich eine gute Idee ist, in einem Haus wohnen zu bleiben, in dem zumindest einer von beiden sich eben nicht mehr gut bewegen kann und für das nicht genug Geld da ist, um es instand zu halten. Was ist, wenn nächsten Winter die Heizung ausfällt? In diesem Teilverkaufs-Konstrukten tragen üblicherweise sämtliche Kosten weiterhin die Verkäufer.

    Den meisten Menschen fällt der Schritt raus aus der eigenen Immobilie schwer. Aber gerade wenn Deine Eltern noch fit im Kopf sind und ein abbezahltes Haus haben, sind das gute Voraussetzungen, um etwas Neues zu finden (barrierefreie Eigentumswohnung, Servicewohnen, betreutes Wohnen...).

    Was bin ich froh, dass bei meinem Arbeitgeber solche Dinge immer im Customer Service bearbeitet werden, ich habe größten Respekt vor der Geduld meiner Kolleg*innen. Wenn es denn mal zu uns Anwälten kam, gab es genau 2 Schreiben von mir mit Lösungsvorschlag, danach haben wir unternehmenweit die Email geblockt.

    Allein die Wortwahl..

    Du bist nicht zufällig im ÖD beschäftigt oder Rentner?

    Wenn ich für einen Arbeitgeber als Anwalt in der Rechtsabteilung arbeite, blocke ich keine E-Mail-Adressen von unliebsamen Kunden, sondern sehe ich mir bei gehäuften Beschwerden die Angebotsseiten, Websites, Prozesse und Customer Journeys meines Arbeitgebers darauf hin an, ob sie rechtlich sauber und seriös ausgestaltet sind. Manchmal liegt das (rechtliche) Problem nämlich nicht auf der Kundenseite.

    So mache ich das jedenfalls bei meinen Mandanten (die allerdings nicht mein Arbeitgeber sind).

    Ganz einfach: 12345 hat sich für den ersten von vier Terminen für die Sparplanausführung bei der ING entschieden.

    Weil ich zum Monatsende mein Gehalt bekomme und getreu der Maxime investiere, dass man investieren soll, sobald das Geld verfügbar ist. Das ist es dann eben zum Anfang des Monats. Würde ich verteilt auf 4 Ausführungstermine investieren, läge das Geld jeweils ein bis drei Wochen (unverzinst) auf dem Girokonto.

    Wahrscheinlich kommt es darauf nicht an, aber time in the market beats... und so...

    Nachdem ich den Podcast zugehört habe, bin ich jetzt felsenfest davon überzeugt, dass 100% Aktien ETF zu riskant ist.

    So gut wie niemand hat 100% Aktien-ETF.

    Im Depot vielleicht. Aber wenn man daneben noch Tagesgeld, Festgeld, Immobilienvermögen, gesetzliche Rente, bAV usw. hat, relativiert sich das schnell wieder.

    Ich warte immer noch auf den Crash.

    Morgen früh wird mein monatlicher Sparplan auf den MSCI World ausgelöst. Üblicherweise ist das eigentlich immer ein Indikator, dass es morgen wieder zu einem neuen Höchststand kommen müsste. ^^

    Erinnert mich an eine rege Diskussion in unserer Gemeinde die Dachpfannenfarbe betreffend. Durften alle nur Schwarz sein. Heute stehen wenige Meter daneben dann Häuser mit roten und gründen Dächern. Wer kommt überhaupt auf die Idee die Farbe von Dächern bestimmen zu wollen!? =O
    Warum schreibt man nicht gleich noch vor, welche Wagenfarbe die Menschen kaufen müssen. :rolleyes:

    Wobei Dachziegel natürlich keine Emissionen mit sich bringen. ^^

    marius66 Hast Du denn schonmal einen entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt gefragt, ob es da überhaupt Erfolgsaussichten gibt? Das kostet natürlich auch wieder Geld...

    Mich würde das wahrscheinlich so sehr nerven und stressen, dass ich versuchen würde, das Haus loszuwerden (auch mit deutlichem Abschlag beim Preis).

    Das Vermögen bis auf wenige 10k € bis zum 85. Geburtstag runterzufahren.... Und die letzten Jahre (sofern man die 85 erreicht und diese einem überhaupt gegönnt sind) ohne großen Konsum (z.B. teure Reisen & Autos) ruhig und zufrieden von den Renten zu leben.

    Aber will man sich so einschränken, nur um auf keinen Fall was zu vererben?

    Und was heißt, ruhig und zufrieden von "den Renten" zu leben? Ziemlich viele Leute bekommen nicht genug Rente, um davon zufrieden zu leben (erst recht diejenigen, die Stand heute noch einiges von der Rente entfernt sind).

    Im Alter wird das Leben ja auch nicht unbedingt günstiger. Und vielleicht brauche ich mit 85 ja gerade erst recht viel Geld, weil ich nicht in ein personell unterbesetztes Altersheim will sondern mir zu Hause 24/7-Pflege leisten? Oder ich bin noch so fit, dass ich doch noch eine große Reise machen möchte (dann sehr viel komfortabler, wenn man vielleicht nicht mehr ganz so fit ist, also mindestens Business-Class-Flug und 5-Sterne-Hotel)?

    Und warum gerade zum 85. Geburtstag das Vermögen runterfahren? Warum nicht schon zum 80. oder erst um 90.? Man weiß ja vorher nicht, wann man stirbt und wie lange Zeit noch übrig ist.

    Wenn man am Ende 95 wird (was ja nicht verrückt ist bei der Lebenserwartung heutzutage), geht einem das Geld aus. Die Zuzahlung im Pflegeheim liegt heute schon bei irgendwas um die 4.000 EUR im Monat oder so. Da reichen "wenige 10k" nicht lange. Dass der Staat zahlt, ist auch nicht gesagt - wenn die Kinder genug Geld verdienen (und das fängt ja "schon" bei 100.000 EUR im Jahr an, wer weiß wo diese Grenzen in 3 oder 5 oder 10 oder 20 Jahren liegen...), werden sie herangezogen.

    Ich würde nicht wollen, dass mein Kind für mein Pflegeheim zahlen muss, weil ich mein eigenes Vermögen passgenau zum 85. Geburtstag ausgegeben habe.

    Ich finde gut, dass du das mit uns teilst.

    Vermieten wird von vielen Menschen viel zu blauäugig gesehen. Wenn es um die Investitionen geht, werden andere wichtige Punkte wie mögliche Leerstände, Probleme mit Mietern und Miteigentümern etc. immer gerne beiseite gewischt.

    Ja! So leid es mir für marius66 tut, finde ich es super, dass hier auch mal ein Thread die Schattenseiten des "Betongolds" zeigt.

    Ich weiß schon, warum ich keine Immobilie zur Vermietung gekauft habe. Meine Eltern machen das anders, sie vermieten ein paar Wohnungen (allerdings kein Gewerbe). Und ja, sie hatten wirklich schon viele sehr nette, unkomplizierte Mieter. Aber wenn alle paar Jahre einer dabei ist, der nur Ärger macht, ist das trotzdem ätzend (und ein Problem, das man mit einem ETF nicht hat). Selbst wenn sich Probleme am Ende lösen, häufig kostet die Problemlösung Geld (z.B. Rechtsanwalt), jedenfalls kostet sie in aller Regel Lebenszeit, für die man nicht bezahlt wird.

    Verkaufen ist auch nicht "mal eben" möglich, und nur weil bei einem Haus anders als bei einem ETF kein tagesaktuelles blinkendes Preisschild sichtbar dranhängt, heißt das noch lange nicht, dass der Wert unverändert bleibt oder immer nur ansteigt. Da kommt dann auch mal das böse Erwachen, wenn das Pflegeheim finanziert werden muss oder aus Altersgründen verkauft werden muss und sich rausstellt, dass keiner die alte Hütte will, erst recht nicht zu dem avisierten Preis. Und wenn man dann noch dringend an das Geld ran muss, sieht es erst recht düster aus.

    Bei einem ETF kostet mich der Verkauf zwei Klicks und das Geld ist quasi sofort oder jedenfalls in wenigen Tagen auf meinem Konto, ich brauche keinen Makler, kein Grundbuchamt, keinen Notar, keine Anzeige bei Immoscout, ich kann alles verkaufen oder nur einen Teil, und ich weiß und sehe jederzeit, wieviel ich eigentlich habe und was ich als Verkaufserlös erwarten kann.

    Ich weiß es noch nicht.

    Wahrscheinlich werde ich im Alter mehr als genug haben (auch weil ich vermutlich selbst noch etwas erben werde - hoffentlich noch lange hin, mit einiger Wahrscheinlichkeit erst, wenn ich selbst kurz vor der Rente stehe).

    Die Frage ist ja auch, was ist die Alternative zum Vererben? Das vorhandene Vermögen exakt passgenau aufzubrauchen wird ja den wenigsten gelingen. Und "auf Lücke setzen" und soviel ausgeben, dass das Geld spätestens mit 75 sicher leer ist, möchten die meisten wohl auch eher vermeiden.

    Aber das ist noch lange hin und es gibt da noch seeeehr viele Variablen.

    Wenn es mir finanziell möglich ist, möchte ich später auf jeden Fall mein Kind beim Start ins Erwachsenenleben (eventuell auch beim Kauf einer Immobilie etc.) unterstützen. Da hat es im Zweifel mehr davon, als wenn es irgendwann mal mit 60 etwas erbt.

    Mit den Nachbarn verstehe ich mich auch gut.

    Das ist übrigens auch ein nicht zu unterschätzender Faktor! Natürlich hat man keine Garantie, dass die Nachbarn immer gleich bleiben, aber bei Deiner aktuellen Mietwohnung weiß Du, was Du hast und bis Stand heute zufrieden. Wenn Du eine Wohnung kaufst, weißt Du nie, in welches Nachbar-/Miteigentümerumfeld Du Dich einkaufst.

    Manches kann man z.B. aus Protokollen von Eigentümerversammlungen rauslesen (zerstrittene WEG, einzelne Querulanten...), aber manches merkt man auch erst, wenn man eingezogen ist. Und sowas kann sich natürlich auch massiv auf die Lebensqualität auswirken, bzw. auch finanziell, je nachdem, was da so beschlossen wird.

    Deine aktuelle Wohnung klingt, als wäre sie in jeder Hinsicht passend - schöne Wohnung, ruhig mit schöner Aussicht, nette Nachbarn, günstige Miete... Das würde ich nicht leichtfertig aufgeben!