Hallo und herzlich willkommen unter den „Aktiven“ 
Sehr gute Entscheidung, dass du dein Portfolio bzw. Deine Strategie etwas (deutlich?) vereinfachen möchtest!
Aus diesem Bestand sollen nun 400 bis 450k als Altersvorsorge (Alter 46) emotionslos, möglichst breit gestreut, ohne Aufwand in der Zukunft (Stichwort kompiziertes Rebalancing) weltweit in Form von ETFs angelegt werden.
Wie kommst du auf 400-450? Also warum genau dieser Anteil?
Ist damit nur der Rendite-/Risikoteil gemeint, oder soll da auch ein Sicherheitsbaustein mit rein? Oder ist der Rest dein Sicherheitsbaustein?
„Notgroschen“ vorhanden? Ob nun Teil des Sicherheitsbaustein oder nicht - da gibt es unterschiedliche Meinungen. In jedem Fall braucht man ja irgendeine Liquiditätsreserve. Wie groß die ist, ist individuell.
Dabei sollen die Einzelaktien verkauft, die beiden ETFs ggf. nochmal verkauft, das Festgeld aufgelöst werden. Krypto will ich lassen.
Einzelaktien verkaufen und Festgeld auflösen ist gut.
Warum Krypto lassen? Ist eine klare Wette, die du dir aus meiner Sicht sparen könntest. Gerade wenn du damit schon ordentlich Gewinn gemacht hast. Das ist schließlich schon ein recht großer Teil innerhalb deines Portfolios.
Die Kernfrage für mich aktuell: einfach alles in einen ETF (ACWI oder ACWI IMI oder FSTE AllWorld) oder aufgrund der Betragsgröße auch ein wenig anpassen? Man liest ja oft, ab 100k sollten/könnten es mehrere ETFs sein. Da kommen für mich eigentlich nur die beiden Themen EM und SmallCaps in Frage.
Man liest es eher aus dem Grund, dass es für Anfänger wichtiger ist überhaupt anzufangen und sich nicht in eigentlich unnötigen Optimierungen zu verfangen.
Notwendig ist mehr als ein einziger ETF (bezogen auf den Rendite-Risiko-Teil!) nie. Das ändert sich weder bei 100.000 noch bei 1.000.000 aus meiner Sicht. Natürlich kann sich bei einem größeren Portfolio eine solche Änderung auch mehr auswirken, sollte wirklich der eine oder andere Teilmarkt und der entsprechende ETF darauf besser laufen als der andere.
Aber du schreibst doch selbst:
emotionslos, möglichst breit gestreut, ohne Aufwand in der Zukunft (Stichwort kompiziertes Rebalancing) weltweit in Form von ETFs
Es gibt keine emotionslosere, breiter gestreutere und unkompliziertere Möglichkeit als einen (!) All-World-ETF zu nehmen. Dieser rebalanced sich selbst und du wirst gar nicht verführt irgendwas zu optimieren.
Industrieländer 75 %
EM 15 % und
SmallCaps 10 %
Warum diese Aufteilung? Warum nicht eine andere? Was machst du wenn sich der Weltmarkt ändert und die dazugehörigen Marktgewichte?
Wenn du das wirklich willst was du schreibst, dann würde ich an deiner Stelle alles, was nicht in den Sicherheitsbaustein/Notgroschen/Liquiditätspuffer muss in einen einzigen All-World-ETF stecken. FTSE AW, ACWI, ACWI IMI. Da du Small Caps gern mit drin hättest würde sich der ACWI IMI doch anbieten.
Wenn du es gerne sehr aufgeräumt haben willst, dann kannst überlegen ob du alles verkaufst. Ich würde an deiner Stelle einfach den MSCI World ESG den du schon hast so liegen lassen wie er ist und einen ACWI IMI oder FTSE AW mit dem ganzen Rest „bestücken“ und in Zukunft besparen. Dann kannst du irgendwann beim Entsparen deinen MSCI World ESG auch noch weiter liegen lassen und somit die Steuern möglichst lange stunden. Eventuell zwischendurch NOCHMAL einen neuen All-World-ETF besparen. Siehe die 3x10 Strategie, wie Finanztip sie genannt hat.
Allgemein würde ich dir sagen, wenn du es einfach haben willst, was ich für sehr sinnvoll halte, dann halte es auch wirklich einfach. Klar sollte man vielleicht keine Steuer auf 45.000 ohne Not zahlen - aber beim Rest sehe ich keinen Grund es nicht zu vereinfachen und in einen Rendite- und einen Sicherheitsbaustein einzuteilen und bei dieser Aufteilung zu bleiben.
Gegen 70/30 oder ähnlich ist übrigens nichts einzuwenden wenn Jemand meint, dass das besser wäre langfristig - niemand weiß es halt. Aber keep it simple (stupid) ist das eben nicht mehr in Reinform.
Aber es ist deine eigene Entscheidung. Viel Erfolg dabei!