Mich würde auch sehr interessieren wie andere von euch das angehen wenn klar ist das nichts vererbet werden soll und man auch nicht den großen Reichtum erst in der Rente erleben will.
Ich nutze dazu die Möglichkeiten meines AG. Das Lebensarbeitszeitkonto finanziert mir 7 Jahre Vorruhestand, inkl. GKV/PV Beiträgen, Rentenbeiträgen, und der BAV.
Ohne weitere Zuwächse gerechnet würde das ja auch schon 23 Jahre reichen.
Das ganze hast Du inkl. Inflationsausgleich gerechnet? Wenn Du heutige 2000€ im Monat haben willst, reichen schon in 10 Jahren keine 1000€/Monat mehr, um mit zwei Einzahlungsmonaten einen Entnahmemonat zu finanzieren. Ob Deine Gehalt konstant um mind. die Inflation erhötht wird, weisst nur Du. Was die Anlage macht, ist heute Spekulation.
Die erwähnte Steuern, die zumindest auf Teile des Gewinns (für mich) zwingend schon vor der erst Entnahme anfallen (Umschichten von Teilen, um einen schwankungsarmen Teil zum Vorruhestand zu haben), kommen noch dazu. Alternativ spart man die letzten Jahre direkt in schwankungsarme Anlagen, muss dafür aber schon ansatzweise wissen, wann die Entnahme beginnt, um nicht zuviel Rendite zu verlieren.
Was mir in Deiner Aufzählung gesamthaft fehlt, sind Rückstellungen fürs Eigenheim und sonstige evtl. gewünschte größere Anschaffungen. Habe ich "nur" noch 2000€ Netto im Monat und alle Rücklagen dafür verplant, wird schon die Anschaffung eines neuen PCs eine längerfristige Aktion. An die ausstehende Sonderumlage im kommenden Jahr für meine ETW oder doch mal einen größeren Urlaub mag ich da nicht denken.
Ich bin zwar der Meinung, dass die 2000€ viel zu tief gestapelt sind
Mir fehlt dazu einzig die Unterteilung nach der Zeit vor einer staatlichen Rente (BAV scheint es keine zu geben) und ab der Rente. Ggf, auch dort noch mind. zwei unterschiedliche Zeiträume.
Vor Rentebeginn sind die 2000€ (alles heutiger Wert) für mich zu gering. Für GKV/PV fallen schon heute mind. knapp 300€/Monat an, Tendenz mit Sicherheit steigend.
Und schon bleiben von den 2000€ Netto nur noch 1700€ Netto übrig. Ob das für jemanden, der freiwillig in Vorruhestand geht, erstrebenswert ist, muss jeder selber entscheiden.
So "goodies", wie man sie bei guten Gehalt oft hat, aber nicht immer in das monatliche Budget einrechnet (Urlaubsgeld, Weihnachtgeld) fallen bei kompletter Eigenfinanzierung genauso weg wie die Beiträge zur DRV.
In der Rente mit KVdR ist das schon etwas anderes. Nicht jeder braucht/will ein Auto oder sonstigen teuren Luxus. Und spätestens, wenn man in die Phase nach der aktiven Zeit (egal, ob das die Weltreisen, der tägliche Restaurantbesuch oder sonstig teure Ausgaben sind) und dem Pflegeheim kommt, können die Ausgaben auch sinken.
Ab dem Pflegeheim ist es hier dann wieder irrelevant, falls die Immobilie nicht so runtergerockt ist, dass sie nichts mehr wert ist. Diese braucht man dann nicht mehr, also finanziert sie das Pflegeheim oder (Stand heute) man wird endlich auch mal zum Empfänger von Sozialleistungen.
Anknüpfend an diesem Gedanke ist natürlich die Frage wie man weiter macht.
Das war vor ein paar Jahren auch meine Frage. Dank meinem AG habe ich die Sicherheit (die Versicherungsgesellschaft hinter der dem Lebensarbeitszeitkonto könnte genauso pleite gehen wie mein AG) vor und in der Rente.
Viel früher wie mit 56 wäre der Ausstieg aus dem fremdbestimmten Angestelltenleben aber nicht möglch gewesen, was an den gesetzlichen Vorgaben für das Konto liegt.
Aber ich vertrete nicht die Meinung astronomische Summe in Richtung 1 Mio. In der Rente zu brauchen.
Wie Du ja hier schon siehst, gibt es genügend Leute, für die 2000€ Netto eher Spielgeld sind und die sie nie vorstellen können, "nur" damit zu leben.
Wenn Du dann, wie in den Rechnungen von Finanztip, erst 30 wärst und mit z.B. 1000€ Netto-Zusatzbedarf (heutige Kaufkraft) in 37 Jahren rechnest, sind das schonmal nominal fast 3000€ im Monat zum Rentenbeginn mit 67. 3000€ * 12 * 25 sind 900k€ Depotwert. Dann musst Du auch noch auf einen guten Renditeverlauf während der Rente hoffen, um nicht mit 92 das Depot schon aufgebraucht zu haben.
ich rechne zusätzlich nicht damit, dass ich mit Mitte 80 noch geistig so fit bin, um mich regelmäßig selber im meine Entnahme zu kümmern. Ich werde irgendwann steuerschädlich alles in einen Multi-Asset ETF umschichten (oder gar in Geldmarkt-Fonds, je nach vermuteter Restlebenszeit) und daraus die Entnahme automatisieren. Schwups, sind 18,5% der Gewinne nominal weg und ob die Anlage danach noch konstant mehr wie mein pers. Inflaiton erwirtschaftet, wird sich zeigen.