Früheren Ruhestand frühzeitig besparen?

  • Hallo,

    Ich hab mit meinen 38 die letzten Tage damit verbracht einen Kassensturz zu machen um meine Situation für die Rente, die ja noch weit weg ist, zu beurteilen und ein Gefühl für die Gesamtsituation zu bekommen.

    Im Moment sieht es so aus:

    Eigentumswohnung mit Kreditrestlaufzeit 2,5 Jahre

    Etf-Depot mit 100k 80/20 world/nasdaq100

    Riesterrente mit 55k

    Bei der Rente hab ich mit 1000€ (als minimalsatz) vom Staat gerechnet.

    Dadurch dass ich in der Rente günstig im Eigenheim wohnen kann und aus dem etf Depot wahrscheinlich nochmal gut entnehmen kann (Kapitalverzehr) fühle ich mich da für ein bürgerliches Leben schon gut aufgestellt.

    Ich geh davon aus, dass ich 2000€ im Monat in der Rente verbrauche.

    Ich will auch nichts vererben, also ist es am besten wenn am Ende 0 raus kommt.

    Meine Überlegung ist jetzt das Rentendepot nicht weiter zu besparen und die Sparrate in ein neuen world oder acwi zu setzen.

    Im Monat spare ich 1000€. Meine Überlegung war alle 2 Monate ein Monat früher in Rente zu können. Das würde bei einem Verbrauch von 2000€ im Monat eine inflationgeschützte Rendite für den ETF bedeuten. Was ich für sehr wahrscheinlich halte.

    Heißt in einem Jahr wäre ich ein halbes Jahr früher in Rente oder in 5 Jahren 2,5 Jahre früher, oder in 10 Jahren 5 Jahre früher oder aber in 22 Jahren, wenn ich 60 bin, 11 Jahre früher in Rente.


    Wie seht ihr das, totaler Unsinn oder vielleicht schon möglich?

    Mich würde auch sehr interessieren wie andere von euch das angehen wenn klar ist das nichts vererbet werden soll und man auch nicht den großen Reichtum erst in der Rente erleben will.

  • Kater.Ka 17. Dezember 2025 um 04:53

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ich will auch nichts vererben, also ist es am besten wenn am Ende 0 raus kommt.

    Wann genau stirbst du denn?

    Wie seht ihr das, totaler Unsinn oder vielleicht schon möglich?

    Ich halte die genannte Proportion "alle 2 Monate ein Monat früher in Rente" für viel zu optimistisch, und insbesondere die kalkulierte staatliche Rente auch. Gerade angesichts des Traums, die mit ~50 in Anspruch nehmen zu können - so besoffen werden wir die anstehende Rentenkomission eher kaum kriegen, als dass sie uns diese Möglichkeit eröffnen wird ;)

    fühle ich mich da für ein bürgerliches Leben schon gut aufgestellt

    Zum aktuellen Zeitpunkt eher ja, das sieht für einen 38jährigen echt nicht schlecht aus. Was aber in diesen relativ jungen Jahren ein großes Manko ist, dass der (wahrscheinlich) verbleibende Lebenszeitraum noch sehr umfassend ist. Was in dieser Zeit die Politik, Steuerrecht, Kapitalmärkte, Rentensystem, Berufslaufbahn... und am Ende sogar das eigene Leben noch alles für Blüten treiben wird, weiß man nicht, und kann man auch nicht so genau vorhersehen wie man das vielleicht gerne möchte. Daher kann jede Planung nur eine sehr grobe Grobplanung sein. Die hast du für dich soweit stehen, aber ich sehe das angesichts v.a. des Alters längst nicht als realistisches Ziel, eher als ein Ansporn. So die nächsten Jahre mal weitersparen, und dann immer mal sehen was für Anpassungen notwendig werden.

  • Es sind zu viele Unwägbarkeiten, um klar "hopp oder topp" zu sagen. Stichworte sind, Inflation, Steuergesetzgebung, Kranken- und Pflegeversicherung, Lebenserwartung, Gesundheit, Pflegebedürftigkeit, Entnahmedauer, wirtschaftliche Entwicklung.

    Eine Damenregel besagt dass Du das 25fache Deines gewünschten Einkommens als Rücklage benötigst. Wenn Du also 12.000 Euro entnehmen willst, wären das 300.000. Allerdings ist das noch brutto. Wenn Du netto willst, müsstest Du mit mehr kalkulieren. Diese Daumenregel geht allerdings davon aus, dass Du insgesamt nicht mehr als 30 Jahre entnehmen wirst. Wenn Du aber möglicherweise schon Mitte 50 in Rente gehen willst, kracht es gleich an mehreren Stellen. Zum einen ist Deine Entnahmedauer grob geschätzt zehn Jahre länger. Alleine deshalb solltest Du mit einem höheren Faktor (30?) rechnen und darfst nicht mit einer 4 % Entnahme starten. Das wäre ein Kapitalbedarf von 360k statt der oben genannten 300k. Zum anderen kommt hinzu, dass Du in den ersten Jahren auch den Ausfall der gesetzlichen Rente abfangen musst und Dich vermutlich freiwillig versichern musst in KV + PV. 500 Euro Mehrkosten gegenüber der Rentenzeit können das leicht werden. Daher würde ich mit 1500 Euro pro Monat an zusätzlichem Kapitalbedarf für diesen Zeitraum rechnen. Das Geld kannst Du auch nicht wirklich langfristig anlegen, weil Du es zügig entnehmen wirst in den ersten Jahren. Das wären weitere 180k wenn ich von zehn Jahren ausgehe, die Du brauchst. Bei meiner sehr überschlägigen Rechnung (Steuern fehlen!) komme ich auf einen Kapitalbedarf von 540.000 Euro. Den Betrag musst Du über die Jahre natürlich noch an die Inflation anpassen.

    Demgegenüber hast Du aktuell eine Sparrate von 1000 Euro. Ich vermute mal, die wird sich nach Beendigung des Kredits vielleicht verdoppeln. Vielleicht geht auch noch mehr. Auf welchen Betrag müsstest Du sagen. Ich denke es ist durchaus realistisch, dass Du das Sparziel bis Mitte 50 erreichen wirst.

    Eine ganz andere Frage ist, ob die 2000 Euro auch im Alter korrekt sind. Die ersten Jahre wirst Du eine Menge Freizeit haben und Freizeit kostet Geld, wenn man sich nicht gerade auf gärtnern im eigenen Garten oder andere kostengünstige Hobbies konzentriert. Bei Fernreisen und Skiurlaub kann der Bedarf erheblich steigen. Auch die Immobilie wird in 20 Jahren zunehmend Geld für Renovierung/Instandhaltung kosten. Auch nicht zu vergessen die Krankenversicherung. Wenn Du früher aufhörst, kommst Du möglicherweise nicht in den Genuss der KVdR. Nimm Dir Zeit, darüber nachzudenken. Wie stellst Du Dir Dein späteres Leben vor?

    Eine grobe Abschätzung für die Steuer. Wenn Du im Alter niedrige Einkünfte hast (1000 Euro Rente + Kapitaleinkünfte), dürfte die steuerliche Belastung vielleicht bei 10 % liegen. Damit wäre der Bruttobedarf 13.333 Euro p.a. Der Kapitalbedarf bei Faktor 30 (oder Entnahmerate 3,33 %) liegt dann bei 400k für langfristige Entnahme. Für die Übergangszeit dann noch mal 1667 Euro brutto für netto 1500 p monatliche Aufstockung macht weitere 200k Kapitalbedarf für zehn Jahre. Also insgesamt 600k statt der oben genannten 540k.

    Wenn ich es für mich entscheiden sollte, würde ich noch einen Sicherheitszuschlag von mindestens 10 % machen.

  • Wenn man früher in Rente will, sind frühzeitige Überlegungen sicherlich essentiell. Mit mehr Freizeit erhöht sich auch der Drang mehr Geld auszugeben (Ausnahmen bestätigen die Regel).


    Ich persönlich würde 2 Jahre die 1000€ in Bitcoin stecken und danach in den FTSE AW oderMSCI World ACWI und dann zu gegebener Zeit mal Kassensturz machen. Die Unwägbarkeiten sind enorm hoch über einen Zeitra von ca 20-25 Jahren. Mehr als 3% würde ich aus dem Portfolio jährlich nicht entnehmen. Je nach Depotwert vll am Anfang sogar weniger.

  • ... wenn ich 60 bin, 11 Jahre früher in Rente.

    Wie seht ihr das, totaler Unsinn oder vielleicht schon möglich?

    In 22 Jahren liegt die Regalaltersgrenze wohl bei über 70 Jahren. Wenn du dann mit 60 in Rente gehen willst, dann musst du die Zeit bis zu den Rentenzahlungen überbrücken, incl. Zahlung von Krankenversicherung und Rentenversicherung.

    Gehe mal davon aus dass die jetzigen 100k, die sich bis dahin evtl. zu 300k entwickeln nicht reichen werden. Peile mal so zum Renteneintritt mit 60 Jahren ein flüssiges Vermögen von 600k bis 1Mio an. Dann könntest du die Freiheiten haben, die du zu haben wünschst.

  • Noch ein paar Worte zur Depotzusammensetzung. Aktuell ist das Depot recht aggressiv aufgestellt mit 100 % Aktien und davon eine ordentliche Schippe Nasdaq. Keiner kann Dir heute sagen welche Marktsegmente in Zukunft gut performen werden und welche weniger. Eine breitere Aufstellung als Deine aktuelle macht für mich Sinn, auch um die enorme Abhängigkeit von der US-Entwicklung zu reduzieren.

    Wie risikobereit bist Du? dude denkt auch in diese Richtung, wenn er Bitcoins ins Spiel bringt. Alternativ kann man auch darüber nachdenken, ob man in einer schwachen Börsenphase eine Position eines gehebelten ETFs aufbaut als kleinen Turbo. Aber das ist wirklich nur etwas für risikobereite Anleger.

  • Mit Themen, wie Hebel ETFs und Bitcoin muss man sich auf jeden Fall auseinander setzen, bevor man sie kauft. Wichtig aus meiner Sicht bei Bitcoin (kein trading, gilt aber grds) ubd bei Hebel ETF kein S&P500 bzw MSCI USA mit Hebel, sondern allenfalls nur den neuen 2x auf den MSCI World. Alles, was über 3 fach geht, ist ein Derivat. Davon ganz die Finger lassen. Ich persönlich würde beim Zeithorizont auch nicht unbedingt auf nen Hebel ETF setzen. Auch wenn der Crash im Prinzip täglich vorausgesagt wird, halte ich es trotzdem derzeit für ne gefährliche Marktphase für nen Hebel ETF. Davon abgesehen auch für ein Bitcoin Einmalinvest derzeit. Aber mal schauen, was die Zinserhöhung in Japan mit sich bringt Ende der Woche.

  • Mit Themen, wie Hebel ETFs und Bitcoin muss man sich auf jeden Fall auseinander setzen, bevor man sie kauft. Wichtig aus meiner Sicht bei Bitcoin (kein trading, gilt aber grds) ubd bei Hebel ETF kein S&P500 bzw MSCI USA mit Hebel, sondern allenfalls nur den neuen 2x auf den MSCI World

    Das hat mit einer seriösen Geldanlage über einen Zeitraum von 15-25 Jahren überhaupt nichts zu tun.

    Das ist aktives Gefummel und der sinnlose Versuch, den Markt mit kleinen Zockereien zu schlagen.

  • Tomarcy

    Bitcoin oder Hebel ETFs? Oder beides?

    Ich persönlich war schon mal im gehebelten S&P500 und hab damit ein bisschen Rendite gemacht, würde tendenziell aber davon abraten. Die Risiken sind zu hoch für die potentielle upside. Bei Bitcoin seh ich das Risiko Rendite Verhältnis allerdings als so gut an, dass man aus meiner Sicht einen Fehler begeht, wenn man nicht langfristig in Bitcoin investiert ist. Mit welchem Anteil hängt dann von individuellen Faktoren ab. Aber da ist das Forum nur bedingt empfehlenswert dafür, um sich dahingehend zu informieren.

    Mit gesetzlicher Rente auf wackeligen Füßen würde ich jedenfalls den überwiegenden Teil in einen marktbreiten ungehebelten Welt ETF investieren.

  • Ich hab mit meinen 38 die letzten Tage damit verbracht, einen Kassensturz zu machen, um meine Situation für die Rente, die ja noch weit weg ist, zu beurteilen und ein Gefühl für die Gesamtsituation zu bekommen.

    Im Moment sieht es so aus:

    - Eigentumswohnung mit Kreditrestlaufzeit 2,5 Jahre
    - ETF-Depot mit 100k 80/20 world/nasdaq100
    - Riesterrente mit 55k
    - Bei der Rente hab ich mit 1000€ (als Minimalsatz) vom Staat gerechnet.

    Was fange ich mit diesen Angaben an? Der Kredit Deiner Wohnung läuft noch 2,5 Jahre, danach mußt Du ihn verlängern. Wieviel Restschuld hast Du dann noch?

    Relativ scharfes ETF-Depot: Der MSCI-World hat bereits ein US-Übergewicht, der NASDAQ-ETF verringert dieses nicht, sondern verschärft es sogar noch.

    Riesterrente lohnt sich nicht, my Da-harling
    Schade um die Tränen in der Na-hacht!

    Hast Du mal nachgeschaut, was diese Riesterrente bringt?

    Wie kommst Du darauf, daß Du mal 1000 € staatliche Rente bekommen wirst? Wieviel kannst Du Dir in 30 bis 60 Jahren dafür kaufen (38 + 30 = 68 = Renteneintrittsalter; 38 + 60 = 98 = mögliches Rentenaustrittsalter)?

    Dadurch dass ich in der Rente günstig im Eigenheim wohnen kann und aus dem ETF Depot wahrscheinlich nochmal gut entnehmen kann (Kapitalverzehr), fühle ich mich da für ein bürgerliches Leben schon gut aufgestellt.

    Ich halte das für eine wilde Spekulation. Bis Du in Rente gehen wirst, werden noch 30 Jahre vergehen (oder vielleicht 20, wenn Du tatsächlich vorziehst). In dieser Zeit wird viel passieren.

    Ich geh davon aus, dass ich 2000€ im Monat in der Rente verbrauche.

    Wie kommst Du auf diesen Betrag? Wie kommst Du zu der Auffassung, daß Du für 2000 € in 30 Jahren noch das kaufen kannst, was Du Dir heute darunter vorstellst?

    Meine Überlegung ist jetzt, das Rentendepot nicht weiter zu besparen und die Sparrate in ein neuen world oder acwi zu setzen.

    Was verstehst Du unter "Rentendepot"?

    Im Monat spare ich 1000€. Meine Überlegung war, alle 2 Monate ein Monat früher in Rente zu können. Das würde bei einem Verbrauch von 2000€ im Monat eine inflationgeschützte Rendite für den ETF bedeuten. Was ich für sehr wahrscheinlich halte.

    Geld hat kein Etikett. Du bist frei in dem, was Du mit Geld machst. Man kann sich von Geld, was "fürs Alter" sein sollte, ein Auto kaufen oder auch eine Weltreise machen.

    Es ist allgemein sinnvoll, Reserven anzusparen, weil einem das Optionen eröffnet, eben beispielsweise ein Auto zu kaufen, wenn man es braucht, ohne daß man die Bank fragen muß.

    Ob Du Dein Geld mal für einen früheren Ruhestand einsetzen wirst oder nicht, steht 30 Jahre vorher in den Sternen.

    Heißt in einem Jahr wäre ich ein halbes Jahr früher in Rente oder in 5 Jahren 2,5 Jahre früher, oder in 10 Jahren 5 Jahre früher oder aber in 22 Jahren, wenn ich 60 bin, 11 Jahre früher in Rente.

    Wie seht ihr das, totaler Unsinn oder vielleicht schon möglich?

    Schauen wir mal. Ich habe den Eindruck, daß eher ersteres der Fall ist.

    Mich würde auch sehr interessieren, wie andere von euch das angehen, wenn klar ist, dass nichts vererbt werden soll und man auch nicht den großen Reichtum erst in der Rente erleben will.

    Man kann mit Geld nur zwei Dinge tun: Man kann es a) ausgeben oder b) zurücklegen. Wenn Du den großen Reichtum nicht erst mit der Rente erleben willst, dann mußt Du es vor der Rente ausgeben. Wenn Du den großen Reichtum erst in der Rente erleben willst, dann mußt Du es sparen. Beides gleichzeitig geht nicht.

    Wenn Du heute 1000 € im Monat sparen kannst (vermutlich kommt die Rate für den Immokredit noch dazu), dann hast Du vermutlich jetzt ein ordentliches Einkommen. Du glaubst, daß Du im Ruhestand lediglich 1000 € bekommen wirst. Da klafft nach meinem Dafürhalten etliches.

    Mach weiter wie bisher, leg weiter Geld zurück, vergiß Dein Leben jetzt nicht, lies Dich auch weiter ein. Mit der Zeit wirst Du schon zu realistischen Vorstellungen kommen.

  • Klares Jain. Natürlich ist Leverage eine Anlagemöglichkeit. Insbesondere für sehr junge Anleger kann man das auch passiv betreiben (aber bitte nicht mit Hebel 2). Bei Timing Versuchen verlassen wir zweifellos das passive Investieren. Ich selbst bin nicht mit Hebel unterwegs!

    Hier mal ein denke ich ganz gutes Video, was die Vor- und Nachteile beleuchtet.

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    Mir wird das Video zwar nicht angezeigt, aber kenne Videos mit backtest auf 3x Nasdaq. Ich hatte früher auch US ETFs, aber die derzeitige Lage ist ein schöner reminder es marktbreit aufzustellen. Einen 3x Hebel auf den MSCI World gibt es mWn auch nicht.

    Bei allem gilt: Wenn man die Nerven verliert, zahlt man viel Lehrgeld. 😊

  • ....


    Wie seht ihr das, totaler Unsinn oder vielleicht schon möglich?

    Mich würde auch sehr interessieren wie andere von euch das angehen wenn klar ist das nichts vererbet werden soll und man auch nicht den großen Reichtum erst in der Rente erleben will.

    Entgegen der meisten hier halte ich deinen Plan für absolut nachvollziehbar und auch nicht völlig daneben und unerreichbar.

    Natürlich ist bis dahin noch viel Zeit - in die eine (alles wird schlimmer als du jetzt denkst) oder in die andere Richtung (alles wird viel besser als du jetzt denkst)

    Ja, bis in 30 Jahren werden wir alle bis 70 arbeiten müssen (was ich sicher auch nicht tuen werde) und die Inflation wird das Geld weniger werden lassen, aber mit 1000 Euro pro Monat in einem ETF, einer Eigentumswohnung und ohne Kinder sehe ich keinen Grund, warum man nicht früher mit der Arbeit Schluss machen soll oder zumindest die Arbeit soweit nach unten fährt, dass man es wirklich nur noch als Zeitvertreibt macht.

    1000 Euro im Monat * 12 Monate = 12.000 Euro pro Jahr * 20 Jahre = 240.000 Euro reine Sparsumme + Wohnung + Rentenansprüche - könnte alles schlimmer sein.

  • und die Inflation wird das Geld weniger werden lassen

    Den Punkt unterschätzen viele vermutlich. Wenn wir über 20 Jahre reden und die angestrebte Inflation von 2%, sind 2000 heutige Euro/Monat dann nur noch 1340 Euro. Und will man dann von der Kaufkraft von 2000 Euro/Monat leben, sind das fast 3000 "heutige" Euro, die man dazu brauchen würde. Selbst mit 1% Inflation gerechnet ergeben sich da über die Laufzeit Unterschiedsbeträge, die man so vielleicht nicht direkt erwarten würde. Sind ja immer nur 1%...

    Deshalb machen manche ja statt Kreissparkassensparbuch und Blüm-Rente noch diesen ganzen Kram mit ETFs etc. ;)

  • Hallo, echt super viele Antworten. Da weis ich gar nicht wo ich anfangen soll.

    Meine Wohnung ist in 2,5 Jahren komplett abbezahlt also keine Anschlussfinanzierung oder Restschuld.

    Damit würde meine Sparrate um 700€ steigen und damit wären es dann 1700€.

    Bezüglich Inflation, ich gehe von 2% im Jahr aus. Aber das kann man ja gegenüber dem etf rausrausrechnen. Dann sind es eben statt im Schnitt 7%, 5% mit denen ich rechnen will.

    Eine gewisse risikofreude hab ich schon. Sonst hätte ich den nasdaq100 nicht dazu genommen. Genau wie doch eher usa lastige Auslegung meines Depots. Aber ich wüsste auch nicht was ich da sonst machen soll. Gehebelte Produkte verstehe ich nicht so ganz und daher bisher die Finger davon gelassen. Bitcoin spricht mich irgendwie auch nicht so an. Ich weiß, der ist super heftig gestiegen, aber welchen Wert erzeugt der coin? Das selbe gilt wie ich finde für Gold... Also eher nicht so meins.

    Lieber Unternehmen die Gewinn machen wollen, das verstehe ich und fühl ich mich wohl damit.

    Auf einzelne Aktien zu setzen missfällt mir aber dann auch. Es gibt schon ein paar die mir gefallen, aber die sind auch im World und nasdaq vertreten und dann nochmal einzeln zulegen? Macht irgendwie kein Sinn.

    Daher komme ich immer auf ein world oder acwi zurück. Könnte nebenbei den nasdaq100 Anteil in der Sparrate etwas hoch Schrauben, aber muss ja nicht. Die 80/20 Finde ich eigentlich ganz gut so.

    Ich kann mir aber auch vorstellen jetzt allmählich mehr ins Risiko zu gehen. Die Rente ist ja schon relativ gut besichert.


    Die Riester ist tatsächlich noch so eine Last... bespare die nur noch minimal aber zum Verkauf konnte ich mich auch noch nicht durchringen. Einziger Standpunkt wäre dass diese gegen bürgergeld geschützt ist. Ob das praktisch dann noch eine Rolle spielt kann ich aber auch nicht schlüssig beantworten.


    Am Ende treibt mich eben um das Rentendepot vom Depot für den vorzeitigen Ruhestand zu trennen. Wenn das klappt ist es toll wenn nicht dann eben nicht. Nur so komplett vermischt finde ich etwas schwierig

  • Also bei 1700,- Sparquote mit einem Zeitraum von 20 Jahren, finde ich deinen Plan sehr gut. Du willst ja nicht mit 40 in Rente gehen sondern pro zwei Monate sparen einen Monat eher - guter Plan.

    Pfennigbaron: Der Forumersteller schreibt ja, dass er das Geld in ETFs anlegt. Wenn wir von einer Rendite von 3% ausgehen, was sehr konservativ gerechnet ist, dann schlägt man die Inflation von 2% und die 1700 Euro Sparrate werden 20 Jahre mitwachsen und mehr werden, nicht weniger.

    Mit 3400 Euro zusätzlich - alle 2 Monate einen Monat früher in Rente - zu der gesetzlichen Rente (die bei einer Sparmöglichkeit von 1700 Euro pro Monat auch höher sein wird als der Durchschnitt) finde ich den Plan sehr nachvollziehbar und gut.

    Jetzt heißt es halt Durchhalten.

  • Magst Du noch mal präzisieren, was Du mit dem Begriff "Rentendepot" meinst? Mir ist das unklar.

    Darunter verstehe ich das Depot welches zum Renteneintritt die Rentenlücke schließen soll. Die staatliche Rente die ich erwarte sind 1 000€, eine Annahme die ich getroffen habe um nicht zu optimistisch zu sein. Diesen Betrag abgezogen von den zu erwartenden Lebenskosten ergibt dann das Depot welches ich zu diesem Zeitpunkt haben will. Die Größe zu definieren ist leider nicht immer so einfach, aber ich geh von 2 000€ aus die ich zum Leben haben will. Es fehlt also ein Betrag von 1 000€ x 12 Monate x 25 Jahre was dann 300 000€ sind.

    Unter der Annahme, dass das heutige Depot die nächsten 29 Jahre im Jahr 5% Steigerung hat kommen 425 000€ raus.

    Rechne ich mit einem vollständigen Kapitalverzehr wäre es also so dass ich heute schon genug im Depot habe und keine weitere Einzahlung mehr brauche.

    Die Riesterrente könnte man stehen lassen oder aber aufkündigen und ins Depot packen. Dann wären es in der gleichen Rechnung schon 595 000€. Ich denke dass das dann in jedem Fall reicht.

    -

    Anknüpfend an diesem Gedanke ist natürlich die Frage wie man weiter macht. Die heutige Sparrate verprassen macht für mich kein Sinn. Das Rentendepot noch weiter aufzubauen auch nicht, zumindest nicht als direkt geplant. Also ist der Gedanke ja nicht fern zu überlegen ob man nicht früher in Rente kann. Unabhängig davon ob man es später mal macht oder kann.

    Interessant ist natürlich sich andere Meinungen einzuholen. Aber ich vertrete nicht die Meinung astronomische Summe in Richtung 1 Mio. In der Rente zu brauchen. Ich glaube nicht dass es am Ende so ein verheerende Desaster wird und wenn es so kommt ist es vielleicht klüger früher das Geld zu verbrauchen, denn man weiß ja nicht ob es einem später noch so viel bringt.

  • Also bei 1700,- Sparquote mit einem Zeitraum von 20 Jahren, finde ich deinen Plan sehr gut. Du willst ja nicht mit 40 in Rente gehen sondern pro zwei Monate sparen einen Monat eher - guter Plan.

    Das war eben so der erste Gedanke. 2 Monate sparen ergeben 1 Monat Verbrauch. In einem world etf sollte damit die Inflation als minimal Rendite schon machbar sein. So schwarz sehe ich die Zukunft nicht. Salop gerechnet sind dann nach 17 Jahren bei 5% 550 000€ im Depot. Also grob gerechnet mit 55 Jahren diese Summe, auch hier steht der kapitalverzehr im Raum. Ohne weitere Zuwächse gerechnet würde das ja auch schon 23 Jahre reichen. Mehr als genug um entweder mehr als 2000€ zu verbrauchen, oder doch noch etwas mehr Puffer in die Rente zu übertragen. Ganz zu schweigen davon dass die Summe ja durchaus erstmal noch lange weiter im etf für mich arbeitet was den entnahmezeitraum nochmal gewaltig Strecken würde