Hallo zusammen!
Ich wollte mal nach eurer Meinung bzgl. der Verteilung des Geldes in Sicherheitsbaustein und Risikoanlage erfragen.
Ich bin jetzt dran mir meinen ETF Sparplan anzulegen und strebe die 80/20 Aufteilung an. Ich starte allerdings nicht bei 0, sondern habe die letzten Jahre, nachdem es mir endlich durch einen Jobwechsel möglich war, das Sparen begonnen. Ich habe einige Dinge die viele wahrscheinlich als unsinnig ansehen, aber das ist durch einige Lebensumstände entstanden.
Zu meiner Situation und als Erklärung für einige dieser Entscheidungen vorab: ich habe nach dem Studium sieben Jahre in den USA gelebt. Aus persönlichen Gründen (Scheidung) ging es 2017 zurück, allerdings durch die Scheidung recht finanziell ramponiert. Hier habe ich dann aufgrund dieser Situation nicht viel Auswahlmöglichkeiten für einen Job gehabt, weil mir die Zeit und das Geld dafür gefehlt haben. Entsprechend landete ich in einem sehr schlecht bezahlten Job mit Befristung, wodurch ich auch mehrere Jahre nicht aus dem Arbeitsverhältnis rauskam (wer sich fragt warum: befristete Arbeitsverträge können nur mit außerordentlichem Kündigungsgrund gekündigt werden; ein einfaches "ich habe einen neuen Job" reicht nicht aus. Das wusste ich vorher auch nicht). Schlussendlich gelang Ende 2021 endlich der Wechsel in einen besser bezahlten Job. Dort wurde eine BAV angeboten, und das deutlich höhere Gehalt erlaubte mir Geld anzusparen.
Die sieben Jahre in den USA fehlen mir im deutschen Rentensystem, entsprechend hinke ich hinterher und spare, wo ich nur kann.
Konkret:
- Ich habe eine betriebliche Altersvorsorge durch meinen neuen Arbeitgeber, wo momentan ordentlich Geld eingezahlt wird (ein paar hundert Euro), weil ich eben damals noch dachte dadurch die fehlenden sieben Jahre schneller ausgleichen zu können
- Ich habe seit 2021 Allvest, wo auch mittlerweile ein ordentlicher Batzen draufliegt. Ich weiß, Allvest hat insbesondere hier wegen der Kosten keinen guten Ruf, und mittlerweile würde ich dem zustimmen. Allerdings habe ich nachdem ich mich mehr informiert und meine Sorge vor dem Risiko etwas abgelegt habe seit Frühjahr 2025 keine weiteren Einzahlungen mehr getätigt.
- Ich habe einen fünf-monatigen Notgroschen in Form meines Nettogehaltes auf einem Tagesgeldkonto
Ich könnte nun die BAV stillegen und Allvest kündigen und das Geld zum Teil in den ETF und ins Tagesgeld stecken. Allerdings überlege ich, ob ich die BAV und den Allvestvertrag inklusive des Tagesgeldes als Sicherheitsbaustein betrachten soll. Ich habe keine Lust auf Tagesgeldkonto-Hopping, und auch wenn bei der BAV durch die Anlageart nicht viel rumkommt, so kommt vermutlich auf lange Sicht mehr (oder zumindest mal regelmäßig gleich viel) dabei herum wie auf einem Tagesgeldkonto, welches nach ein paar Monaten ja immer mit den Zinsen runtergeht. Außer ich liege hier komplett falsch, dann bin ich um jeden Rat dankbar.
Gleiches gilt für Allvest: das Geld, das ich bereits eingezahlt habe, ist nun drin; die Gebühren sind bereits gezahlt, also ist das Geld ohnehin weg. Das kann man im Grunde als Fehlinvestition sehen, aber ist nun mal passiert. Rückgängig machen kann ich es nicht. Der Vertrag ist nicht aktiv gemanaged, also habe ich von vorneherein versucht die laufenden Kosten so gering wie möglich zu halten, wobei die natürlich noch höher sind als die eines ETFs. Ich komme aber im Grunde problemlos an das Geld heran. Wenn ich eine Auszahlung veranlasse dauert es ein bis zwei Werktage und das Geld ist auf meinem Konto. Durch das Tagesgeldkonto ist das für mich kein Problem. Da mir ein Teil der Einzahlungen als Garantiekapital zur Verfügung steht rechne ich nur diesen Teil als Sicherungsvermögen, nicht aber die Rendite. Tendenziell macht das Geld, das dort angelegt ist, vermutlich etwas mehr Rendite als auf einem Tagesgeldkonto. Und ja, auf einem ETF würde es mehr machen, aber ich spreche hier ja vom Sicherheitsbaustein. Allvest liefe erst einmal die kommenden 12 Jahre weiter bis der Vertrag sich dann Jahr für Jahr von selbst verlängert, allerdings ohne weitere Einzahlungen. Aber wie gesagt - ich kann den Vertrag kündigen. Das sollte ich aber nur dann machen, wenn er im Plus ist, sodass ich nach Abzug der Steuern mindestens den tatsächlich eingezahlten Betrag bekomme (also quasi mit ein bisschen Rendite, sodass das die entstandenen Kosten aufwiegt).
Der Plan ist nun statt Allvest einen ETF Sparplan zu starten (ein Welt ETF mit Schwellenländern). Ich habe ein kleines Startkapital auf dem Girokonto das ich gerne als Einmaleinlage dort anlegen und dann mit einem ordentlich hohen monatlichen Betrag besparen will. Der erhebliche Teil soll in den ETF gesteckt werden, ein kleiner Teil geht aufs Tagesgeldkonto. Die BAV werde ich vielleicht stilllegen, zumindest aber mal im Beitrag reduzieren. Ich würde den ETF so lange priorisieren, bis der ETF 80% im Umfang beträgt im Vergleich zu Tagesgeld + Allvest + BAV. Wenn die BAV stillgelegt würde wären dann letztendlich die zwei einzigen Sparpositionen Tagesgeld und ETF zu je 20, bzw. 80%. Macht das Sinn? Ich hoffe, ihr steigt da durch.
Mich würde mal eure Meinung hierzu interessieren ![]()
Danke im Voraus, und ich hoffe ihr seid nicht im Weihnachtsstress!