Beamter einer Landesbehörde, mit allen Zuschlägen nicht ganz 3400 Euro netto.
Die offizielle Wochenarbeitszeit beträgt 41h, die tatsächliche ist teilweise erheblich höher (aufs Jahr gemittelt eher 44-45h). So schiebe ich derzeit mehrere hundert Überstunden vor mir her und sehe keine realistische Möglichkeit, sie irgendwie abzubauen.
Dienstfrei ist nur sehr sporadisch möglich (wird aber bei Wunsch immer gewährt), da die Arbeit einfach liegen bleibt und beständig neue dazu kommt.
Die Arbeitsbelastung ist vom quantitativen Umfang her moderat, aber mit teilweise erheblichen Spitzen, die zu mehreren 10-12h-Tagen hintereinander führen können; dazu kommen gelegentliche, teilweise geplante, teilweise nicht geplante Überstunden am Wochenende.
Inhaltlich ist die Arbeit sehr verantwortungsvoll und intellektuell eher fordernd.
Stressresistenz und Leistungsbereitschaft über das "vorgeschriebene Maß" werden inoffiziell vom Dienstherren erwartet und offen im Team untereinander auch gegenüber Neuzugängen kommuniziert. Wer nicht "taugt", hält es nicht lange aus. Entsprechend schwierig ist es, freiwillig Nachersatz zu finden.
Gemessen an der (auch inhaltlichen) Arbeitsbelastung erscheint mir mein Einkommen unamgemessen niedrig. Entweder müsste ich für die Tätigkeit mehr verdienen, oder aber eine einfacherere Tätigkeit ausüben; dann wären ein niedrigeres Gehalt wohl auch angemessen.
Aber so, wie es derzeit ist, stimmt es für mich nicht wirklich.
Positiv hingegen betone ich die Führungskultur der Vorgesetzen, die Angebote an Homeoffice bei Bedarf (Kinder, Monteure im Haus etc), die Arbeitsatmosphäre bzw. den Umgang der "Leidensgenossen" untereinander, das erkennbare Bemühen des Dienstherren, auch "Schwächeren" (Schwangeren, Alleinerziehenden, Transpersonen, Behinderten etc) zu helfen und sie zu unterstützen und natürlich die üblichen Beamten"goodies"; für letztere bin ich trotz der Jammerei sehr dankbar und bin mir am Ende des Tages der Vorzüge auch sehr genau bewusst.
Alles im Allen bin ich daher (knapp) zufrieden.